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Samstag, 28. April 2018, 04:54

Nadris Seniith - In Flammen geboren, In Asche begraben

Es galt keine Zeit zu verlieren. Naralval versuchte seine Augen vor der starken Hitze der Flammen zu schützen, die leidenschaftlich sein Haus verschlingen und versuchte sich durch die dichte Mauer aus Schaulustigen zu drängen. Bei seiner muskulösen Statur sollte dies ihm keine Probleme bereiten und so erreichte er die Helfer, die eilig Wassereimer in einer langen Kette nacheinander zu den löschenden Mer an der Spitze der Kette reichten. Naralval drängelte sich auch durch dieses Hindernis durch, in dem er ohne zu stoppen durch die Kette lief und sie somit zerbrach, was empörte und verärgerte Flüche mit sich brachte, da auch der ein oder andere Wassereimer deren Inhalt auf den Boden verschüttete. Aber Naralval stürmte weiter vor und riss sich von greifenden Händen frei, die ihn von seinem waghalsigen Vorhaben abhalten wollten.

Kaum war er an der bereits verkohlten Haustür angekommen, gaben die tragenden Balken des Hausdaches nach und fielen in sich zusammen. Sie stürzten in das Hausinnere und wirbelten Glut und Hitze auf, die dem Dunmer in das Gesicht schlugen. Er weichte instinktiv zurück, machte dann aber noch drei weitere Schritte zurück. Er stürmte wieder voran, und im vollem Lauf mit der Schulter vorraus durchbrach er die bereits geschwächte hölzerne Tür und stolperte in das Innere seines Hauses. Kurz darauf gaben weitere tragende Balken nach und versiegelten den geschaffenen Eingang wieder.

Die Hitze wurde noch unerträglicher. Der Mer hielt sich die Hand vor dem Mund und kniff die Augen zu. Innerlich fluchte er über seine Dummheit. Er würde schon bald an mangelnden Sauerstoff ersticken oder bei lebendigen Leibe verbrannt werden. Aber er musste es hin nehmen. Er konnte nicht anders. Der Blick des Mers fiel auf die nahe gelegene Treppe, die zum ehemaligen Obergeschoss führte. Aber da der Dachstuhl den Flammen nicht wiederstehen konnte und eingestürzt ist, war es unmöglich nach oben zu gelangen. Der dichte Rauch ließ ihm wieder die Augen zu kneifen, dann riss er sie aber wieder auf. Er nahm die Hand von dem Mund weg und ließ seine donnernde Stimme ertönen.

"Llonvosi!", rief der Mer den Namen seiner Frau, von der er hoffte, das sie sich nicht im Obergeschoss befinden würde. Ein zweites Mal rief er, aber diesesmal schwingte der Zorn in seiner Stimme mit. Zorn, geboren aus der Verzweiflung einer scheinbar aussichtslosen Lage, und genährt vom Trotz. Und als würden die Flammen auf seine Stimme reagieren, teilten sie sich mittig vor ihm und gaben den Flur frei. Der Mer nutzte die Gelegenheit zügig, da sich die Flammen kurz nachdem er die Möglichkeit ergriffen hatte, wieder vereinten und freudig fröhlich sich über dem Holz des Hauses hermachten und es verschlangen. Aber der Mer ging auch zu Boden. Die Luft wurde ihm zu knapp, die Hitze machte ihn zu schaffen und der Rauch gab ihm das Gefühl, als würde er mit jeder seiner Fasern im Inneren verbrennen. Der kahlgeschorene Kopf zuckte hin und her. Er versuchte sich zu orientieren, aber diese verdammten Flammen haben den gesammten unteren Bereich komplett eingenommen, und es kam ihm so vor, als würde sein gesammtes Haus binnen weniger Sekunden sich neu gestalten.

Ein weiteres Mal fluchte er. 'Llonvosi, wo bist du nur..?' , fragte er sich und der Blick fiel rechts von ihm, wo der Gang einen steinernen Übergang hatte. Es handelte sich um eine Steinplatte, die mithilfe eines eisernen Ringes angehoben werden konnte, und so einen gemauerten Abgang frei gab, der tief in das Erdreich reichte und in einem Gang endete. Dieser Gang führte zu einem Keller, in dem Naralval einige Schätze verbarg. 'Sie wird doch nicht etwa....?' , beendete er den Gedanken kopfschüttelnd. Die Platte konnte selbst er nur mühselig anheben, wie also sollte es seiner Frau gelingen? Aber er wog den Gedanken nicht gänzlich ab. So kroch er auf allen vieren zwischen den Flammen hindurch, die sich inzwischen auch noch an seiner Kleidung satt fressen wollten und erreichte die Platte. Mit beiden Händen wollte er den Ring greifen, musste sein Vorhaben allerdings mit einem lauten Schmerzensschrei abbrechen. Der Ring hatte sich inzwischen so sehr erhitzt, das es einem unmöglich gemacht wurde, diesen anzufassen, ohne seine Haut wegzubrennen oder sich mit dem Ring zu verschmelzen. Also versuchte er, seine Finger irgendwie zwischen die Steinplatte zu bekommen, um sie so anheben zu können. Dies gelang ihm aber erst nach einigen Versuchen und er spürte, wie sich sein Oberhemd den Flammen hingegeben hatte. Er riss die Steinplatte hoch, und fixierte sie mit dem Fuß, damit sie sich nicht lösen und wieder zufallen konnte.

Naralval befreite sich von seinem Hemd und ließ es in das freigelegte Loch fallen. Er folgte kurz danach und kletterte eilig die Stufen hinab. Auf halbem Wege rief er erneut den Namen seienr Frau. Und wie ein Echo hallten Worte zurück. Aber nicht die seinen. Sie klangen weiblich. Oder waren es wirklich nur seine Worte, die ein Echo aufwarfen und ihn verwirren wollten? Egal. Er kletterte weiter hinab und bemerkte jetzt erst, wie leicht ihm das Atmen wieder fiel, und sog die Luft gierig ein. Ein krächzendes Husten konnte er sich allerdings nicht verkneifen.

"Llonvosi!", ließ er seine Stimme abermals ertönen und wieder hallte sie zurück. Aber.... er bekam auch eine Antwort. Nicht seine eigene Stimme, nein. Es war Llonvosi. Sie musste es sein! Die letzten paar Stufen wurden ignoriert, er ließ sich fallen und hechtete voran in den dunklen, schmalen Gang vor ihm. Normalerweise erhellten Fackeln den gang, aber seine Frau hat wohl in ihrer Eile und der Panik nicht daran gedacht jene zu entzünden. Innerhalb weniger Sekunden erreichte Naralval das Ende des Ganges und betrat den durch magische Lichter spärlich beleuchteten großen Raum. Und dort sah er sie sitzen. Llonvosi, in ihrer Nachtkleidung aus feinster Seide, mit Ruß und Dreck beschmutzt und an einigen Stellen angebrannt. Aber einen Blick später erkannte Naralval, das es nicht seine Frau gewesen war, die nach ihm gerufen hatte. Nein, es war ein weinendes Kind, das sie fest in ihren Armen hielt und mit ihrem über es gebeugten Körper schützen wollte. Naralval machte einige Schritte auf sie zu und streckte die Hand nach ihr aus. "Llonvosi.", kam es mit zitternder Stimme über seine Lippen. Als sie aber nicht darauf reagierte, rief er ihren Namen abermals, was sie zusammenzucken ließ und das Gör in ihren Armen fing wieder das weinen an. Llonvosi starrte mit ihren geweiteten tiefroten Augen Naralval an und sah, wie er sich mit ausgestreckter Hand ihr näherte. Sie versuchte vor ihm zu fliehen, aber es sollte ihr nicht gelingen. In dem Versuch in die kleine Schatzkammer Naraval's zu gelangen, hatten die Flammen sich ihr linkes Bein hochgefressen und es stark verbrannt. Dazu hatte sie sich ihren rechten Arm ausgekugelt als sie die schwere Steinplatte angehoben und aufgehalten hatte, was auch das hinabsteigen sehr erschwert hatte.

"Gib mir das Kind.", forderte Naralval.
Llonvosi antwortete nicht darauf und versuchte weiterhin zu fliehen.
"Gib es mir!" Eine weitere Aufforderung. Die Schritte Naraval's beschleunigten sich.
Mit dem weinenden Kind auf dem Arm fiel es Llonvosi schwer, sich von dem Bodem wegzudrücken. Sie wusste, das sie ihm nicht entkommen konnte, aber sie wollte nicht kampflos aufgeben. Dann aber spürte sie den eisernen Griff Naraval's in ihren Haaren, der ihren Kopf in den Nacken zog und ihren Oberkörper aufrichtete und nach hinten beugte, so das sie gezwungen war, in die wutentbrannten roten Augen ihres Mannes zu blicken.
"Du wagst es!? Du WAGST es, mit meinem Eigentum fortlaufen zu wollen!?", brüllte er sie an und übertönte das Weinen des Kindes. Mit einem kräftigen Ruck zerrte er sie zu Boden, so das sie mit dem Rücken auf jenem lag. Mit dem rechten Fuß auf ihrem Brustkorb setzte er sie fest und beugte sich hinab, um das Kind aus der festen Umklammerung der Mutter zu reißen, trotz all der Flüche, die Llonvosi ihm entgegen warf. Mit dem rechten Fuß noch immer auf dem Brustkorb seiner Frau richtete er sich wieder auf und starrte das Kind an. Wenn auch nur kurz, aber es genügte ihm, um entscheiden zu können, dass das Kind ihm gehörte. Er verlagerte sein gesammtes Gewicht auf das rechte Bein, als er über seine Frau hinweg stieg, was sie nach Luft schnappen ließ. Tränen fielen ihr von den Wangen hinab, als sie mit ansehen musste wie ihr Mann mit ihrem Kind davon ging. Sie öffnete den Mund, sie wollte etwas sagen. Aber es fiel ihr schwer, etwas unter dem wallenden Tränenschwall hervorzubringen. Letztendlich sollte es ihr aber doch gelingen, ein Wort hervorzubringen.
"Monster!", warf sie ihm entgegen, so laut wie sie konnte und so herablassend wie möglich. Daraufhin blieb Naraval stehen. Er ballte die Faust der noch freien linken Hand und drehte sie Llonvosi langsam zu. Die roten Augen waren weit aufgerissen und ein breites Grinsen hatte seine Lippen verformt.
"Monster...? Monster nennt sie mich. Mich!", brachte er unter einem Lachen hervor. Als er sich wieder beruhigt hatte starrte er Llonvosi an und richtete die linke Handfläche auf sie. Flammen erschienen nach kurzer Zeit und formten sich zu einer instabilen Kugel, die immer und immer wieder ausschlug und den perfekten Kreis verformte. Llonvosi weitete die Augen, als sie das sah und die Tränen wurden nicht weniger. Ihr Herzschlag beschleunigte sich, und sie versuchte wieder zu fliehen, aber es war ihr unmöglich, rechtzeitig von ihm wegzukommen und Schutz zu suchen.
"Schau gut zu, mein Kind. Ich will das du siehst, wie skrupellos man sein muss, um im Leben etwas erreichen zu können.", sprach er.... und ließ den Feuerball auf seine Frau los, der mit einer lauten Explosion einschlug.

Und so sahen und hörten die beiden Mer zu, wie die Flammen ihr Werk verrichteten, ehe Naralval durch einen kleinen Gang den Raum verließ und alles Geschehene verdrängte.

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Sonntag, 29. April 2018, 13:05

\\ Mein Name ist Nadris Seniith. Zu dem Zeitpunkt, wo ich dieses kleine Tagebuch angefangen habe zu schreiben zählte ich dreiundzwanzig Jahre zu meinen ach so schweren Leben. Und tu' es immer noch. Noch bin ich kein alter Sack, der irgendwo mit Depressionen in verschiedenen Tavernen seine Sorgen mit Bier überfluten möchte in der Hoffnung, das sie davon treiben und nie wieder kehren. Was sie aber tun und sie bringen gleich den Kater mit, um einen das aufstehen zu versüßen. Toll, oder? Aber nein, Ich bin ein junger Sack, dreiundzwanzig Jahre, und trinke den Alkohol, weil mir danach ist. Aber ich denke ich schweife von dem eigentlichen Grund, wieso ich überhaupt angefangen habe, dieses kleine Büchlein, oder die wenigen Seiten, die ich schreiben werde, zu schreiben. Und zwar weil ich die vielen Bewohner Tamriels zeigen möchte, was für ein unglaublich liebreizender und toller Geselle ich sein kann. Wenn denn überhaupt irgendwer diese Seiten finden wird. Was einem erschwert werden könnte, da ich sehr gerne meine Sachen überall hin verlege und nie wieder finde. Dennoch wollen wir die Möglichkeit nicht ausschließen, und darum werde ich mein bestes geben, mich so gut darzustellen, wie es geht. Eventuell mit den ein oder anderen kleinen Flunkereien, aber wer wird das schon wissen? Ich meine, "Ich habe schon dreizehn Drachen mit meinem mächtigen Schwert erlegt" und "Ich mag Eintopf" werden nicht zu den Flunkereien gehören, weil Ich erstens nicht kochen kann und zweitens nur eine Geliebte hatte. Für so toll halte ich mich nicht. Nicht wirklich. Nur ein bisschen vielleicht. Und schon wieder schweife ich ab. Stell dir vor, lieber Leser, wie ich selber mit dem Kopf schüttel bei den Worten, die selbiger sich erdacht hat und mit den Händen abwinke, als würden die Worte gesprochen sein und ich könnte sie einfach davon wischen. Naja, was soll's.
Also.... Ich werde vermutlich etwas aus meiner Kindheit schreiben, wie ich als kleines süßes Kind mit großen Augen irgendwelche Leute angestarrt habe, bis die sich unwohl fühlten und sich vor meinem Blick versteckten, oder, wenn es ein Händler war der Essen verkaufte, mir etwas von seinen Waren abgab, um mich los zu werden. Das mache ich heute noch immer, nur seltener, da die Möglichkeit besteht, das ich als blutender Fleischsack irgendwo in einer dunklen Gasse lande. Jedenfalls war meine Kindheit etwas anders als die von anderen Dunmern, denke ich. Viele Dunmerkinder habe ich nicht gekannt, mein Vater lebte mit mir und meinem Bruder etwas abgeschieden. Und dennoch hatte er Sklaven. Nur wozu wusste ich nicht. Er ließ sie nicht kochen oder putzen, sie waren einfach da und durften nicht den Hof verlassen. Mit einer von den Sklaven habe ich mich sehr gut verstanden. Es war eine alte Khajitt, die sich mir ständig mit neuen Namen vorstellte. Sie klangen oftmals gleich, weswegen ich sie einfach nur noch "Ma'Jirra, die Wandlerin" oder "Ma'JiBaBa" nannte. Das BaBa weil sie sich mal als Barisa und Bamitra vorstellte. Den Grund für ihre ständigen Namenswechsel habe ich nie erfahren, und wenn doch, dann habe ich den nicht verstanden. Ich glaube sogar, das ich vieles von ihr gelernt habe, und das mein Verhalten und Persönlichkeit insgeheim von ihr geformt wurden, damit sie meinem Vater einen auswischen konnte (Oder war es doch der Bosmer Filth?). Und was an meiner Kindheit noch so verschieden gewesen sein soll? Nicht einmal, nicht mal angedeutet, hat mir Vater eine Gute-Nacht Geschichte erzählt. Wie fies von ihm, dabei bin ich mir so sicher, das andere Kinder jeden Abend eine erzählt bekommen haben.
Und das war ein Teil, über den ich schreibe werde. Meine Kindheit. Der andere Teil wird sein, wie ich aufwachse und mich entwickel, was ich für Abenteuer erleben werde und sonstiges. Wie Ich mich den arkanen Künsten öffne und sie erlerne und wie ich Ohren zu bluten bringe mit meinem schrillen Gesang und Quietschtönen von einer armen Laute, die Ich in die Finger bekommen konnte.
Und ob man es glauben mag oder nicht... Es wird auch ein dunkler Teil meines bisher so kurzen Lebens hier seinen Platz finden. Die einzigen Momente, wo mein Zorn die Oberhand gewann und mich Dinge machen ließ und machen werden lässt, die ich bis heute noch bereue. Aber jieder hat mal seine Momente, nicht wahr? Da zeigte selbst mein Vater mal so etwas wie Emotionen und Mitgefühl, die der sonst so kalte und mürrische Mer immer für sich behalten hatte. Nur leider war es dann doch schon zu spät.

Nun, wenn eure Augen sich noch in ihre Höhlen befinden und nicht geschmolzen sind oder die Flucht ergriffen haben, dann beglückwünsche Ich euch herzlich und bedanke mich, das ihr noch nicht eingeschlafen seid, werter Leser. Und wenn doch, tja dann.... werde ich euch finden und euch persönlich von mir erzählen. Also entscheidet weise, was euch lieber ist.

Viel Spaß und viel Glück beim Lesen wünscht euch,

der bosmerische Dunmer Nadris Seniith.//

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Naryndis Seniith« (21. Mai 2018, 22:25)