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Jassillia

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Gilde: Die gekreuzten Klingen

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Samstag, 5. August 2017, 09:17

Erlebnisse eines Ordens




Die Tage danach..

Erneut ein Sieg über daedrischen Abschaum. Erneut ein Erfolg, der die Kampfkraft der wenigen Ordensreiter und ihrer Verbündeten offenbart hatte, wenn auch mit schrecklichen Verlusten acht altgedienter Ritter, die man schmerzlich vermissen würde. Dass der kleine „Hauptmann“ Ragnar ebenfalls sein Leben gelassen hatte, der treue Hund des Nord Wulfgar, bedachte man nicht nur mit den Worten, dass er in Sovngarde auf seinen Herrn warten würde. Nein, er sollte ebenso mit Ehren zu Grabe getragen werden, wie jene Männer, die auf den Wehrgängen zerfetzt worden waren, schützend ein altes Gemäuer einer noch älteren Familie.
Viele der dreckigen Söldner, die sich aus der Gier nach Gold heraus einer dunklen Macht versprochen hatten, fanden im Umland ihr Ende auf aufgeschütteten Scheiterhaufen. Wabernd trieb der Seewind den Gestank nach verbranntem Fleisch über die südwestlich von Kreuzgrat gelegenenen Gefilde, während Männer und Frauen dabei waren, jene sterblichen Überreste einzusammeln und ein jener Helfer trug das Zeichen zweier gekreuzter Klingen.
Dass hier etwas Schlimmes geschehen war, sollte manch einem Reisenden mitunter durch tiefschwarz gefärbte Mauern deutlich gemacht werden. Mittlerweile verbreitete sich manches Gerüchte, dass ein Angriff auf diese Glaubensstätte in einer einzigen Nacht durchgeführt worden war, wohl von langer Hand geplant.
Die in Steintafeln gemeißelten Worte links- und rechtsseitig der großen Tore dieses Gemäuer wirkten hierbei einem Trotz gleich, bestehend im ewiglichen Kampf, dem man sich offensichtlich verschrieben hatte. Keinen anderen Rückschluss ließen jene Worte zu.

Genug der Tränen, geweint aus den Augen der Unschuldigen.
Genug der Schreie vernommen, dass sich Berge und Täler formen.
Genug der roten Wogen, geflutet des Blutes von Recke, Weib und Balg.
Lass sie erkennen der Wahrheit und den Willen in Deinem Herzen, weiter zu gehen.
Den einen und wahren Pfad der Rechtschaffenheit, der jedem gegeben ist,
doch nur wenige die Kraft besitzen, auf diesen Pfaden zu wandeln.
Zu streiten hin bis zu jenen Tagen, an dem uns unser eigen Urteil trifft.
Mögen jene Tage noch fern sein, hart und entbehrend, wahrheitlich.
Möge die Abtrünnigkeit unsere Wege erhellen, lodernd entfacht durch das Feuer der Gerechten.
Lass sie folgen den Pfaden der Tugenden, beschreitend den Weg des unerschütterlichen Glauben.
So kreuzen wir die Schwerter hart zum Funkenflug, auf dass es wird ein lichtes Feuer geben,
wenn Flammen zart zum Großbrand schwelen.

Wir bitten Dich, bewahre unseren mächtigen Arm,
auf dass wir schlagen das Pack hungriger verdorbener Wölfe von deren Fängen Blut und Schleim tropfen.
Wir bitten Dich, lass die Sterne in ihren Bahnen und Feuersbrünsten gleich an unserer Seite gegen sie kämpfen.
Wir wissen um das Widerstehen dunkler Mächte, der finsteren Flüche und den Krallen und Fängen des Verderben.
Keine Waffe, die gegen uns gerichtet ist, wird uns treffen, denn gesegnet möge unser Wirken sein.
Blendend und wahrhaftig wie Du selbst, werden wir unsere Feinde erblinden lassen,
Schwert und Schild und Hammer jede noch so verderbte Kehle zum Schweigen bringen.
Mögest Du in heißem Strom durch uns fließen und eins sein mit uns und unseren Waffen.
Dir sei Lob und Preis immerdar, von heute bis zum letzten Tage. Doch dieser Tag soll noch fern und unerreichbar sein.


Zufrieden und tief in ihrem Herzen des erneuten Erfolges wahrlich bewusst, schritt eine kleine wie gerüstete Frau die unzähligen Stufen in die Tiefen der Katakomben hinab und ehe noch die im Erdgeschoss gelegenen und zerschlagenen Fenster ersetzt wurden, nahm sie die Symbolik Stendarrs zur Hand um eben jenen Kelch neben die letzte Errungenschaft einer daedrischen Essenz zu platzieren. Dann wurde dieser Ort der dunklen Gefängnisse geschlossen. Endlich und nach Jahren erfuhr das vernarbte Herz der Ordensmeisterin das Gefühl der so lange vermissten Ruhe.

Nun war es an der Zeit sich um die Verletzten zu kümmern und den acht Herrlichkeiten und besonders den eigenen Mannen und Freunden zu danken. Freud und Leid lagen so oft so dicht beieinander.

So saßen Zoe und Jassillia am Abend bei einem Becher Tee und Kaffee zusammen um ein wenig Ruhe zu schöpfen, als sich Besuch vor den Toren zeigte und jener um Einlass bat. Ein kleiner Tross des Blauen Hirschen wollte seine Waren anpreisen, ein Handelshaus welches zumindest für den Augenblick gänzlich unbekannt schien. Verstörend mochte der Anblick des Innenhofes sein, in dem sich widerwärtige Überreste niederer Daedra zeigten. Beängstigend die zerschlagenen Fenster, deren einstige wie wunderschöne Bleiverglasungen im Dreck lag. Im Anwesen selbst quälte ein seltsamer Geruch die Sinne. Auch hier roch es nach verbranntem Fleisch und irgendwie erinnerte es an versengtes Fell. Hunde? Vielleicht.

Wie es schon immer gegeben war, begegnete man den Fremden mit Freundlichkeit und den Gaben der Gastfreundschaft, wenn jene sich nur dürftig in einem Becher schwarzem Kaffee zeigten. An diesem Abend war wohl nicht mehr möglich.

So verging der zweite Tag nach dem Segen des Überlebens und es offenbarte sich Interesse am Orden durch eine junge Händlerin mit Namen Imbera Deikan. Eine Tatsache, die der Ordensmeisterin ein Lächeln ins halbseitig vernarbte Gesicht zauberte und für den Augenblick erinnerte sie sich an die Essenz ihres Ordens.
- Solange einer von uns weitermacht, war es nicht umsonst.-

Es gab noch so viel zu tun..

Dort, wo Wahrheit und Mut miteinander verbunden werden, liegen die Geheimnisse der Gerechtigkeit.
Sie darf nicht gezügelt werden, denn sie leuchtet nicht auf in den Kriegsnebeln...

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Dienstag, 8. August 2017, 02:01


Unerwartete Nachrichten


Wolkenverhangen zeigte sich der nächtliche Himmel und er weinte seine bitteren Tränen. Aus einzelnen Tropfen bildeten sich kleine, dreckige Rinnsale, die sich ihren Weg durch zertretenes Gras suchten um die Aschereste ins Erdreich zu schwemmen, doch waren noch lange nicht alle Knochen verschwunden, hatte die Hitze der Scheiterhaufen dafür einfach nicht gereicht.
„Lasst sie als Mahnmal liegen!“, so die knappe Order einer Nord, die sich mit weiteren Recken um eine gewisse Ordnung scherte, während Ascalia die letzten Feuerbestattungen innerhalb des Gemäuers unter Obacht hielt.
Im Anwesen selbst kümmerte man sich um die verletzte Ettarius, so auch um die alte Priesterin Euphenia. Beide hatten den Kampf zwar überlebt, doch einige tiefgreifende Wunden davon getragen, die einer umfangreichen Pflege bedurften. Fennar, die Leiterin des Lazaretts, die selbst verletzt war, kümmerte sich mit Hingabe und ihrer typisch ernsten Art um jene, die in diesen Momenten auf sie angewiesen waren.
Ungewohnt ruhig ging man dabei vor. War man sonst das laute Gröhlen mancher Nord wie das herzliche Lachen der Kinder gewohnt, legte sich der Vorfall wie ein zum Schweigen verurteilendes Tuch über das stolze und doch karg wirkende Gemäuer und auch um jene, die dort lebten.
Imbera und Jassillia sprachen nun oftmals erst spät und leise in den Abendstunden über angestrebte Handelsbeziehungen, war mittlerweile bekannt, dass der Orden zu einer langen Reise aufbrechen würde. Der perfekte Zeitpunkt für einen Händler, seine Waren anzupreisen.

Dass diese Planung vielleicht eine Wende erfahren sollte, offenbarte sich am Abend, als gerüstete Hände ein Pergament erhielten, gereicht durch einen Boten. Es schien durch Zusammenpressen mehrerer dünner Lagen notdürftig geflickt worden zu sein. Nachdem man dem Boten ein stärkendes Mahl gereicht hatte, zog sich Jassillia für den Moment zurück um zu lesen. Es offenbarte sich eine durch verwischte Kohle nur dürftig leserliche, doch recht schön geschwungene Schrift, offenbar geführt einer weiblichen Hand.

An den Orden der Gekreuzten Klingen,

nachdem Unruhen auf den Landen der Baronie Normanier beseitigt worden waren, nahm ich ein wichtiges, persönliches Anliegen vor, wozu ich in meine Heimat, der Alik´r Wüste reiste. Ich verpasste leider den Briefverkehr Bruder Corentins, in diesem er mich um Hilfe bat. In der Wüste schloss ich mich Ghorbashclan seiner Reise an, in dem ein alter Freund aus der Heimat seine Familie fand und reiste mit ihnen auch mit ins Wrothgargebirge wo ich derzeit als Söldnerin mein Brot verdiene. Leider konnten wir auf dem Rückweg keine Spur Bruder Corentins finden. Das einzige das ich noch weiß, dass er einen Brief aus ihrem Hause aus an mich versandt hat damals. Ich hoffe, wenn wir uns auch wenig bekannt sind, dass ihr mir in der Sache hilft seinen aktuellen Aufenthaltsort herauszufinden, auch ob er hoffentlich noch am Leben ist, und nicht sein Ende durch den Strick oder Schlimmeres fand. Ich beziehe hier ein Gästezimmer in der nördlichen Taverne in Orsinium, bin aber regelmäßig im Ghorbash-Clan anzutreffen, wo ich ebenso meine Post empfangen kann.

Hochachtungsvoll und in respektvoller Verneigung grüßt,

Anjhuli at Sentinel
stolze Ash`abah aus der Alik´rwüste


Mit gerunzelter Stirn las die Ordensmeisterin jene Zeilen, kannte sie weder den Verfasser dieses Briefes, noch konnte sie sich einen Reim auf das mögliche Ableben eines guten Freundes machen. Sorge aber machte sich breit, wartete Jassillia schon seit einigen Wochen auf eine Antwort von Corentin.
Diese Sorge verstärkte sich, als plötzlich und unerwartet Wungrane vor den Toren des Ordensgemäuers stand und um Einlass bat. Gehörte Worte durch ihren Gemahl Ignace, die von Dunmer und Ordinatoren sprachen, ließen den Blick der Ordensmeisterin verfinstern. Morgen würde sie selbst mit der jungen Nord sprechen um in Erfahrung zu bringen, was wahrlich geschehen war. Zu groß war nun doch die Sorge um ihren Freund und Glaubensbruder Corentin.

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Mittwoch, 9. August 2017, 08:17


Ordinatoren und ihre Folter


Noch ehe man das Gespräch mit Wungrane führen sollte, erreichte den Orden eine erneute Nachricht aus Bangkorai. Das Pergament wirkte brüchig, geschädigt mancher Regengüsse. Es handelte sich um einen winzigen Streifen, welcher straff eingewickelt worden war. Darin waren folgende Zeilen zu lesen..

Verehrte Jassilia,

Ich hoffe Ihr verzeiht mir meine verspätete Antwort. Doch kam es während unserer Reise, dank eines Magiers der wohlbekannten Magiergilde zu einer ungewollten Teleportation nach Morrowind, dem Land der Dunmer. Die Magiergilde hatte sich unser angenommen und wir konnten nach vielen Komplikationen wieder nach Hochfels zurückkehren. Für mich war der Aufenthalt beschwerlich und schmerzlich, doch habe ich Stendarr wie auch meine Freunde Wungrane und Mariessa hier an meiner Seite. Ich werde eine Weile zur Heilung meines Geistes in Immerfort verweilen, um Inspiration bei dem Orden des Heiligen Pelin zu finden. Mein Geist wurde im Lande der Dunkelelfen auf erschreckende Weise erschüttert weswegen ich geistlichen Rat suche. Ich werde euch aufsuchen, sobald ich einen Teil meiner neu erwachsenen Ängste überwinden konnte.

Möget ihr mehr als ich das Mitgefühl Stendarrs spüren.
Corentin


Dass zumindest Wungrane nicht mehr an des Bruders Seite weilte, war mittlerweile offensichtlich. Doch eben jene junge Nord schien für den Augenblick nicht gewillt über die Vorfälle in Morrowind zu sprechen. Man spürte förmlich den Schmerz, der in ihr wohnte und man erkannte die Scham über eine unbekannte Schuld, die recht präsent auf ihren Schultern lastete. So unterließ man es für den Moment, sie mit weiteren Fragen zu beharken, offenbarte Wungrane den Wunsch, im Orden Zuflucht und ein Zuhause zu finden um Stendarr zu dienen.
Worte, die die Ordensmeisterin mit Wohlgefallen aufnahm, doch erkannte sie auch, dass jene Nord noch einen weiten Weg vor sich hatte, zwischen den Kulturen ihrer Vergangenheit hin- und her gerissen. So würde man sich ihrer vorerst annehmen und da man um einige Nord im Gefolge und als Verbündete wusste, bat man Wulfgar darum, sich ihrer in der kommenden Zeit anzunehmen, zumindest so lange, wie er noch nicht den Weg nach Himmelsrand eingeschlagen hatte.

Die Stunden der Gespräche vergingen und erst als Wungrane und Jassillia alleine am Feuer saßen, fand die Nord den Mut über das zu reden, was in Morrowind geschehen war. Sie erzählte von einer scheinbaren Zufallsbekanntschaft mit einem Dunmerischen Magier der Magiergilde mit Namen Nuymn Darvyen, wobei sie sich beim Nachnamen nicht mehr sicher schien, und seltsamen Geräuschen in einem geworfenen Rucksack, die an Hinterlassenschaften der Dwemer erinnerten.
Wenig später sollte man sich in Morrowind einfinden, ein Ort, an dem das Schicksal seinen Lauf nahm, gerieten Corentin, Mariessa, Nuymn und Wungrane in die Hände der Ordinatoren des Ordens der Inquisition. Sie erzählte von Schlägen und der abartig bösen Art der Dunmer. Dass die Ordinatoren bei Corentin die Wasserfolter eingesetzt hatten, eine der schlimmsten Arten von Folter, nahm die Ordensmeisterin mit eiserner Mimik hin, doch tief in ihr begann die Wut darüber hochzukochen. Sie selbst glaubte nicht, dass es alleine dabei geblieben war, wusste sie um die Machenschaften dieser Personen, doch schwieg sie sich darüber aus und so ließ sie Wungrane weiter berichten.
Sie erzählte, dass man den Bruder in Wegesruh später in die Kathedrale gebrachte hatte, nachdem man wohl im Haus der Wissenschaft nicht mehr willkommen war und auch nicht mehr bleiben wollte. Den Grund hierfür lieferte scheinbar eine Dunmer aus dem Hause Dres und die Aufklärung durch Corentin selbst, was das bedeuten würde. Dass man im Haus der Wissenschaft niemanden aufgrund seiner Herkunft benachteiligen würde, gab wohl den ausschlagenden Punkt, dort nicht mehr verweilen zu wollen.
Eine Fülle an Informationen, die auf Jassillia einprasselten und sie teilweise Mühe hatte, jenen Worten Folge zu leisten. Zu viele Fragen manifestierten sich im Geiste der kleinen Frau. Es kam ihr in diesem Moment wohl gerade recht, dass Wungrane nicht mehr in der Lage war, weiter zu berichten, zu groß die Scham und der Schmerz, dass wohl gerade sie schuld an diesem Vorfall gewesen war.

Die junge Nord wollte nur noch eines. Sie wollte für jene beten, die sie alleine gelassen hatte.
Ein Wunsch, dem Jassillia gerne nachkam und so verharrten beide an dem kleinen Schrein Stendarr, in kniender Haltung, die Häupter tief gebeugt.

Am frühen Morgen dann verließ ein Bote auf einem Rappen das Ordensgemäuer um eine Nachricht nach Immerfort zu bringen.

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Donnerstag, 10. August 2017, 09:59



Kunde an Wulfgar, Sohn des Bern

Zur Zeit gaben sich die Papierschlepper die Klinke in die Hand. Als wären die erhaltenen Nachrichten noch nicht genug, erreichte in den gestrigen Abendstunden ein weiterer Bote des Sturmkrähenbund das noch immer ruß-geschwärzte Anwesen. "Ich überbringe Kunde an Euren Gefährten Wulfgar, Sohn des Bern!"
Beladen und hoch zu Ross zeigte sich jener Fremde mit Namen Gunnar, als er die Tore durchschritt, nach Nennung von Name und Begehr.

Ging man vorerst von normaler Kunde aus, wurde man kurze Zeit später eines Besseren belehrt.
Wulfgar knallte das erhaltene Schreiben auf den Tisch, war man mittlerweile eingekehrt, um Ross und Reiter eine Pause zu gönnen.

"Hier nun endlich ein Lebenszeichen meiner Schwester! Donnerheim wurde von dem Hund Hjalti besetzt! Meine Schwester musste sich nach Bjarngard zurückziehen."
Die Umstehenden betrachteten die mitgebrachte Waffe und in Leinen gepackten Rüstungsteile, als Wulfgar weiter berichtete und von seinem Erbe erzählte. Es wurde schnell deutlich, dass dieser Hjalti die Abwesenheit seines Neffen genutzt hatte, um sich etwas habhaft zu machen, was ihm offensichtlich nicht zustand. Nur mit Glück hatte die Schwester des Nord wohl entkommen und jenes materielle Erbe sichern können um es den weiten Weg anhand eines zuverlässigen Boten Richtung Kreuzgrat zu schicken.
"... und das hier, was an Euch herangetragen wurde, stellt den Rest Eures rechtmäßigen Erbe dar?", so die Frage der Ordensmeisterin. Thyvir zeigte offene Skepsis, roch er eine Falle um Wulfgar selbst. "Es wirkt ein wenig zu passend."
"So in etwa. Das hier sind die Waffen meines Urgroßvaters Olaf dem Ersten, dem Tapferen. Er gründete Donnerheim. Das hier sind sozusagen die Insignien der Herrschaft über diesen Ort. Sie sind eng mit diesem Ort verbunden."
Eine Antwort Wulfgars, während sich der Bote stärken konnte, hatte er Met und Brot wie Rauchfleisch erhalten. Wungrane kümmerte sich in der Zeit liebevoll um den kleinen Welpen Hastulf.

Man blieb skeptisch, sprach man über Möglichkeiten, dass man Wulfgar in eine Falle locken wollte. Es war aber auch jedem der Anwesenden bewusst, dass der missratene Onkel, der wohl nicht grundlos ohne jenes Erbe geblieben war, an jene Insignien kommen wollte um seinen brüchigen Machtanspruch zu festigen. Ohne Frage bot man Wulfgar die Hilfe des Ordens an, doch ahnte man schon jetzt, dass dieses kein einfaches Unterfangen werden würde, von der Reise selbst mal gänzlich abgesehen.

Somit war es mit der erwünschten Ruhe vorbei. Doch in keinem der Gebote der Götter stand, dass das Leben einfach sei.

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Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Jassillia« (20. Mai 2018, 11:31)


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Samstag, 12. August 2017, 07:41



Schmerz


<Ein weiterer Brief traf ein, dieses mal aus hochwertigem Pergament, mit einem dünnen Bändchen in den Farben der Magiergilde. Der Bote, ein pickliges, pubertierendes Gossenkind, dankbar für jede noch so kleine Gabe. Auch diesem Schreiben nahm sich die Ordensmeisterin an, um es in Ruhe zu lesen. So saß sie an ihrem überfüllten Schreibtisch, wie so oft wusste sie einen Becher kalten Kaffee neben sich stehen.>

Hochachtungsvoll oder an den ehrenwerten Orden im Dienste Stendarrs,
ich habe ein persönliches Anliegen, dass mir Sorge bereitet und doch habe ich kaum Geld euch für eure Hilfe bezahlen zu können. Sofern ihr gewillt seid zu helfen.
Ich habe einen wunderbaren Mann kennengelernt, der in allem merkwürdig war. Nicht mir gegenüber, nein darin zeigte er sich als äußerst liebenswerter Cavallier. Seine Vergangenheit, und bestimmte Verhaltensmuster seiner Selbst warfen immer Fragen auf. In den ersten Wochen und den ersten Verabredungen ist es nicht groß hinderlich, doch wenn man irgendwann beschließt gemeinsam alt zu werden und in die Familienplanung zu gehen, machen manche Dinge es nicht unbedingt leicht. Ich bin aus keiner noblen Familie, doch ehrenwertem Mittelstand. Meiner Familie ist es sehr wichtig, dass ich auch in eben solchen Stand hinein heirate. Und eben die Vergangenheit Alfonso´s ermöglicht es nicht. Zuerst viel mir auf, dass er in manchen Körperpartien kaum bis kein Gefühl hatte. Mit seiner rechten Hand kann er auch schreiben, aber er empfindet nicht sonderlich viel darüber. Aufgefallen ist es mir, als er sich mit dem Brotmesser ausversehn geschnitten hat, und es erst merkte als er auf der kleinen Blutlache die sich auf dem Schneidebrettbildete, mit dem Handballen abrutschte.

Er konnte sich selbst nicht erklären, wielange und ab wann genau dass der Fall ist. Aber er konnte sich sehr gut daran erinnern, dass er als Kind dort noch genug Tastsinn hatte.
Irgendwann fing ich an mich für seine Familie zu interessieren, aus der er kam oder kommen könnte. Er hatte daran kaum Erinnerungen, es ist alles sehr lückenhaft, wie bei einer Amnesie. Aber Erinnerungen an einen Unfall oder Sturz während des Krieges hatte er nicht. Erinnerungen an Cyrodiil hatte er, auch an Kerker, unzählige Kerker. Ich fragte ihn, ob er Kriegsgefangener war, das zumindest bestätigte er mir. Zu dem Rest wusste er nichts, oder druckste herum.

Irgendwann eskalierte die Situation, die Verlobung stand an,und meine Eltern wollten verständlicherweise seine kennenlernen, wie man das so macht. Ich stellte ihn zur Rede, auch ob er nicht ein Verbrecher gewesen ist, dass er soviele Geheimnisse hatte. Es schien ihn arg zu beschämen, dennoch irgendwann gestand er es mir. Er kämpfte schon als junger Knabe an der Front, oben am Nordtor des Dolchsturzbündnisses war seine Kaserne. Sie konnten weit vorrücken, bis über die Mitte des Kaiserreiches an die Burgen des Ebenherzpaktes, die davon besetzt waren. Allerdings scheiterten sie, und so wurde er Kriegsgefangener, von einer in Schnee bedeckten Festung.
Fast allesamt der Soldaten dort waren Dunmer, nur wenige Nord sichtete man dort, Argonier noch weniger. In den anderen Kerkern waren wie er Fremde unterschiedlicher Völker, außer Dunmer und Nord. Er erinnerte sich jedoch nicht an mehr. Weder an Namen der Festung, der Dunmer oder sonst etwas Brauchbares. Jedoch daran, dass er "weitergegeben worden war", zusammengepfercht mit anderen in einen Gemeinschaftskerker. Ich fragte ihn, ob er versklavt wurde, er fing beschämt an zu weinen.


<Nun erhob sich Jassillia, um mit dem Brief zum Fenster zu gehen. Sie war interessiert um jene Worte und doch spürte sie den heißen Kloß in ihrer Magengegend. Für den Augenblick flammten unschöne Bilder vor ihrem geistigen Auge auf, ehe sie weiter las.>

Er erinnerte sich auch nicht wie er freikam, nur dass er Seite an Seite mit welchen anderen Volkes gegen Dunmer kämpfte. Schlimmer, sie jagten sie um sie zu töten. Er bestritt weiter wehement, ein Mörder zu sein, und dass er sich sicher nicht mit Kriminellen anschloß! Aber als Söldner tätig zu sein, konnte er auch nicht mal sagen, bzw. bezeugen.
Das machten sie eine zeitlang. Die Erinnerungen bis zum nächsten Geschehnis das mich selbst zum weinen brachte, waren wieder lückenhaft. Er wirkte aufrichtig darin, also glaube ich ihm.


<Es folgten Worte abartiger Methoden um Folter und Rituale. Es ging um riesige Kellerräume und Schreie, vorrangig von Frauen, die nicht nur ihr Leben lassen mussten, sondern etwas verloren, was man kaum in Worte fassen konnte. Welchen Schmerz hatte die Verfasserin dieser Nachricht erfahren müssen, alleine schon beim Niederbringen dieser Worte auf das hochwertige Pergament.>

Die andere Frau kam mit mir und den andern Männern in eine Grube, wie Vieh. Eine kleine Überdachung hatten sie, doch nicht viel und mussten sich irgendwie gegenseitig wärmen. Das war dann ihr "Leben". Eingepfercht wie Vieh, um in runden Gruben gegen Vieh zu kämpfen, oft waren es Wölfe und Raubtiere.
Natürlich versuchten sie immer wieder auszubrechen, doch erfolglos. Die Bestrafungen waren hart, einer starb sogar daran, der andere starb in der Grube, besiegt von einem Löwen. Die eine Frau war sonderbar. Naiv und dümmlich, doch hatte sie eine besondere Art mit den Tieren umzugehn. Sie half den andern freizukommen, in dem sie "mit den Tieren redete". Nur einer starb bei dem erfolgreichen Versuch zu entkommen.
Es dauerte lange, bis er wieder hier in Hochfels ankam, ein Glück dass ich diesen wunderbaren Mann kennenlernen durfte. Ich habe ihm alles verziehn, auch sein Geständnis dass sie gezwungenermaßen an Boethiah glaubten, den Glauben an Stendarr und die Acht irgendwann aufgegeben haben. Die Option oder Möglichkeit Gerechtigkeit für das alles zu erlangen verloren sie alle. Die Frau war wohl nordischen Blutes, doch auch sie gab ihre Götter auf, weinte alleine bei dem Namen "Shor".
Wir haben uns von meiner Familie abgeseilt, und leben nun zurückgezogen auf einem kleinen Fleckchen Land nahe Dolchsturz. Ich bin so glaube ich bereits im dritten Monat schwanger. Alfonso werkt viel herum, dass wir wenn das Kind da ist, unseren eigenen kleinen Wohlstand haben. Doch habe ich eine wichtige Bitte. Solltet ihr auf merkwürdige Werdegänge mancher Stoßen, oder die Möglichkeite haben die andren freigekommenen zu finden, so wünsche ich mir dass diesen wieder Gerechtigkeit wiederfährt. Ich bin mir sicher, dass sie davor vielleicht ein bodenständiges Leben führten, und dieses wiederzubekommen verdient haben.
Ich bleibe in Kontakt mit euch, solltet ihr weitere Informationen benötigen,

hochachtungs und respektvoll,

Clara Piermont


<.. Weitere Informationen benötigen? .. Oh ja. Das wollte sie. Von solch einem Ritual hatte sie noch nichts gehört und ihre Bücher gaben jenes Wissen nicht preis. Sie würde dieser Frau antworten, doch vorher galt es die Liste für den Aufbruch durchzugehen.>

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Deikan (12.08.2017), Amelie (15.08.2017)

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Dienstag, 15. August 2017, 09:47

Die Vorbereitungen für den Aufbruch des Ordens waren im vollen Gange. Hier spielten Erfahrungen der vergangenen Jahre eine nicht zu unterschätzende Rolle. Alte Listen wurden durchgegangen, auf denen sich all das notiert zeigte, was in durchgeführten Reisen wichtig gewesen und benötigt worden war. Karten wurden eingerollt, Zahnholz- und Pulver hergerichtet und Versorgungsmaterialien für Verletzungen zusammengestellt. Kleinere Dinge, die man vor Feuchtigkeit schützen musste, packte man in Schweinsblasen und Dosen aus einfachem Blech. Die Liste schien endlos, Luxusgüter gab es keine.

Mittlerweile waren der einstige Militärtribun Honesta und ihr Gemahl Augustus Renatus aus dem Hause Derrasa von ihrer langen Schiffsreise zurückgekehrt. Ohne Frage ließ die fratzenhaft entstellte Lehnsherrin ihre Tochter Jassillia und ihren Schwiegersohn Ignace zu sich rufen, auf dass sie sich erklären sollten, warum das Gemäuer so aussah, wie es sich bei ihrer Ankunft zeigte – rußgeschwärzt, die Fenster geborsten, die Luft noch zart des Leichengeruchs durchzogen. Dieses mal würde sie nicht für die Kosten aufkommen, eine unumstößliche Tatsache.

So nahm auch das normale Tagwerk seinen Lauf. Wulfgar und Dendu kümmerten sich um Wungrane, die junge Nord, die sich im Gemäuer selbst bewegte, als wäre sie dort seit Ewigkeiten zu Hause. Gerade der rothaarigen Wächterin, die innerhalb der Reihen dafür bekannt war, dass sie Schwächen, Lügen und im Vorhaben geplante Intrigen gnadenlos aufdeckte, stieß manch ein Verhalten bitter auf. Die erste Verwarnung hatte sie mittlerweile ausgesprochen, ließ sie nun aber Wulfgar den Vortritt als Mentor, um aus dem Hintergrund heraus zu beobachten. Sie selbst wurde durch den Hochmeister Udwin Eusebius für die körperliche Ertüchtigung der Nord eingeteilt.

Tage vergingen, bis auch die Bretonin Piermont das Gemäuer erreichen sollte. Jene, in den Anfängen der guten Hoffnung befindlichen Frau, die von den seltsamen Vergangenheiten ihres Mannes berichtete. Fragen, die ihr gestellt wurden, beantwortet sie unter Tränen und zitternder Hände, reichte offensichtlich schon die bildliche Vorstellung der Geschehnisse um Nerven blank zu legen. Wie so oft wollte man mehr erfahren, als mancher zu erzählen bereit war und das aus den unterschiedlichsten Gründen. Die Jagd auf die Verderbnis ließ nun mal kein Mitleid zu.

Tief in den Gemäuern aber schien eine Magd das alles nicht groß zu interessieren. Gefüllt des Tages mit Waschen, Kochen und Putzen, der Pflege des Gartens, wie dem Haltbarmachen von Lebensmitteln, betrachtete sie die Unterhosen der Recken und steckte durch manch ein Loch ihren Finger um abzuschätzen, ob sich das Flicken wahrlich lohne.
Jung mochte sie sein, das Weib des einhändigen Nord Thyir und Mutter des kleinen Mädchens Solveig, welches Freude daran hatte Hühner zu erschlagen und nein, keines jener Eierleger musste leiden. Ein totes Huhn aber hieß – gut zu essen.

Die Magd summte und sang derweil in ihrer Arbeit fröhlich ihre Lieder, die nicht immer auf Wohlgefallen stießen..

Hört hört, ihr liebe Leut, mal wieder ist es jetzt soweit.
♪ In Dolchsturz geht es wieder rund, jedweder tut sein` Meinung kund.

Der Adel zieht die Felle aus und trägt den Arsch zum Freudenhaus..
♪ auf dass der Frühling Früchte trage, das Weib verboten einer Frage ♪

Hebt hoch das Met und trinkt den Wein ♪ in jeder Gass` ein neues Schwein.

Ob dicker Ring, ob fettem Wams, gefressen wird, ♪ ob Ochs ob Gans,
der Pöbel aber hungern muss, es stinkt zum Himmel, mit Verdruss.

Der Dunmer, der wird mitgenommen und von dem Orc von vorn genommen.
Von hinten ist ein Altmer dran, der Nord hängt bunte Kugeln dran ♪

♪ So feiert, trinkt und lebt man hier, hebt hoch den Wein und trinkt das Bier.
Und wem`s nicht passt, der darf gern geh`n, wir wünschen ihm kein Wiederseh`n

♪ Hört hört, ihr liebe Leut, mal wieder ist es jetzt soweit. ♪
In Dolchsturz da geht es rund, jedweder tut sein` Meinung kund.


So verwundete es nicht, dass man die Ordensmeisterin oftmals hören rief... „EODAINE! BEI DEN GÖTTERN!“

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Samstag, 19. August 2017, 11:11



Wie Träume genährt werden..

Hin und wieder schien es recht ruhig im Anwesen. An manchen Tagen aber glich es einem Taubenschlag.
So sollten am gestrigen Abend erneut drei Personen nacheinander und unabhängig voneinander um Einlass bitten. Zwei jener waren fremd und unbekannt, den Argonier kannte man flüchtig aus dem Miteinander mit der Baronie Normanier.
Für einen kurzen Moment flammten alte Begebenheiten um Cedran auf, Gerüchte, Vermutungen, Annahmen, die die Ordensmeisterin nicht hören wollte, schien sie ohnehin kein Freund von Gerüchten, die man offensichtlich unter dem Deckmantel der Verschwiegenheit gehalten hatte. Warum alte Feuer neu entfachen?
Etwas aber störte sie. Das Verhalten Wungranes und das spätere Abwenden um mal _ eben zu beten_ , auch diese Wortwahl stieß ihr bitter auf, doch ließ sie die junge Nord zum Schrein gehen um sich ihrer Besinnung zu widmen.
Garimar zeigte sich interessiert am Orden und auch Kalef sprach solche Worte. An diesem Abend fehlte aber die Zeit um sich intensiver mit diesen Anliegen zu befassen. Der Dritte im Bunde, mit Namen Piermont, musste noch um fehlende Informationen befragt werden, hatte man erst vor wenigen Tagen erneut von Folter und dem Spaß am Morden von Seiten dieser rot-berobten Dunmer erfahren. Letztlich kam man zu der Erkenntnis, dass die Priesterin die bessere Wahl wäre, um sich den Lücken der Erinnerung anzunehmen.
So saß man noch eine lange Zeit am Kaminfeuer, ehe es Zeit wurde, Gemächer und Schlafstätten aufzusuchen und während Igor und Eodaine sich um die Wildsau kümmerten, die Wulfgar und Wungrane erfolgreich hatten erlegen können, fand jemand die Ruhe eine Nachricht zu öffnen.
Zeit, einen weiteren Brief zu lesen..

Freunde,

Ich hoffe, es geht euch gut und ihr seid wohlbehalten im Anwesen. Sicherlich laufen schon die Vorbereitungen zur Reise. Wisst ihr mittlerweile, wohin es als erstes geht? Falls Euch dieser Brief überhaupt erreicht, Ich wollte Euch nur wissen lassen, dass ich wohlauf bin. Auf meinem Weg Richtung Falkenring bin ich auf so manchen gestoßen, der ebenfalls die Kunde vom drohenden Angriff bekam. Derzeit bin ich in Gesellschaft zweier der Kriegergilde, einigen Soldklingen und einer guten Handvoll Kämpfer des Paktes, vor allem Nord. Kurz bevor wir die Stadt erreichten, wurden wir überfallen von einer Gruppe des Reiks und ihren neuen Verbündeten, Minotauren. Die schrecklichen Bestien haben vier von uns erledigt, bevor wir den Angriff abwehren konnten. Auch nutzen sie wieder einmal ihre verderbte Magie, wenn auch anders als sonst, irgendwie. Wir lagern nun kurz vor der Stadt, etwas oberhalb, und bereiten uns darauf vor die eingeschlossenen Truppen im ersten Sonnenlicht morgen zu entsetzen. Wir hoffen, dass über Nacht noch einige zu uns stoßen werden. Wenn sie den Weg hierher überleben. Von unserem Standpunkt aus können wir sehen, dass das Reik sogar ein Mammut nutzt, um die Tore zu brechen. Hoffentlich halten sie bis zum Morgengrauen. Ich schreibe Euch das nächste Mal, wenn die Schlacht geschlagen ist.
Für Ruhm, für Ehre! Für Sovngarde!

A. Abendstern"


Folter, Tod und Sorge – Gedanken, die jener Leser mit in den Schlaf nahm. In diesen Tagen wurde man mit Informationen überhäuft, zusätzlich die Besorgnis um manch einen Recken wie Ascalia und Corentin und Weitere, noch immer als Verschollen geltende Ordensbrüder.
So verlief die kommende Nacht unruhig und alles andere als erholsam. Nach langer Zeit träumte man. Ein Traum, der längst Vergangenes neu erleben ließ..

Dort, wo Wahrheit und Mut miteinander verbunden werden, liegen die Geheimnisse der Gerechtigkeit.
Sie darf nicht gezügelt werden, denn sie leuchtet nicht auf in den Kriegsnebeln...

Jassillia

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Sonntag, 20. August 2017, 11:04



Das Drama von Dromduhn - Bilder der Nacht


Mit der Ankunft in Dromduhn setzte leichter Regen ein. Es war kein Ort des fröhlichen Ringelrein. Dieser Ort wirkte verwunschen wie umheimlich. Knorrige Äste alter Eichen vermochten einem das Gefühl geben, als würden sie jeden Moment zupacken. Ihr Blätterdach schien einer Kuppel gleich, um unerwünschtes Sonnenlicht fernzuhalten. So war es nicht verwunderlich, dass sich der Boden feucht und aufgeweicht zeigte. Moos haftete dem aufgeschichteten Feuerholz an, wie manch angefaultem Brett der Zäune, selbst die Fensternischen wurden von diesem Grün nicht verschont. Auffallend dunkel präsentierte es sich und nicht nur die Eichen strotzten dieser dunkelgrünen Kraft und Schönheit. Alles, was mit Wurzeln seinen Halt im Boden fand, wirkte mehr als gut gesättigt.
Vier Friedhöfe säumten dieses kleine Dorf, doch keines der vielen Gräber wirkte liebevoll gepflegt. Hier karrte man die Toten an ihre letzte Stätte, dass die Priester sich ihrer annehmen konnten. Einstige Lebende, verbannt, ungewollt, ungeliebt, gelyncht, geschändet.

Die Pilger der Geschwisterschaft erreichten ihr Ziel an einem jener Frühsommerabende, die mit erdrückender Schwüle ein Gewitter ankündigten. Ein Flüstern schien die Gläubigen zu begrüßen, ruheloser Seelen gleich auf langer Wanderschaft. Der Regen wurde stärker, doch galt es vorab die Rösser zu versorgen. Bis auf die Priester packte jeder mit an und so wurde das Wenige an Gepäck abgeladen und sich um die Tiere gekümmert.
Unwohlsein machte sich in der alten Matriarchin breit, erkannte nicht nur sie die beobachtenden Blicke mancher Dorfbewohner. Man wusste um die Pilger aus Dolchsturz. Schon vor Wochen hatte die Priesterschaft die Reisenden beim Ortsvorsteher angekündigt.
Etwas aber war heute anders. Anders als noch vor ein paar Jahren. Aufmerksam sah Jassillia in die Gesichter der Gestalten und es waren vorrangig Männer, die ihr hier begegneten. Junge wie Alte und ihre Blicke wirkten achtend, misstrauisch, auch verschwand manch einer hinter der Türe seines Hauses.
„Hmm, seltsam“, murmelte sie. Konstantin sah sie an. „Schwester, bitte nicht. Eure Skepsis in allen Ehren, aber seht nicht hinter jedem Stein das wahre Grauen, bitte.“ „Das gewiss nicht, aber ...“, sie winkte ab. Es war kein Unmut, der sich über seine Worte zeigte, denn mehr ein Feixen, welches die beiden wohl nicht lassen konnten. Er war älter, doch sie seine Mentorin und sie schmunzelte.
„Wie auch immer“, er deutete zum Himmel. „Wir sollten ins Gasthaus. Wir haben noch den Unterricht vorzubereiten.“ Hier widersprach sie nicht, denn Recht hatte er.

Mit der Zeit vernahm man das Aufschlagen vereinzelter Hagelkörner und auch den stärker werdenden Regen, der die bunte Fensterverglasung der Taverne von außen zu waschen begann, unendlich geweinten Tränen gleich. Das plötzliche Zuschlagen der ersten Fensterläden ließ manchen Rastenden zusammenzucken. Einige der Pilger sahen zu den Fenstern, andere wiederum ließen sich nicht stören und gönnten sich ein gutes Met oder einfach nur einen ungesüßten, bitteren Kräutertee. Hier und da begann man auch zu beten. Man unterhielt sich leise.
Gespräche die abrupt unterbrochen wurden. Ein einzelner Blitz, das aggressive Licht jener Entladung des Himmels, der gleichzeitig ohrenbetäubende Knall und das Reißen von berstendem Holz ließen nun doch jeden aufsehen.
Als wäre das noch nicht genug gewesen, vernahm man den gellenden Schrei einer Frau; einen Laut, der gurgelnd ein jähes Ende fand.
Schnell sprang man auf und eilte zum Eingang des Gastraumes. Der Regen peitschte den Männern und Frauen hart ins Gesicht, die Sicht ging nur wenige Meter weit. Man versuchte sich ein Bild zu machen, doch bis auf das Unwetter, welche dieses Dorf in seinen Krallen hatte, konnte man weiter nichts erkennen. Die ersten Brüder wollten schon nachsehen, doch wie und vor allem wo. Man wollte helfen und doch waren den Reisenden die Hände gebunden.
Die schnell gesprochenen und sich beratenden Worte verstummten nach einem weiteren, mit Panik erfülltem Klagen eines Weibes. Aus einem der Häuser war sie auf den Marktplatz geeilt und schrie mit sich überschlagender Stimme einen Namen. Worte, hysterisches Gejammer, wieder und wieder und lückenhaft in den Sturm gebrüllt, erzählten sie von einem Soldaten, der sich in den Stunden der schlimmsten Unwetter frisches Blut holen würde.
Einer der hinzugeeilten Bewohner des Dorfes versuchte die Frau zu beruhigen und so zerrte er sie in die Taverne. Völlig durchnässt und aufgelöst, zitternd am ganzen Leib, berichtete jene Frau, dass ihre Tochter schon längst von einem Besuch bei der Großmutter hätte zurück sein müssen. Das Wissen um das tobende Unwetter, welches das Gebälk der Taverne zum Stöhnen brachte, machte die Situation nicht unbedingt besser. All das war am Ende doch zu viel für sie. Übermannt der panischen Sorge um ihre Tochter sackte sie in den Armen des Helfenden ohnmächtig zusammen.
Ohne Hinweise auf den Verbleib der Tochter und unwissend um diesen seltsamen Soldaten war man auf weitere Männer und Frauen des kleinen Ortes angewiesen, um nur irgendwie helfen zu können. Das Verschwinden des Mädchens wie auch das abrupte Enden des gurgelnden Schreies ließen dem Vikar keine Ruhe. Trotz des schweren Wetters wollte er sie suchen lassen und da die Rede vom einem seltsamen Soldaten gewesen war, brachen einige Geschwister gerüstet und bewaffnet auf.
Der Vikar selbst aber wählte mit Demrion und Mantieca den Gang ins kleine Rathaus.
Hier erfuhr er, dass der Sohn des Schmied ebenfalls seit Stunden als vermisst gelte. Ein Lüstling, so hieß es. Mehr nebenbei erfuhr man aber auch, dass in den letzten Jahren unzählige Mädchen und Frauen verschwunden waren und das immer in den schlimmsten Nächten eines Unwetters, wie es heute tobte. Worte, die die Panik der Mutter nun erklärten. Im Willen hier Aufklärung zu schaffen, machten sich jene Drei ebenfalls auf den Weg. Ein Unterfangen, was schon jetzt zum Scheitern verurteilt schien, war es kaum möglich mit brennenden Fackeln in das Gehölz des dichten Waldes einzublicken. Abhilfe schaffte hier die Magie, Fluch und Segen zugleich, wie sich herausstellen sollte.

Es brauchte mehr als eine Stunde des Fußweges abseits der oft genutzten Pfade, ehe man durchnässt einen alten und gut versteckten Schuppen entdeckte. In dieser Gegend wohl eine gute Möglichkeit, sich ungesehen der Fleischeslust hinzugeben. Niemand wusste zu diesem Zeitpunkt, welches Drama sich in den folgenden Stunden abspielen würde.
Rufe blieben unbeantwortet und so betrat man mit Obacht die brachial geöffnete Scheuer. Konstantin konnte ja so herrlich direkt sein.

~ ~ ~

Das Wenige an Licht zeigte nur aufeinandergestapelte Kisten. Manches Holz wirkte trocken und manches feucht. Heu war in den Ecken des Schuppen zu sehen, Leinensäcke, Hufeisen und Haken, die von der Decke baumelten, ein teilweise undichtes Dach. Große Planen deckten Gerätschaften ab, ein Schuppen, wie man ihn eben kennt. Demrion begann auf Zusage des Vikars eine der nicht allzu großen Kisten zu öffnen. Abgestellt waren sie mitunter auf einem etwas höher angebrachten und massivem Holzregal. Er fand Werkzeuge, die eines Schmieds, mehr aber auch nicht.
Je mehr sich Demrion aber den anderen Kisten näherte, desto präsenter schien ein abartiger Gestank. Widerwärtig schlug er dem Bruder entgegen. Gewarnt begann er eine weitere Truhe aufzubrechen, dann noch eine und eine weitere..
Dann erstarrte er. Was er in jener erblickte und auch in den folgenden beiden, übertraf jede Abart daedrischer Schergen und ihrer Spielchen und dem, was man bisher erlebt hatte. Zum Teil tropfte eine stinkende Flüssigkeit auf den Boden. Dicke Fliegen stoben schwerfällig auf. Manche frisch Geschlüpften krabbelten am Gebälk des Schuppen entlang.

Nun gab es keinen Zweifel mehr und man wurde sich der schrecklichen Wahrheit gnadenlos bewusst, was zumindest mit einem Teil der Frauen geschehen war. Der Mörder hatte sich nicht einmal die Mühe gemacht, den einfachen aber zarten Schmuck zu entfernen. Eine der Truhen brachte auch jene zum Vorschein, die man gesucht hatte. Ein kleines Kettchen am Rumpf der jungen Frau zeigte den eingravierten Namen -Liliane-.
Der Anblick und der Gestank waren unerträglich. Sicher hatte man in den letzten Jahrzehnten schon vieles erlebt, doch hier machten zwei der Mägen einfach nicht mehr mit. Der Vikar und die Matriarchin mussten aus dem Schuppen raus und sich übergeben.

- 2 -

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Sonntag, 20. August 2017, 11:06

Es benötigte länger als die Dauer einer abgebrannten Stundenkerze, bis Konstantin und die Lehnsherrin zurück nach Dromduhn laufen konnten, um dem Ortsvorsteher von diesem Fund zu berichten, so auch jenen, die das Mädchen suchten. So viele Frauen waren in den letzten Jahrzehnten verschwunden und bis zum heutigen Tage nicht mehr aufgetaucht. Vielleicht war man mit der Zeit blind der Tatsache um Erzählungen des Soldaten geworden, der in den schlimmsten Wettern sein Unwesen treiben würde.
In dieser Nacht aber sollte sich eine ganz andere Wahrheit offenbaren und schon als man erneut im Rathaus ankam und die schreckliche Erkenntnis um gefundene Kisten und der gesuchten Liliane offen legte, zog es zwei Männer im unbemerkten Moment nach draußen. Sie verschwanden im Dunkel der Nacht. Der Dorfvorsteher und sein Vertreter machten sich, geschockt der Wahrheit, zur Scheune auf, an der Demrion noch immer wartete, alleine mit unzähligen Leichen und Skeletten junger Frauen, auf die unterschiedlichen Größen der Kisten angepasst.

Die Matriarchin und der Vikar sowie zwei weitere Männer der spärlich besetzten Wache suchten indes den Weg zum Haus des Schmiedes, welches sich von außen recht unscheinbar und schlicht präsentierte. Nachdem der Vikar mit seiner hämmernden Faust unmissverständlich klar gemacht hatte, dass man in dieses Haus will, öffnete ein dürres und ängstlich wirkendes Mütterchen die Türe.
Was sich innen zeigte, sprach die unmissverständliche Sprache des Geldes. Man vernahm einen lallenden Mann, der aus einem der oberen Zimmer brüllte „ MACH DIE TÜRE ZU, ALTE!.... EGAL WER ES IST... NICHT JETZT!“.
Das Mütterlein zitterte. Es zeigte sich die Angst vor ihrem eigenen Sohn. Doch für den Vikar und jene, die ihn geleiteten, gab es kein Halten mehr und so donnerte man harter und schneller Schritte nach oben. Der brachiale Schlag eines Streithammers traf die Türe hinter der ein feister Sack Gold zählte, Gold auf einer speckig glänzenden und fleckigen Lederschürze, die seinen fetten Schoß bedeckte. Strähniges, lange nicht mehr gewaschenes Haar umrahmte ein aufgedunsenes Gesicht und er stank nach Alkohol und Schweiß. So überrascht und nicht mehr Herr seiner Sinne wuchtete er sich schnaufend aus seinem Sessel. Das Gold prasselte zu Boden und auch die Schürze glitt hinab. Den Gürtel nur knapp zugezogen, quoll sein behaarter Bauch des Wohlstandes unter dem viel zu engen Hemd hervor. Für einen Moment wusste man nicht, welcher Anblick widerwärtiger war, jener des Mannes vor ihnen oder jener der Kisten, die man gefunden hatte.
Mantieca griff nach einem Buch. Etwas, was der Koloss verhindern wollte, doch schnell wurde er durch den Vikar zu Fall gebracht und so krachten geschätzte 320 Pfund Lebendgewicht zu Boden. Ein krankes und wahnwitziges Hirn, welches nur noch auf die Hand der Lehnsherrin starrte, die den ledernen Einband öffnete.

Schnell hatte sich im Dorf herum erzählt, was geschehen war und so spannte man Pferde an einen Karren um die Kisten aus der Scheune zu holen. Die ganze Nacht sollte dieses Unterfangen andauern.
Aus zehn wurden zwanzig....aus zwanzig wurden vierzig..und es schien kein Ende zu nehmen. Alte und neue Kisten, zum Teil trocken, zum Teil vermodert und alt. Das Grauen dieser Scheune zeigte sich in mannigfacher Form. Über sechzig Kisten waren es am Ende, die wie ein Mahnmal auf dem Marktplatz thronen sollten, gestapelt auf einem alten Zweiachser. Der Gestank war derart abartig, dass man das Grauen zu schmecken begann.
Jetzt brach der Schmerz der Trauer los. Manche Häuser zeigten sich plötzlich völlig abgedunkelt, Fensterläden wurden hart zugeschlagen. Männer, die noch vor wenigen Minuten aus dunklen Gassen zugesehen hatten, verschwanden im Schutz der Häuser, versteckt vor dem losbrechenden Schmerz jener, die ihr Liebstes verloren hatten, - immer dann, wenn ein Unwetter losgebrochen war. Ein der Schreie übertönendes Gewitter, überdeckt durch Hagel und Sturm. Immer dann hatte es geheißen, der unbekannte Soldat hat erneut zugeschlagen.

Weitere Wachen stürmten das Haus des Schmieds während Mantieca sich der Buchführung einer abartigen Wahrheit annahm und stoisch eine endlos lange Liste vorlas und der Hammer des Vikars auf das Gesäß des Schmieds nieder raste, ihn am Boden zu halten. Schmerzensschreie vermischten sich mit den vorgelesenen Namen von Männern aus Dromduhn und dem Preis für eine oder viele Nächte. Am Ende aber hatte sich jener den Frauen angenommen, der nun des Geistes krank zu lachen und zu schreien begann:
„ALLE HABE ICH SIE BEKOMMEN! ALLLE WIE SIE DA WAREN! MEIN GOLD! ES IST MEINS...NIE HABEN SIE MICH GEWOLLT...DOCH AM ENDE HABE ICH SIE ALLE BEKOMMEN“
Mantieca sah mit dem einen Auge zu diesem Mann hinunter und es war ein kalter, eisiger Blick. „Bringt ihn um“.
Das Buch reichte sie, nein...nicht an die Wachen, sondern an einen Bürger dieses Ortes.

~ ~ ~

Auf dem Marktplatz begannen derweil all diese Kisten unter dem mit Schmerz erfüllten Singsang einiger Priester zu brennen. Ein Feuer der Erlösung, ein Feuer der Lügen, ein Feuer der Verluste um all diese Frauen. Mit brachialer Gewalt zerrte man junge Männer aus ihren Häusern, Türen wurden eingeschlagen, Fenster barsten. Jetzt kannte man ihre Namen und sie wurden in die Nacht gebrüllt. Jeder Name - ein Todesurteil.
In dunklen Gassen spielte sich ihr Schicksal in wahrlich grauenhafter Weise ab. Die Streiter der Pilgerreise konnten nichts mehr tun, und noch ehe manch eine Wache diese Männer hätten zum Gericht führen können, richteten leidgeplagte Dorfbewohner selbst und das mit eiserner und brutaler Härte.

Das etwas abgelegene Haus des Schmieds zeigte sich in den frühen Morgenstunden in geschmolzenem Gold des Todes. Nichts, was mehr übrig geblieben war. Man musste nicht hinterfragen, warum Feuer sich nahmen wozu sie bestimmt waren, nährte man sie mit unendlicher Wut.
Der Dorfvorsteher, ein ab dieser Nacht gebrochener Mann, wissend nun um jene Liste der ach so ehrenwerten Gesellschaft, die am Ende keine war.
Der Wirt kümmerte sich um das alte Mütterlein und brachte sie in eines der oben gelegenen Zimmer des Gasthauses. Sie sollte die Nacht nicht überleben und nie sollte herauskommen, warum.

Das Drama um Dromduhn und die Legende des unbekannten Soldaten hatte ein Ende gefunden. Der Ort selbst wurde nach diesem Vorfall verlassen und letztendlich von der Karte gewischt.

Einen aber hatte man nie gefunden, den Sohn des Schmieds.

~ ~ ~


< . . schweißgebadet wachte der Träumer auf . . >

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Samstag, 26. August 2017, 10:49



Momentaufnahmen aus der Feder des Waffenmeister

Regungslos stand der Waffenmeister vor dem Zimmer seiner Jüngsten und beobachtete sie, wie sie sorglos spielte, mal mit ihrem Lieblingsstoffbären, mal mit dem Holzschwert dass ihr einst ihr großer Bruder geschnitzt hatte. Der Anblick rief ein sachtes dauerhaftes Lächeln auf seinem Gesicht hervor, genoss er diese Unschuld, frei von Sorgen oder anderem. Sie ließ die Welt Welt sein, für die Kleine gab es nur den Augenblick und nichts anderes und jedesmal strahlte sie, wenn sie ihren Vater, Eodaine, ihren Bruder, die Matriarchin, Euphenia oder Jassilia und Ignace sah. Eine Seele, rein und ungeschunden vergangener Kriege, Schlachten oder anderen Konflikten. Er hatte genau diese Zeit bei Farian und Alicia verpasst und das wollte er bei Avantera um keinen Preis der Welt.
Die Wachen, die den Waffenmeister sahen, konnten tatsächlich so etwas wie Sanftmut spüren im Gegensatz zur sonst so rauen Schale des Waffenmeisters.

Farian indes war damit beschäftigt alles Wichtige zusammen zu packen was er für die lange Reise brauchte. Hin und wieder konnte man hören wie aus seinem Zimmer Unmut über die bevorstehende Schiffsreise kam, hasste er kaum etwas so sehr wie das Geschaukel einer Seefahrt, doch da musste er durch. Er wirkte nur dezent ernster als sonst, nachdem sein Vater ihm eröffnet hatte, dass er auf der Reise die Stelle seines Vaters einnehmen sollte.
Immerhin, lernen musste er es als zukünftige Nummer Zwei im Haus, da führte kein Weg dran vorbei, doch er wollte es so gut machen, wie es ihm möglich war. Alicia indes traf die letzten Vorkehrungen um zur Magiergilde zurückzukehren, näherte sich Ihre Zeit abseits der Lehren doch so langsam ihrem Ende und es wurde Zeit sich auf bevorstehende Prüfungen vorzubereiten. Eines Tages würde sie zum Haus und zum Orden zurückkehren und das als voll ausgebildete Magierin, dorthin wo sie stets ein Zuhause und Familie hatte.
Allerdings betrachtete sie ihren Vater meist eher mit sorgenvollem Gesicht, nichts am Waffenmeister fiel auf, doch sie hatte das Gefühl, dass seine Augen manches mal von Qualen und Selbstzweifeln kündeten auch wenn es nur ein flüchtiger Moment war. Nie hatte er ihr oder Farian gegenüber durchblicken lassen wie es ihm ging und was er in seinem Leben alles erlebt hatte. Natürlich, man kannte Geschichten und hatte selbst einiges davon miterlebt, doch gab es noch immer Geheimnisse im Leben ihres Vaters von denen sie keine Ahnung hatte und sie wusste, dass es nichts bringen würde ihn zu fragen, also nahm sie es stillschweigend hin.

So gingen die Tage dahin und man verbrachte einige Abendstunden zusammen, doch langsam war die Zeit des Abschieds gekommen...

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Montag, 28. August 2017, 08:19



Spinnen und ihre Netze

Mit großem Interesse mochte Ignace der Präsentation der Dwemerspinne gelauscht und zugesehen haben, wusste sein Weib um seine Vorliebe für solche Konstrukte der Dwemer und so hatte sie ihm diese Reise vorgeschlagen. Sie selbst hatte jedoch ein ganz anderes Ziel verfolgt. Nach den Worten ihres Freundes und Glaubensbruder Corentin, interessierte sie sich mehr für die Dunmer, von denen er in seinen Briefen gesprochen hatte. Hier wollte sie sich selbst ein Bild machen und sie wurde nicht enttäuscht. Mit Verwunderung erblickte sie mehr jenes Volkes, als sie damit gerechnet hatte und sie beobachtete genau. Manch ein Verhalten ließ sie innerlich schmunzeln und manches achtsam werden.
Dass sie nach dem Vortrag die mögliche Gefahr einer solch öffentlichen Präsentation ansprach - zumindest die eigenen Recken wunderte es nicht. Zu viele Fragen waren ihr unbeantwortet geblieben und für sie gab es zu viel von Denken, Vermuten und Zweifeln. Dass solch ein Wissen auch in die Hände daedrischer Schergen fallen konnte, eine unausgesprochene Möglichkeit, die sie an diesem Abend für sich behalten hatte, doch sie würde dran bleiben, waren laut den Rednern weitere Vorträge vorgesehen. Das Gespräch mit ihrem Gemahl und diesem al-Rashid kam ihr in diesem Bezug wohl mehr als recht.

So kehrte man nach Kreuzgrat zurück um sich den Vorbereitungen für die Reise nach Nordspitz zu widmen. Lieferungen an Nahrungsmitteln erreichten durch das Handelshaus des Blauen Hirschen das Gemäuer, wie auch weitere neue potenzielle Ordensreiter, die nach langen und intensiven Gesprächen in die Reihen aufgenommen wurden. Hier würde die kommende Zeit zeigen, ob sie sich wahrlich bewähren. Nach jahrzehnterlanger Erfahrung wusste man, dass nach großen Worten nicht immer große Taten folgten, doch gab man jedem, nun ja, fast jedem die Möglichkeit den Weg im Orden einzuschlagen.

Eines stand aber fest. Die kommende Zeit würde gewiss interessant werden und vor allem eines – eisig. Windhelm war nicht für angenehme Temperaturen bekannt, demnach wurden wärmende Umhänge aus den Kisten entnommen wie Felle um jener Kälte zu trotzen. Abgenommen vom Gelieger der Pferde wurden auch die Insignien des Bündnisses. Man würde im Namen der Götter reiten. Nicht mehr und nicht weniger.

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Freitag, 1. September 2017, 16:28



Zwei Karren, Pferde, Vorräte.
Mit jeder Stunde der Vorbereitung wurde mehr auf die Einachser gepackt. Gerauchtes Fleisch, fetter goldgelber Käse, Schokolade wie Brot, welches man später besser nur noch eingeweicht genießen sollte, wollte man nicht Gefahr laufen, seine Beißerchen zu verlieren. Felle wurden gerollt, gewalkte Decken in irgendwelche Lücken gestopft - Kisten mit Versorgungsgüter um bei möglichen Verletzungen handeln zu können. Fackeln, Öl, Kerzen und Material für die Schmiede wurde herangetragen und verstaut. Was gab es nicht alles, auf was man achten musste. Die Liste an Kleinkram schien endlos, auch an die Pflege der Rösser musste gedacht werden.

Ein Teil der Ordensreiter freute sich auf bevorstehende Reise, ein anderer wiederum dachte mit trockener Kehle an Dünung wie gewaltige Brecher. Es gab nichts, was einem nicht begegnen konnte. Gebete, vielleicht würden ja besänftigende Gebete helfen, dass man nicht zum Spielball göttlicher Langeweile werden würde. Hin und wieder hatten auch die Götter sicher ihre Freude daran ihre Diener küb..nein, lassen wir das. Es würde schon gut gehen.
So galt es auch entsprechende Aufgaben an die Recken zu verteilen.

Wie würde sich Kalef als neuer Späher machen, wie Ettarius als Taktiker. Konnte man sich dieses mal auf Demrion verlassen und welche Vorgehensweise wohnte in Secundus? Würde diese Händlerin Deikan sich an das Verbot halten, nicht an möglichen Kämpfen teilzunehmen? Garimar, ein junger Mann, welches Potenzial würde man wecken?
So viele Fragen und auch Gewissheit weitere Freunde betreffend. Abendstern lebte, Corentin schien es besser zu gehen. Ein gutes Omen, auch wenn noch nicht alle Verschollenen wieder aufgetaucht waren. Doch auch hier hegte man Hoffnung.

Wenige Stunden nur noch, bis es losgehen sollte. Vorerst aber galt es Shina, die verletzte Khajiit zu versorgen und wieder auf die Pfoten zu bringen. Ebenso galt es auszuwerten, was die alte Priesterin bei Piermont herausgefunden hatte.
24 mal würde die Stundenkerze noch leise klingeln, dann musste man bereit sein.

Also, Schluss der Worte und ran an die Arbeit!

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Samstag, 2. September 2017, 13:31

Bekanntes Chaos.
Der massive Holztisch der Ordensmeisterin zeigte sich über und über mit Karten, Papieren und Briefen wie Büchern bestückt. Zwei Becher mit Resten an Kaffee waren ineinandergestapelt, daneben ein Tintenfass, Schokolade, eine Feder und unzählige Kohlestücke. Die linke Hand im angegrauten Haar vergraben, notierte sie was über das Bärenbanner, von dem Kalef berichtet hatte. Eine potenzielle Gefahr? Vielleicht.
Die Türe stand offen und so war es für niemanden ein Geheimnis, dass die Klerikerin mal wieder im Wust an Unterlagen steckte. Auf dem Boden ein Bild aus Kindheitstagen - ein Dremora, dessen Füße und Krallen in gestrickten Socken und Handschuhen steckten, ein Mützchen auf dem Kopf und ja, diese Zusätze an kindlicher Zeichenkunst waren selbst gemalt. Verwirrend, seltsam.

So aber nahm sie einen weiteren Brief zur Hand und murmelnd las sie hörbar vor..

Werte Schwester,
ich hoffe dass mein Brief dich noch vor eurem Aufbruch erreichen wird.
Leider muss ich mitteilen, dass ich es wohl nicht rechtzeitig zurückschaffen werde und daher mein Wort nicht halten kann.
Es gab einige, ich nenne es mal Probleme, die dazu führten dass sich meine Erledigungen in die Länge ziehen, auch wenn es sich dabei nur um wenige Tage der Verzögerung handeln mag.
Dafür entschuldige ich mich, aber ich werde versuchen möglichst schnell die letzten Dinge zu bereinigen und zu dir und den anderen aufzuschließen, solltet ihr euch bis dahin bereits auf der Reise befinden.
Zur Zeit befinde ich mich noch in der Umgebung von Camlorn, also werde ich von dort aus einige Vorbereitungen treffen und mich auf den Weg machen. Das grobe Ziel der Reise ist ja soweit bekannt, also sollte es nicht allzu schwer werden den Tross aufzuspüren.

Auf baldiges Wiedersehen,
D. Venthras


Keine Regung ihrer Mimik, kein Seufzen - nichts. Nur ein Blick auf die Karte Tamriels. Ja, die Gute war nicht die Hellste in Sachen Geographie und da mussten oftmals solche Hilfsmittel her. Wen juckte es schon. Erneut ein Gemurmel und ein belederter Finger, der die verquerte Route abfuhr - Camlorn - Kreuzgrat - Nordspitz - Schiffsroute - Windhelm. So entnahm sie aus einem Stapel Pergament ein einzelnes Blatt und begann zu schreiben.

Stendarr segne Dich Demrion,
Du kannst Dir sicher vorstellen, dass mich Deine Worte nicht wirklich überraschten.
Ich nutze das Wenige an Zeit, da wir kurz vor dem Aufbruch stehen, um Dich zu informieren.
In einigen Stunden geht es Richtung Nordspitz, drei Tage werden wir wohl benötigen. Von dort geht es mit der Meeresperle nach Windhelm und von dort weiter. Hier kann ich Dir nun nichts Genaueres zu sagen, da mir die Lage der beiden überrannten Orte nicht bekannt ist. Es dürfte fraglich sein, ob Du das Schiff noch erreichst.
Sollten wir die erbetene Hilfe Wulfgars zum Erfolg bringen und es keinen Zusammenstoß mit dem Bärenbanner geben, dürften wir bis Ende des Monats wieder zurück sein.
Dein Sohn hält sich in dieser Zeit mit den anderen Kindern im Ordenshaus auf, da nicht alle Recken mit uns ziehen werden.
Sollten wir uns bis dahin nicht mehr sehen, verbleibe ich mit den besten Grüßen.

Schwester Jassillia


Wenig später verließ ein Reiter das Anwesen und brachte den Brief nach Kreuzgrat, auf dass er den Weg Richtung Camlorn finden sollte.

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Samstag, 9. September 2017, 14:44



Aufgebrochen waren so gut wie sämtliche Ordensreiter und Verbündete und es war schon ein seltsames Bild, eine doch recht kleine Frau zu sehen, die mitunter das Sagen hatte. Gut fünf Fuß hoch, mit 1,58m Höhe und Gefährten im Gepäck, die fast ausnahmslos alle größer und schwerer als sie waren - und ja, sicher auch gefährlicher als sie selbst.
Die Satteltaschen waren prall gefüllt wie auch die beiden Karren, auf die man das Wichtigste gepackt hatte, so auch eine verletzte Khajiit, die unter der Betreuung einer alten Priesterin und ihrer Novizin stand. So öffneten sich die Tore Richtung Kluftspitze.

Begrüßend prasselte der Nieselregen auf Rüstung und Gelieger der Tiere und ihrer Reiter. Pferde zeigten sich wie ein Guar und ein Senche-Löwe. Eine doch recht gemischte Truppe, die den Weg in den Norden suchte. Blitz und Donner, ein traditionsreiches Geleit des Ordens. Niemand erinnerte sich daran, dass es jemals anders gewesen war und erst als man das erste Lager errichtete hatte, öffneten sich die Wolkenvorhänge und Sterne waren zu sehen. Kaffee wurde gekocht und Speck, Käse und Brot gerichtet, dass sich die Mannen stärken konnten. Wungrane zeigte sich erschöpft des Rittes und irgendwie schien ihre Art in Bezug zu Pferden die Ordensmeisterin zu stören. So gab sie der Bitte Wungranes nach, laufen zu wollen. Ohja...sie würde laufen, soweit ihre Füße sie tragen und ganz sicher darüber hinaus. Hin und wieder konnte die Klerikerin wohl auch ein Biest sein.

Dass man zu nächtlicher Stunde Besuch von einer kleineren Nord bekam, nebst ihrem Hund Fussel - Zufall, Schicksal für die 24 Winter alte Frau? Vielleicht Fluch oder auch Segen. Die Zeit würde es zeigen. Vorerst aber ließ man sie sich ausruhen, bot man ihr im Gespräch auch an, ihr Vorhaben, andere zu schützen, im Orden zu beschreiten. Dieser Wunsch, zu oft hatte man ihn vernommen, doch nur selten hielten jene Worte, was man versprochen hatte. Der Weg zu dienen, war nun mal nicht einfach. Jassillia wunderte sich. Irgendwie kam ihr der Gedanke, dass Bretonen wohl kurz vor dem Aussterben standen, so selten, wie man einen derer zu Gesicht bekam. Hingegen schienen sich die Nord wie die Fliegen zu vermehren und selbst im Bündnis auffallend oft aufzutauchen. Eine stillschweigende Unterwanderung? Möglich wäre es.
Shina, die Khajiit war irgendwie süß. Man hatte hin und wieder das Bedürfnis, sie wie ein Kätzchen knuddeln zu wollen. Gedanken, die Jassillia recht schnell und mit einem Schmunzeln und einem immer wieder mahnenden Blick in Richtung Servan wegwischte. Sie mochte den Kerl, irgendwie. Irgendwie aber verfluchte sie ihn auch.
So brach ein erster Feiertag an, der dritte Tag des Herdfeuer. Geschichten bei Kerzenschein sollten folgen.


* * *

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Samstag, 9. September 2017, 14:58

Und es ging weiter..




Der Aufbruch vom ersten Lager aus geschah ohne weitere Zwischenfälle und so steuerte man karges Felsgestein an. Immer tiefer grub man sich in die geschichtsträchtigen Gefilde, die von Blutunholden berichteten.



Am zweiten Lager angekommen, zeigte sich innerhalb der Reisenden ein Miteinander und ein Verhalten, welches der Ordensmeisterin zum Teil bitter aufstieß. So ließ sie lautstark die Order vernehmen, dass sich alle am Feuer zu sammeln hatten. Erinnernd an das, in wessen Reihen sie sich befinden, wenn auch zum Teil als Mitreisende, begann ein großes Vorstellen sämtlicher Personen, ob dem Orden direkt angehörend oder nicht. So sollte niemand mehr unbekannt um Namen und Stellung wie Aufgaben sein. Ebenso appellierte sie an den Respekt untereinander und das mit doch deutlichen Worten. Sie untersagte vehement, Güter mit Absicht fallen zu lassen, wie respektloses Verhalten in jeglicher Form, ob durch Mimik oder Worte hervorgerufen.

Vorgestellt wurden sämtliche Mitreisenden mit Namen und Aufgabengebieten mit Nennung der Zugehörigkeit zum Orden oder als Verbündeter, wie neu Hinzugekommenen in Zeit der Bewährung. Unter Absprache mit Ettarius erhielt jeder eine zusätzliche Aufgabe. So nannte jeder seinen Namen und seine Aufgabe, wenn er denn schon eine zugeteilt bekommen hatte.

Farian Camas, Sohn des Waffenmeisters, Späher und in der Aufgabe den Waffenmeister zu vertreten, in Vorbereitung auf seine Zukunft

Alenaria Fenner, Novizin der Priesterin Maras Schwester Euphenia, hält die Lazarett-Leitung inne

Dendu, Späher, hält die Obacht über neue Recken und Verbündete wie Mitreisende

Thyvir, langjähriger Verbündeter des Ordens, agiert mit Dendu

Eodaine, Herrin über Blutwurst und Speck und mitstreitende Magierin

Ettarius, Kaiserliche, Taktikerin, Magierin

Vahngar Honesta, Sohn der Ordensmeisterin, auf dem Weg zur Schwertleite, Hundeführer und Späher

Alicia Muraille, Tochter des Magus Ignace Muraille, in Ausbildung zur Magierin

Udwin Eusebius, Hochmeister des Ordens, Diener Stendarr, der mit dem Hammer

Euphenia, Seelenheilerin und Priesterin der Mara

Demrion Venthras, Späher, Verbündeter

Wungrane, in Ausbildung mit noch offenem Ziel

Kalef, der alte Argonier, in Bewährungszeit, zur Zeit als Späher eingesetzt

Garimar, junger Ritter, Werdegang noch offen, noch in Bewährungszeit

Leonie Orleaux, junge Adelige in Ausbildung zu Benimm und Magie

Pladde, Nord, Koch und Schlächter, Versorgung

Wulfgar der Nord mit seinem neuen Hund Hastulf, loyaler Verbündeter

Servan, Schmiedemeister und Verbündeter, Lager-Leitung

Shina, die Khajiit, in der Genesungsphase, Werdegang und Zugehörigkeit noch offen

Ania, die kleine Nord mit Fussel, Werdegang und Zugehörigkeit noch offen




Zu später Stunde dann stärkte man sich nach dem Aufbau der Zelte mit einer heißen Fleischspeise und Brot, wie Kaffee, Tee und Wasser. Es war die Stunde der Geschichten angebrochen. Gebannt lauschte man Farian so auch später dem Schmied. Geschichten, die von mordenden Puppen und blutrünstigen wie intriganten Vampiren handelten.

* * *

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Samstag, 9. September 2017, 15:18

und weiter und weiter..




Noch ehe ein guter Schluck Kaffee die Kehle der Ordensmeisterin erreicht hatte, wurde sie von Servan an die Seite genommen, Ania sollte die beiden begleiten. Ein gutes Stück abseits des Lagers unterhielten sich die drei eine Weile, bis nur Servan und die Nord zurück zum Feuer kamen, Jassillia selbst blieb zurück, verdeckt durch die kleineren Felsen, die den Bachlauf säumten. Von dort aus vernahm man wenig später einen nur kurzen Schrei, wie ihn die größeren Fledermäuse hören lassen, sollte man sie abrupt am Fliegen hindern. "STENDARR! WARUM?!" ein kurzer Ausbruch angestrengter Stimmbänder.

* * *

Kurze Zeit später brach man die Zelte ab und lud Benötigtes wieder auf die Karren um sich Richtung Nordspitz aufzumachen. Die akribische Vorgehensweise der Vorbereitung und Planung für den letzten Abschnitt der Reise auf Land durch Ettarius, die mit Garimar an diesem Tag die Führung übernahm, brachte den Tross verspätet aber auch sicher zu den Docks an der Küste Kluftspitze. Ignace und Jassillia hatten sich im Vorfeld zu einigen Besorgungen und Erledigungen aufgemacht. Da jene beiden ohne Karren unterwegs waren, erreichten sie die Meeresperle noch vor dem Tross.

* * *

Nun offenbarte sich das Handelsschiff der Matriarchin Mantieca Honesta. Ein Dreimaster, auffallend gut in Schuss gehalten und ausschließlich mit Männern bestückt, die sich als erfahrene Seebären zeigten, mit dreckiger Lache und losem Mundwerk. Jeder einer trug einen Ring mit dem Siegel dreier Pferdeköpfe. Waffen sah man keine. In späteren Gesprächen wurde man gewahr, dass dieses Schiff durch einen genialen Schachzug, festgehalten in einem Lehensvertrag, in ihre Hände geraten war. Von der Vorbesitzerin Cunningham hatte man danach nichts mehr gehört. Die Güter der Karren wurden abgeladen, sie selbst an Land zurückgelassen. Sämtliche Tiere fanden wie die Güter unter Deck einen guten Platz. Nur ein Tier fehlte und das war der Guar "Frisst-in-Mengen" des Argonier Kalef.
Im Laderaum zeigten sich unter anderem massive aber auch leere Käfige, aus denen ein Ausbruch schier unmöglich schien. Kajüten wurden zugewiesen, Männer und Frauen getrennt und nur Paare fanden ein eigenes Reich. Gute Nasen konnten unterschiedlichste Gerüche wahrnehmen - Schweres Parfüm hinter verschlossenen Türen, wie Gewürze aus aller Herren Länder, Alkohol und Schweiß, und wohl auch mehr..

* * *

So verließ man den sicheren Hafen mit sich straffenden Segeln. Der Wind stand gut und auch der Himmel zeigte sich nur leicht bewölkt. Eine lange Reise nach Windhelm sollte beginnen und während Garimar an der Reeling hing und mit blassen Wangen die Fische fütterte, ließ Kalef es sich nicht nehmen, durch ein Seil gesichert, den Weg in die Fluten zu suchen. "Eine verrückte Truppe", murmelte die Ordensmeisterin mit einem Schmunzeln, ehe sie selbst müde unter Deck verschwand.
Dass Farian und der Hochmeister leichenblass ihre Mahlzeiten der See schenkten- es wurde zum gewohnten Bild.

* * *

Mitten in der Nacht zerriss plötzlich Gejohle und Gegröle die Stille der Nacht..



* * *


Letzte Einträge wurden vorgenommen, ehe man am Horizont Land erblickte.

Logbuch-Eintrag des Kapitäns:
Neunter Tag Herdfeuer
Endlich Wind.
Nach zwei Tagen 5-6 Knoten Fahrt volle Bramsegel, 25 Knoten
Keine Gefahr mehr vom Kurs abzuweichen
Bildung großer Wellen beginnt. Kämme brechen sich und hinterlassen größere weiße Schaumflächen
Etwas Gischt
Erreichen unser Ziel voraussichtlich heute Abend

Tagebuch-Eintrag der Ordensmeisterin:
Ordensreiter und Verbündete wohlauf, besonders Hochmeister, Garimar und Farian (seekrank)
Erwarten in Windhelm Informationen über das Vorgehen von Wulfgars Onkel und die derzeitige Lage
Einteilung der Recken nach Erhalt der Informationen
Das Miteinander gestaltet sich teilweise noch schwierig
Stendarrs Prüfungen dauern an, ich bete, dass ich auch jene erfolgreich bestehen werde
Habe zu wenig Schockolade eingepackt
Garimar unterstellte Kalef Menschen zu essen, hier liegt offensichtlich ein Missverständnis vor (hoffentlich)
Wir werden nicht gemeinsam nacktbaden!

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Sonntag, 10. September 2017, 11:58



Ankunft in Windhelm


Vor der Küste Windhelms ging die Meeresperle nach Tagen auf See endlich vor Anker. Eine wundervolle, klare wie eisige Luft begrüßte die Recken, die an der Reling standen und den Blick Richtung Land gerichtet hatten. Der angestrebte und wahrscheinlich über Tage andauernde Landgang wurde zum umfangreichen wie schwierigen Unterfangen. Nicht nur die Reiter und wichtigen Güter mussten vom Schiff runter, sondern auch die Pferde. Alleine dieses Vorhaben sollte Stunden andauern und ohne die Hilfe der erfahrenen Nord, wäre dieses kaum möglich gewesen. So teilte man sich auf und während manche Männer und Frauen beim Transport der Tiere und Waren halfen, schlossen sich andere nun Wulfgar an, der ab diesem Moment die Führung übernehmen sollte.
Ein erstes bekanntes Gesicht begrüßte den Orden und hier besonders Wungrane. Es war Thondaar, ein stattlicher Nord, den man in der Baronie Normanier einst kennengelernt hatte. Dass die Freude groß war, stand außer Frage.


Es sollte sich noch ein weiterer Nord mit Namen Korvak dazugesellen, wie eine Morgaine. Offensichtlich gehörten jene Drei zusammen. Wulfgar nahm sich dann der immer größer werdenden Gruppe an und führte sie durch Windhelm. Dass hier hin und wieder mal ein Schneeball flog, zeugte von der einfachen Freude am Schnee, der in lustig tänzelnden Flocken vom Himmel fiel und jene Stadt in einen traumhaften Anblick tauchte.


Mit Geduld und Stolz erklärte er manch ein Banner, führte an Stätten und Institutionen vorbei, bis man letztendlich die Taverne "Zum nüchternen Nord" erreichte. Natürlich schmunzelte man über diese Namensgebung.


Hier erwartete die Recken eine wundervoll behagliche Wärme und Gemütlichkeit. Die Feuer in den Kaminen knisterten und sprühten freche Funken. Es roch nach gut gebratenem Fleisch, fremden Gewürzen und Bier wie Hochprozentigem. Man fühlte sich einfach nur wohl und genau dieses spiegelte sich in den Gesichtern der Recken wieder.
Mit den Stunden füllte sich der Gastraum und es wurde laut, es wurde derb und es wurde frivol. Wie gut, dass sich die Ordensmeisterin zu diesem Zeitpunkt im oberen Stockwerk im Gespräch mit Wulfgar und Rotbart befand, galt es erste Informationen zu besprechen, die Donnerheim und Bjangard betrafen. Den Anblick entblößter wie prachtvoller Oberweite einer offensichtlichen Hure hätte sie kaum mit Wohlwollen begrüßt. Der Mann an ihrer Seite, stattlich und von der Statur her den Kampf gewohnt.
Eine weitere Person gesellte sich in die Runde, Herdis, eine Eiswölfin. Erste Gespräche mit Thondaar und Wungrane wurden geführt. So gab es niemanden, der an diesem Abend alleine sein sollte. Warum es aber spät in der Nacht und bei sternenklarem Himmel zum Faustkampf zwischen der scheinbaren Hure und Zoe kam? Es ging wohl um ein loses Mundwerk, welches es zu stopfen galt.

* * *

Erst in den frühen Morgenstunden fand wohl jeder den wohlverdienten Schlaf, aufgeteilt in zwei Gasthäusern, dem nüchternen Nord und dem kalten Mond. Ab morgen galt es sich auf die Weiterreise vorzubereiten. Zeit, um Windhelm genauer kennenzulernen und sich an die eisige Kälte zu gewöhnen.

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Freitag, 15. September 2017, 08:08



Missmut ~ Misstrauen ~ Machenschaften


Die Stimmung war angeheizt und hochbrisant. Selten hatte sich Jassillia so unwohl gefühlt wie in diesen Stunden. Alte Gefühle des Versagens krochen ihr die Kehle hinauf, die in den letzten Stunden viel zu wenig Nahrung gesehen hatte. Abgesehen davon hasste sie diesen stetig aufflammende Ärger, so auch dieses Missverstehen zwischen Ettarius und ihr. Als sie sich in den letzten Stunden in Windhelm in ihr Zimmer zurück zog, fiel ihr Blick auf ihre Waffe, ein uraltes Erbe, welches sie vor ungeahnte Prüfungen stellte, wie wohl auch Stendarr selbst. Viel hatte sie schon erlebt und doch schien diese Lage fremd und unbekannt. Es brauchte lange, bis sie in einen unruhigen Schlaf fand. Etwas würde passieren, das war das Letzte an das sie dachte, ehe sich die Lider senkten.

* * *

Am frühen Morgen dann wurden die Pferde vorbereitet. Felle und Planen eng zusammengerollt und für die jeweiligen Tiere passend an die Seite gelegt. Eodaine hatte jedem eine ordentliche Ration an Essen für mehrere Tage zusammengepackt. Schockolade, fetter gerauchter Speck wie Käse und Trockenbrot waren darin zu finden, wie Datteln, sättigend und energiereich. Jene sollten eine Notration darstellen, sollte man unerwartet getrennt werden. Auf den Lasttieren fanden größere Fleischstücke wie Hülsenfrüchte Platz, die an den Feuern zubereitet werden konnten. Eodaine, eine erfahrene Frau in dieser Hinsicht, wusste sie nach jahrelanger Versorgung doch genau, was die Männer und Frauen benötigten. Fennar kümmerte sich um die medizinischen Güter, sollte man verletzt werden oder die Kälte manche Haut rissig werden lassen. Ein Großteil machte auch das Futter für die Tiere aus. Hier konnten sie nicht einfach den Kopf senken um sich an grünem Gras zu laben.
Welch ein wahnwitziges, gefährliches wie kostspieliges Unterfangen und wieder hieß es Gerüchten nach, dass es möglicherweise um Totenbeschwörer oder Daedra ging. Das Unwissen darüber aber machte die Ordensmeisterin nervös. Auf fremden Grund und Boden und sozusagen als Gast, hieß es zusätzlich noch auf ganz andere Dinge zu achten. Die Nord konnten hier recht schnell einen kurzen Prozess machen, stand man mittlerweile schon von höherer Stelle unter Beobachtung. Beobachtend agierte auch Dendu, hatte sie immer wieder einen Nord gesichtet, der sich auffallend oft in der Nähe des Ordens aufhielt.
Mit wachem Auge beobachtete sie auch die unzähligen Männer und Frauen, die sich um den Eiswolf Thondaar sammelten. Wer dieser Kaiserliche mit Namen Aurelian war, das hatte sie noch nicht herausfinden können.

* * *

Später ging es um die Zuweisung der Reiter und wie jeher wurden die Späher aufgeteilt, zum Teil weit abseits des Trosses zu achten, die Gerüsteten sollten sich an den Flanken, wie am Kopf und am Ende der Gruppe postieren und die weichen Ziele wie auch zwei Schützen mittig reiten und die Lastpferde mit an die Zügel nehmen. Garimar sollte heute mit am Kopf der Truppe reiten, Ettarius wurde zum Schutz der Jüngeren abgestellt. Heute übernahm ihr Gemahl diese Einteilung, während Jassillia sich selbst noch einer stillen Besinnung hingab. Dass dieses mal auffallend viele Frauen diese Reise antraten, Fluch..oder Segen?

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Freitag, 15. September 2017, 08:22



Aufzeichnungen des Magus Muraille


Schon der Aufbruch zeigte, dass man nicht mit idealen Reisebedingungen zu rechnen hatte und so gab es stürmische Winde, welche den Schnee durch die Gegend peitschten, jedoch zu diesem Zeitpunkt noch nicht in einem Ausmaße, dass der Aufbruch hätte verschoben werden müssen. Dies geschah erst, als sie Windhelm seit etwa einer...oder vielleicht auch zwei Stunden verlassen hatten. Der Wind wie auch der Schneefall nahmen zu und als sie auf Höhe der Ruine einer alten nordischen Feste waren, war die Sichtweite nach und nach zurückgegangen, bis man nichtmals mehr eine Brücke in direkter Nähe wirklich erkennen konnte. Eine Möglichkeit einen schnellen Unterstand zu finden gab es nicht und so entschied man zunächst umzukehren um den Weg über das Landesinnere zu wählen.

Diese Möglichkeit wurde ihnen jedoch recht schnell verwehrt. Es zeigte sich, dass sich neben dem Schneesturm auch ein Gewitter über die Gegend gelegt hatte, welches....etwas zu genau die Felsen in ihrem Rücken traf, als dass es reiner Zufall sein konnte und so wurde es offensichtlich, das man bereits jetzt den ersten Feindkontakt hatte. Ob dieser jedoch zu Wulfgars Onkel gehörte, oder ob es schlicht ein Einzeltäter war, konnte nicht bestimmt werden. Erschreckend jedoch war die Macht des Wirkers. Nicht nur, dass er diesen Sturm immer weiter anheizte, vermochte er es sogar auf diese Entfernung und nur mithilfe eines Artefaktes, welches ihm die Sicht ermöglichte, aus großer Entfernung die Blitze punktgenau in Felsen und Bäume zu jagen.
Während sich der Magus also diesem Problem annahm, kümmerten sich Ettarius und Alicia darum einen Fluchtweg in Richtung Süden zu stabilisieren. Man würde über trügerische Eisschollen reiten müssen, etwas, das eigentlich vermieden werden sollte.

Nach der Deaktivierung des Artefaktes vermochte der Sturm auch nicht länger eine Gefahr zu sein und man ritt eilends nach Süden um die Feste Amol noch vor Einbruch der Nacht zu erreichen. Auf dem Wege traf man eine weitere Magierin, welche dem Orden äußerst misstrauisch begegnete. Es galt diese Person wohl bei weiteren Begegnungen zu beobachten.
Grobes Fehlverhalten zeigte sich innerhalb des Trosses nur bei Wungrane, welche verschiedene Möglichkeiten nutzte um vom Ross zu steigen, während man auf die Späher wartete, oder mitten im Schneesturm den Tross verlies, ohne dies anzugeben um sich in Deckung zu begeben. Man kann wohl von Glück sagen, dass bei den Witterungsverhältnissen und dem feindlichen Wirken keine Suchaktion gestartet werden musste.

In dem Umland der Feste Amol hatte man schließlich auch Morgaine wiedergetroffen, welche andeutete, das Thondaar und der Rest der Nordreisegruppe bereits eingetroffen seien. Man hat wohl mehr Zeit durch den Schneesturm verloren, als man zuvor dachte. Ebenso konnte dort die erste Gruppe der Männer von Donnerheim angetroffen werden.

Gedanken Garimars


Tief in der Nacht spürte Garimar die Wirkung des Tees noch immer. Er war hellwach und grübelte über das, was da wohl noch kommen würde. Ein Magier, der Ihnen aus der Ferne einen Wirbelsturm mit Blitzen entgegensandte? Wulfgar war sichtlich genauso überrascht, wie wir alle. Ob er überhaupt weiß gegen wen dieser Kampf führen würde? Und wer war diese Morgaine? Niemand kannte sie wirklich und doch tauchte sie immer wieder wie aus dem Nichts auf. Das gefiel ihm überhaupt nicht.

Aber mit wem sollte er darüber sprechen? Wem konnte er schon so weit vertrauen, um seine wichtigste Frage zu stellen? Ania vielleicht, aber sie konnte sie ihm sicher nicht beantworten; sie war ja so ein Frischling wie er im Orden. Diesem Mr. Muraille? Sicherlich nicht und seiner Frau? Aus ihr wurde er auch noch nicht schlau. Sie schien ihm stolz und loyal. Loyal aber wem genau gegenüber konnte er noch nicht sagen. Auch Arthei’Yaras Worte hallten ihm noch im Ohr. War sie nur paranoid oder spürte sie etwas Reales?

Die vielen Fragen trieben Garimar letztlich aus dem warmen Lager in die Kälte der Nacht. Die Kälte erfrischte ihn noch mehr und so beschloss er sich leise aus dem Lager zu entfernen und in der Nähe des Flusses sich ein wenig die Füße zu vertreten. Den Sonnenaufgang noch von der anderen Flussseite betrachtend, machte er sich letztlich nun doch sehr müde auf den Rückweg zum Lager.

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20

Samstag, 23. September 2017, 16:51

Momentaufnahmen aus der Feder von Ordensreitern und Verbündeten ~ Feinden?




Zoe

Undo this storm
Undo this storm
Undo this storm and wait
I can't control withering wonders
Flowers that lose their shape

I lie awake and watch it all
It feels like thousand eyes
I lie awake and watch it all
It feels like thousand eyes


I'll be the calm
I will be quiet
Stripped to the bone, I wait
No, I'll be a stone, I'll be the hunter
A tower that casts a shade

I lie awake and watch it all
It feels like thousand eyes
I lie awake and watch it all
It feels like thousand eyes
I lie awake and watch it all
It feels like thousand eyes

I am the storm
I am the storm
I am the storm
So wait



Seit Jahrzehnten ging er in diesen Gefilden seiner Jagd nach und doch hatte er so etwas, wie er jetzt durch die Zweige des niedrigen Buschwerkes am Rande des kleinen Wäldchens erspähte, noch nie gesehen. Seine Frau Svea hatte ihm erzählt, Björn hätte erzählt sein Sohn hätte hier beim Angeln einen Bock von stattlicher Größe am Flusslauf trinken sehen. Jetzt verfluchte er sich selbst, sich so spät am Abend noch drängen zu lassen haben, diesen Bock zu suchen. Törichter alter Mann der er war. Jetzt saß er im Zwielicht des schwindenden Tages und starrte auf eine Szenerie, die ihn vor Faszination fesselte und dabei blanken Horror in ihm auslöste.

Die Frau stand inmitten der verwitterten und bemoosten Steine, die in den Herzern der Dorfbewohnern immer schon ein nicht greifbares Gefühl der Angst gepflanzt hatte. Doch jetzt wurde er Zeuge ihres wahren Nutzens. Die in bläulicher Farbe leuchtenden Runen hatten das Moos weg gebrannt, das sie überdeckt hatte. In der Einmuldung, in die so manches Kind sich als Mutprobe hatte gesetzt, sah er ein viel Rauch abgebendes Feuer brennen. Es roch nach Weihrauch und Lavendel. Und Blut.

Er wollte gar nicht erst Vermutungen anstellen, was die verkümmerten, felligen Bündel waren, die dort auf dem Altar - denn das war der Sinn der Steingruppe mit der Einmuldung, wie er jetzt erkennen musste - links und rechts neben dem Feuer abgelegt waren. Der Stein und das Moos dort waren dunkel verfärbt. Er war froh, dass die frühe Nacht nicht mehr offenbarte.

Doch am schlimmsten war die Frau. Sie stand dort, die Hände gen Himmel erhoben. Ein rhythmischer, bedrohlich klingender Singsang, der aus tiefster Brust kommen zu schien, erklang von ihr. Er konnte weder Worte noch wirkliche Melodie heraus hören, doch dem Gesang zu lauschen reichte, ihm das Blut in den Adern gefrieren zu lassen. Um sie herum, von den Runen aus, stiegen Blitze zu ihrem Körper, die dort entlang nach oben durch die Arme in ein Gebilde aus schwarzen Wolken zuckten. Geräuschlos, vollkommen geräuschlos. Als würde man ein Gewitter ohne Donner und Wind beobachten. Doch Wind musste es geben, denn die Kleidung, eine lange Robe in hellen Farben, wehte und zerrte an deren Körper, als würde es um sie herum tosen und brausen.
Irgendetwas schien sich dabei vor ihr, im Schatten der Wolken und durch ihren Körper verdeckt, zu materialisieren.

Er wusste um seine Torheit und schalt sich einen alten Narren, doch Neugier obsiegte über Angst. Und so schob er sich weiter im Unterholz entlang, näher an die Frau. Er musste einfach sehen, er musste einfach wissen, was da passierte. Und dann den Rest des Dorfes holen, ja, das wäre ein guter Plan. Sie würden allesamt zurück kommen, Björn, Hrulfin, seine Frau Svea, der Paktsoldat Svongar, und dann würden sie diesem unheiligen Treiben ein Ende bereiten.

Sie hörte das Knacken des Unterholzes, noch bevor er einen Schritt getan hatte. So gut er als Jäger sein mochte, so schlecht war er für die geschärften Sinne, die sie in einem Ritual wie diesem erlangte. Ein Lächeln umspannte ihre Mundwinkel, ein boshaftes, grausiges Lächeln. Würde ihre Göttin also doch etwas mehr als nur Wild bekommen. Langsam hob sie den Gesang an, zu einem tosenden Orkan an Lauten, die Blitze zuckten aus ihrer Hand in die Wolken und von dort in die Runen zurück. Dann verstummte sie.

Er hielt den Atem an, als der Zweig knackte. Doch sie schien sich nur mehr hinein zu steigern. Puh. Er atmete leise aus. Tor! Schimpfte er sich in Gedanken, ehe er dem lauter werdenden Gesang lauschte. Als sie dann verstummte und die Blitze erstarben, da weitete er die Augen. Pures Entsetzen ergriff ihn, als die Frau den Rücken durchbeugte und ihre Haare nach unten hingen. Ihre Augen, erst geschlossen, öffneten sich abrupt und sahen ihn an. Weiß, sie waren vollkommen weiß.

Er schrie, doch der Laut erstarb in seiner Kehle. Beim Aufstemmen zur Flucht rutschte er aus, die Hand am scharfen Stein aufschlitzend. Er bemerkte den Schmerz garnicht. Er konnte nur auf den schwarzen Rauch blicken, der auf ihn zu raste und seine Schreie erstickte.

* * *


Spät nachts löste sie sich vom Feuer und trat in den Schatten eines Baumes. Sie mochte das Gefühl zu frieren nicht, doch wollte sie gerade nicht auf sich aufmerksam machen, indem sie etwas zauberte. Den Blick gen der Monde gerichtet dachte sie nach.

Über die Krähen und ihre Attacke. Es erinnerte sie an früher, als sie gezielt Jagd gemacht hatte auf die Vetteln des Reiks und die Hexen der Wälder Tamriels. Immer auf der Suche nach mehr Wissen, mehr Macht. Sie gluckste kurz auf, als sie in diesen Erinnerungen schwelgte. Doch zurück zur jetzigen Situation. Irgendetwas stimmte nicht.
Die Krähen waren offensichtlich magischer Natur gesteuert worden, doch hatte weder sie noch einer der anderen Magier einen Hinweis oder eine magische Spur finden können. Das ärgerte und verwirrte sie. Noch war sie sich nicht ganz im Klaren, wie dieses Rätsel zu lösen war. Eines jedoch wusste sie. Ihr Gegner würde spaßig werden.

Genauso spaßig wie das störrische Kind, diese Wungrane. Ob die wusste, wie sehr sie zu ihrem Amüsement beitrug? Sie war noch so grün hinter den Ohren...aber das konte sie ihr verzeihen. Nur die störrische, naive Art war lästig. Aber eben auch erheiternd.
Dagegen machten ihr die Nord schon mehr Sorgen. Die Nord, die seit Windhelm immer wieder in auffälliger Weise später zum Tross stießen, oder schon an bestimmten Orten auf sie warteten. Diese Mograine, deren Art sich von Windhelm bis Amol um eine ganze Drehung gewendet hatte. Sie hatte versucht, durch Provokation etwas heraus zu finden, war aber nicht erfolgreich gewesen.
Dann dieser Thondaar und Korvak, der eine kam nur spätnachts und aus anderer Richtung zum Lager, der andere wanderte irgendwo nebenher, laut Thondaars Aussage. Ihr kam das alles seltsam vor. Auch diese Axt. Untergegangener Orden, Henkersbeil....all das stimmte sie misstrauisch. Sie würde ein genaues Auge auf die Nord haben. Und im Notfall einen Zauber in der Hinterhand.
Die Ordensmeisterin wiederum hatte sich etwas ihres Respektes erarbeitet, indem sie auf ihren Namen hinwies. Hätte sie selbst das übernommen, wäre dem Nord wesentlich Zornigeres passiert.

Ihre Gedanken schweiften noch eine Weile, ehe sie wieder ins Lager zurück ging.

* * *

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