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Jassillia

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Gilde: Die gekreuzten Klingen

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Montag, 4. Juni 2018, 07:41

< Teil zwei >



Nach diesen Worten und mit stoischer Miene zog sie eine massive Kette aus der Rüstung, der Anhänger zeigte sich in der Form eines Streithammers, den sie fest mit der linken Hand umschloss.
~~~


Unser Glaube an die Acht, der Quell aller guten Dinge, ist frei von böser Macht.

Wir glauben an die acht Herrlichkeiten und befolgen ihre Lehren, die Moral und Tugend sind. Nichts ist für uns heilig, außer sie selbst und ihre Gebote.

Wir schwören ab vom Irrglauben der dunklen Mächte. Wir lassen uns nicht verführen von Versprechungen um Taten zu begehen, die Tugend und Moral widersprechen und uns im Glauben zweifeln lassen.

Wir handeln moralisch, sodass unsere Taten den geringsten möglichen Schaden an unseren Nächsten anrichten.

Wir leben tugendhaft, sodass unser Handeln stets dem Maß der Mitte entspricht.

Wir streben nach Glückseligkeit für uns und unsere Nächsten. Wir leben in Respekt vor anderen und dulden ihre Art zu leben, wenn diese nicht der Moral, der Tugend oder unserem Glauben an die Acht zuwider ist.

Wir sind geduldig mit anderen.

Wir sind Vorbild für jene, die unserem Beispiel folgen wollen und Zeit brauchen, um tugendhaft und moralisch zu leben.

Wir sind beharrlich in unserem Sein und lassen uns nicht verführen, von Tugend, Moral und Glauben abzukommen oder Irrwege einzuschlagen.

Wir verfolgen das höhere Ziel der Glückseligkeit und tragen es in die Welt hinaus.

Wir sind mitfühlend und helfen jenen die Hilfe benötigen, so lange, bis diese sich selbst helfen können. Wir verfallen nicht in Mitleid.

Wir richten über andere immer im Einklang mit Moral, Tugend und Glauben im Rahmen der herrschenden Regeln und Gesetze, so lange sie nicht gegen die Gebote der Acht sprechen.

Wir richten nicht, wenn es uns nicht gesellschaftlich, religiös oder hierarchisch obliegt zu richten und nicht aus Gründen der Gehässigkeit und um die eigene Schuld in den Schatten anderer Schuld zu stellen.



Wir tuen Meinung über unseres Nächsten direkt kund und verschweigen nicht, was uns missfällt, doch wir sprechen nicht mit böser Zunge über jene, die sich vor unseren Worten und unserem Handeln nicht rechtfertigen können und verbreiten nicht schlechte Worte über und an andere.

Wir sind ehrlich und nutzen die Lüge nicht zu unserem oder um jemand anderen Vorteil.

Wenn wir streiten, dann ohne Zorn. Lassen wir den Zorn über uns kommen, so zügeln wir Wort und Waffe der verletzenden Weise und erheben beides niemals gegen jene in unserer Geschwisternschaft, unseres Glaubens und jene, die moralisch und tugendhaft leben.

Wer Streit vom Zaun bricht, Unruhe stiftet oder Tugend, Moral und unseren Glauben willentlich gefährdet, wer häretisch handelt, Meuterei und Verrat begeht, wird vom Schwurträger, von der Art des Vorfalles abhängig, seiner gerechten Strafe zugeführt, unter Beachtung von Gesetz und Ordnung.

Wir nehmen die Strafen für Unrecht, welches wir begangen haben, an und beugen uns dem rechtmäßigen Willen der Gerichtsbarkeit der Gesellschaft in der wir leben.

Wir töten nicht aus Freude, sondern nur um anderes Leben zu bewahren.

Wir ehren die Toten und ihre Ruhestätten.



Wir vergeben jenen, die den Kodex nicht immer fehlerlos beschreiten, sind geduldig mit ihnen, da auch wir Fehler tuen und hoffen auf Vergebung, wenn wir Schuld auf uns geladen habe.

Jene, die den Schwur gewaltvoll und in dunkler Absicht brechen, stoßen sich selbst aus den Reihen der Reiter aus. Sie verlieren Ehre und Würde als Ordensreiter, doch verschweigen wir ihre Taten mit der Absicht übler Nachrede. Henker und Richter werden jene sein, denen die Rechtmäßigkeit des Richtens aufgetragen wurde.

Jene die ihr Leben vor Entbindung ihres Schwurs verlieren oder verloren gehen, sind aus ihrem Schwur entbunden und erhalten alle Ehren, wie auch jene, die den Schwur taten und erfüllten.

So soll an diesem Abend und im Angesicht der toten Brüder Pascal und Silvain die dunkelste Stunde des Ordens in deren Namen und Gedenken ein Ende finden und er einen Neubeginn erfahren, hier an diesem Ort, der schon einmal für Leid und Elend stand und ebenso für den tiefen Glauben und seine Zweifellosigkeit darum.

~~~


Nach diesen Worten, die eine ungewohnte Schärfe erfahren hatten, begann das Ehren der Toten durch sämtliche Reiter und Verbündete. Emotional, ergreifend und unter körperlichen wie seelischen Schmerzen trat jeder Einzelne vor.

Dort, wo Wahrheit und Mut miteinander verbunden werden, liegen die Geheimnisse der Gerechtigkeit.
Sie darf nicht gezügelt werden, denn sie leuchtet nicht auf in den Kriegsnebeln...

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Mittwoch, 13. Juni 2018, 23:28

Eine tolle Kirsche, oder - Wenn Vergangenheiten Seelen fressen[/align]

„Was ist das, Ale?!“
„Das? Eh,..seh‘ ich so aus, als wüsste ich das?“
„Du weißt doch sonst immer alles, dumme Kuh!“
„Warte, ich hab‘ doch so ein Buch gekauft…, also eingesteckt.., da muss das drinstehen, ja!“

Ein schmuckloser Jutebeutel wurde von der schmalen Schulter geschoben, aus diesem das blonde, dürre Mädchen ein Büchlein griff, welches sich in Antikleder gebunden und in einem dunkelgrünen Gewand gekleidet zeigte. Interessiert, neugierig und mit wachsamen Augen wurde in dem Buch gestöbert, die vergilbten Pergamentseiten mit den zerbrechlichen Händen berührt, besonders die ausgeblichenen Illustrationen verschiedener Pflanzen gerieten in ihr Augenmerk. Das Mädchen war noch nicht alt, es mochte vielleicht gerade das elfte Lebensjahr überschritten haben. Auch der Junge, der bei ihr war, ein gesunder, kräftiger Bursche, schien nicht viel älter zu sein als sie selbst. Die Gesichtszüge ähnelten sich, beide wurden sie von einem engelsgleichen Antlitz gesegnet, welchem man kaum etwas zu Leide tun konnte. Große klare Augen gepaart mit seidenem, blondem Haar mochten die jugendliche Unschuld hervorheben, eine gewisse Zerbrechlichkeit über die beiden Kinder säen. Während die dünnen Finger der linken Hand vorsichtig Seite um Seite weiter blätterten, hielt die rechte Hand eine Handvoll Kirschen, die bereits vom dunklen Saft eingefärbt worden war.

„Und, sind die ungefährlich, Ale?“, der Junge begutachtete seine kleine Schwester pflichtbewusst, bevor er einen kontrollierenden, fast beschützenden Blick hinter den Brückenpfeiler ebben ließ, nur um sich der potenziellen Gefahren der Nacht zu vergewissern. Dabei wurde eine kleine, schlichte Laterne im Blickfeld mitgeführt, um die düstere Umgebung schemenhaft auszuleuchten. Gedämpft war das Geräusch von Kette und schweren Schritten zu vernehmen gewesen, ein dumpfes, fernes Raunen zweier Männer. Doch die Stimmen verschwanden zunehmend, bis sie letztendlich in der Ferne versiegten.

„Unsere Amme ..ist bestimmt schon verdammt..“, wollte der Knirps leise anmerken, doch mit einem kräftigen Schlag der mädchenhaften Hand auf die Schulter wurde er zum Schweigen gebracht. „Hier guck‘ doch! ...K ..K – I – R ...schen. T – O..ll. Tollkirschen!“, nach holprigem Aneinanderreihen der Buchstaben riss das junge Mädchen triumphierend die rot eingefärbte Hand empor, ihre Augen leuchteten, glücklich, dass sie in ihrem eigenen, geklauten Buch etwas entziffern konnte.
„Ob die schmecken?", kaum war die Frage über ihre schmalen Lippen gekommen, führte sie die zarte Hand zu ihrem Mund, den Kopf leicht einziehend, damit ja kein Wachhabender Wind von dem Ganzen bekommen konnte. „Alenari!“, mit einem behänden Griff packte der Junge nach der Hand seiner Schwester und kam ihr bedrohlich nah, dass sich fast die kindlichen Nasenspitzen berühren konnten, „Du Närrin, bist Du noch ganz klar? Du weißt doch gar nicht, was das ist!“, ruckartig ließ er die Hand wieder los, schlug sie dabei hektisch beiseite.

„Aua! Das tat weh!“, zischelte sie anklagend, „Na klar, weiß ich, was das ist! Eine Tollkirsche. Also, eine ...tolle Kirsche!“, noch immer ruhten die Tollkirschen in der rechten Hand des Blondchen, mittlerweile waren sie eher zu Brei zerdrückt worden.
Nach Alenarias Erläuterung legte der Bursche seine jugendliche Stirn in deutliche Falten, packte sie am linken Arm und wollte sie emporziehen „Komm mit, wegen Dir bekommen wir wieder Ärger von der Alten.“, murrte er deutlich, „Und dann bekommen wir nur noch trockenes Brot, das weißt Du doch!“.
Bei dem Gedanken schwieg das Mädchen, instinktiv hatte sie ihre Hand an ihren Magen geführt, der dumpf und langgezogen grummelte. „Lass die eklige Pampe hier, Ale, Du weißt doch, was Mama immer gesagt hat. Was der Bauer nicht kennt, das-“, augenblicklich wurde er zum Innehalten provoziert, als die klaren Augen seiner Schwester ihm entgegen blickten. Eisig lief ihm ein Schauer über den Rücken, der vorwurfsvolle Blick hatte ihn stets heftiger getroffen als jedes Wort, das ihr über die Lippen kam. „‘Tschuldige, unser Pakt.“, da hielt er die beiden Finger, Mittel- und Zeigefinger, fest aneinandergepresst an seine Lippen ,“Ich werd‘ sie nich‘ mehr erwähnen.“, murmelte er, nachdem die Finger wieder gelöst und nun an die dürre Hand seiner Schwester gebettet wurden, fest ergreifend.
„Gehen wir?“, einfühlsam legte sich der warme Blick des Burschen in Alenarias Antlitz, ein Hauch von Schwermut untermalte seine Gesichtszüge. Sie nickte stumm, trennte sich nur schwerlich von dem Brei, den sie doch eben erst ergründet hatte und ließ ihn ins seichte, flache Wasser unter ihren Schuhen platschen. Die eingefärbte, vom Saft der Beeren getränkte Hand wischte sie achtlos an ihrem verschlissenen Leinenkleid ab, welches von den Schatten der heutigen großen Taten gezeichnet war.

So mochten sich die beiden Kinder unter der Brücke hervor luchsen, dunkle, kaum erhellte Gassen passieren und schlussendlich das Tor der Stadt erreichen. Eine Meile war die heruntergekommene Hütte der Amme entfernt gewesen. Ein ranziges Holzhaus, morsch und teilweise stark beschädigt durch Wind und Wetter. Das Haus wurde eingezäunt durch einen ebenso kaputten, verwitterten Holzzaun, dessen Latten größtenteils zersprungen oder abgebrochen waren. Wild wuchernd war Unkraut gewachsen, sowie einige Schlingpflanzen, die sich in ihrer vollen Pracht um Fensterrahmen schlängelten und offenbar für Stabilität sorgten. Einzelne Kerzen vermochten im Inneren zu leuchten und das untere Geschoss der vermeintlichen Baracke in seichtes Licht zu tauchen. Obwohl Kerzenlicht Wärme und Geborgenheit schenken konnte, wurde die Hütte von einem bedrohlichen Dunst umschlungen, der Kälte und Lieblosigkeit aussandte und sich wie zwei zerdrückende Hände um Alenarias Herz betten sollte. Es pochte hektischer, bis sie ihren Herzschlag in ihrer Kehle spüren konnte. „Ich will nicht wieder hinein.“, presste das Mädchen mit einer Stimme hervor, die eine gewisse Aggressivität innehielt, obwohl der Leib zittrig vor Hunger und Kälte ward.
„Wer ist da draußen, seid Ihr beiden das?!“, eine dunkle Frauenstimme drang von Innen heraus, gefolgt von polternden Schritten, die die knarzenden Holzdielen entlang stampften. Kurz jagte der Blick vom Burschen zur Hütte, er zog scharf die Luft ein, hatte er wohl vergessen, dass die Amme stets im Untergeschoss im Schlafzimmer ihr Fenster offen ließ. Ein Moment der Schockstarre, der Überforderung, und noch eh‘ der Blick zu seiner Schwester fliehen konnte, wurde die ranzige Holzpforte aus den Angeln gerissen, mit einem kräftigen Hieb knallte sie gegen die Wand im Eingangsbereich, sodass ein leises Rieseln von trockener Erde zu hören war, womit wohl größere Löcher gestopft worden waren.
„Du Mistkerl, was habe ich Dir gesagt, WANN solltest Du zurück sein? Und WO steckt Deine Schwester?!“, rasend fokussierte das hysterische Weib den Burschen, welcher realisierte, dass er von seiner Schwester in dieser Situation allein gelassen worden war. Er blieb starr stehen, bis er die fleischige Hand im Nacken, direkt an seinem Hemdkragen spürte. Er wurde zum Trog geschliffen, welcher einst zum Tränken der Tiere genutzt worden war. Er versuchte, mit Müh‘ und Not, einen Blick über die Schulter zu werfen. Gedämpft ächzte er, als es um seine Kehle doch recht eng wurde, doch es gelang ihm tatsächlich, Alenaria ausfindig zu machen. Da kauerte sie, seitlich an der Hauswand, den leeren Blick ermattet auf ihren Bruder gerichtet, zu feige, um den Mund aufzumachen, zu feige, die eigene Deckung zu opfern, einzuschreiten. Zu helfen. Der Bursche schickte seiner Schwester einen enttäuschten, von Angst erfüllten Blick, doch nicht lange dauerte es, und sein blondes Haar wurde gepackt und das Haupt tief in den Trog voller faulem Wasser getaucht. Mehrmals. Immer und immer wieder..

Dort, wo Wahrheit und Mut miteinander verbunden werden, liegen die Geheimnisse der Gerechtigkeit.
Sie darf nicht gezügelt werden, denn sie leuchtet nicht auf in den Kriegsnebeln...

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Mittwoch, 13. Juni 2018, 23:29

..

Das Mädchen entzog sich jenem Anblick, das Herz pochte, der Atem war schnell, überschlug sich. Das grelle Glucksen ihres Bruder verschreckte sie, heute wie gestern. Den dürren Arm führte sie durch das offene Fenster hinein, tastete nervös nach der eisernen Kette, um es komplett aufdrücken zu können. Kraftlos grub sie ihre Hände in den splittrigen Fensterrahmen, drückte sich mühsam empor, während sie sich ächzend auf ihre spröden Lippen biss, bis sie den eisernen Geschmack auf ihrer Zunge spürte. Die zerfurchten Beine stemmten sich gegen die Außenwand. Die Feuchtigkeit, die tief im Holz saß, verursachte ein Abrutschen der dünnen Beine, weswegen mehrmals ein reißendes Geräusch ein Aufratschen ihrer Haut begleitete. Mit einem leisen Poltern fiel das junge Mädchen auf den Boden des Schlafzimmers, ein Moment der völligen Vereisung, wo ihre ohnehin spitzen Ohren das Lauschen begannen.
„Bitte!“, gurgelte ihr Bruder von draußen, nach Luft ringend, gefolgt von einem Geräusch, als fiele erneut etwas ins Wasser.

Zittrig hob sich das Blondchen auf die Beine, tupfte mit dem Kleidersaum das aus den Schürfwunden quillende Blut und ließ den verängstigten Blick durch das Schlafzimmer der Amme gleiten. Es schien, als hatte sie eben schon im Bett gelegen. Nicht schlafend, sondern lauernd wie eine Katze auf ihre Beute. Alenaria verschloss das Fenster, verbarrikadierte den Rahmen mit der eisernen Kette und … ließ den Blick, wie verträumt, zum großen Bett wandern. Irgendwo roch sie ihn. Warmen Tee. Ein fruchtiger, lang vergessener Duft strömte in ihre feine Nase. Sie ließ sich auf dem Bett nieder, umfasste den noch heißen Blechbecher mit den dürren Händen, nur um den warmen, gar erquickenden Dunst in sich aufzunehmen. Die blassen Iriden starrten in den dunklen Aufguss, der von der Farbe her fast ihrer Handfläche ähnelte. Sie erkannte das weiche, mädchenhafte Antlitz, aus deren Augen jedoch der Glanz der Hoffnung noch nicht entschwunden war. Im Gegenteil. Recht langsam führte sie die befleckte Rechte in ihren Jutebeutel, aus welchem sie neben dem Büchlein, noch ein kümmerliches, verletztes Sträuchlein der Tollkirschen herausfischte, welches sie vor ihrem Bruder versteckt hatte.

Na klar, weiß ich, was das ist! Eine Tollkirsche. Also, eine ...tolle Kirsche!

Mit der selben Hand brachte sie die Beeren zum Platzen, schwarze, dicke Tropfen bahnten sich den Weg zwischen den dünnen Fingern hervor, sammelten sich an einem ihrer Fingerknochen und suchten sich den Weg in das Heißgetränk.

Danach fand es seinen Platz zurück auf dem Nachtisch.

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Montag, 18. Juni 2018, 07:52

< Der letzte Abend in Wegesruh. Stunden der gemeinsamen Entscheidung, welchen Weg man weiter einschlagen wird. So stach in den frühen Morgenstunden die "Meeresperle" in See, Richtung Alik`r Wüste. Dass man einen blinden Passagier an Bord haben würde, war zu diesem Zeitpunkt natürlich noch nicht bekannt. >


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Sonntag, 4. November 2018, 11:40



Szenen einer Reise


Seit Monaten befinden sich die Reiter des Ordens auf großer Reise.
Glaubt man den Gerüchten oder wurde selbst Zeuge ihres Handelns, pflastert mancher Toter ihren Weg, seinen Frieden findend in Arkays Armen.


Heiße Sande - des einen Leid, des anderen Freud`



Zwei alte Freunde



Betnikh - keine einfache Begegnung



Harte Ausbildungen gehören zum Alltag

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66

Sonntag, 4. November 2018, 11:53





Anvil - ein Abschnitt, der wohl so schnell nicht in Vergessenheit geraten wird..


Hin und wieder liegen Freude am Leben und gefährliche Vorhaben einfach zu nah beieinander.



Order einer alten Befehlshaberin.


Schwerwiegende Entscheidungen werden getroffen.


Begegnungen auf alten Stufen.


Zeit des Abschieds.

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Sonntag, 11. November 2018, 11:26



Zurück nach Hause


< Schwer schieben sich die beiden Schiffe durch die See, ihr Ziel Kreuzgrat, heimische Gefilde.
Monate waren sie unterwegs gewesen, Monate würden noch vor ihnen liegen und schon zu diesem Zeitpunkt stand fest, dass der Kampf gegen die Abscheulichkeiten kein Ende nehmen sollte. >

Der Raum ist in Blut getränkt. Inmitten der Toten steht eine Frau mit feurig rotem Haar und roten Iriden. Sie leckt sich über die blutverschmierten Lippen..
... in der letzten Ecke kauert noch ein letzter Söldner.. erneut spritzt ein Übermaß an Blut auf den Boden. Zurück bleibt eine rote Kapuze, mittlerweile wird sie Rotkäppchen genannt.
Nun erscheinen Weitere, Ihresgleichen, sammeln sich um jene Frau.. viele sind es und einer nach dem anderen bewegt sich in das Haus. "Die Lebenden verstehen uns nicht.. und Du, verstehst meine Liebe nicht. Erst musste ich Dir Dein Weib nehmen.. damit Du mich siehst."


< Einige Seemeilen sind es, die die Meeresperle und ihr Geleitschiff hinter sich bringen müssen. Zeit um sich jenen Fällen zu widmen, die man bisher noch nicht hatte erfolgreich abschließen können. >

Fröhlich pfeifend zieht der Hirte seiner Wege und was er zum Verkauf anbietet, präsentiert sich auffallend fett genährt in rosaner Haut, grunzend, mit geringeltem Schwänzchen und einer feuchten Nase.
Es waren immer nur wenige Schweine, die lebend oder ausgeschlachtet wie verarbeitet den Weg zu Marktplätzen und Adelshäuser wie Institutionen fanden, denn essen musste jeder, ob reich, ob arm, ob jung oder alt, in manch ein Buch vertieft oder eine Waffe führend.
Sollten jene Schweine wahrlich etwas mit dem Verschwinden mancher Frau zu tun haben? Ein Gerücht, welches sich nur schwer hielt. Wo immer sie verschwanden und das seit Jahrzehnten, es geschah still und es geschah heimlich und nie war es eine, die um Rang und Namen gezeichnet gewesen war, doch hatten sie alle eines gemeinsam, sie waren jung gewesen und auffallend hübsch.


< Mit den Tagen zeichnet sich der Küstenstreifen von Kreuzgrat am Horizont ab, die Vorfreude auf Saturalia ist groß. Eines der wichtigsten Feste in einem Orden, der es sich an jenen Tagen nicht nehmen ließ, besonders Witwen und Waisen unter die Arme zu greifen, ob in materieller Hinsicht oder anhand anderweitiger Hilfe.
..und wieder tauchten jene Worte auf, die man in Anvil vernommen hatte, gesungen von Kindern. >

Gibt's 'ne Plage voller Ratten,
ruf' den Fürst der dunklen Schatten,
Rattenmeister, eins zwei drei,
sprichst Du und er ist dann frei.
Führt die Ratten in das Meer,
kein Ungeziefer nimmermehr.
Sehr hoch dafür ist doch der Preis,
bezahl' des Meisters raschen Fleiß.
Kindlein will er für sein Reich,
führt sie in des Welten Teich.
Die Kindlein bei ihm ewig weilen,
Schmerz um Schmerz sie dann wohl teilen,
Rattenmeister heißt der Herr,
die Kindlein sieht man nimmermehr.





< Der Weg des Kampfes einer niemals endenden Brücke gleich, doch den Göttern sei Dank, wusste sie gute Recken an ihrer Seite..>

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Mittwoch, 14. November 2018, 22:13



Stunden der Ruhe


Zurückgezogen in ihr Arbeitszimmer, dem Raum der chaotischen Ordnung, griff sie ihren Becher, gefüllt mit dampfendem Schockoladentrunk, und nahm im hölzernen Lehnstuhl Platz. Farians Spieluhr erfüllte den Raum mit einer leisen Melodie. Es machte ihr nichts aus, sie wieder und immer wieder aufzuziehen.
Mehrere Schriftstücke hatte sie zurecht gelegt.
Ein leiser Wind strich ums Gemäuer und kitzelte Dachpfannen wie manchen Ast der alten Bäume. Sie liebte die kommende Jahreszeit und das Heulen des Windes. Kalt war es geworden und während das Feuer im Kamin leise knisterte, machte sich eine gewisse Stimmung in ihr breit, ein allzu bekanntes Gefühl, warm und irgendwie friedlich.

So begann sie zu lesen.
Du liebe Güte, was eine schlampige und krakelige Handschrift sich dort offenbarte. Sofort war ihr klar, dass diese Worte nur von Sebastian kommen konnten, einem jungen Burschen, den sie von Beginn an in ihr Herz geschlossen hatte. Recht schnell wurde sie in ihrer Vermutung bestätigt.
Er war der erste gewesen, der der Aufgabenstellung nachgekommen war, Vorschläge der kommenden Vorhaben zu bedenken und die einzelnen Fälle zu beleuchten.

Schon bei den ersten Zeilen begann sie zu schmunzeln..


Vessel

Ne Gruppe von Ordensgeschwistan zu’m Haus Schicken in Himmelsrand, dat mit den Rab’n.
Mit was’n handel’n die Vampire?
Ma ne Belmont Frag’n wat dat ding eigentlich von ihn will.
Warum wurde Vessel füa nen Vampia gehalten?
Vielleicht n Belmont ne Ordensbruda geben, welcha ihn mit nen Eima kalt’n Wassa begleitet, falls der noch ma mit nen gefährlichen Mädl liebäugelt.

Ratt’n

Ne Ordensmitglied such’n dar mit Tieren red’n kann oda Gedanken lesen kann, und die Ratt’n ma befragen.
Ma innen großen Städt’n die Ratt’n unna such’n, obs da uffälligkeit’n gibt.
Innen Städt’n nach Leut’n frag’n die kürzlich durchgedreht sin.
Gibt’s net a nen Zauba, welcha Lebenwes’n sehen lässt, vielleicht den benutzen um zu guck’n ob’s grosse Ansammlungen von Ratt’n innen Städten gibt.

Senturio

Vielleicht issa dea Kerl net dea Böse, sonnan hat nen Magier in senner Gruppe. Der dann bem verfall zum Mad’n Kult gewechslt is und da der Boss is. Der Senturio iss vielleicht nua ne Puppe oda so.
Ma Fennar frag’n weg’n besonneren Orten aus ihra Kindheit. Der Kerl is ja laut Tristan ja iha Vadda.
Die Orte vielleicht dann ma aufsuch’n.
Vielleicht irgendetwat mach'n dass i mi widda genau an dat erinnern kann, wat uf'n Anwesen vorgefall'n ist, wenn's geht.

Entführungen

Orden’sschwestern welche unberüht sin und uf die Beschreibung passen, ma magisch aufspührbar mach’n und in die Umgebung von Dolchsturz in Verkleidung herumtreib’n lass’n.
Ich weiß dat is gefährlich, aba sie zieh’n auch innen Kampf gen Tode und Deadra.
Sie können sich ja a verdeitigen.
Ma is net ganz wohl bei dea Idee.
Wenn i könnt, würd ich mich freiwillig dafür meld’n.

Ma ne von den komischen Sau’n kaufen und untersuch’n. Vielleicht a ma den Saustall unnasuch’n. Säu fress’n doch ke Knoch’n oda?

Hochachtungsvoll
Sebastion Forester.
dürfn Eran Tristan und i ma nach Kreuzgrat ennen trink’n geh’n. Halt wie Brüda, ma sinn ja Brüda


Wer in diesen Stunden die Tiefen des Ordensgemäuers aufsuchen würde, vielleicht um einfach nur ein Lehrbuch zur Hand zu nehmen, sollte immer wieder dieses raue und heisere Lachen Jassillias hören. Es klang in keinster Weise abfällig, denn mehr herzlich und erfreut.

"Nicht dumm..so gar nicht dumm.", mit diesen Worten legte sie jenes Schriftstück zurück.

Hiernach sollte die Antwort von Namir folgen, erneut und mit der benötigten Zeit und Ruhe. Bei diesen Zeilen verschwand das Lachen..


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Mittwoch, 14. November 2018, 22:22

- 2 -


Hochgeschätzte Ordensmeisterin Muraille,

auf Euren Wunsch hin habe ich mir die Mühe gemacht und versucht, mehr über das Kinderlied herauszufinden. Um es vorweg zu nehmen, die bisherigen Ergebnisse waren alles andere als beruhigend. Es scheint, als wärt Ihr weitaus mehr als nur auf ein altes Lied gestossen, mit dem sich Kinder gegenseitig Angst einjagen.

Ich habe in der Magiergilde Wegesruh zunächst nach Liedern und Gedichten in Kinderbüchern von geschichtlichem Interesse gesucht, konnte jedoch nichts nennenswertes entdecken. In der Abteilung Magie, Unterabteilung Flüche war die Auswahl so beachtlich, daß eine spezifischere Suche wohl sehr viel Zeit in Anspruch nehmen wird, weshalb ich hier vorerst nicht weiter gesucht habe, zumal es auf Anhieb keine eindeutigen Hinweise oder Verbindungen zum Kinderlied gab. Allgemeine Aussagen wie die Tatsache, daß Tiere Teil eines Fluchs sein können, erschienen mir ebenfalls wenig hilfreich. Sollte ich später mehr in Erfahrung bringen, kann ich meine Suche vielleicht einschränken und mich auf bestimmte Literatur konzentrieren.

Nun zum interessanten - oder besser: beunruhigenden - Teil. Bücher über kulturelle Aspekte verschiedener Landesteile von Tamriel berichten unabhängig voneinander und verblüffend übereinstimmend von einem Rattenmeister. Abgesehen von vernachlässigbaren Abweichungen ist die Geschichte stets die selbe. Ein Mann bietet einem Dorf oder einer kleinen Stadt seine Hilfe an im Kampf gegen eine Rattenplage. Als "Lohn" für seine Arbeit fordert er Kinder. Leider ist nicht ganz ersichtlich, ob die Kinder aus freien Stücken geopfert werden -was ich für unwahrscheinlich halte- oder im Nachhinein vom Rattenmeister entführt werden. Erwähnt werden sollte auch, daß das Gedicht nach meinen bisherigen Erkenntnissen scheinbar nur in Cyrodiil, Himmelsrand und Hochfels bekannt ist. Wann das Gedicht entstanden ist, konnte ich leider nicht herausfinden, allerdings lassen Schriftvarianten und die Nutzung bestimmter Worte den Schluss zu, daß das Gedicht - und damit das Ereignis dahinter - einen weit zurückliegenden Ursprung hat.

Ich habe ausführlich mit dem Bibliothekar gesprochen, und er bestätigte mir, was ich bereits befürchtet hatte - die Quellen der verschiedenen Gedichtversionen liegen zeitlich wie örtlich teils so weit auseinander und waren einander nicht bekannt, so daß Abschriften zwar nicht in allen, aber doch in vielen Fällen sicher ausgeschlossen werden können. Dieser Umstand ist deshalb von besonderer Bedeutung, da wir hieraus schließen können, daß es sich um ein Phänomen handeln muss, welches sich an verschiedensten Orten zu ebenso unterschiedlichen Zeiten zugetragen hat. Natürlich gibt es je nach Ursprungsort und Zeitpunkt der Entstehung des Gedichts gewisse Unterschiede, doch inhaltlich sind die verschiedenen Gedichtversionen erschreckend identisch.

Daraus können wir eine weitere Schlussfolgerung ziehen - es kann sich unmöglich um eine Weitergabe einer Legende handeln. Wäre das der Fall, hätten kulturelle und örtliche Sichtweisen Einfluss auf das Gedicht genommen, und die Abweichungen wären wesentlich auffälliger. So aber scheint das Kinderlied die Beschreibung eines Ereignisses zu sein, daß immer wieder auf die gleiche Weise stattfindet. Um es verständlicher zu machen: Wenn Waschweiber in Wegesruh eine Geschichte erzählen und diese Geschichte über Camlorn und Aldfelden schließlich nach Dolchsturz gelangt, könnt Ihr sicher sein, daß die Geschichte etliche Male abgewandelt wurde. Ereignen sich jedoch an den verschiedensten Orten die gleichen Geschehnisse, die stets gleich wahrgenommen werden, bleibt eine allzu genaue Übereinstimmung gar nicht aus. Ein gutes Beispiel hierfür sind Berichte über Dolmen. Obwohl an den verschiedensten Orten erbaut, sind die Beschreibungen über Dolmen oft sehr ähnlich.

Bitte verzeiht, falls ich mich an der einen oder anderen Stelle wiederholt haben sollte und mein Brief nicht ganz so geordnet verfasst wurde, wie Ihr es sonst gewohnt seid. Doch die Angelegenheit erscheint mir so dringlich, daß ich die bereits gefundenen Informationen nicht länger als nötig zurückhalten wollte, nur um meinem Schreiben den letzten Schliff zu geben. Ich hoffe sehr, daß Euch mein Brief weiterhilft und möchte Euch darin bestärken, dem Geheimnis des Kinderliedes weiter auf den Grund zu gehen. Womöglich seid Ihr einem Schrecken auf der Spur, der bereits viele Jahrhunderte lang wütet und bisher fälschlicherweise als Märchen abgetan wurde. Ich werde weiter nach Informationen suchen und dazu in Kürze die Bibliothek der Magiergilde Dolchsturz aufsuchen.


Mögen die Götter uns leiten, Licht ins Dunkel dieses schrecklichen Geheimnisses zu bringen.
Namir al-Rashid


* * *

Der Becher war geleert und ehe sie sich den anderen Schriftstücken widmen würde, suchte sie Eodaine auf.
Es galt neue heiße Schockolade zu besorgen.

Dort, wo Wahrheit und Mut miteinander verbunden werden, liegen die Geheimnisse der Gerechtigkeit.
Sie darf nicht gezügelt werden, denn sie leuchtet nicht auf in den Kriegsnebeln...

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Montag, 19. November 2018, 19:22



Briefwechsel ~ Erinnerungen ~ Vorahnung


Hochgeschätzte Ordensmeisterin Muraille,

ich habe meine Nachforschungen bezüglich des "Rattenmeisters" in der Bibliothek der Magiergilde Dolchsturz fortgesetzt. Obwohl die Bibliothek in Dolchsturz bei weitem die umfassendste ist, die sich im Bündnis finden lässt, konnte ich zu meiner Enttäuschung lange Zeit nichts finden, was mir nicht bereits bekannt gewesen wäre. Ich muss gestehen, daß mir zwischenzeitlich sogar der Gedanke kam, ob wir nicht doch einem Märchen hinterher laufen und Gespenster sehen, wo keine sind. Bei den Göttern, ich wünschte, ich hätte damit recht behalten.

Nachdem ich 2 Tage lang intensiv zahllose Bücher und Schriftstücke studiert hatte, stand ich kurz davor, meine Nachforschungen aufzugeben. Als ich einen Stapel Bücher zurück in die Regale stellen wollte, fiel mir auf meinem Lesetisch eine Mappe mit einer Sammlung von Pergamenten auf, die ich zuvor nicht weiter beachtet hatte. Es war eine abstruse Sammlung von pseudowissenschaftlichen Briefen und Schriftstücken, deren Studium mir nicht gerade Vergnügen bereitete, so stümperhaft waren sie verfasst. Und doch sollte sich meine Mühe auszahlen. Ich entdeckte eine Reihe veralteter Pergamentbögen, wohl Reiseaufzeichnungen von Schatzjägern, die auf den ersten Blick belanglos schienen, doch bei näherer Betrachtung unsere schlimmsten Befürchtungen bestätigen, da sich in ihnen ein konkreter Hinweis auf die Existenz des Rattenmeisters findet.

Eine Anfrage beim Bibliothekar ergab, daß die Pergamente katalogisiert waren, es jedoch keine genaue Quelle oder Zeitangaben dazu gab. Leider gab es auch keine Angaben darüber, wo und wie die Pergamente gefunden wurden. Einzig der Hinweis, daß es aus den Überresten eines Tagebuchs stammt mit dem Titel "Reise in die südliche See". Nach viel Überzeugungsarbeit und langwierigen Erklärungen war der Bibliothekar schließlich bereit, mich eine alchemistische Analyse der Pergamentbögen durchführen zu lassen, so daß ich das Alter der Pergamente auf schätzungsweise Ende der Ersten, Anfang der Zweiten Ära datieren konnte - wenn auch mit großem Vorbehalt. Meine Bitte, die Originale ausleihen und an Euch schicken zu dürfen, wurde zunächst kategorisch abgelehnt. Ich weiß nicht, was genau den Bibliothekar dazu gebracht hat, seine Meinung zu ändern, doch nachdem ich allerlei Argumente vorgebracht und das Haus der Wissenschaft, Euren Orden und schließlich sogar meine Mäzenin Madame Barneau erwähnt hatte, war er doch noch bereit, mir zumindest einen Teil der Pergamente für eine befristete Zeit zur Verfügung zu stellen.

Die 3 letzten Pergamentbögen des Tagebuchs wurden gut geschützt in einem eigenen Transportbehältnis verstaut und sollten Euch zusammen mit diesem Schreiben erreichen. Bitte lasst mich wissen, wenn Ihr weitere Hilfe benötigt. Ich werde Euch nach Kräften unterstützen.


Mögen die Götter ihre schützende Hand über Euch und Euren Orden halten
Namir al-Rashid








< Einem unsagbar kostbarem Schatz gleich breitete sie die Fetzen an Informationen auf ihrem Tisch aus. Dann schloss sie die Augen. Alte Erinnerungen krochen in ihr hoch. Erinnerungen an Walterus, an Pater Leando und..
.. an Ratten." >

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Mittwoch, 28. November 2018, 07:38



Liniphias Tagebuch


< Auf ihrem Zimmer an dem kleinen Tisch, sitzt Lini mit nachdenklichem Blick auf ihr Tagebuch gerichtet und schreibt währenddessen im Schein des Kerzenlichts. >

Viele Tage sind nun vergangen, seit meinem letzten Eintrag, aber endlich bin ich nun doch wieder zumindest dazu gekommen, einige Zeilen zu schreiben.
Hier ist wirklich viel los.

Die ersten Tage im Anwesen waren ungewohnt und fremd, auch wenn wirklich alles hier sehr schön ist, muss ich schon sagen.
Man hat zum Beispiel diesen total tollen Ausblick auf das Meer vom Hof aus. Der Hof selbst ist wirklich hübsch angelegt und es herrscht auch täglich hier reger Betrieb.
Man kommt sich wirklich vor, wie in einem Dorf oder so, was ich sehr spannend finde. Alles ist so durchorganisiert und wir haben hier wirklich alles was wir brauchen. Das Anwesen selbst ist einfach nur riesig und schön. Normal habe ich solche Gebäude nur von außen immer gesehen aber selbst nun darin zu leben, ist unglaublich.

Alles ist einfach groß gebaut und wirklich angenehm und hübsch eingerichtet. Gefühlt jeden Tag entdeckt man was neues, was man sich anschauen kann und nicht selten verlaufe ich mich manchmal immer noch in dem Gebäude, bei all den Gängen und Treppen, obwohl eigentlich mein Orientierungssinn nicht schlecht ist. Liegt vielleicht daran, das trotz allem, das Anwesen zum großen Teil aus Stein gebaut ist. Holz-Verkleidungen findet man dann doch selten. Der Speiseraum ist sogar in einem Keller. Trotzdem fühle ich mich auch dort ziemlich wohl bisher.
Was ich aber auch richtig gut finde, ist dass wir eigene Zimmer nun haben. Sicher, nur eine kleine Kammer, wie in einem Gasthaus, aber diese beinhalten schon alles, was man so braucht und mit ein bisschen Mühe konnte ich nun einen angenehmen Wohnraum für mich schaffen.

Tatsächlich aber muss ich sagen, dass die Aufgaben, die wir tagtäglich bekommen, kaum Zeit lassen für privatere Dinge. Ich suche fast immer meinen Raum nur auf wenn ich mich zum Schlafen hinlege, selbst zum Schreiben komme ich kaum, weil ich gefühlt jeden Tag tot müde mich einfach auf das Bett schmeiße. In den ersten Tagen bin ich sogar mit allem, was ich anhatte, eingeschlafen.
Ich dachte ja erst, anstrengend sei die Reise, aber tatsächlich nicht weniger auch die Ausbildung und das allgemeine Leben beim Orden. Doch ich beschwere mich nicht, im Gegenteil. Es tut mir gut einer geregelten Arbeit nachgehen zu können und Verantwortung zu bekommen. Das spüre ich Tag für Tag. Man lernt auch hier tägliche neue Dinge dazu und muss sich eben auch einfach zurechtfinden.

Was mich allerdings immer noch manchmal ein bisschen bedrückt ist, das ich als Bosmer doch ziemlich alleine bin, also kulturell. Ich mein, wirklich niemand macht irgendwelche Unterschiede bei mir deswegen oder so, aber einfach, ja, jemand vom eigenen Volk mal zu treffen und auszutauschen wäre sicherlich auch mal was ganz schönes. Ich glaube das letzte Mal, als ich jemand traf, war Talia. Ich frage mich, was aus ihr geworden ist, da ihr Mentor leider sie ja ganz unter Kontrolle hatte und streng war. Wobei Mentoren sind eigentlich immer irgendwie streng oder werden es noch.
Das wird vor allem noch interessant, wenn die Aufzucht des Falken beginnt, was zu meiner Ausbildung dazu gehört.
Wir haben schon einiges an Vorbereitungsstoff bekommen und ich bin froh, dass ich das alles so verinnerlichen konnte, aber irgendwie bin ich immer noch nervös. Klar freue ich mich auch, aber gleichzeitig hoffe ich einfach keinen Fehler zu machen. Wobei das versuche ich ja immer irgendwie. So was hätte Nimi vielleicht doch auch gefallen können.

Ich denke viel an sie an manchen Abenden und vermisse sie, auch wenn wir uns ausgesprochen hatten, wie es auch mit ihr weitergehen wird. Sie sagt zwar das sie sich für mich freut, dass ich beim Orden nun bin und diese Entscheidung getroffen habe aber ich fühle mich immer noch so, als ob ich ihr damit sehr weh getan habe.
War es egoistisch von mir damals, mich so zu entscheiden?
All die Pläne, die wir hatten können wir so nicht verfolgen, die Verantwortung beim Orden ist größer und es gibt Momente Abends da tun mir diese Gewissensbisse sehr weh. Verwirren und verunsichern mich.

Das sind diese Momente, wenn ich dann auf meinem Zimmer bin, in denen ich mich einfach sehr alleine fühle, obwohl so viele andere Ordensbrüder und Schwestern für einen da sind. Einzelne Personen glaube ich würden diese Situation verstehen können, aber vielleicht sind meine Sorgen auch viel zu harmlos. Ich weiß es nicht. Es fühlt sich wirklich so an als ob ich meine Schwester und meine Eltern vor dem Kopf gestoßen hätte. Das ich nur an mich dachte damals.
Auch wenn sie es nicht zugibt, glaube ich immer noch, dass ihre Reaktion an dem Tag, an dem wir uns wieder sahen, ihre wirkliche Gefühle widerspiegelten. Wie sie sich fühlte und immer noch fühlt, dass ihre große Schwester einer Verpflichtung eingegangen ist, die ein familiäres Zusammenleben nicht mehr möglich macht. Ich zittere schon jetzt wieder, während ich diese Worte schreibe. Manchmal blättere ich meine alten Einträge im Tagebuch durch, um mich daran zu erinnern, wie das alles passieren konnte, vielleicht auch um mich an ein früheres Leben zu erinnern.
Irgendwie klingt das bescheuert, es ist kein ganzes Jahr bisher vergangen und doch fühlt es sich an, als ob ich ein komplett neues Leben führen würde. Ich trage zwar die Erinnerungen und alles in mir, aber den Weg, den ich beschreite, ist ein komplett neuer und unbekannter Weg, wo er endet, ist nicht ersichtlich.
Nur Y'ffre wird wohl wissen, was auf mich zukommen wird. Keine Ahnung. Ich weiß nur, zu all den Möglichkeiten, die ich bekommen habe, bisher sind diese Gefühle die Kehrseite von all dem. Der Orden und sonst hat niemand daran schuld, im Gegenteil. Es ist allein meine Entscheidung gewesen. Wenn jemand Schuld hat dann ich alleine.

Es wird vermutlich lange dauern, bis ich diese Schuldgefühle ablegen werde, aber es gibt eben wiederum die schönen Momente des Tages, die mir dann wieder zeigen, warum ich mich damals für den Wams entschieden habe und das gibt mir wieder Kraft weiter zu machen, um meine Pflichten zu erfüllen aber auch, um mich selbst zu verbessern und manche Personen helfen mir dabei, immer zu weiter daran zu glauben aber auch zu wissen, dass es das richtige war. Der Orden ist nun mein zu Hause, das ist einfach so. Morgen werden wir nach Wegesruh aufbrechen, um gewisse Aufgaben zu verfolgen und darauf muss ich nun meine Gedanken ganz richten - und eigentlich auch schon schlafen, anstatt zu schreiben. Darauf kommt es nun an. Verantwortung zu übernehmen und das andere sich auf mich verlassen können.

Warum fällt es einem eigentlich immer leichter solche Vorsätze vorzunehmen und aufzuschreiben als sie dann auch zu verinnerlichen und in die Tat umzusetzen?


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Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Jassillia« (28. November 2018, 08:09)


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Sonntag, 9. Dezember 2018, 09:11



Der Sturm

Als sich die letzten Streiter nach angenehmen wie gemeinsamen Gesprächen auf ihre Zimmer begeben hatten, lag das Gebiet um Kreuzgrat im stillem Schlaf kalter Tage.
Kein Wind, kein Regen, dass eine wärmende Filzdecke genug war, um einen wohligen Schlaf zu finden. Dicke Scheite aus ausreichend getrocknetem Holz sollten auch über Nacht die Feuer in den Kaminen weiter nähren.

Zur dritten Stunde der Nacht wurden die Wachen auf den Wehrgängen erste Zeugen eines sich verändernden Himmels wie auch der unruhig werdenden See. Kleine, weiße und spitze Schaumkronen zeigten sich, es roch nach kaltem Eis.

Mit der Zeit reichten die normalen Umhänge nicht mehr aus und so wechselte man hin zu jenen, die sich dicken Leders und dichtem Fell zeigten.
Der Wind nahm ungewohnt schnell zu und ließ in harten Böen erste Gerätschaften im Innenhof umfallen, Fensterläden, die nur leicht zugezogen waren, schlugen hart und unregelmäßig. In den Zinnen des Anwesen zerbrach ein kleines Fenster.
Wer jetzt noch schlief, als Schindeln arg gebeutelt und die heulenden Böen des Windes zum Schrei des nahenden Winters wurden , der sollte spätestens in den frühen Morgenstunde eine auffallende Kälte in seinen Gliedern spüren. Jene, die in den kleineren Zimmern um ausreichend Holz im Kamin nicht vorgesorgt hatten, erkannten, dass die Glut erloschen und der Raum vor Gitter und Rost weißer wie aschiger Spuren gezeichnet war. Es wurde kalt, wohl auch ungewohnt kalt für diese Ländereien.

Was immer das Ordensgemäuer und die allgemein nördlichen Gefilde in eisiger Klaue hatte, es drückte weiter zu, hart und ohne Gnade.
Zeichen eines ungewohnt erbarmungslosen nahenden Winters, kräftezehrend und entbehrend oder nur ein kurzes Intermezzo stürmischer Winde?

Man würde es sehen..

--
OOC:
Dieses Wetter steht natürlich nicht für die Allgemeinheit. Wer es dennoch mit einbeziehen mag, ist in den kommenden Tagen und vielleicht Wochen gerne dazu eingeladen.

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