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Donnerstag, 14. Februar 2013, 10:22

Geschichten aus Tamriel - Streben und Triumphe eines Monarchen, Von Händen seiner Majestät, König Emeric

In der aktuellen Ausgabe der Geschichten aus Tamriel geht es diesmal um Grosskönig Emeric.


Viel Spass beim Lesen.

Zitat

Großkönig Emeric, ein bretonischer Handelsfürst, geschickter Diplomat und erfahrener Kämpfer, führt das Dolchsturz-Bündnis in den Kampf um Cyrodiil. Lest die Geschichte seiner Ausbildung, des Entsatzes von Wegesruh und seines Aufstiegs zum Thron, verfasst in seinen eigenen Worten.

Kapitel 3: Vor den Toren von Dolchsturz!

Über ein Dutzend Jahre nach der Schlacht von Grandenfels hinweg herrschte Friede zwischen den Königreichen von Hochfels und die Handelsschiffe von Wegesruh, Dolchsturz und Schildwacht bereisten alle Häfen Tamriels, nah und fern. In den Handelsräumen meines Vaters in Wegesruh lernte ich, Schiffsladungen nachzuverfolgen, den Kontenabschluss und die Schwankungen der verschiedenen Währungen kennen, doch Pierric von Kamberland wusste um die Beschaffenheit unserer Welt und es genügte ihm nicht, dass sein Sohn nur Wissen um Handel und Frieden erwarb. Jeden Morgen übte ich mit dem Waffenmeister von Kamberland und wann immer es das Wetter zuließ, ritt ich des Nachmittags ein Kriegspferd und exerzierte mit der schweren Reiterei von Menevia. Es diente nicht nur der Übung: Über zwei Monate hinweg, begleitete ich in jedem Sommer als Leutnant der berittenen Eskorte die Immerfort-Karawane und ein halbes Dutzend Male vertrieben wir Hügelbanditen, Goblinräuber und Kriegstrupps der Reikmannen.

Es war mein Glück, dass ich so viel Zeit mit einem Heft in meiner Hand verbracht hatte, denn im Jahre 541 der zweiten Ära, als ich gerade zwanzig Lenze zählte, breitete Durcorach, der schwarze Drache, seine Schwingen im Reik aus und führte seine wilden Stammesbrüder in den Krieg. Die Reikmannen wogten aus ihren Berglöchern hervor wie Ameisen aus einem zertretenen Hügel und stürzten sich heulend und brandschatzend hinab nach Bangkorai. Nach nur dreitägiger Belagerung fiel Immerfort an diese Horde. Das Land wurde geplündert und seine Bewohner massakriert. Hallins Wehr hielt länger stand, wurde letztlich jedoch genauso vom Schwarm der Heiden überrannt. In wenigen Tagen waren sie diesseits des Bjoulsae und drangen nach Wegesruh vor.

Zu dieser Zeit waren alle dankbar, dass König Gardner neue Mauern und Befestigungsanlagen um Wegesruh herum hatte bauen lassen, war die Stadt doch so sehr gewachsen, dass sie ihre durch die alten Mauern vorgegebenen Grenzen gesprengt hatte. Scharen von Menschen strömten aus den umliegenden Gebieten heran und bald schien es, dass ganz Menevia, Gavaudon und Alcaire sich innerhalb der Stadtmauern befanden. Doch als die Fluten der Reikmannen sich an Wegesruh brachen, erschienen die beengten Zustände nur ein geringer Preis für den Schutz vor dem Zorn dieser heidnischen Daedra-Verehrer.

So also begann die gewaltige Belagerung von Wegesruh, bei der die Bretonen von Sturmhafen die Mauern siebenundfünfzig Tage und Nächte bemannten und die wilden Angriffe unserer schrecklichen Gegner zurückwarfen. Ohne Belagerungswaffen konnten die Reikmannen unsere neuen Mauern nicht durchbrechen und die Stadt im Sturm nehmen und ohne Schiffe konnten sie unseren Hafen nicht blockieren und die Stadt aushungern. Stand demnach Durcorachs Einfall nach Hochfels derart ins Patt gesetzt vor dem Aus?

Mitnichten. Die Krieger der Reikmannen sind, obschon furchtlos und grimmig, nicht für ihre Geduld bekannt. Der schwarze Drache ließ genug Truppen vor den Wällen zurück, um uns einzupferchen, und marschierte einfach gen Westen nach Glenumbria. Der neuerdings unabhängige Stadtstaat Camlorn fiel durch einen Handstreich und wurde geplündert. Daraufhin wandte Durcorach seinen Blick gen Süden, nach Dolchsturz.

Glücklicherweise folgte König Gardner meinem Rat und nutzte unsere Handelsschiffe für den Transport der schweren Reiterei. So also fand ich mich an vorderster Front in den Reihen der Edlen von Wegesruh wieder, während wir in den Rücken der Reikmannen, die sich vor den Toren von Dolchsturz sammelten, preschten. Alle Bretonen wissen, wie die Krieger des schwarzen Drachen vollständig überrumpelt wurden, wie ich Durcorach zerschmetterte und sein unheiliges Banner niederriss. Sie wissen um den Ausfall der Ritter von Dolchsturz, mit dem König Bergamot die von uns begonnene Arbeit beendete und die gebrochene Armee aus Heiden wie eine Böe das Herbstlaub versprengte.

Nur vierzehn Tage später ward ich gebeugten Hauptes Zeuge, wie die Könige von Dolchsturz, Camlorn, Schornhelm, Immerfort und Wegesruh das erste Dolchsturz-Bündnis schlossen.

Kapital 6: Ransers Krieg – Wegesruh unter Belagerung

Seit meiner Besteigung des Throns von Wegesruh in jenem folgenschweren Jahr 2Ä 563, ließ die Frage danach, wer meine Königin werden solle, mich und meine Berater nicht mehr los. König Ranser von Schornhelm hatte eine reizende Tochter, Prinzessin Rayelle, und ihre Hand wurde mir von meinem Bruder aus Schornhelm frühzeitig und oft angeboten. In der Tat war ich fast so weit, ihre Hand zu akzeptieren, als meine Augen, während eines Besuches in Schildwacht, zum ersten Mal Prinzessin Maraya, die Tochter von König Fahara’jad, erblickten. In jenem Augenblick schwor ich mir, dass Wegesruh niemals eine andere Königin als Maraya haben würde. Natürlich gab es da einen weiteren unerwarteten Vorteil: ihr zur Mitgift wurde ein Handelsabkommen zwischen unseren Königreichen geschlossen, aus welchem großer Wohlstand für uns alle erwuchs.

König Ranser jedoch war verärgert darüber, dass ich die Hand seiner Tochter nicht akzeptiert hatte, und er berief seinen Botschafter vom Hof in Wegesruh ab. Obwohl Ranser, wie die anderen Könige des Bündnisses, zu meiner Hochzeit mit Maraya im Frühjahr 566 eingeladen war, verblieb er wütend in Schornhelm.

Womöglich hätte ich Ransers Zorn mehr Beachtung schenken sollen, doch ich wurde dermaßen von meiner neuen Braut und den Handelsangelegenheiten in der Iliac-Bucht in Beschlag genommen, dass das bergige Schornhelm fern und unwichtig schien. Dieser Fehler kostete mich beinahe meinen Thron.

Mehr als ein Jahr lang hatte Ranser in aller Stille seine Truppen ausgehoben und seine Staatskasse zum Anheuern von Söldnern geleert. Im Monat Letztsaat des Jahres 566 der zweiten Ära führte er in einem Blitzangriff seine Armee aus Schornhelm heraus nach Süden. Ranser hatte Alcaire und Menevia schon beinahe durchquert, bevor wir uns seines Herannahens überhaupt bewusst wurden. Die Vorhut der Schornhelmer erreichte die Tore von Wegesruh, noch während die in aller Eile aus dem Umland einberufenen Milizen es passierten. In diesem Moment stand unser Schicksal auf Messers Schneide: wenn die angreifenden Alttor-Lanzenreiter es schafften, unsere Miliz zu versprengen und das Tor einzunehmen, konnte Wegesruh binnen Stundenfrist den Angreifern in die Hände fallen.

Glücklicherweise war ich selbst mit meiner Kamberlandwache am Tor zugegen. Ich erkannte, wie heikel die Situation war, und befahl meinem Bannerträger, das Signal zum Angriff zu geben. Ich führte die Torwachen und meine Haustruppen hinaus gegen die Alttor-Lanzenreiter. Meine Männer waren in voller Montur und ich trug, obschon ungerüstet, an meiner Seite das mächtige Oreichalkos-Skalpell, ein verzaubertes Breitschwert von großer Kraft. Das Skalpell, zum ersten Mal im Zorn gezogen, blitzte und summte wie die Zähne einer Sägemühle, als wir uns den Lanzenreitern entgegenwarfen. Unsere Feinde, die sich plötzlich gerüsteten Veteranen anstelle von panisch davonlaufenden Irregulären gegenübersahen, wurden von einem aus dem Nichts auftauchenden Gewittersturm noch mehr aus dem Gleichgewicht gebracht. Vom Hagel gepeitscht, die Pferde vor den Blitzen scheuend und das Oreichalkos-Skalpell mitten unter ihnen, das sich durch Nacken und Gebein schnitt, zögerten die berühmten Alttor-Lanzenreiter, ihre Reihen brachen und sie flohen ungeordnet vom Tor.

Zu dem Zeitpunkt, als Ransers Hauptstreitmacht eintraf, befanden sich unsere Truppen allesamt im Innern der Mauern. Die Tore waren fest verriegelt, doch den König von Schornhelm schreckte das nicht. Einmal mehr befand sich die Stadt Wegesruh im Belagerungszustand und Ranser, der mehr Geschick und Voraussicht besaß als der Reikmann Durcorach, kam mit Belagerungsgerät in seinem Gefolge.
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Donnerstag, 14. Februar 2013, 10:22

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Kapitel 10: Der Ruf des Schicksals

Nachdem die Belagerung von Wegesruh aufgehoben und Ranser geschlagen war, endet meine Geschichte. Euch wurde von meiner sorgenfreien Jugend im Hause Kamberland berichtet; darüber, wie mein Vater, Fürst Pierric, für meine Ausbildung in der Kunst des Handels, des Krieges und der Staatsführung sorgte; ihr erfuhrt von meinem ersten großen Sieg über Durcorach an den Toren von Dolchsturz und von der ergiebigen Oreichalkumader, auf die unsere Familie in der Kamberlandmine stieß. Ihr hörtet vom tragischen Ausbruch der Knahaten-Grippe; davon, wie sie sowohl meinen Vater als auch alle Mitglieder der königlichen Familie von Wegesruh dahinraffte und unser Königreich führerlos in einer Zeit voll Chaos zurückließ. Ihr wisst, mit welchem Widerwillen ich mich dazu überreden ließ, den Thron von Wegesruh anzunehmen, und von dem Lichthof, der die Sonne am Tag meiner Krönung umgab. Dieses Zeichen der Zustimmung durch die Göttlichen beseitigte all meine Zweifel und wandelte selbst meine missgünstigsten Rivalen in wahrhafte Verbündete.

Ihr kennt nun den wahren Hintergrund von Ransers Krieg und wie er zum Zweiten, oder Großen, Dolchsturz-Bündnis führte und sowohl die Rothwardonen von Hammerfell als auch die Orks von Orsinium mit einschloss, die uns in unserer Stunde der größten Not zu Hilfe kamen. Die freien Völker aus dem Nordwesten von Tamriel schworen sich, einander gegen jedwede Bedrohung beizustehen, komme sie aus dem Innern oder von außen.

Schon bald wurden wir einer ersten Prüfung unterzogen: Im Jahr 579 der zweiten Ära verschwand Kaiser Varen, mit dem ich ein Abkommen aushandelte, aus der Kaiserstadt und Cyrodiil fiel erneut in den Dunstkreis daedrischer Intrigen. Während Varens unerklärter Abwesenheit bestieg die „Kaiserin“ Clivia den Rubinthron. Von da an herrschten im Herzen des Kaiserreichs Wahn, Mord und Verfall. Es ist zum Wohle unserer Völker – in der Tat zum Wohle aller Völker Tamriels –, dass die wahre Flamme des Kaiserreichs der Menschen im Dolchsturz-Bündnis fortbrennt. Wir leben in schrecklichen Zeiten, doch unsere Bestimmung liegt so klar und geradlinig vor uns, wie die Straßen Remans: wir müssen gen Cyrodiil marschieren, die falsche Kaiserin stürzen, ihre Brut ausmerzen und das Kaiserreich von Tamriel wiederherstellen. Dann werden Friede und Gerechtigkeit erneut in den Provinzen herrschen und nicht mehr Blut und Feuer.
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