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Sonntag, 5. März 2017, 18:47

Die kleine Wilde

Wungrande lebt seit fast 7 Jahren allein im Wald, auch wenn sie sich der Zeit selbst nicht ganz im klaren ist. Das ist wohl auch nur gelungen, aus vergangenem Gelernten. Seit dem Tod ihrer Eltern und einem anderen Ereignis, hat sie die Zivilisation gemieden, mehr noch: sie hat alle Menschen, Mer und jedes sprechende Wesen generell gemieden. Fast immer hat sie es geschafft. Mit der Zeit verlernte sie die Sprache zwar nicht, aber ihre Gedanken kürzten die Worte in ihrem Geist, denn mir ich, du und dein, brauchte sie alles nicht mehr, wie auch vieles anderes nicht, weil sie es nicht anderen erklären musste. Es gab nur noch sie und die Wildnis. Doch auch diese, blieb nicht ruhig:

Sie musste weiter ziehen, von ihren Wurzeln, Stück für Stück weiter getrieben von den Gefahren, die sich innerhalb Glenumbras immer wieder erhoben. Bis sie eines Tages bei einer erfolgreichen Jagd, mit einem Kaninchen im Mund, von einem Reikmannen flüchtete, der sie im Gebiet der Baronie Normanier jagte. Zwar schaffte sie seinen Speer mit ihrer Axt zu splittern, doch sie ahnte, dass dies ein Lauf um ihr Überleben werden konnte, wie sie es schon kannte, wenn man auf Wesen stieß, die der Sprache mächtig sind. Eine Bewegung im Dunkeln, kein Tier. Ein anderes Wesen, könnte rettend sein, denn wenn sich solche Wesen begegneten, stritten sie manchmal, starren sich an, oder bekämpften sich sogar bis zum Tode, womit sie genug Zeit hätte zu fliehen. Als sie der Bewegung aber folgte, begegnete sie plötzlich einem Mann in Rüstung und sie bremste um nicht in die Gestalt zu rennen. Abgelenkt davon, bemerkte sie den Reikmannen zu spät, der sie niederschlug. Sie dämmerte weg und als sie wenig später halbwach wegzukommen suchte, sprach der Mann mit ihr, sie bemerkte dass er den Reikmannen getötet hatte, doch sie, nahm er dafür gefangen und sie zapelte aus Frucht erst mal nicht mehr, wenn, dann nur aus Reflex vor der Gewalt, der sie sich beugen musste. Aber sie wollte nicht so enden wie der Reikmanne, und dies war die klare Drohung gewesen.

Im Kerker verstand sie nicht was sie getan hatte. Für sie waren es böse Menschen, die bei ihren Kerkeraufenthalt, Fehlverhalten mit Drohungen ahndeten, die ihr Angst machten. Wenn diese Menschen aber böse waren, wie war es mit dem, der auch eingerkert war? Keine hohe Kleidung zierte den Mann. Ein freundliches Lächeln. Worte, die ihr Misstrauen beschwichtigten, die ihr halfen die Wache nicht zu erzürnen. Erklärungen. Verstehen... sie hatte das Gefühl verstanden zu werden. Dieser Mann der das erreichte, war Bruder Corontin und bevor sie aus dem Kerker entlassen wurde, schloss sie mit ihm Freundschaft.

Dann kam die Arbeit, Tag für Tag, um ihre Strafe abzuarbeiten, die sie später erst zu begreifen lernte. Stein auf Stein, half sie bei der Kapelle, zwei Wochen müsste sie dies tun. Sie dürfte in das sogenannte Arbeiterhaus und auch wenn sie wusste wo es war, tat sie es anfangs nicht, wenn auch ihr Magen knurrte. Zu ungewiss was sie darin erwartete, auch wenn sie wusste dass dort auch Mariessa war, eine Freundin von Bruder Corontin, die in Ordnung zu sein schein. Aber nein, da war zuviel Misstrauen, zu viel mögliche Gefahr! Beim zweiten Tag allerdings, spickte sie hinein und kam schließlich auch hinein als man sie einließ, sie Mariessa sah. Sie lernte dass sie dort wirklich Essen kommen konnte, ohne dass ihr jemand etwas wollte, aber schlafen, wollte sie dort dennoch nicht. Die erste Nacht schlief sie lieber draußen unter einer der Brücken, später dann vor dem Kamin, spät Nachts, wenn alle schliefen und früh stand sie auf, damit es keiner merkte.

Die Tage vergingen und so lernte sie die Leute kennen, so auch Thondaar, ein Freund von Bruder Corontin. Trotz der Stille, fühlte sie sich nach dem Kennenlernen wohl bei dem Nord, der ihr keine Vorschriften zu machen schien. Daneben lernte sie noch die strenge Aufseherin des Arbeiterhauses kennen: Anjhuli, deren Anweisung sie anfangs auch einfach ignorierte. Niemand hatte ihr etwas zu sagen, sie tat hier nur was sie tun musste. Sie konnte auf sich aufpassen und spielte nur nach den Regeln hier, weil sie keine Wahl hatte. Auch wenn sie mehr und mehr verstand von diesen Regeln, und auch gewillt war sie einzuhalten, weil sie niemanden schaden wollte.

Bruder Corentin brachte ihr die Regeln der Acht Göttlichen wieder näher. Und der Wunsch war da, ihn und seinem Freund Thondaar nach Himmelsrand zu begleiten, damit sie die Heimat ihrer Eltern sehen würde. Aber so klar und einfach das auch erschien, wurde es stetig verwirrender: Flüche, Reize von Frauen, Getränke die einem am Morgen Kopfschmerzen machten, Sachen die angeblich sind und dann doch nicht waren. Dinge, die sie einfach nur schwer verstand, auch wenn manche Person ihr Manches erklärte und es dann aber doch auch Leute zu geben schienen, die lügten. Wenn sie auf Jemanden hörte war es falsch, wenn sie auf Jemanden nicht hörte war es falsch. Die Welt, in die sie hier zwangsläufig zurückgekommen war, war für sie kompliziert geworden.

Anjhuli, die sie Jhuli nannte und sich nicht nur als streng sondern auch freundlich herausstellte, hatte ihr angeboten solange im Arbeiterhaus bleiben zu können, wie Thondaar und Bruder Corontin noch da war. Sie würde dort zu Essen bekommen, müsste aber tun was Jhuli ihr sagt. Das war etwas, was sie nicht wollte, dennoch dachte sie nach es anzunehmen, aber nur unter der Bedingung auch hinaus gehen zu können, wann sie wollte. Dann hätte sie sich angestrengt - aber dazu kam es nicht. Der Feldzug gegen die Reikmannen fing an.

Erst wollte sie mit, mit Bruder Corontin, der als Späher in diesem Feldzug dienen würde, denn sie wusste, dass sie gut schleichen kann. Aber er überredete sie zu bleiben, Hochwürden zu helfen. Als sie dann aber hörte, dass Mariessa mit würde, wollte sie mit. Was diese könnte, kann sie auch, wenn auch nicht mit dem Bogen: Schleichen konnte sie, draußen unaufällig sein konnte sie, vermutlich besser als beide - die Wildnis war ihr Gebiet. Das hatte sie lernen müssen, das hatte ihr Überleben gesichert. Doch als sie am Feldlager ankamen, wollte sie wieder dass sie Hochwürden hilft, auf diesen aufpasst, es wäre auch wichtig. Sie nahm schließlich an, akzeptierte es mit einem innerlichen Seufzen in diesem Lager bleiben zu müssen, aber als der Priester ihr die Aufgabe gab Kräuter zu suchen, fiel ihr nach ein wenig Wegstrecke schnell etwas ein: Es war zu kalt... und wenn Hochwürden sich mit Kräutern auskannte, musste er das wissen. Kalef, der seltsame Agonier, hatte sie begleitet, kannte sich aber nicht mit Pflanzen aus.

Bis sie wieder im Lager waren, wurde ihr klar, dass man sie nur aus dem Weg haben wollte. Sie glaubte dem Mann nicht dass er es vergessen hatte, diesem Priester "Hochwürden". Sie wurde als Kind gesehen. Als jemand der nicht auf sich aufpassen konnte. Etwas was beschützt werden musste. Das machte sie wütend, sehr wütend. Sie hatte gelernt auf sich aufzupassen. Sie hatte die ganzen Jahre allein auf sich aufgepasst, sie brauchte nun niemanden mehr, wenn es um das Leben draußen ging! Deshalb schlich sie hinterher, sie wollte zeigen dass sie nützlich ist, sie wollte zeigen, dass sie helfen kann, auf ihre Freunde aufpassen kann. Mariessa akzeptierte es, Bruder Corontin war erst besorgt, wie auf ein Kind, später wütend. Auch der Orc, Brotkhar, machte sie wütend, wie er über sie redete, wie Bruder Corontin über sie redete. Bei letzterem spürte sie Enttäuschung. Sie dachte er versteht sie, scheinbar hat sie sich getäuscht.

Den nächsten Tag allerdings, war ein Hoffnugnschimmer nachdem sie sich mit dem Orc unterhalten hatte. Vielleicht könnte sie ihnen beweisen, dass sie Erwachsen war. Wenn sie lernen würde wie man kämpft, wäre sie eine Kriegerin und kein Kind mehr. Er würde ihr die Grundlagen zeigen. Sie würde lernen und es ihnen zeigen, dass sie kein Kind mehr war. Doch schon einen Tag später, zerschlug sich die Hoffnung: Man dichtete ihr an, sie hätte die Späher gefährdet, ihre Freunde, nur weil sie mit ist, obwohl sie niemand bemerkt hatte. Sie wollte helfen, hätte helfen können, aber alle sahen in ihr nur das Kind, nur die man beschützen musste, nur die, die Unsinn machte. Die hohen Herren sprachen abschätzend von ihr und später auch der Orc, so reizte er sie in ihrer Wut und sie wollte sich beweisen und versagte. Er stufte sie unwürdig ein bei ihm zu lernen. Kurz hatte sie bei seinem Ansturm, der den ihren abhielt, ein Bild aus der Vergangenheit wieder gesehen, eines das sie gerne vergaß. Dann ging sie, zog sich zurück, dachte nach.

Sie war hier falsch, das hat sich gezeigt. Sie konnte nicht mit diesen Menschen, und sie nicht mit ihr. Es hatte einen Grund gehabt, wieso sie von der Zivilisation weg gegangen war, und der hatte sich nur wieder bestätigt: sie gehörte da nicht hin, das zeigte ihr ihre Umgebung. Ein oder zwei Möglichkeiten gab es noch, wenn es besser für sie wäre, wenn sie unter Menschen wäre: Mit den Unerschrockenen, oder vielleicht zu den Wryn, sollte ihr zusagen was sie hört. Sie wusste nur dass diese der Natur näher waren und keine Männer zu ihnen durften, so hatte sie gehört. Sie müsste mit der Frau im Lager reden. Sie musste ihren Platz finden. Wenn keines der beiden Sachen geht: Dann würde sie eines tun: Zeigen dass sie kein Kind ist, Mariessas Haare dieser Vettel entwenden, oder es nicht schaffen und nach Sovengarde gehen, zu ihren Eltern.

OOC:

Spoiler Spoiler

Eine kleine Zusammenfassung von Wungranes bisherigem Rollenspiel. Eventuell nicht für jeden verständlich, bewusst nur grob gehalten bis zu den aktuellen Geschehnissen. Wer sich über die extremren Reaktionen wundert: Sie ist nun mal eine Teeni-Wilde mit Konfornationskurs zur Zivilisation im Kriesengebiet. Die Umfeld formt sie und es wird sich zweigen was dabei herauskommt.
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"Wenn die Winde des Wandels wehen, bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen."
-Chinesisches Sprichwort

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Samstag, 11. März 2017, 13:58

Wegfindung und Überleben
(Teil 1 - 11.03.2017)

Ihr Weg hat sich entschieden, nachdem sie mit der Wyrn gesprochen hatte: Die Unerschrockenen, mit diesen will sie gehen. So konnte sie ihre Verzweiflungstat oder Weg nach Sovengarde noch weg lassen.

Wungrane probiert gerade Thondaars "immervoll"-Horn mit Met aus, wobei der Nord ihr weiß machen will, dass sie nur zu kleinen Schluckte trinkt, trotz ihrem Versuch das Horn leerzutrinken. Unerwartet, will aber eine Wache von ihr, dass sie zur Baroness kommt. Neben dem, dass sie die Wache wiederzuerkennen glaubt, und keine gute Erinnerung an diese hat, kommt ihr Bruder Corentins Wort in den Sinn, dass manch eine Adelige sie hätte an den Pranger stellen lassen, für das was sie tat. Was wollte die Baroness von ihr? Wollte sie sie strafen? Aber sie konnte nicht verweigern, richtig? Ein hilfesuchender Blick gen Thondaar später, und sowohl diese als auch Bruder Corontin wollen sie begleiten, doch die Wache ist nicht damit einverstanden, Begleitung wäre nicht genehmigt, Order der Baroness. Wungranes Inneres wird unruhig, als sie weiter zuhört, aber dann geschieht auch schon ganz anderes!

Die Wache geht auf sie zu, plötzlich fällt deren Kleidugn langsam ab, aber ehe sie sich wundern kann folgt die Haut, die Muskeln, Sehnen und Innerein. Ihre Augen werden groß, und mit einem Mal steht etwa zwei drei Meter vor ihr keine Wache mehr, sondern ein wandelndes Skelett. Mit einem erschreckten Laut spingt sie zurück und rennt ein kleines Stück, ehe sie auch nur wagt einen Blick zurück zu riskieren. Dort sind die anderen, kampfbereit gegen das Skelett zu Gange und so zieht auch sie ihre Waffe. Sie dürfte mit den Unerschrockenen hier reisen und diese hatten nur eine Regel: Den anderen beizustehen. Sie mochte keine Regeln dieser zivilisierten Welt, aber diese erscheint ihr doch sehr gut, so konnte sie nicht wegrennen, ihre Beine ließen es auf diese Erinnerung hin nicht zu. Als Thondaar neben ihr ist, sie sich damit doch etwas sicherer fühlt, blickt sie unverholen zu diesem Skelett, einige Meter entfernt, statt sich weiter hektisch umzuschauen. Der Gedanke, wie aus der Wache nun ein Skelett wurde, will sie gar nicht weiterdenken. Sie geht mit Thondaar wieder etwas näher heran und gerade als Bruder Corontin und Brynn das Skelett erledigten: Brüllen.

30 Reikmannen näherten sich von der einen Lagerseite und Wungrane bleibt aber diesmal wo sie ist: nahe des Baumes hinter Thondaar. Dieser blässt ein Horn zur Ankündigung des Feindkontaktes. Als die Reikmannen auf die Unerschrockenen treffen, ist sie erst mal starr. Sie müsste doch vor, sie muss helfen! Angewurzelt. Ihre Beine rühren sich kein Stück. Erst als Thondaar in ihre Richtung zurückfällt, aufgrund eines Feindes, macht etwas in ihr drin einen Purzelbaum in die richtige Richtung und sie tritt vor und schlägt mit ihrer Axt zu. Aus den Augenwinkeln sieht sie, wie Thondaarm ihr danach zunickt. Was immer aber da gerade in ihr vorgetreten war, verkümelt sich wieder, als die Zelte zu brennen beginnen und die Reikmannen an den ersten Zelten vorbei ins Lager stürmen. Flucht.

Ihr Instinkt warnt sie vor der Gefahr, läutet wie die beste Alarmglocke. Der Kampflärm lässt ihr Herz nur so Rasen, so dass es schon ins Stolpern kommt. Bilder der Vergangenheit – sie hasst sie. Doch sie fasst keinen klaren Gedanken mehr, das antrainierte Verhalten über Jahre lässt sie rückwärts schleichen, Weg von der Gefahr, weg, weg, weg! Nur steht sie dann plötzlich einem der Reikmannen gegenüber, der an der Frontlinie vorbei gefunden hat. Bevor sie sich hätte sammeln können schlägt er zu, und sie bringt noch irgendwie ihre Axt zwischen sich und ihn, so dass sie nur halb im Zelt landet, von dem Rückstoß und ihrem schlechten Halt. Auf allen Vieren versucht sie wegzukommen aber ein Schlag mit einer Keule und mit Karacho gegen ihren Unterschenkel, lässt sie nur zwei Meter weg vom Zelt wieder zu Boden gehen als ein Schmerz das Bein hinauffährt. Sie dreht sich auf den Rücken um blindlinks gen Reikmann mit ihrer Axt zu schlagen, der zumindest kurz zurückweicht. Der verliert dabei seine Keule, was sie gleich wieder nutzt: für die Flucht, wobei sie aber auch ihre Axt verliert, während sie noch hört, wie er sein Messer zieht.

Wungrane rennt und rennt, sie spürt die Gefahr im Rücken. Sie glaubt schon den Atem ihres Angreifers zu spüren, aber sie hört auf jeden Fall seine Atmung, und ein Lachen das nichts Gutes verheißt, treibt sie an. Doch ihr Bein schmerzt, ihr Überlebenswille und das Adrenalin können ihn für einen Moment nicht mehr ausblenden und als sie es ein mal doch weiter versucht, geht sie bei bei dem Belastungschmerz des verstauchten Unterschenkels zu Boden. Bevor sie sich umdrehen kann spürt sie den Stich in ihrem Rücken. Mit einem Aufschrei bricht sie von ihrem Aufrapplungsversuch wieder ein. Durch ihren Niedergang kommt ein Stein in Reichweite und sie greift ihn, der zweite Stich folgt als sie sich umdreht, diesmal in ihre rechte Seite, erneut ein Schrei von ihr. Dann schlägt sie aber mit aller Kraft und mit beiden Armen mittels des Steins auf das Gesicht des Reikmannen ein, was diesen zur Abwechslung schmerzhaft aufbrüllen lässt. Töten oder getötet werden... eindeutig: töten. Ungezielt hämmert Wungrane mit dem Stein auf das Gesicht des Reikmannen ein, ignoriert in Schock und Überlebenswillen dann doch kurz wieder den Schmerz. Er versucht sich zu wehren, doch der erste Schlag hatte gut gesessen, seine Bewegung sind noch ungezielt ehe die weiteren Schläge von Wungrane kommen, die für den Rest sorgen.

Sie merkt gar nicht, dass sie noch einige Augenblicke länger zuschlägt, als dass der Reikmann unter ihr überhaupt lebt. Keuchend kreucht sie erst mal weg, zieht mit Armen und Beinen über den Boden als würde sie sich anpirschen. Sie versteckt sich, vor möglichen weiteren Reikmannen. Angst kriecht ihr in die Glieder, wie die Kälte, die sich anstelle ihres warmen Blutes einnistet, als sie davon stetig mehr verliert. Sie nimmt ein Blatt, stopft es sich über die Wunde an ihrer Seite, aber an die Rückenwunde kommt sie nicht ran, wimmert als sie sich dessen Gewahr wird und kreucht weiter. Unterschlupf. Sie braucht Schutz. Die Zeit zieht sich endlos in die Länge, aber ein paar Minuten später, sieht sie ein Loch hinter einem Baum nahe der Felsen: Ein Fuchsbau vermutlich. Doch ihr ist alles recht und lieber, als wie der eine Späher zu enden den sie fanden: aufgehängt an einem Bein, mit rausrutschendne Gedärmen. Dann lieber von einem Fuchs oder Wolf fressen lassen. All ihre Überlegungen sind aber nicht gedanklich präsent, es sind Gefühle was sie will und Wissen was sie braucht. Mühselig schiebt sie sich mit den Beinen zuerst in den Bau, quetscht sich hinein. Kaum genug Platz um tiefer durchzuatmen. Ein Nebeneffekt ist aber, dass sie ihre Rückenwunde an den kalten Fels drücken kann, indem sie die Arme unter ihren Bauch verschränkt. Die Stirn landet einfach auf der Erde. Jetzt ausruhen, aber nicht einschlafen. Alles bleibt aber insintktiv in ihrem Geist, kein Gedanke, nur einer, bahnt sich jetzt doch mal ans Licht: "Durchhalten, wie immer."
...
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Samstag, 11. März 2017, 13:59

Wegfindung und Überleben
(Teil 2 - 11.03.2017)


Der nächste Tag bricht an, viel zu langsam zieht er vorbei und sie hat das Gefühl dass die Sonne ihn nicht mehr erwärmt. Ihr wird kalt und als der Abend kommt und damit die Dämmerung, wünscht sie sich eine Decke herbei, vielleicht sogar mal diesen Kamin. Kommt sie jetzt nach Sovengarde? Ihre Augen werden schwer, viel zu anstrengend war der Abend davor, die Wunden zehren aber sie weiß zumindest: mit Verletzungen einschlafen kann tödlich sein, sei es wegen der Verletzung oder das was sie damit anlockt. Sie darf nicht schlafen, auf keinen Fall! Geduld, der Natur lauschen, wach bleiben. Irgendwie, geht es. Viel später hört sie Geräusche, etwas schwammig und sie knurrt vorsorglich. Hat da wer etwas gesagt, ein Reikmann? Sie guckt hinaus in die Nacht, aber dann ist da ihr Name zu hören, wie auch eine bekannte Stimme: Die von Corentin. Doch ein Gedanke von einem Skelett kommt ihr in den Sinn. Ist er das wirklich? Sie zuckt bei seiner Berührung erst zusammen, als er ihr heraus hilft, aber seine Worte.... doch das ist er. Sie spürt wie ihre Rückenwunde wieder etwas aufgeht, die Feuchtigkeit die über das getrocknete Blut läuft, aber dann auch die Wärme dieses Umhangs, nachdem sich Corentin an ihren Wunden zu schaffen gemacht hat. Sie weiß dass er ihr nichts böses tut, daher hält sie einfach still. Brokthar, der Orc, packt sie schließich und trägt sie zurück zum Lager. Es tut weh, das ganze Geschuckel, aber Überleben ist jetzt vorrangig.

Angekommen im Heilerzelt, ist sie beruhigt und doch auch nicht. Die ganzen Leute um sie herum, Stöhnen, Schreie, das ganze Herumgewusel. Da fühlte sie sich in dem Bau fast sicherer... aber sie weiß dass sie hier zumindest heilen kann. Nur Schlafen... nein nicht daran zu denken, sie spürt die Bewegung um sie herum geradezu. Der Feldherr kommt noch vorbei, lobt sie, was sie eher verwirrt, aber scheinbar hatte man durch ihren verfehlten Ausbüchser zumindest ein Lager entdeckt, neben dem, dass sie Thondaar gerettet hatte. Ersteres interessiert sie aber gerade nur halb, macht ihr teils eher Angst, wenn sie an diesen Abend mit dem Skelett zurückdenkt.

Die Nacht vergeht durchwacht, auch wenn ihre Augen immer wieder zufallen. Wenigstens ist es hier warm und ihre Wunden versorgt, kriegt etwas zu Essen. Sie würde nicht sterben. Aber Schlaf drängt sich ihr immer wieder mehr auf. Ihre Bitte in Mariessas Zelt wieder sein zu können, in der Hoffnung von diesem ganzen Lärm wegzukommen wird von Anjhuli abgelehnt, die zu ihr kommt, aber auch geht, als Kalef vorbeischaut. Scheinbar hatte sie noch etwas zu tun. Kalef gibt ihr am Ende der Unterhaltung schließlich einfach zwei von einer Decke abgeschnittenen Stoffstücke für die Ohren, was sie annimmt, und er verspricht bei ihr zu wachen. Brokthar hatte auch gesagt dass hier kein Reikmann hin käme, aber das ging ihr weniger um die Reikmannen, oder von jemand gemeuchelt zu werden. Als sie den Argonier Kalef dann dort am Fußende sitzen sieht, wie er das ganze Geschehen im Auge behält, mit aller Ernsthaftigkeit, keine Anstalten macht sich irgendwo da fortzubewegen, fallen ihr dann doch die Augen zu, entspannt sich. Durch ihre Deckenohrstöpsel, zucken sie beim nächsten nähernden Geräusch auch nicht wieder auf. Der dringend benötigte Schlaf, wird von Körper und Geist endlich einfordern.
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Sonntag, 26. März 2017, 12:01

Das Unglück im Glück
(Teil 1 – 26.03.2017)

Wungrane verbringt einige Zeit im Heilerzelt des Feldlagers bei der Normanier, oder in der Nähe davon. Die Wunden müssen heilen und das tun sie Stück für Stück stetig. Während die an ihrer Seite aber schließlich keinen Verband mehr benötigt und gut verheilt, braucht die direkt unter ihrem Schulterblatt länger, schon allein weil sie sie viel mehr bewegt.

Bruder Corentin kommt von einem Unternehmen des Feldzuges schwer verletzt zurück,und ein mal, als sie ihn besucht, sieht er schon mehr aus wie eine Leiche, als wie ein Lebender. Das erschreckt sie, aber gleichermaßen, als sie seine Qual so sieht, kann sie nicht anders als ihm zu sagen, dass beides in Ordnung wäre: Leben und Tod, auch wenn sie ihm bei letzterem vermissen würde. Sie hatte schon Tiere gesehen, die leideten und dann aber auch elendlich verendeten - dann lieber schneller mit weniger Schmerzen. Glücklicherweise, bringen die Heiler ihn durch und später wird klar: er wird wieder.

Die Zeit zieht dahin, der Feldzug geht vorbei und sie freut sich sehr, denn bald würde es von hier weg gehen, weg von den vielen komplizierten Regeln. Sie würde das Heimatland ihrer Eltern früher oder später zusehen bekommen, wenn sie mit der Gruppe reist. Bruder Corentin wäre bei ihr, daneben die Unerschrockenen, Thondaar, Shovar und noch andere, vielleicht auch Kalef und Mariessa. Bruder Corentin würde ihr mehr über die Welt beibringen, ihre Regeln, Thondaar würde ihr zeigen wie sie richtig mit einer Axt umgeht, wäre sogar seine erste Schülerin, Shovar würde ihr zeigen wie man aus den Tieren besseres Leder macht, eine Rüstung, auch wenn sie "nur" von ihm Ratschläge bekommen würde, es immernoch selber tun müsste, und Mariesse würde ihr dann das Bogenschießen beibringen. Beim Reisen in dieser guten Gesellschaft würde sie auch noch die Welt sehen – es könnte nicht besser werden!

Als sie ein mal allein mit Bruder Corentin ist, sie beim Reden auf die Pflichten zu sprechen kommen, dass solche wichtig wären, merkt sie aber, dass ihre Vergangenheit sie einhohlt. Sie erzählt ihm etwas, noch nicht mal alles, aber Tränen werden geweint für die Erleichterung dieser vergangenen Last, und sie beschließt, zu sehen, dass sie damit noch besser umgeht. Ja sie würde so damit umgehen, wie sie gelernt hat, dass man es hier tun sollte.

Das letzte Zelt vom Feldlager wird abgebaut, unschlüssig ist Wungrane dann wo sie die Nacht über hin soll. Bevor das Feldlager kam, war sie immer beim Kamin vor dem Arbeiterhaus am Schlafen, aber da sie nicht bleiben würde, Anjhuli auch ihre Regeln hätte, wollte sie das nicht mehr unbedingt. Thondaar hatte ihr mal angeboten, bei ihm und dieser Frau im Zelt zu schlafen, statt am Lagerfeuer im Dreck, wegen ihrer Wunde, aber sie kannte die Frau noch so wenig, das machte sie zu unsicher und zu dieser Zeit teilte sie sich das Zelt auch noch im Feldlager mit Mariessa. Jetzt aber beschloss sie erst mal unter der Brücke nah des Arbeiterhauses vorlieb zu nehmen und einfach darauf zu achten, dass sie mit der Wunde nicht zu nah an den Dreck kam, was auch halbwegs gut gelingt.

Schließlich geht sie zu einer Person und redet mit ihr, wegen ihrer Vergangenheit. Sie ist nicht Schuld, und das von Jemandem zu hören, ist herzerwärmend. Danach kommen sie durch einen Witz auch auf ein anderes Thema, bei dem sie bisher von anderen mehr nur abgewimmelt wurde, aber nun beim wissbegierigen Nachfragen erfuhr, was sie wissen sollte. Vielleicht würde sie den Rat der damit einherging mal ausprobieren, es hört sich gut an, richtig, aber... sie sollte sich eine zweite Meinung hohlen. Hier ist immerhin alles kompliziert. Die Person zeigte ihr aber auf, wieso dieser Freund und jene Freundin, und jene Leute nicht für eine zweite Meinung geeignet wären, bei diesem Thema, und wieder, hörte sich dabei auch alles richtig an, einfach und verständlich, wieso das eben so ist. Also nahm sie den Rat an, probierte aus und bereute vorerst nichts.

Der nächste Tag, die 24 Erstsaat ist ihr Geburtstag, wie sie von ein paar Leuten auf dem Markt gehört hatte. Sie hat keine Strafe mehr abzuarbeiten, ist damit frei und weil sie auf Anjhuli Angebot im Arbeiterhaus zu helfen früher ja nicht eingegangen war, musste sie auch dort nichts tun. Sie packte einfach bei den Unerschrockenen etwas mit an, wenn auch erst nur Kleinigkeiten aufgrund ihrer Wunde am Rücken, die wieder etwas mehr ziepte als gestern. Die Heilerin hatte schon mit ihr geschimpft, dass sie sich zuviel bewegt hätte. Konnte sie nicht ändern, außerdem war das nicht bei der Arbeit passiert. Jedenfalls aß sie dann immer bei den Unerschrockenen mit.

An ihrem Geburstag, denkt sie lange nach. Es braucht seine Zeit, zu überschlagen wie alt sie nun wirklich ist, denn im Laufe der fast sieben Jahre in der Wildnis, war es ihr egal geworden und sie hatte dort auch nie einen Kalender, konnte daher nur grob schätzen welcher Monat war und welcher Tag. Wenn sie jetzt aber wieder unter Mensch und Mer ist, sollte sie das wissen - und sie weiß es nun: sie ist 14 Jahre alt geworden! Stolz erfuhr sie später, dass sie bei Shovas Clan nun auch als Erwachsen gelten würde, auch wenn sie sich inzwischen sowieso als Erwachsen sieht. Es gab dank Hochwürden Kuchen und dank Shovar Kirschmet. Sogar Bruder Corentin isst etwas als Ausnahem mit, und es freut sie.
Nur zwei Sachen sind an dem Abend da, die die Stimmung trüben: Das eine ist dass Mariessa nicht auf die Reise mit kann und sie daher neben einer Freundin, auch keine Bogenschießlehrerin mit auf Reisen haben würde. Das andere, gewisperte Worte zu einem Spiel, von dem sie recht sicher war dass ein Freund nicht würde mitspielen wollen. Der Abend ging für sie aber vergnügsamer zuende, zog sich noch in die Nacht hinein und unter der Brücke nahe des Arbeiterhauses, endete er wieder.

Den nächsten Tag ist sie weiterhin glücklich, hat auch nach wie vor die Vorfreude auf die Reise, mit den vielen netten Leuten, es würde sicher nicht mehr lange dauern. Sie stattet einem Freund einen Besuch ab, begleitet ihn ein Stück. Was er allerdings zu wissen wünscht, das Gewisper am letzten Abend, lässt Unbehagen aufkommen. Nein sie will ihm das ganz sicher nicht erzählen, zumal es geklärt war. Sie würde das nicht machen, sie wusste dass er sowas nicht wollte und er würde sicher schon allein den Gedanken für schlecht halten. Sie schämte sich, da sie eine kleine Weile gebraucht hatte, darüber nachgedacht hatte, ehe sie sich sicher war. Schließlich kommt der Freund aber auf etwas zu sprechen, was ihre Gedanken und Gefühle erst mal Purzelbäume schlagen lässt und dafür sorgt, dass sie erst mal rennend im Wald verschwindet

Sie wusste durch das Gesagte erst mal nicht mehr was sie glauben sollte, auch der Wassergeist, den sie schon am Tag davor kenngengelernt hatte, ist ihr dabei keine Hilfe. Eine verträumte Gestalt, die manchmal völlig verwässerte, nur seine Robe noch auf dem Wasser schwamm, ehe je nach Wunsch dieser Gestalt, alles wieder eine Form annahm. Ein komisches Geschöpf, mit komischen Worten. Am ersten Tag mochte sie ihn irgendwie noch, in der Situation allerdings, ging es ihr etwas auf den Keks, aber vermutlich, ging ihr die eigene Hilflosigkeit eher auf den Keks. Also beschloss sie sich wieder eine Waffe zu machen, wenigstens das, damit sie sich zumindest nahe der Mauern der Normanier wehrhafter vorkam, und sich auch wehren konnte, während sie draußen im Wald ist. Das hatte sie schon oft gemacht, dementsprechend brauchte es auch nicht lange...
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Toxem (30.03.2017), Corentin (08.04.2017), Meavy (17.03.2018)

5

Sonntag, 26. März 2017, 12:10

Das Unglück im Glück
(Teil 2 – 26.03.2017)

Als sie ihre Steinaxt hat, will sie aber wieder zu ihrem Freund und klären, was sie durch ihr Fortrennen unterbrochen hatte. Sie sucht und sucht, aber auch wenn sie Mariessa trifft, so nicht ihn. Es dauerte eine ganze Weile und sie geht sogar zum Schrein beten, um ihn zu finden, und tatsächlich, findet sie ihn daraufhin sogar direkt, zusammen mit der Person, bei der nun innerlich eine Befürchtung aufkeimt, durch die sie sich schlecht fühlt. Sie bemühte sich, sich nichts anmerken zu lassen, als sie mit der Person spricht und mit ihrem Freund weggeht, zumal sie ja noch nicht gänzlich sicher ist.

Als Wungrane aber außerhalb der Mauern mit ihrem Freund draußen redet, ihn etwas fragt um sich sicher zu werden, und er antwortet, begreift sie, und sie lässt sich kniend nieder. Schwach und schuldig fühlt sie sich. Eine Falle, sie wäre fast eine Falle geworden, für ihren Freund! Als sie die wisperten Worte sagt, die dazu geführt hätten, und die er heute hatte wissen wollen, sieht sie sein Entsetzen. Die Worte die er sagt, spenden Trost, aber auch soviel Schmerz, als sie das ganze Ausmaß ihrer Dummheit begreift. In ihren Gedanken tönt zu seinen Worten aber auch noch verhönend das "zu spät", als er sagte was sie sein sollte, das "zu spät", als er sagt dass alles gut wäre, solange sie eines nicht täte, und wieder das "zu spät" als sie hört, sie solle auf sich aufpassen. Aber ihre Zunge spricht es nicht, was sie schmerzhaft fühlt, denn auch wenn es so war wie es war, hatte sie nicht versprochen zu schweigen? Viel hatte sie sich nicht aus ihrer Vergangenheit gemerkt, aber Versprechen, sollte man nicht brechen. Das gilt doch trotz allem, oder nicht? Aber sie fragt ihren Freund nicht, lässt ihn ziehen, als sie merkt wie eilig er es hat. Sie hatte ihn so schon aufgehalten, sieht wie wichtig ihm es ist das zu erledigen, was er wollte - sie kann bis morgen warten, das hat sie nur verdient. Wäre er wohl noch ihr Freund, wenn er es weiß? Und die anderen?

Sie geht nach einem einsamen tränenreicheren Waldspaziergang zu Mariessa, während ihr Herz pochend schmerzt, sie sich wage an die Schuld in ihrer Vergangenheit erinnert fühlt, ihr etwas anders wird. Wenn die Person bei dieser einen Sache gelogen hat, bei wieviel noch? War sie in Wirklichkeit auch in ihrer Vergangenheit schuldig? Ihre Schultern sind so schwer... nicht daran denken, sie hatte schon geweint, wollte es nicht wieder, sie müsste zumindest versuchen noch stark zu sein, wie ihr Freund es wollte, auch wenn er nicht alles wusste. Sie versucht sich auf diese kleine Schnitzeljagd zu konzentrieren, der Mariessa gerade nachgeht, und ein wenig klappt es auch, bis die Wache zu ihnen tritt. Zur Baroness sollte sie? Wieso das?! Sie traut Wachen nicht, wollte nicht mit. Die erste Wache in der Normanier hatte sie in einen Kerker geworfen, eine Bruder Corontin böses getan, andere sie selbst dort bedroht, und die letzte, die nach ihr fragte, hatte sich in ein Skelett verwandelt, das von den Reikmannen gekommen war. Nein Wachen sind nicht gut, aber Mariessas Worte, dass sie mit dieser hier letztens schon mal mitgegangen war, lassen sie mitgehen - immerhin ist Mariessa ja auch wiedergekommen.

Sie konnte in diesen Regeln hier wohl auch schlecht verweigern, erst recht wo die Wache andeutete, dass es sich vielleicht sogar um einen Danke der Baroness handeln könnte, auch wenn sie es nicht genaueres wüsste, wohl nur vermutete. Es wundert sie etwas, zwar hatte sich dieser Feldherr mal bei ihr bedankt, als durch sie wohl, unbeabsichtigt von ihr, ein Reikmannenlager gefunden wurde, aber die Baroness? Sie schien sie nicht leiden zu können, was auf Gegenseitigkeit beruht. Noch mehr fühlt es sich komisch an, als die Baroness nicht in ihrer Burg sein soll, sondern auf einer Blumenwiese, weil sie der Natur zugetan ist. Irgendwas stimmt da doch nicht? Sie sieht sich aufmerksamer um, sieht aber nichts und will gerade schon umkehren, als keine Spur von der Baroness zu sehen ist - während sie auf eine Sackgasse zusteuern, zwischen Fels und Mauer - als die Wache stehenbleibt, pfeift, nach der Baroness ruft und... "die" Person hinter einem Stück Mauer erscheint.
Die Überraschung sorgt dafür, dass sie von seinen Worten abgelenkt ist, aber die begleitende aufkeimende Angst, lässt ihren Instinkt noch wach sein, der Alarm schlägt. Sie dreht sich noch um, kann den Schlag gegen ihre Schläfe aber kaum noch ausweichen, bekommt den Großteil der heftigen Wucht ab. Sie schafft noch einen schnellen Schritt zur Seite, will vorbei, zurück, flüchten... aber nach dem ersten Schritt, schafft sie nicht rechtzeitig einen zweiten, der Schwindel zwingt sie schon fast ohne Bewegung zu Boden, lässt sie Sternchen sehen. Ehe sie weiß wie ihr geschieht, liegt sie durch Gewalteinwirkung am Boden, spürt ihre Wunde schemerzhaft am Rücken, als sie mit einem Fuß dort gehalten wird und sie sich mit allem was sie hat zu wehren versucht - aber vergeblich. Ein Hilferuf schafft sie, doch das Gefühl dass er nicht rechtzeitig Gehör findet, beschleicht sie in ihrer Panik. Sie sollen es wenigstens noch wissen! Hinaus schreit sie wer der Schuldige ist, sieht aus den Augenwinkeln noch etwas, was von der Person herangeschoben wird, aber dann bekommt sie einen weiteren Schlag ab: Die Schwärze nimmt sie ein.
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"Wenn die Winde des Wandels wehen, bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen."
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Toxem (30.03.2017), Corentin (08.04.2017), Mariessa Fourré (20.04.2017), Meavy (17.03.2018)

6

Mittwoch, 29. März 2017, 16:53

Flackernde Flamme
(29.03.2017)

Wungrane steht auf den Zehenspitzen, kaum mehr als das ist möglich, manchmal hängt sie auch nur, um ihre Füße auszuruhen, aber ihre Armgelenke, gerade Handgelenke, schmerzen schon, von den Malen zuvor in dieser Nacht. Die Augen geschlossen, denn vor ihr gibt es nichts sehenswertes für sie. Vielleicht ist das die Art der Götter sie Buße tun zu lassen? Am Anfang war noch Hoffnung, sie könne fliehen, oder sich freiarbeiten, wie die erste Frau zu ihr sagte. Nun wusste sie dass letzteres schon mal nicht mehr ging und die Hoffnung auf ersteres, wurde immer kleiner. Jedes mal, wenn sie den Ansatz zur Flucht oder zum Aufbegehren auch nur machte, hatte sie das Gefühl durch ein Dornengestrüpp zu laufen: es schmerzt bei jedem Schritt, bei jedem Versuch hindurchzukommen. Aber hierbleiben? Für den Rest ihres Lebens? Nein. Nein schreit alles in ihr! Als sie das erste mal gehört hat wo sie ist, hatte sie geweint, und es war nicht das letzte mal. Soweit weg, so unendlich weit weg von dem was sie kennt, von dem wo ihre Freunde sind, und die, mit denen sie sich so gefreut hatte zu reisen. Sie weiß selbst nichtmal wirklich wie sie hierhergekommen ist, wie sollten das dann ihre Freunde erfahren? Vermutlich konnten sie sie gar nicht finden, selbst wenn sie suchen. Und selbst wenn sie selbst hier raus käme: sie wüsste den Weg nicht.

Von der Himmel in die Hölle, wirklich wegen einer Sünde? Oder waren es zwei wegen ihrer Vergangenheit? Egal.... aber so grausam konnten die Götter doch nicht sein, sie deshalb ein Leben lang Buße tun lassen zu wollen, mit dem was sie so verabscheute, oder? So sehr wie Bruder Corentin daran festhielt, wie er sich freut, wenn er von Stendarr spricht, konnte dieser Gott doch nicht so schlecht sein! Nein, sie muss... ja was?
Stille in ihrem Geist, so leer, kein Gedanke, keine weitere Frage zu dieser, die sie auf die Antwort bringen könnte, nichtmal zu einer dummen Antwort. Was soll sie tun? Ihr Hals ist trocken, Hunger macht sich breit. Sie würde nichts kriegen, um auch nur eines davon zu stillen, oder? Nein vermutlich nicht, sie hat nicht gehorcht. Ein Blick auf ihre Unterarme treiben ihr Tränen in die Augen. Weg ist das was sie dort so wohl behütet hat, was ihr soviel bedeutet, dass sie einen Tag zuvor lange ungehorsam war, im Versuch es behalten zu dürfen. Lügner ... die Leute hier sind alle Lügner. Sie hatte gesagt sie solle es für immer für sie verwahren, solange sie lebt. Launische Lügner!

Keine Kraft in ihrem Körper, ihr müder Geist am kämpfen, gegen den unüberwindbaren Feind der immer größer werdenden Hoffnugnslosigkeit. Sie behilft sich mit den Gedanken des Unmöglichen, stellt sich vor was wäre, wenn Thondaar und seine Kameraden hier wären, wie sie aufräumen würden, wie Kalef durchs einer Portale hier landet, und sie wieder mitnehmen könnte, oder wie Bruder Corentin vielleicht sogar mit Mariessa hierher schleicht, sie losmachen und sie gemeinsam wieder hinausschleichen, um aus dieser Hölle zu entfliehen. Am besten noch wie er ihr danach sagt, dass das alles nicht so schlimm war, selbst wenn sie das eine getan hatte, was sie nicht hatte tun sollen... dass sie genug Buße geleistet hat, dass er weiter ihr Freund ist und das sie weit weit von hier weg gehen. Sie will es so hören, wenigstens in ihrem Geist... Sie versucht den Gedanken zu halten.

Ein Einnicken unterbricht es, was sie nicht weiß, dass es kaum mehr als ein Sekundenschlaf ist, ehe ein Geräusch von einen der schlafenden Leute, sie sofort wieder rausreißt. Es war immer überlebenswichtig, wach zu werden wenn eine potentielle Gefahr in der Nähe war, das hat sie sich einfach angeeignet. Sie kann hier nicht schlafen. Jedes Geräusch fühlt sich nach dieser möglichen Gefahr an, jedes. Sie könnte sich gerade sowieso nichts in die Ohren stopfen, so wie sie festgemacht wurde, und selbst wenn, würde sie das nur unruhig machen, ohne jemanden wie Kalef, der über sie wacht. Sie ist verdammt...

Essen... Trinken... Schlaf... Sicherheit... das ist mit voranschreitenden Stunden das einzigige was sie für den Augenblick will. Sie macht ein mal die Augen auf, als könnte sie mit ihren schönen Gedanken an eine möglichen Retter diesen herbeirufen, aber niemand ist da. Ihr Blick verliert sich etwas im Nichts, wird stumpfer, ihre Lebensflamme etwas kleiner, die Umstände ersticken diese geradezu, als hätte jemand ein Glas darüber gestülpt. Doch ein Gedanke hält sie davon ab, dass sie will, dass dieses immer hoffnungsloser wirkende Leben hier endet und die Flamme wirklich erlischt: Wenn sie so leicht aufgäbe, käme sie sicher nicht nach Sovengarde. Ein kleines Stück Holz und Sauerstoff, für ihr inneres Lebenslicht. Noch nicht aufgeben, nein, noch nicht... irgendwann... irgendwann bekommt sie vielleicht ihre Chance... um wegzukommen, wenn sie... wenn sie gehorsam ist, vorerst. Wie sie den Gedanken jetzt schon hasst, weiter so zu tun als gehöre sie sich nicht mal selbst, als lebe sie nur für diese Leute, zu lügen... um zu leben, was aber kein Leben ist. Sie atmet ein mal tief durch, soweit es so gestreckt geht, schließt die Augen und bittet Stendarr inständig um Kraft. Einen kleinen Moment lang, hat das sie dabei Gefühl, dass Bruder Corentin nicht so weit weg ist, wie er es sicher sein muss. Sie versucht sich an dem Gedanken wieder zu halten, dass das tatsächlich über das Gebet so geht, weil er ein Gottesdiener ist, und sie es sich nicht einbildet. Denn das was sie neben ihren Grundbedürfnissen gerade am meisten braucht, ist Hoffnung.
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"Wenn die Winde des Wandels wehen, bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen."
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Corentin (29.03.2017), Toxem (30.03.2017), Mariessa Fourré (20.04.2017), Meavy (17.03.2018)

7

Samstag, 8. April 2017, 16:33

Dichte Mauern
(Teil 1: 07.04.2017)

Am Morgen hat Wungrane den Kopf gesenkt, sieht nur den Boden vor sich an, wo drei Finger ihrer Hand sacht über den Stein streichen, um nicht aufzufallen. Sie hat begriffen, dass sie am besten unsichtbar ist, wenn sie nicht gerade etwas tun muss, um keinen Ärger zu bekommen, oder etwas machen zu müssen, was sie nicht will. Die kleine Geste ihrer Hand, wird niemanden stören und gibt ihr wage das Gefühl, auch in der Anwesenheit der Dunmer, etwas für sich selbst entscheiden und tun zu können, was nicht gleich lebenswichtig ist. Ihre Gedanken beginnen sich etwas in ihrem Kopf zu bewegen, kreisend, wie die Finger ihrer Hand:

Die Sedura. Manchmal weiß sie nicht, was sie von ihr halten sollte. Nachdem diese sie von der Zwangsaufhängung runtergeholt hatte, sie selbst immernoch so unsagbar müde war, von den drei durchwachten Nächten, ist die Sedura bei ihr geblieben, über Nacht. Wungrane hatte sich am nächsten Morgen zumindest für den Versuch bedankt, aber sie konnte bei der Person nicht schlafen, nicht wirklich. Die Geste war aber... nett, und deren Worte waren so mild. Allerdings, hat sie inzwischen die Erfahrung gemacht, dass nett sein und gute Worte nicht alles sind, und man trotzdem belogen und ausgenutzt werden kann. Sie vergaß trotz dieser freundlich wirkenden Art daher nicht, dass das die Sedura ist, die sie als ihr Eigentum sieht, als jene, die sie mit Zwang hier festhält. Das war ein Grund, wieso sie trotz dem Kopf auf deren Schoß, kaum mehr Schlaf gefunden hatte als alleine: plus minus Nichts. Sie vertraut ihr nicht, denn sie weiß einfach, dass sie nicht als Person angesehen wird, sonder nur als Sklave. Sie ist für dies Sedura nicht mehr als ein Haustier, ein Nutztier, wenn überhaupt. Daher will sie hier weg, sobald es geht.

Ein wenig Gutes gibt es hier aber auch: Ein Khajit und eine Argonierin, Sklaven. Sie sind zumindest ein kleiner Lichtblick in dieser Trostlosigkeit, auch wenn sie keinen der beiden völliges Vertrauen entgegenbringen kann. Denn während der Khajit, der Sedura völlig treu ist, als ihr Leibsklave, freiwillig bleibt und stolz darauf ist, zu sein was er ist, weiß die Argonierin nicht mal was Freundschaft und Freiheit wirklich heißt, was ihr für diese Leid tut. Wenn sie könnte, würde sie es ihr zeigen.

Der Khajit war für sie auch ein Widerspruch: Einerseits tut er alles für die Sedura, auch ihr weh, wenn diese es sagte, andrersetis versprach er abseits dessen auf sie aufzupassen. Das war so seltsam und hemmte auch ihr Vertrauen. Dennoch, nach der vierten durchwarten Nacht, konnte sie ihm in ihrer Not soweit trauen, dass sie durch seine Anwesenheit endlich den dringend benötigten Schlaf fand. Sie streicht sich ein mal etwas über eine Stelle am Haar, aber weder spürt man es gleich, noch sieht man es, was dort verborgen ist. Eine kleine Sicherheit die er ihr gegeben hatte, ein kleines Geheimnis, welches sie tatsächlich etwas beruhigte, trotz dem Teil in ihr, der dem Khajit wohl weiterhin misstrauen würde. Vermutlich hatte sie aufgrund dessen, in der Nacht darauf, sogar allein bei der Argonierin Schlaf gefunden, als der Khajit wieder bei der Sedura war. Sie war den beiden dafür wirklich dankbar. Sie würde dem Khajit auch wirklich gerne völlig vertrauen, aber unter dem Umständen, kann sie es einfach nicht. Dennoch gibt er ihr ein klein wenig Sicherheit in dieser Fremde, in diesem Horror der Sklaverei, dass sie sich nicht mehr ganz so alleine fühlt - und das ist hier wirklich wichtig für sie, wo sie ihre Freunde doch so vermisst.

Tage später, kam ein Ausflug, den sie so schnell sicher nicht vergisst, und bei dem sie sich fragt: wieso ist sie nicht weggelaufen, als sie draußen war, weit außerhalb dieser Mauern? Ja sie wusste die Richtung nicht, sie hätte keine Ahnung davon gehabt, ob sie in Richtung Freiheit läuft, oder wieder zu den Anwesen der Dunmer zurück. Aber hätte sie es nicht versuchen müssen? Wer weiß, wann sie wieder so eine Chance bekommt?! Bruder Corentins Worte, an dem Abend, als sie entführt wurde, hat sie nach wie vor nicht vergessen: Sie solle klug sein. Zu der Zeit war sie es nicht, da war sie dumm gewesen, wie sie hatte sehen müssen, aber hier? War das klug nichts zu tun? Die Leute hatten aber auch gedroht sie vom Senche fressen lassen wenn sie hier einen Fluchtversuch wagen würde. Bruder Corentin sagte mal in der Normanier, dass die Wachen nur drohen, aber nichts täten. Hier ist das anders, da der Drohung bei Missachtung bisher immer das Gesagte folgte, zumal diese Drohung nicht von einer Wache kam, sondern von der Sedura. War es also von ihr vernünftig, einen Versuch gelassen zu haben, oder viel eher feige? Sie wird darüber nachdenken... ein ander mal. Sollte sie den Schritt nicht tun, wenn sie mehr über das Land weiß, wo sie ist, und wo sie hin muss, dann lohnt es sich darüber nachzudenken, vorher... will sie einfach dass es vernünftig war.

Daneben war das was sie auf diesem Ausflug sah und hörte, so furchteinflößend gewesen, dass für Gedanken der Flucht kaum Platz war, hatte sie doch viel mehr damit zu kämpfen gehabt, dass ihre Fluchtinstinkte sie nicht ganz ohne Entscheidung einfach irgendwohin wegrennen ließen. Es war ein Ort an dem die Natur schwieg, alles unnatürlich seltsam war, grau, als hätte jemand jegliche Farbe gestohlen. Das Flüstern, das keines war, die – wie sie nacher wusste – toten Personen am Boden, später das Kreischen dieser bösen Frau: ein fürchterliches Geräusch, bei dem sie sich die Ohren zuhielt. Dem setzte der Serjo ein Ende, mit einem Schlag seines Schwertes in den Mund dieser Person. Ab da hat sie die Augen zugekniffen, meinte sie doch sogar noch eine fliegende Zunge gesehen zu haben. Nachdem sie davor schon fliegende Hände gesehen hatte, war ihr das an diesem unnatürlichen Ort zuviel – das waren keine natürlichen Kämpfe von fressen und gefressen werden, die sie verstanden hätte. Dazu kam ein fieser Streich in ihrem Kopf, der die Frage stellte, ob sie dann auch so enden würde, wie die böse Frau, wenn sie nicht täte was die Dunmer wollen Das schlimmste aber, war die grollende Stimme aus dem Nichts, die einen Augenblick lang den Himmel auszufüllen schien, durch ihn hindurch seltsam fern und doch so nah tönte, so einprägsam und gewaltig war, wie ein Blitzschlag in einen nahen Baum. Sie hatte bei der alleinigen Existenz der Stimme schrein müssen und ist sich sicher, sie niemals zu vergessen. Sie dankte nur allen Göttern, als dieser Ausflug vorbei war, und die Stimme sie scheinbar nicht verfolgt hatte.
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Corentin (08.04.2017), Meavy (17.03.2018)

8

Samstag, 8. April 2017, 16:35

Dichte Mauern
(Teil 2: 07.04.2017)


Wenn sie nun im Anwesen über Flucht nachdenkt, bei ihren neuen alltäglichen Arbeiten, wird ihr schon mulmig genug. Dort sind zwei besonders hohe Mauern in ihrem Geist, von denen sie nicht weiß, ob sie sie überwinden kann:

Eine Mauer der Ungewissheit. Kann sie überhaupt entkommen? Wenn sie an alle Leute denkt, den Serjo, den Senche, den Khajit... Sie ist zwar schnell aber nicht so schnell und gegen Magie kann sie auch nichts machen. Hat sie da überhaupt eine Chance? Der eine Serjo scheint zu wissen, wie man jagt und der Senche sowieso. Gegen Magie weiß sie nur von Brokthar, dass Ablenkung hilft, also ein Schlag gegen den Kopf zum Beispiel, wie ein geworfener Stein – aber den Khajit, der die Magie beherrscht, will sie eigentlich nichts antun, Versessenheit auf seine Sedura hin oder her; das wird sie nie verstehen. Daneben gibt es noch Wachen, während sie hier im Anwesen ist, da müsste sie schon wenigstens im Garten sein, aber erher erneut außerhalb der Mauern des Anwesens, damit sie auch nur eine kleine Chance hat zu fliehen.

Eine Mauer der Angst. Angst vor Strafe, vor den Drohungen, dass sie wahr werden. Angst vor festen Griffen, die ihr wehtaten. Angst vor den Ketten, die sie beschwerten und ihre Bewegung einschränkten. Angst vor Entwertung, denn sie hatte bei einem Gespräch gehört, wie einfach sie zu "ersetzen" wäre, in den Augen jener Dunmer, wenn Sklaven nicht mehr fähig sind zu arbeiten. Die größte Angst aber, war sogar noch eine andere. Da war etwas, wie ein Knacks, seit sie ihre Dummheit in der Normanier begriffen hat, und das kam noch stärker hervor als sie an diesem Gestell gehangen hatte: Die Angst vor Veränderung. Hier insbesondere die Angst, dass sie sich so veränderte, wie die Leute sie hier haben wollten, um nicht von den Mauern erdrückt zu werden. Aber sie konnte rein gar nichts gegen den Gedanken tun, außer sich Hoffnung zu machen, früher oder später eine Chance zu haben zu fliehen und dabei auch nicht erwischt zu werden, damit keine Strafe folgen könnte.

Nachmittags macht sich Wungrane an eine Aufgabe der ganz anderen Art: Kuchen backen. Sie hatte ein Backbuch gereicht bekommen damit sie daraus lernt. Der Khajit hatte ihr dann auch geholfen einen auszuwählen, dass sie dann auch mal ausprobieren durfte. Es kostet sie gewaltig Konzentration und Mühe, viel zu lang ist es schon her, seit sie sowas mit ihrer Mutter gemacht hatte, sei es Lesen oder Backen. Außerdem wollte sie keinen Ärger, indem sie Zutaten für etwas ausgab, was hinterher nicht mehr schmeckte. Sie wollte also, dass es zumindest gut genug wird, damit sie und die Sklaven es essen könnten. Als sie die Küche etwas durchwühlt hat, bei ihrer getanen Arbeit ein Chaos hinterlässt, hat sie am Ende des Tages aber endlich den Kuchen fertig. In einem Anflug des Vergessens durch kindliche Freude etwas geschafft zu haben, ruft sie nach dem Khajit, und geht ihn rasant suchen, als sie nicht sofort eine Antwort bekommt. Hätte sie gewusst, dass dieser Kuchen ein Abschiedsgeschenk werden würde, wäre ihr Gang wohl langsamer gewesen.

Der Abend bringt nämlich unerwartet plötzlich die Abreise aus diesem Anwesen, ein Wechsel der Kette um ihren Hals. Mehr als ein paar kurze Abschiedsworte und eine Umarmung an den Khajit, kann sie ihm neben dem Kuchen aber nicht geben. Möge Stendarr die zwei behüten... und sie bitte auch. Das Gesagte beim Wechsel zum neuen Herrn, lässt zwar Hoffnung aufkeimen, aber auch bittere Befürchtung, dass es alles nur eine Lüge sein könnte, die sie vielleicht sogar zum Tode führen will.
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Corentin (08.04.2017), Baumläufer (08.04.2017), Mariessa Fourré (20.04.2017), Meavy (17.03.2018)

9

Samstag, 15. April 2017, 14:17

Freiheit mit Irritationen
(14.04.2017)


Wungrane ist draußen im Wald, auf einem Felsvorsprung und liegt am Boden. Sie weint, laut, schmerzlich, bitter, schuldig und verwirrt. Sie weiß nicht weiter, so gar nicht, alles hat sich wieder auf den Kopf gestellt. Und nun weint sie, wieder, denn so hat ihre Rückkehr hierher auch angefangen:

Sie hatte geweint als sie ankam und Corentin um die Füße gefallen war. Sie war so glücklich und erleichtert gewesen, nicht mehr an diesem schrecklichen Ort zu sein, stattdesen bei ihm, in Sicherheit, bei jemanden dem sie vertraute. Ja sie hat auch um Verzeihung gebeten für ihre Sünde und er war ihr nichtmal böse, unendlich erleichternd! Hier war auch keiner der sie strafen würde, für jede Regung die sie falsch machte. Ähnlich war es bei Mariessa, wobei sie innerlich, im ersten Moment, kurz gezaudert hatte, ob diese nicht auch etwas mit ihrem Verschwinden zu tun gehabt hatte. Aber als diese auf sie zurannte, sie so herzlich umarmte, war der Gedanke hinweggefegt und vom Tisch. Sie war ebenso besorgt gewesen, über ihr Verschwinden, wie Corentin es gewesen war.

Die Freude über ihr Hiersein, blieb erhalten. Sie konnte sich gar nicht satt sehen, an der wunderschönen Natur hier, gänzlich ohne Asche oder Riesenpilzen. Sie fühlte sich erleichtert, frei und froh, umhergehen zu können wie sie wollte, tun konnte, was sie wollte. Manchmal allerdings... überschattete etwas ihre Freude, ganz plötzlich, seltsam, eigenartig... und verschlingend. Dann sah sie die Mauern des bösen Ortes, spürte die Fesseln, spürte den Schmerz der Gewalt, und vor allem, spürte sie die Angst. Manchmal lösten andere diese Finsternis in ihr aus, wenn es laut wurde, manchmal aber, war sie es selbst, wenn sie einen Fehler machte, und ihr die Angst geradezu in den Rücken fuhr wie der Dolch des Reikmannen einst. Das führte auch zu etwas anderem, was sie anfangs gar nicht so merkte: Wie sie sich an den Rand von Räumen kniet, wie sie den Kopf gesenkt hielt, wenn sie etwas befürchtete, wie sie einen Kamm wollte, wie sie nicht mehr so viel von sich aus sprach, oder wie sie sich plötzlich unsicher fühlte, wenn niemand was von ihr wollte - was sie an dem finsteren Ort doch sehr gefreut hatte.

Die Situation, ihr eigens Verhalten, verwirrten sie, und daneben, lauerte die Drohung. Der Mann der sie zurückgebracht hatte, verprügelt hatte, kaum dass sie in der Nähe der Baronie waren, hatte eindeutig gesagt was passiert, wenn sie ausplaudern würde wo sie wirklich war. Sie würde lügen müssen, so war sie auf den Schluss gekommen, aber Shovar hatte ihr einen Strich durch die Rechnung gemacht. Er wusste dass sie lügte und er würde sie hassen, wenn sie es weiter täte. Das wollte sie nicht... in ihren Kopf hatte es gerattert und so hat sie sich entschieden, zu sagen, dass sie nichts sagen kann. Tatsächlich, war Shovar auch damit zufrieden. Sie würde nie genau sagen wo sie war und bei wem, das konnte sie mit sich nicht vereinbahren und ihre Angst, war da auch geradezu übermächtig, wenn sie daran dachte, was sonst geschehen würde. Ein Geheimnis, dass sie jetzt schon hasste. Sie hoffte, dass es einfach alle darauf belassen würden, keiner versucht nachzubohren. Sie konnte sagen was sie erlebt hat, wenn sie müsste, aber bloß keinen Hinweis auf das wo und wer, das hat sie sich eingepaukt!

Shovar hatte ihr aber gesagt ein Nord senkt den Kopf nicht, also tat sie zumindest das dann nicht mehr, aber den Blick senkte sie bei Bedarf noch. Daneben hatte ihr auch ein echtes Nordhemd geschenkt, dass sie nur waschen und abnähen musste. Bei letzterem hatte sie sich Tipps von Agnes, der Köchin, geholt, aber alles selbst geschafft, auch wenn ihre Finger dann rote Punkte hatten. Corentin würde in sein Kloster müssen, für kurze Zeit, solange wäre sei dann bei den Unerschrockenen, vermutlich auf den Weg nach Betnikh, um irgendwelche Nekromanten zu töten. Sie mochte die Leute und hatte bei ihnen das Gefühl... einfach so sein zu können wie sie ist, und zu lernen. Das Problem war nur, dass sie einfach gerade nicht sicher war, ob sie sie selbst ist, aber sie bemühte sich wieder mehr Freude an allem zu haben. Sie freute sich jedenfalls auf das Lernen, dass sie Freunde hatte, und dass sie nicht alleine war.

Manch Thema konnte die Laune auch wieder trüben: Sie hatte Corentin und später auch Mariessa gebeichtet, was sie mit "der" Person getrieben hatte, wenn auch nicht, dass diese für ihr Verschwinden verantwortlich war. Beide waren sich einig, dass sie nicht Schuld war. Das erleichterte sie. In der Hinsicht, hob sich die Laune dann auch wieder. Sie hatte doch gedacht dass Sünde, eben Sünde ist, egal wie unwissend sie war oder wie wissend der andere. Doch war die Person für diese Sünde verantwortlich und sie unschuldig. So dachte sie... bis jetzt.

Jetzt hatte ihr die Baroness, aber etwas anderes gesagt, und noch so viel mehr. Sie konnte diesen feindlichen Blick auf sich spüren, selbst wenn sie sie nicht angesehen hatte. So sehr sie auch einfach alles als Lüge wegschieben wollte, so hörten sich die Worte mit dem fortwährenden Gerede wieder so seltsam wahr an. War das wieder wie bei der Person? Der Gedanke verlor sich in den Vorwürfen der Baroness: Bei der Person, die sie zu etwas gebracht hatte, was sie nicht tun sollte? Die Person... die sie durch ihr Unwissen getötet hat? Die wegen ihr Selbstmord beging? Das war die Baroness ihr gesagt hatte, dass sie Schuld wäre, dass die Person erst durch sie böse geworden wäre... die Worte erschlugen sie mit aller Härte. Als diese meinte sie solle Verschwinden, schoss sie nur so aus dem Kastell - bloß weg von ihr!

Der Knacks in ihr, von dem vielen Erlebten, wird nur noch weiter. Tränen, so viele Tränen... aber keine Erleichterung dabei. Von dem Ort wo sie sich verkrochen hatte, in der sicheren Wildnis, geht sie zurück, nähe des Ortes, wo sie letztens mit ihrem Freund Corentin saß. Dort beginnt sie aber das Wasser anzustarren oder viel eher das Nichts. Vielleicht ist hier kein Platz für sie, noch sonst wo unter Mer und Menschen. Doch das ist ihr letzter Gedanke, dann sind sie leergefegt und der Schmerz in ihrem Herzen ist Leere gewichen. Keine Tränen mehr da, genug geweint.

Hätte ihr jemand gesagt, dass sie einige Minuten später wieder Lächeln konnte, hätte sie es wohl nicht geglaubt, außer vielleicht... es wäre von ihrem guten Freund Corentin gekommen, der ihr auch diesmal wieder half, die Welt um sie rum zu verstehen. Sie dankte ihm, und im Stillen auch noch Stendarr, für diesen besten aller Freunde. Sie würde sich genau an jene in seiner Abwesenheit halten, die er genannt hatte: Da Mariessa da blieb, also an Thondaar und Shovar. Sie würde erst mal jene fragen, wenn ihr jemand etwas sagte, ob das überhaupt wahr ist, ehe sie sich wieder über etwas den Kopf zerbrach, was am Ende gar nicht stimmte.
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Corentin (15.04.2017), Mariessa Fourré (20.04.2017), Meavy (17.03.2018)

10

Sonntag, 21. Mai 2017, 19:44

Eine Seefahrt die ist lustig...(Teil1)
(21.05.2017)


Wungrane hilft Mariessa etwas in ihrer neuen Forsthütte, als Hofjägerin. Doch ihr Gedanken schweifen ab zu der Reise, die sie vor eingiger Zeit mit Thondaar, Shovar, Brynn, Kyra, Kalef und den anderen unternommen hatte, als Bruder Corentin kurzzeitig in sein Kloster zurück musste. Dort sollte sie Thondaars Truppe erst mal begleiten. Das wollte sie ja früher sogar langfristig, ehe sie unfreiwillig weg war. Die Reise, hatte zumindest dafür gesorgt, etwas sicherer darin zu werden, was sie im Augenblick will und was nicht:

Begonnen hatte es mit einer langen Fahrt auf dem Karrern, denn auf einem Pferd reiten wollte sie nicht, würde sie nie mehr machen, wenn sie nicht musste; ein Guar war schon schlimm genug gewesen. Die Fahrt ging gen Dolchsturz und während den größten Teil der Reise war man dabei ruhig. Sie bohrte zwar immer mal wieder ein wenig und löcherte, aber das war es auch schon mit Unterhaltungen. Dennoch, konnte sie die Reise sogar trotz des Karrengeratters etwas genießen. Sie kannte die Gegenden, immerhin hatte sie fast sieben Jahre in der Wildnis Glenumbras gelebt. Allerdings hatte sie immer die Straßen gemieden. Jetzt war sie auf einer und musste sich nicht fürchten – außer vielleicht dass das Vieh mit dem Karren durchging – denn sie wusste dass Thondaar und die anderen jeden Räuber zur Strecke bringen würden. Dies war die erste Erkenntis auf der Reise: Sie wollte sich sicher fühlen.

Als sie in der Nähe des Sumpfes vorbeikamen, war sie etwas ruhiger, die Erinnerung an ihre Vergangenheit, war dort stärker da, die unschönen wie schönen Dinge. Es erinnerte sie aber auch, wie sie es geschafft hatte selbst zu überleben, und das wiederum lies sie Lächeln. Sie mochte den Sumpf. Sie wusste jetzt, dass sie die Vergangenheit akzeptierte und daraus viel gelernt hatte, und weiter lernen wollte.

Als sie nach Dolchsturz kam staunte sie. Die Höhe der Mauern, diese ganzen vielen Häuser und noch viel mehr Leute! Das war einfach unglaublich. Der größte Ort in dem sie zuvor gewesen war, war Aldfelden. Sie gab zwar nicht viel auf so etwas, aber Dolchsturz war schon prächtig! Das erstaunte sie einfach. Sie fuhren oder ritten aber nur hindurch, denn es ging an Board eines Segelschiffes. Auf einem solchen war sie zwar schon mal durch einen Besuch auf Aldfelden, vor Jahren, aber nur als es still stand, nicht während der Fahrt. Sie fuhr diesmal wirklich mit dem Schiff auf das Meer hinaus, das erste Mal! Genauso wie Kyra. Diese ist eine ehemalige Wyrn, die Brynn begleitete, eine Art Ritter, die beide wiederum die Gruppe begleiteten. Sie konnte über dieses fremde Gefühl der Seefahrt, und diese ganz andere Luft, nur staunen. Die ersten Stunden auf dem Schiff ging und lief sie das Schiff nur so auf und ab. Die "Seekrankheit", wie Thondaar es nannte, hatte sie aber nicht ergriffen, gegenüber Kyra, aber sie ließ sich die Freude trotzdem nicht nehmen, auch wenn ihr die Frau etwas Leid tat. Dolchsturz und die See, zeigten ihr, dass es noch soviel gab was sie nicht kannte und was man sehen und erleben kontne. Die zweite Erkenntnis der Reise: Sie will noch viel von der Welt sehen, in ihrem Leben.

Kalef, ihr argonischer weißer Freund, war ein wenig ein Problem. Sie hatte sich gefreut den Argonier wiederzusehen, aber er war entschlossen herauszufinden wo sie unfreiwillig war, oder viel mehr noch: wer veranwortlich war, dass sie weg war. Vielleicht nicht jetzt, aber irgendwann. Sie hätte gern einfach gesagt, dass es die Person war... die gar nicht mehr lebt... aber das wo dürfte sie nie sagen, und sie hatte Angst, dass es weiter gehen würde wenn jemand erst mal wusste wer daran Schuld war: sie dann auch das "wo" erfahren würden. Daher musste sie weiterhin schweigen. Wenigstens würde Kalef erst mal nichts tun. Die Erkenntnis, dass sie manche Dinge gerne anders hätte, sehr gerne sogar, aber sie dennoch nicht anders machen konnte, weil sie es eben musste, wenn sie niemanden in Gefahr bringen wollte. Das war zumindest ihre Meinung auf der Reise, wäre Kalef jetzt da, sähe das ganze anders aus.

Unterwegs hat Kalefs Freund sie aber verdammt erschreckt. Der kleine sah aus wie einer dieser kleinen Deadra und als sie ihn vor der ersten Erklärung sah, war sie rückwärts zurückgeschreckt, über Thondaars Beine gestolpert, unmgekippt und mit dem Schwung noch ins Meer gerollt. Das Wasser war kalt, und als sie auftauchte staunte sie nur mit Schrecken wie weit das Schiff schon weg war und sie inmitten dieses vielen Wassers. Ihr Schlug das Herz bis zum Hals... Dann aber war da plötzlich auch Kalef, was sie erst bemerkte als er plötzlich unter ihr auftauchte. Sie befand sich von einem Moment auf den anderen auf dessen Rücken, hielt sich automatisch fest und dieser schwamm so unglaublich schnell... dass sie das Schiff wieder einholten, das inzwischen gehalten hatte. Den Göttern sei Dank! Sie hatte schon befürchtet Schlachtfischfutter zu werden. Kalefs Freund fand sie zwar trotzdem unheimlich, hielt sich von ihm fern, aber Kalef dankte sie für die Rettung. Brynn hatte ihr danach sogar mal kurz seinen Umhang gegeben, der wirklich schön warm war und auch ihm hatte sie gedankt. Es war schön nicht mehr allein zu sein, Leute zu haben, die sich um einen sorgten und halfen. Mehr eine Bestätigung als eine Erkenntnis: Sie wollte nicht mehr allein sein, wie sie es die sieben Jahre lang freiwillig gewesen war.

Thondaar stellte sich auf der Reise als seltsam heraus. Sie mochte den Nord, aber manche Worte ergaben einfach keinen Sinn und schließlich brachte Kyra ihr aber auch bei, dass manche Leute schwindelten und Thondaar, machte das wohl gerne in scherzhafter Weise. Man sollte genau auf das Gesicht des anderen schauen, ob man dem Blick ausweicht aber auch ob manche Worte Sinn machen. Es half zwar bei Thondaar nicht viel, weil der wohl viel besser schwindeln konnte, so dass mancher üblicher Hinweis nicht zog, aber sie war Kyra dennoch dankbar. Sie wollte nicht mehr so leicht reingelegt werden können, da konnte sie jeden Hinweis brauchen den sie bekommen konnte! Das war die dritte Erkenntnis: Sie konnte noch so viel von anderen lernen und wollte das auch.

Auf der Insel ging es dann los: Sie hatte sich schon Gedanken gemacht wie sie sich diesmal eine bessere Axt bauen konnte, damit sie auch wieder wehrhaft ist und dieses mal, wollte sie sich an Thondaars Äxten orientieren – nur in groß für zwei Hände. Also hatte sie sich vorgenommen einen guten graden Ast zu nehmen und ihn zu einem geraden Stiel zu schnitzen und daneben, auch keinen mehr mit einer Astgabel zu nehmen, so wie das Axtblatt nur auf einer Seite zu schärfen damit sie es auf der anderen Seite besser festbinden konnte. Das hatte sie dann auch alles selbst gemacht, nur Thondaar hat ihr bei zwei Dingen geholfen, oder eher gezeigt wie es geht: Wie man das Axtblatt richtig an dem Holzstiel befestigt und wie man ein Lederband an den Griff macht, damit man die Waffe besser halten kann. Thondaar hatte ihr auch jenes Lederband gegeben, genauso wie die Schnur zum befestigen des Axtblattes, alles andere war von ihr und sie war stolz darauf! Hart zu arbeiten, statt mal eben etwas gut und schnell zu machen, konnte damit also richtig Freude machen – wohl Zentinar sei dank.

Es ging auch gleich zur Erprobung der Axt, als sei nach dem Auftaggeber sahen: Ein Rothwardone hatte wandelnde Untote, Nekromanten am Friedhof bei Betnikh gesehen. Die Orks schenkten ihn wohl keinen glauben da Rothwardonen in sowas sowieso irgendwie eigen wären. Jedenfalls sind sie dann da hin, mit dem Rothwardonen aber auch mit einem Ritter von der Kriegergilde, zumindest war er so ähnlich gekleidet wie Brynn: in mächtiger Rüstung. Sie musste dann auch spähen gehen, alleine, was ihr so gar nicht gefiehl, aber sie wusste, dass wenn sie eines konnte, dann war es schleichen. Sie hatte Angst und das nicht wenig... gerade als es wieder so seltsam leuchtete, sie das an eine Begegnung in Morrowind erinnerte, mit diesen bösen Leuten, der donnernden Stimme, wünschte sie sich weit weit weg... aber sie wollte den anderen helfen, also tat sie es. Ein mal war ein Untoter fiel zu nah, so ihr Gefühl. Sie hatte sich flach ins Gras gelegt, das Gesicht gen Boden, damit man ihr Augenweiß nicht sehen konnte. Es hatte wohl gereicht, denn sie kam schließlich heil wieder bei den anderen an und erzählte.
Sie hatte sich bei der darauf folgenden Diskussion des Vorgehens teils mehr in den Rücken von jenen gestellt, die sicherere Wege gehen sollten.. und sah Thondaars Blick dabei. Das war wohl etwas, was er nicht gern sah und irgendwie verstand sie es, nur... hatte sie einfach Angst….-
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"Wenn die Winde des Wandels wehen, bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen."
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Meavy (17.03.2018)

11

Sonntag, 21. Mai 2017, 19:47

Eine Seefahrt die ist lustig...(Teil2)
(21.05.2017)


Die Angst demonstrierte sich dann auch im Kampf. Sie hatte einen selbstgemachten Holzsspeer Speer geworfen und ein mal mit ihrer Axt zugeschlagen... und dann war ihr Mut wieder dahin. Sie sah die Gruppe, sah die Untoten, sah die Nekromanten und war davongerannt. Ihr Instinkt hatte einfach sämtliche Alarmglocken geleutet und nach diesen zwei Taten, konnte sie ihn nicht mehr ignorieren und war geflohen. Sie hatte sich etwas dafür geschämt, während alle so mutig kämpften, aber wie sie nacher merkte, war ihr wohl keiner deshalb böse. Dennoch hatte sie sich einige Gedanken gemacht, hatte erkannt, dass sie noch nicht soweit ist. Sie würde sonst immer nur wieder fliehen und das wollte sie nicht. Sie musste erst mal lernen nicht wegzulaufen und in der Baronie war ein guter Start dafür, bei ihren Freunden:
Dort konnte sie auch gleich üben, denn sie wollte versuchen dass sie um die Wachen keinen Bogen mehr machte, lernen mit ihrer Angst umzugehen, der Baroness betreffend. Denn auch wenn Bruder Corentin es ihr erklärt hatte, wieso diese gesagt hat was sie sagte, sie ihr Mitgefühl hatte, so hatte sie dennoch Angst vor der Frau, vor der Adeligen. Sie war schon mal im Kerker, weil sie gewildert hatte und wollte dahin auf keinen Fall zurück, was aber, wenn die Baroness sie in ihrem Schmerz trotzdem mal dahin verfrachten wollte? Ihre Freunde konnten im Zweifslfall nichts tun, stand sie doch über ihnen. Die Angst hatte sich vor Gefangenschaft nur gemehrt, seit sie weg war. Darauf folgten gleich zwei Erkenntnisse: Sie wollte nie wieder, dass sie jemand zwingen konnte nur so zu leben wie die es wollten, und sie wollte nach den Geboten der Acht leben, das schien einfach gut zu sein. Auf keinen Fall wollte sie nach den Geboten der Dunmer, deren Drei oder anderen hohen Herren leben, die sich soviel besser und lebenswürdiger glaubten.

Brynn hatte ihr auf der Rückreise dann auch erklärt, wieso die Angst beim Kampf wohl bei ihr so war wie es war und dass Wissen helfen würde, aber auch Training, damit man sicherer ist, vielleicht mutiger sein könnte. Vor allem aber, wäre wichtig, dass es einem wichtig ist, damit man so ein Risiko bezüglich Verletzungen oder um sein Leben eingeht. Das war bei ihr nicht der Fall gewesen: Sie wollte "nur" helfen, aber als sie alle sah, hatte sie doch unterschwellig kurz gedacht, dass sie allein zurechtkommen würden, ihr Anteil daran nicht so viel ausmachte, dass sie ihren drängenden Instinkt, ihrer Angst, nicht hätte nachgeben dürfen. Sie hatte sich einfach nicht genug verpflichtet gefühlt da zu bleiben, angesichts der Tatsachen und ihrem Instinkt. Die nächste Erkenntnis: Wenn sie fähig sein wollte zu kämpfen, musste sie nicht nur viel lernen und trainieren, sondern sie musste auch Gründe finden, die ihr wichtig genug waren, ihre Gesundheit oder gar ihr Leben aufs Spiel zu setzen.

Die Rückreise war dann auch seltsam, Thondaar wollte nicht recht raus damit, wieso die Besatzung weg war und sie jetzt alles machen mussten, zum Zurücksegeln. Scheinbar hatte er das Schiff aber gekauft und jetzt mussten sie ran. Der Segelmast war ziemlich unangenehm, aber sie hatte es mit Shovar hinbekommen da raufzuklettern, jeder auf einer Seite... und dann gemeinsam das eine Segel runterzulassen. War aber gruselig aufgrund der seltswam schwingend wackeligen Höhe, ohne weichen Waldboden unter sich und das dunkle Meer neben sich. Auch Thondaar und sogar Brynn waren beim anderen Mast hinaufgeklettert, letzterer hatte sich tatsächlich mal die schwere Rüstung ausgezogen, was er nicht oft tat.

Sie war in Dolchsturz dann mit einem Beiboot an Land gekommen. Anschließend ist sie von Dolchsturz aus zurück. Mit Hilfe der Sonne hatte sie keine Probleme den Weg zurück zur Baronie zu finden. Erstens kannte sie viel von der Gegend, zweitens bleib sie einfach ein Stückhen abseits der Wege, worüber sie nach Dolchsturz gereist waren. Auf dem Weg wollte sie alleine nicht gehen, sie wusste die Gefahren von Räubern, aber so konnte sich anfangs im Zweifeslfall noch orientieren, in dem sie hinüberhuschte um an den spärlichen Holzschildern bei Abzweigungen zu lesen wo es lang ging. Später, ließ sie die Wege aber ganz hinter sich, als sie wieder in vertrauteren Gefilden war, weiter weg von Dolchsturz und näher an dem Sumpf nahe Aldfelden oder dann auch nähe der Baronie.

Als sie wieder in der Baronie war, zweifelte sie einen Augenblick doch, ob es das Richtige war, zurükgekehrt zu sein, aber sie konnte hier noch so viel lernen, auch ohne Reisen, und musste das auch. Sie würde ganz sicher auch mal in die Heimat ihrer Eltern reisen, wie sie es eigentlich mit Thondaars Truppe vorgehabt hatte, aber wenn sie besser war, mehr konnte, mehr wusste. Jetzt wollte sie erst mal lernen, ohne die Gefahr um ihr Leben. Das hatte sie schon so lange in der Wildnis gehabt, auch wenn sie sich daran gewöhnt hatte. Sie hatte aber genug Lebensgefahr gehabt, als sie in Gefangenschaft in Morrorwind war, das reichte ihr, sie wollte keine solchen Entscheidungen, solche Umstände mehr, nicht mehr oder noch nicht, wo jede Entscheidung ihr Lebensende bedeuten könnte. Erst mal... will sie einfach nur Leben, Freude haben, glücklich sein, lernen und den Göttergeboten folgen. Und das tat sie dann auch, zusammen mit ihrem Freund Corentin und Mariessa.

Die nächsten Gefahren des Lebens lauerten aber schon hinter der nächsten Ecke. Sie erinnerte sich gerne an die Reise zurück, an das was sie dadurch alles erkannt hatte, doch nun standen die nächsten Probleme ihres Lebens an und vielleicht sogar die nächsten Entscheidung, die ihrem Leben wieder ganz andere Wendungen geben konnte....
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Meavy (17.03.2018)

12

Samstag, 1. Juli 2017, 18:04

Anfang einer Pilgerreise
(Teil 1: 30.06.2017)

Geschützt, zwischen ein paar Felsen, verweilt Wungrane liegend nahe Wegesruh, mit freien Blick zu den Sternen. Sie hat sich aus dem Gasthaus geschlichen, wo sie untergekommen sind. Nach den vorherigen zwei Nächten zur Heilung in einem Krankenabteil der Kathedrale, kann sie die Mauern gerade nicht mehr sehen. Sie braucht Luft und Raum für sich, ohne irgend welche Ablenkungen, denn gerade beschäftigten sie ihre eigenen Gedanken genug. Gedanken ist auch ein Stichwort, denn wie viel mehr hat sie gehabt, seit sie wieder in der "Zivilisation" ist? Sie denkt daran, wie sie von der Reise mit Thondaar und seiner Gruppe zur Baronie Normanier zurückkehrte:

Anfangs war es einfach schön wieder da zu sein, bei ihren Freunden. Dann kamen aber die Gedanken. Was würde aus ihr werden? Was wollte sie überhaupt werden? Was könnte sie werden selbst wenn sie es wollte? Gedanken flogen umher, in alle möglichen und unmöglichen Richtungen und sie fühlte sich von der Freiheit der Wahl erschlagen, gleichermaßen überfordert. Könnte sie vielleicht Mariessas Jägergehilfin werden, wie Corentin es mal vorschlug? Bei ihr wohnen, mit ihr arbeiten und lernen. Das war eigentlich keine schlechte Idee, könnte ihr sogar gefallen.
Es kam aber nicht dazu. Sie erfuhr von einem Diener Arkays, einem Nord, was es über sie für Gerüchte gab. Lügen der Baroness, von ihrem Irrglauben gesehen Wahrheit. Es verbreitete sich aber und bald schien jeder den sie sah ihr einen Blick zuzuwerfen. Sie mochte es sich teils auch einbilden, doch der Gedanke kam ihr nicht. Mehr und mehr zog sie sich zurück, von den Mauern der Baronie, vom Arbeiterhaus und wieder mehr gen Einsamkeit strebend, sieht man von ihren Besuchen für das Gebet, oder ihren Freunden ein mal ab. Nach diesem Wissen, war sie sich aber nicht sicher, ob sie Mariessa zur Hand gehen wollte, war diese doch Hofjägerin und da würde sie die Baroness vielleicht doch ab und an sehen, was ihr nicht recht wäre, denn Irrglauben hin oder her, tat deren offene gemeine Zunge weh.

Als die Abreise kam, war sie deshalb einfach nur sehr froh. Sie wollte weg von diesen Blicken. Die Reise war perfekt dafür, und es freute sie auch, dass sie so ihren Glauben demonstrieren könnte. Sie kam wie durch ein Wunder nach dem Erlebnis, als Sklavin in Morrowind, wieder nach Glenumbra zurück, und dafür würde sie Stendarr ewig dankbar sein. Eine Pilgerin, Luisenne, etwa mittleren Alters, die auch von der Normanier stammt, machte ihr anfangs aber zu schaffen, bei den kritischen bis ziemlich bösen Blicken; was dazu führte, dass sie manchmal von Corentin Abstand hielt, manchmal sogar von Mariessa. Sie wollte nicht dass ihre Freunde wegen ihr, den Gerüchten, irgendwie schlecht gemacht würden. Es besserte sich aber als Corentin den Sinn der Reise hervorhob: Buße zu tun, sich von Sünden reinzuwaschen und dergleichen. Die Blicke von Luisenne blieben zwar noch öfter wachsam und kritisch, aber die Bosheit ebbte doch etwas ab.

Der Weg führte über Aldfelden, am Camlorn vorbei, hin zu Freunden Corentins, über Kreuzgrad. Damit verließ man Glenumbra, doch ging es von dort aus auch weiter über Koeglin und schließlich Wegesruh, der großen Stadt.

Als man um den Sumpf bei Aldfelden kam, kam wieder die ein oder ander Erinnerung hoch und sie fühlte sich stark verpflichtet, auf ihre Freunde aufzupassen, gerade auch, weil sie das Gebiet kannte. Niemand den sie mochte sollte nochmal hier das Leben lassen, wenn sie es verhindern konnte. Die Hitze des Sumpfes kannte sie noch, war damit aufgewachsen, und machte ihr daher nicht ganz so viel aus, auch wenn es anstrengte dort so wachsam vorauszueilen. Schlimmer aber als der Sumpf selbst, war das Verlassen des Sumpfes. Ein Gefühl der Einsamkeit überfiehl sie plötzlich, als ihr da mal wieder so klar war, was sie alles ein mal hatte und was sie nie wieder haben würde. Sie tröstete sich mit einer halben Umarmung bei Mariessa, sie wollte nicht mehr allein sein und da waren ihre Freunde: Sie würde nicht mehr allein sein.

Unterwegs gab es auch mal das Rätsel der alten verwitterten Statue, die kein lesbares Schild bei sich hatte, so dass niemand wusste wen sie darstellt. Vermutungen wurden angestellt, die Statue von Corentin gezeichnet, während sie und Mariessa den alten Turm in Augenschein nehmen wollten. Da sie vorausgegangen war und es sich ganz ungut anfühlte, schoß sie schon wenig später wieder hinaus. Mariessa ignorierte dabei ihre Worte der Warnungen und konterte mit ihren Worten, dass man für Corentin doch etwas finden will, damit er dem Geheimnis der Statue auf den Grund kommen kann, und er sicher enttäuscht wäre, wenn man nicht mal reingesehen hätte. Ein Argument, dem sie sich nicht wirklich erwehren konnte, denn sie will Corentin nun wirklich nicht enttäuschen. Also schritt sie mit ihrer Freundin tiefer und tiefer, nur damit sie dann einem Irrlicht begegnen. Erst wollte sie weg, aber schafft es sich zu bremsen, um ihre Freundin nicht zurückzulassen, dann will ihre Freundin los und sie konnte nicht, weil ihre Beine sich einfach nicht mehr bewegen wollten. Zu allem Überfluss kam das Licht auch noch so nah und ihr wurde kalt, während Angst in die Knochen kroch, als auch noch etwas magisches an ihr rumwerkelte. Sie wurde von Mariessa an der Hand weitergeführt, ehe das Irrlicht einfach verschwandt. Kaum war es weg, dass für ihre Freundin keine Gefahr mehr bestand, rannte sie einfach nur noch hinaus: keine Sekunde länger konnte sie dort verweilen, der unterdrückte Fluchtimpuls verschaffte sich Geltung und sie lief erst mal wieder zu den anderen Pilgern. Sie war Mariessa etwas böse, dass diese nicht auf sie gehört hatte, aber hatte auch den Grund verstanden: dass man für Corentin etwas zu dieser Statue finden wollte. Danach war sie aber so erschöpft, dass sie darüber nicht mehr nachdachte und ihr eher unheimlich zumute war. So lange oder viel war sie nicht gelaufen? Eine ruhige Nacht später, war man aber wieder munter wie eh und je.

Weiter ging es da zu Corentins Freunden, den Gekreuzten Klingen, oder auch Stendarrs Streitarm, wie eine Frau ihr erklärt hatte, was sie wären. Diese Gruppe hatte ihren Freunden, als sie selbst verschwunden war, Unterschlupf gewährt. Sie war den Leuten dafür dankbar, wenngleich ein Gast sie anfangs immer so feindlich angesehen hatte, als Dieb beschuldigte, dass sie sich automatisch zurückzog. Als der aber gegangen war, merkte sie, dass man zumindest mit manchen der Leuten reden konnte, zwei auch wirklich nett waren. Sie hörte Mariessa auch das erste mal dort singen und Laute spielen, was einfach wunderschön war. Es erinnerte sie... aber vor allem freute es sie, auch wenn die Texte teils recht düster waren, die Schicksale der Besungenen finster, so war es trotzdem schön. Sie durfte am nächsten Tag sogar mal auf der Laute etwas klimpern, das war so toll! Es hätte sie nicht gestört, wäre der Aufenthalt noch länger gewesen, aber es ging weiter, mit etwas Proviant von den Leuten dort.

Die Reise verlief erst mal etwas ruhiger, zumindest, bis irgendwo nach Koeglin ihre Freunde während ihrer Abwesenheit, weil sie Hasen gejagt hatte, von Goblins überfallen wurden. Dabei wurden diese nicht nur etwas verletzt, sondern Corentins Buch wurde auch noch beschädigt. Sie hatte Corentin noch einen Stock zum Stützen zurecht gemacht, damit er trotz der kleinen Verletzung besser laufen konnte, womit die Zeit ziemlich schnell verflog. Sie kamen dann noch zu einer Art Kloster, so schien es. Sie war noch im Gespräch mit Mariessa, als Corentin etwas weiter vorne mit einem Kuttenträger dort in der Nähe sprach, der sich als Dunmer herausstellte. Der Schock zog sich durch ihren Körper, ihr stockte der Atem, ihr Herz setzte einen Schlag aus und dann pochte es nur umso schneller während ihre Beine ungewohnt weich wurden. Ihre unbedachte Reaktion haderte zwischen auf die Knie gehen und wegrennen, und nach dem Bruchteil einer Sekunde, setzten sich ihre Beine in Bewegung: weg, so schnell wie sie nur konnte! Sie hörte noch Mariessa, sie hörte wie ihr dann jemand anderer nachrannnte, sie wusste, dass sie nicht rennen sollte, aber sie konnte nicht anders. Weg, weg, weg, weg, weg! Einen anderen Gedanken gab es gar nicht als sie ihr Erlebnis in Morrowind überrollte. Nie wieder wollte sie dort sein, nie nie nie nie wieder!

Es dauerte viele Schritte, bis sie aufgehört hatte zu rennen und sich versteckt hatte. Sie konnte nichts weiter als dort kauernd verharren, während sie mit großen Augen in die Umgebung starrte. Tristan, einer der Normanierpilger, hatte sie fast zu Tode erschreckt, als er sie schwer atmend doch noch gefunden hatte. Der junge Mann hatte viel Geduld mit ihr haben müssen, ehe er sie überreden konnte zurück zu gehen, und ihr überhaupt erst etwas in ihre Gedanken rief, was ihr dann schmerzlich bewusst wurde: Wenn es wirklich, wie sie es glaubte, ein Sklavenjäger gewesen wäre... hätte sie ihre Freunde schändlich im Stich gelassen. Die Erkenntis war ein Urteilshammer der auf sie niederging. Sie schämte sich dafür, und auch wenn es den beiden gut ging, als sie zurückkam, kein Dunmer mehr da war und die beiden ihr nicht böse zu sein schienen, so ließ sich das Gefühl nicht ausschalten. Trotz dessen, dass ihre Freunde ganz waren, niemand zu fehlen schien, fühlte sie Angst in sich, die einfach da verblieb wie ein in die Erde gestochener Pfahl, den der Schock ihr ins Erdreich ihrer Gefühle getrieben hatte....
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Corentin (01.07.2017), Tony van Crystal (03.07.2017), Jassillia (15.07.2017), Meavy (17.03.2018)

13

Samstag, 1. Juli 2017, 18:27

Anfang einer Pilgerreise
(Teil 2: 30.06.2017)

Der Weg ging weiter nach Wegesruh, aber sie verblieb eng bei ihren Freunden. Das Gefühl der Angst wollte lange nicht weichen, und eigetlich, war ihr gar nicht danach in eine riesige Stadt zu gehen, so wie sie sich gerade fühlte. Doch Corentin führte sie geradezu durch das erste Gedränge und später noch etwas durch die Straßen, ehe sie wieder alleine ging. Seine Geste hatte gut getan, ihr etwas Sicherheit gegeben, die ihre Angst eifrig davonpusten wollte. Corentin, Mariessa und sie besuchten an dem Abend noch das Haus der Wissenschaft. Sie selbst blieb dabei im Hintergrund, ihre Gedanken wanderten trotzdem noch, und sie musste sich erst mal um sich kümmern. Daher nahm sie die ganzen Worte über Mariessas Ausbildung nur in geistiger Abwesenheit wahr, das schloss alles ein, was nicht in dem Rahmen "aufmerksam ihre Umgebung im Auge behlaten" fiel. So entspannte sie sich weder, noch nahm sie angebotenes Trinken an. Später im Gasthaus, und als auch nach einer Nacht in Gesellschaft ihrer Freunde nichts passierte, beruhigten sich ihre Gefühle aber endlich wieder.

Sie besuchte die Kathedrale in Wegesruh, die sie ehrfürchtig bestaunte. Es war ein wunderschönes Gebäude, mit seinen bunten Gläsern. So etwas hatte sie noch nie vorher gesehen. Die andächtige Stille gab Ruhe und Kraft. Auch der Rest der Stadt war zum Staunen, wenn ihr auch viel zu voll mit Leuten. Den Marktplatz mied sie wie die Pest. Das Haus der Wissenschaft, war aber schön, wie sie bei einem weiteren Besuch dann auch feststellen konnte, als sie nicht mehr mit sich selbst so beschäftigt war. Die Kathedrale besuchte sie die Tage in Wegesruh jedenfalls noch öfter. Das zweitschönste war aber der Strand vor der Stadt, abseits des Hafens. Sie war dort geschwommen und es hatte Spaß gemacht. Mariessa hatte ihr ebenso mal Gesellschaft geleistet, auch wenn ein starker Wind sie schnell aus dem Wasser getrieben hatte, als die Wellen höher wurden – es war einfach lustig.

Am selben Abend nach dem Schwimmen, musste sie sich beim Hohlen von Mariessas Laute, wärmerer Kleidung, und noch etwas zu essen, noch zwei jungen Dieben erwehren. Sie hatte versucht den kürzesten Weg zu nehmen, als ihr plötzlich etwas den Beutel entriss. Dabei kullerte etwas von dem Essen heraus, doch dann hatte sie jenem Dieb den Beutel auch schon wieder entrissen, wobei der stolperte und hinfiehl. Allerdings musste sie dann mit Schrecken bemerken dass sie Mariessas Laute plötzlich nicht mehr in der Hand hatte und eine Hetzjagd durch die kleinren Straßen und großen Gassen begann. Die Stadt machte es ihr schwer, aber ihre Ausdauer und antrainierte Schnelligkeit, so wie die Angst Mariessas Laute zu verlieren, ließen sie den Dieb einholen. Sie hatte ihn anspringen müssen, wobei die Laute einen Kratzer bekam, aber wie sie später erfuhr, war es nichts ernsteres. Erst wollte der junge Mann schon mit ihr um die Laute kämpfen, aber als sie ihre Axt zog, war er gleich über alle Berge. Eins zu null für Wungrane!

Zurück am Strand, hatte sie dann zumindest alles wieder, was wichtig war. Mariessa sang dann bei einem Lagerfeuer ihre Lieder und Wungrane hörte lächelnd zu: gerade das, was über die Wildnis handelte, gefiehl ihr sehr. Es freute sie, dass sie mit ihren zwei Freunden auch mal wieder allein sein konnte. Lange konnte sie sich auch noch am Gesang erfreuen, zumindest, bis zum Gute-Nacht-Lied von Mariessa. Sie kannte es nicht, und es war nicht so, dass es schlecht gewesen wäre, doch in ihr hallte dann etwas unerwartet schmerzlich wieder, als es eine Stimmung mit sich brachte, die ihr vor langer Zeit ein mal vertraut war: Ihre Mutter hat sie manches mal in den Schlaf gesungen. Unerwartet heftig, spürte sie plötzlich den Verlust, als ihre Freundin da sang. Es sah niemand da sie die Augen zu hatte, an diesem nächtlichen Lagerfeuer, und mit ihrem Rücken zu ihren Freunden lag. Innerlich hallten die Klänge aber wieder und sangen leise in ihr "nie mehr wieder": Nie mehr wieder, würde sie die Stimme ihrer Mutter hören, außer sie schaffte es nach Sovengarde, sofern ihre Muttert dort überhaupt war. Nicht mal Thondaar wusste, wo jene Nord hinkamen, die nicht dorthin gelangten. Der Gedanke machte ihr Angst und ihr war nach Weinen, doch sie schwieg bis es ruhig war, verharrte wie schlafend, aber schlief noch lange nicht...

Am nächsten Tag spürte sie ihren Rücken. Seit sie früher bei der Baronie vor diesem Reikmannen weggelaufen war, jenen dann aber in ihrer Not getötet hatte, als er sie einholte, hatte sie die Wunde am Rücken. Sie war anfangs nur schlecht verheilt, weil sie sich soviel bewegt hatte, dann war sie in Morrowind, hatte eine Naht verpasst bekommen, und ihre Wunde gerieht für sie unter den dortigen Umständen, und später durch das freudige Wiedersehen in Glenumbra, in Vergessenheit. Es gab Momente wo sie es doch mal spürte, aber das störte sie nicht. Sie hatte mal gehört das Narben zwicken sollten, also hatte sie sich nichts dabei gedacht. Seit dem kleinen Angriff des Irrlichs, wo sie sich kurz so schwach gefühlt hatte, am nächsten Tag gebadet hatte, in dem See, nahm das Spüren der Wunde aber zu. Da und dort ein unangenehmes Ziepen, dort ein leichter Schmerz und dann wiederum mal ein Jucken. Es war alles noch verträglich, bereitete ihr wenig Sorgen, aber nachdem sie im Salzwasser schwimmen war, wurde es schlimmer und schlimmer. Sie schaffte es mal die Narbe zu ertasten und fühlte da mehr Haut als sein sollte. So tat sie schließlich das was dann immer am besten schien wenn etwas nicht passte: Fremdkörper abkratzen und die Wunde etwas ausbluten lassen.
Als ein Gespräch mit Corentin dann aber darauf kam, er sich ihren Rücken ansah, einen Blick darauf warf, hatte er sie sofort zu einem Heiler geschleift, damit es keine Blutvergiftung gäbe. Daraufhin gab es eine Behandlung in dem Krankenabteil der Kathedrale, sie wurde von einem Stendarr Heiler versorgt und durfte gestern gehen, auch wenn sie noch vorsichtig sein sollte.

Nun lag sie hier, während die Sterne schon verblassten und der Morgen graute. Ihr Blick erst weiter gen Himmel, dann aber in Richtung aufgehender Sonne gerichtet. Sie wird Mariessa bitten keine Gute-Nacht-Lieder mehr zu singen. Sie machten sie traurig und ließen sie nicht schlafen, weil ihre Gefühle und die Gedanken an ihre Mutter dann stachen wie ein Schwarm Bienen, denen man an ihrem Nest gewackelt hat. Sie wollte nicht dass dieses Nest herunterfiel. Das Thema beiseite schiebend, versuchte sie schließlich noch ein wenig ihren Nesthut fertigzubekommen, wollte Corentin doch, dass sie etwas auf dem Kopf hat, damit die Sonne nicht weiter so auf ihren Kopf stechen könnte. Das wäre nicht gut und gar gefährlich, so meinte er. Also hatte sie das beste zusammengwurschtelt: etwas was sie noch nie gemacht hat. Sie hatte nie etwas auf dem Kopf getragen, seit sie in der Wildnis war. Wie aber ihre erste Axt früher, sah auch der Nesthut sehr bescheiden aus, eher schon lächerlich, dieses Konstrukt aus Zweiglein, Ästchen, Gräsern und Blättern. Heute würden sie weiterreisen und das freute sie, denn Neues vertrieb Altes so schön und das wollte sie gerne. Etwas verschlafen von der kargen Nacht und der morgendlichen Bemühung, vergaß sie ganz unterbewusst ihr neues Hutwerk zwischen ein paar Felsen in Wegesruh. Sie würde ihn nicht wirklich vermissen.
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Corentin (01.07.2017), Toxem (01.07.2017), Tony van Crystal (03.07.2017), Meavy (17.03.2018)

14

Mittwoch, 19. Juli 2017, 17:43

Dunmerischer Alptraum: Teil 1
(18.07.2017)


Wungrane sieht aus dem Fenster, im Haus der Wissenschaft in Wegesruh. Der Sternenhimmel ist in ihrem Blickfeld, zwischen den Dächern der anderen Häuser. Das machte es gleichsam geschützt wie beengend und doch... beruhigte es sie. Keine Asche, kein roter Schein der Lava, nichts was an Morrowind erinnerte, denn nirgendwo sonst, waren sie gewesen, und die Geschichte fing schon wie ein schlechter Witz an:

Sie hatten noch nicht viel Wegstrecke hinter sich gebracht als sie sich am Wasser etwas ausruhte und ihre Hände im Wasser herumfahren lies. Corentin war gerade zu ihr getreten und während sie sich unterhielten, ergab sich ein kurioses Bild: Ein Mann in Robe mit dem Kopf nach unten im Wasser und ein komisches Getier, dass ihr später als Nixhund bekannt sein wird, auf seinem Rücken, seelenruhig draufliegend, zuminest, bis es merkt dass man die Aufmerksamkeit auf es, oder eher den Mann richtet, denn dann war das Getier doch gleich abgesprungen und ein Stück weiter weg geschwommen.

Bruder Corentins Bitte den Mann rauszuholen, lies sie auch hinübergehen, sie störte Wasser ja nicht und sie konnte schwimmen. Doch kaum dass sie den Kopf des Mannes aus dem Wasser zog, und ihn gen Land bringen wollte, rührte der sich, beschimpfte sie.... und erschreckte sie zu Tode: Ein Dunmer! Mit einem Aufschrei ging sie zurück und verstecke sich erst mal hinter Corentin. Es sollte sich herausstellen, dass der Dunmer nur irgend so einer Wasseratmung forschte - was immer das jetzt heißen sollte. Dieser stellte sich vor, als Numyn Darvyen von der Magiergilde. Ihr Freund Corentin versicherte ihr auch dass sie vor ihm keine Angst haben bräuchte, er könnte wohl kein Sklavenjäger sein, wegen der Gildenzugehörigkeit und ähnliches. Er wirkte ja eigentlich nicht böse, und sein Nixhund, Nixy, war irgendwie nett, aber trotzdem traute sie ihm nicht über den Weg. Dunmer war Dunmer genauso wie Wachen, Wachen waren: böse Leute.

Er wollte sie ein Stück begleiten und tat das auch, nachdem er Mariessa mit Worten umschmeichelt hat. Tat der etwa das, was sie dachte dass er tat? Das gefiehl ihr gar nicht! Der sollte bloß weg von ihrer Freundin bleiben. Ein Sturm lies die Unterhaltung erst mal abklingen, kämpfte man doch dagegen an bis zur sicheren Unterbringung zu kommen, für die die anderen Pilger bereits gesorgt hatten. Dort, in einer Hütte eines Orks, klang der Abend für sie sehr unvergnügsam aus:

Der Dunmer redete mit Mariessa noch über Sklaverei... und Wut brodelte plötzlich und sprunghaft hoch, denn dabei hörte sie, dass er nicht anders war, als ihre Häscher damals! Wie hynpothisiert, schlich sie in jene Richtung zu ihm, bis sie Corentins Hand spürte, und dieser nach ein paar Worten zu Aida verschwand, weil sie draußen so unruhig war bei dem Sturm samt Gewitter. Sie selbst verkrümelte sich in der Ecke neben dem Feuerschein unter der Decke. Hätte sie jetzt wirklich einfach einen Dunmer nur aufgrund von ein paar Worten erwürgen wollen? Ihr war kühl, der Sturmspatziergang vorhin, entsprach auch sicher nicht den Anweisungen des Heilers sich noch zu schonen. So weinte sie in ihrem kleinen Gefühlschaos unter der Decke möglichst leise neben dem knisternden Feuer der Feuerschale, als sie sich gleichermaßen schämte und trotzdem den Wunsch verspürte diesen Dunmer eine zu verpassen. Dieser dreißte Dunmer kam sogar mal kurz vorbei, hatte sie da nicht sogar seine Hand an ihrem Kopf gespürt? Schnell hatte sie sich weggedreht. Seine Worte schienen mild... doch das waren die der Sedura auch, und so klang es für sie fast wie Hohn... was glaubte der schon von ihrem Schmerz und Wunden zu wissen!

Die Nacht verging, Nixy hatte ihr auch noch Gesellschaft geleistet und am nächsten Morgen Mariessa zu Tode erschreckt. Eine kleine Aufregung, und einen kleinen Streit später, versorge Mariessa auch ihre Wunde am Rücken, wie sie es auch noch die nächsten Tage tun würde. Sie machten sich wieder auf den Weg. In Gedanken versuchte sie den Dunmer zu akzeptieren. Sie sollte nicht alle über einen Kamm scheren, so hatte ihr Corentin ihr mit wesentlich schöneren Worten auch irgendwann zwischen Sturm und Aufbruch gesagt. Sie würde dem Mann eine Chance geben, aber er war arrogant und das mochte sie sich – sie hatte es ihm auch gesagt wie sie ihn sah. Der sah das wohl nicht so, aber sie sah genau dass er sich für etwas Besseres hielt! ... Chance geben. Diese wurde aber bitter enttäuscht:

Sie waren gerade an einem Wasserfall und Numyn hatte kurz zuvor einen Ninrwurz gefunden, als er seinen Kristall in seinen Tornister warf und... dann weiß sie es selbst nicht genau. Irgendwas ratterte kräftig, Nixy stellte sich tot und sowohl Numyn als auch Corentin schienen irgendwie aufgeschreckt was tun zu wollen, als sie plötzlich, nach irgendetwas magischen, dem Gefühl zu fallen, ohne zu fallen, eine graue Landschaft sah, mit grauer Asche auf den Boden, Pilzen, und Lavaströmen in der Ferne. Alles in ihr erstarrte einen Moment. Das konnte nicht sein? Das war nur ein böser Traum?! Leise aber lauter werdend kam ihr drei mal das Nein über die Lippen, doch nach dem letzten lauten Ausruf davon, ging sie Numyn wirklich an die Gurgel, während Corentin ihn am Kragen gepackt hatte. Würgen wollte sie den Dunmer bis er tot wäre! Da war gerade kein Scham noch Reue "das Böse" auszuschalten, diesen Mithelfer der Sklavenjäger! Sogar als Corentin wohl überrascht und ernst fragte ob sie ihn umbringen wollte antworte sie lautstark mit ja. Sowohl Numyn selbst, als auch Mariessa und Corentin hielten sie aber davon ab, sie war sowieso zu schwach um dagegen zu halten, und als Corentin sie in den Arm nahm, wich zumindest ihre Wut und gab Angst und Verzweiflung mehr Raum, so weinte sie ein mal mehr in dieser Zeit. Sie hatte nie mehr in ihrem Leben hier her gewollt!

Numyn erklärte ihr die Regeln des Landes: nichts zu tun was das Haus Indoril, oder eher die Ordinatoren auf den Plan rief, und sich auch nicht mit einem Dres anzulegen. Daneben waren sie, rein zum Schein, seine Forschergehilfen, sollten ihn nicht von der Seite weichen, und sollten nicht reden. Er will wohl sehen, dass die Magiergilde sie wieder zurückbringen konnte. So kehrte man die Nacht über in Ebenherz ein, in einem... Gasthaus? Das aber wohl ganz anders lief als in Hochfels, zumindest, gab es zu viele Leute in dem Raum – wenn auch in abgetrennten Abteilen – die wenig am Schlafen interessiert schienen, sondern viel mehr an der Wollust. Bis es ruhiger war hatte es gedauert und erst dann bekam sie ihren dringend benötigten Schlaf.
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Elave (19.07.2017), Meavy (17.03.2018)

15

Mittwoch, 19. Juli 2017, 17:58

Dunmerischer Alptraum: Teil 2
(18.07.2017)


Am nächsten Tag machten sie sich auf den Weg zur Magiergilde in Ebenherz, doch auf den Weg dahin, vergrößerte sich ihr Alptraum nur: Serjo Marvoth. Ihr Herz setzte einen Schlag aus, als sie ihn sah. Am liebsten wollte sie wegrennen... oder auf die Knie fallen. Aber sie hatte versprochen sich nicht aufällig zu verhalten, oder wenn sie nicht klar kam, sich an ihre Freunde zu wenden. So griff sie sich jeweils eine Hand von Corentin und Mariessa, und senkte sogar den Kopf, statt nur den Blick – in Gedanken entschuldigte sie sich bei Shovar. Mehr als ein leises "sie sind hier" und eine leise Bitte an Stendarr gab es von ihr aber nicht. Sie hatte Angst... einfach nur riesige große Angst, ihre Beine fühlten sich wackelig an, ein Zittern in ihrem Körper, bestätigte das obendrein, und selbst die Atmung wollte nicht so wie sie, blieb sie doch nicht gänzlich ruhig. Stendarr hilf! Doch ob Stendarr half oder nicht, so taten es zumindest ihre Freunde. Sie bemerkte wie Mariessa vor sie schritt, ihre Hand aber hinter dem Rücken fest drückte, sie bemerkte dass Corentin eine Hand ihr auf die Schulter legte, bei ihr war. Sie dankte den Göttern, dass sie diese Freunde hatte. Auf Corentins leise Worte schloss sie auch die Augen und betete lieber weiter, bloß keine Gedanken über weiteres machen, ehe sie etwas unüberlegtes tat!

Als Serjo Marvroth weg war, gingen sie zur Magiergilde, aber Wungrane schwieg beharrlich. Angst, immernoch Angst... sie verkroch sich geradezu in diesem Gildenzelt. Was war, wenn dieser sie wieder einfangen wollte, wenn sie schon hier war, und ihre Freunde dann gleich mit einsacken wollten? Man wollte sie hier bei der Magiergilde zurückschicken, dafür würden Magier sogar anreisen, aber wäre das rechtzeitig? Dass sie hier sicher wären, konnte sie angesichts der vielen Dunmer in dieser Stadt gar nicht glauben!

Der nächset Tag hat sie Numyn verärgert. Er hatte ihr eine ältere nordische Axt schenken wollen, als Entschädigun oder Entschuldigung für das Versehen und den Ärger. Sie hatte abgelehnt, woraufhin er würtend wurde, aber sie auch beleidigt hatte! Dabei hatte sie es sogar erklärt: erstens störte es wenn sie noch mehr Gewicht hatte, und sie hatte schon eine Axt, zweitens, und das war der Hauptgrund, verzeiht sie ihm erst wenn sie zurück sind und vorher wollte sie auch nichts anderes von ihm. Sie gab für sich selbst zu: Hätte Thondaar ihr eine geschenkt, hätte sie das Gewicht zum Jagen, das Erschwerniss, wohl in Kauf genommen... aber das war dann etwas anderes. Mariessa fiel ihr auch in den Rücken dabei, als sie davon erzählte: sie wäre unhöflich gewesen. Sie wollte jetzt nicht hören dass der aufgeblasene Kerl recht hatte, der sie auch noch als Drecksbalg beleidigte. Nein Mariessa hatte nicht recht! Sie verkroch sich in der Ecke des Magierzeltes. Am besten blieb sie einfach hier, bis es vorbei war... wenn es vorbei sein würde.

Das war der Gedanke und größtenteils tat sie es, wenn sie sich auch bis zu den Unterkünften der Magiergilde ebenso bewegte, um zu schlafen. Als sie aber mal mit Corentin ein Gespräch führte, und sie auch leise und unaufällig miteinander gebetet hatten, traute sie sich wieder hinaus. Sie ging sogar mit Corentin zu dem Argonierdorf, gleich hinter der Stadt. Zu ihrem Erstaunen war das richtig schön, zumal kaum ein Dunmer zu sehen war, sondern fast nur Argonier. Es war dort irgendwie etwas sumpfig gestaltet, und das mochte sie ja, war ihre Heimat doch auch im Sumpf gewesen. Dazu waren die Bauten so... einfach, schlicht, aber eben schön. Sie spürte ein wenig Lebensfreude, so ein wenig, aber sie hielt sich daran fest. Sie wollte ja nicht trübsinnig sein, aber hier fiel es ihr schwer anders zu sein. Als sie zurückgingen war sie daher zwar nicht übermütig fröhlich – weit entfernt – aber zumindest war es besser als vorher.

Das änderte sich am nächsten Tag aber rasant wieder: Numyn schien wütend, Nixy war tot, Serjo Marvroth kam vorbei und Corentin wurde von den Ordinatoren abgeführt. Sie wollte einspringen, den Ordinator aufhalten, ob mit Worten oder Taten, konnte aber nicht, Numyn hatte irgendwas mit ihr gemacht! Und später, hält Mariessa sie auch zurück. Worte noch von damals, und von Corentin, schallten kurz wie ein Echo durch ihren Kopf: sie solle klug sein. Geschlagen begab sie sich wieder in das Zelt. Sie konnte Mariessas Zuversicht nicht teilen, dass alles wieder gut werden würde. Es waren Dunmer, sie wusste nicht was das hieß!

Zwei Tage vergingen in denen Wungrane zwar schlief, auch aß und trank, aber ihr Herz beschwert war. Jemand musste erkannt haben, dass sie leise gebetet hatten. Sie hätte Bruder Corentinnicht darum bitten dürfen. Wer weiß was sie gerade mit ihrem Freund anstellten, wogegen sie so völlig machtlos war auch nur irgendetwas dagegen zu tun. Dann wurde auch noch Numyn abgeführt, und ihre Nachfrage Corentin zu sehen, brachte auch keinen Erfolg, eher fast mächtigen Ärger, so nahe wie die Hand am Schwert des Ordinators war. Angst. So konnte sie nicht helfen. Mariessa allerdings, brachte sie dann mit geschickten Worten hinein, man wolle bei den Ermittlungen helfen. So kamen sie in den Tribunal-Tempel, auch wenn sie ihre schöne Axt Marke Eigenbau draußen abgeben musste. Im Tempel oben, war es noch schön, roch irgendwie angenehm aber als sie unten durch die Gänge gingen, war es schwül, heiß, stickig, und sie hörten Schreie, Klagen und Wimmern, aber sie konnte gerade nur hoffen und geistig beten, dass alles gut werden würde.

Der Ordinator nahm sie in die Mangel. Er war voll Kälte, Unbarmherzigkeit, Kompromisslosigkeit bei seinen Fragen, dulde nichts anderse als die Antwort auf selbige... folglich war er keinen Deut besser als die Sklavenjäger! Eine Frage kam auch, die sie im Grunde nicht beantworten wollte, das könnte gefährlich sein, wirklich gefährlich, aber sie konnte ihr nicht ausweichen, wenn sie nicht lügen wollte, was sie mit einer Bekräftigung von Mariessas Wortend azu tat. Dem Ordinator reichte das aber nicht und als ihre Freundin ihr beispang, die Wahrheit geschickt zu umgehen, bekam sie sogar eine gescheuert, woraufhin sie selbst sehr wütend wurde und blockte. Der Typ sollte eben nichts von ihr erfahren, wenn er so mit ihren Freunden umsprang! Der Kampfgeist erlosch aber umgehend, als der Ordinator von Verweigerung von Aussagen sprach, folglich Corentin gelogen hätte und der Hinrichtung des Ketzers nichts mehr im Wege stünde. Ihr Herz setzte wieder aus und sie ginge wieder zurück auf die Knie. Das durfte nicht sein, nicht wegen ihr! Flehentlich bat sie um Freilassung ihrer Freunde, schwörte alles zu sagen was er wissen wollte, doch dieser, wollte kein "Spielchen", sie hatte wohl keine Bedingungen dafür auszugeben, musste so antworten, ohne Gegenleistung... und tat es. Sie bete stumm zu Stendarr, dass es reichen würde ihren Freund zu retten. Numyn wurde auch hinein gebracht, dass man mit ihm auch schlimm umgesprungen war verwunderte sie, schockierte sie... sie machten nicht mal vor ihrem eigenen Volk halt, mit den Grausamkeiten...
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Elave (19.07.2017), Meavy (17.03.2018)

16

Mittwoch, 19. Juli 2017, 18:18

Dunmerischer Alptraum: Teil 3
(18.07.2017)

Nachdem sie alles gesagt hatte, wurden sie, Mariessa und Numyn gehen gelassen, aber ohne Corentin. Dunklelheit frass sich in sie. Sie würde... für Corentins Tod verantwortlich sein? Nur wegen ein paar Worte? Bitte nicht... Sie würde zukünftig auf ihre Worte aufpassen, nicht mehr so aufgebehren oder lieber gleich ganz schweigen! Sie sollten Corentin nur wieder zurücklassen, darum bat sie Stendarr eindringlich. Ihr Gebet wurde scheinbar erhöhrt, denn Corentin tauchte wieder auf, und sie schwieg dennoch und handelte noch nicht mal vorschnell, während Mariessa voreilte um Corentin zu stützen, lies sie sich einen Augenblick Zeit. Er sah gräßlich aus... und es schmerzte sie tief. Jetzt wusste er also wie Dunmer sind... sie wünschte er hätte es nie erfahren. Hauptsache war aber, er würde wieder werden und mit Mariessa zurück nach Wegesruh kommen. Sie kümmerten sich zusammen um ihn, Wungrane war einfach schweigend bei ihm, und Mariessa tat noch mehr: sie sah, dass er trockene Kleidung bekam und redete mit ihm. Numyn gab ihr selbst sogar mal einen Tee für ihn, den sie mit schweigend dankender Geste annahm; auch wenn sie nicht dazu kam ihn zu übergeben, so hinterließ sie ihn zumindest, damit er es konnte, als sie selbst das Gepäck von allen in den Magierunterkünften zusammenklaubte.

Das Portal war wohl schon so gut wie fertig, als sie zurückkam und sich von Numyn verabschiedete, der noch hier bleiben würde. Die Sachen in Sturmhafen, würde er irgendwann noch abholen. Bei den Erwähnung der Geschenke, welches sie abgelehnt hatte, wurde ihr schmerzlich bewusst, dass ihre Axt noch immer oben bei dem Ordinator am Eingang des Tempels war. Aber sie traute sich nicht dorthin zurück um sie einzufordern, würde auch niemanden darum bitten... sie würde nicht vermasseln, dass die beiden zurückkehren konnten, wegene iner Axt, die nur eine von vielen war die sie gemacht hat! ... Bei der ihr Thondaar nur Tipps gegeben hatte... ihr das Lederband dafür geschenkt hatte... gezeigt hatte wie man es band... Ihr Herz stach als sie daran dachte, dass sie das zurück lies. Sie verdrängte es erst mal und ging zu Numyn, sprach das erste mal seit sie aus dem Tempel kamen: Sie verzieh ihm und entschuldigte sich, dass sie nicht immer nett war und das Geschenk nicht angenommen hatte. Jetzt bereute sie das gerade sehr, andrerseits... wäre die Axt dann sicher auch dort oben. Sie war aber nicht so unverschämt "jetzt" noch danach zu fragen.

Durch das Portal gekommen, in Wegesruh angekommen, brach Corentin zusammen und Wungrane half wieder schweigend Mariessa dabei ihm zu helfen. Kurz sagte sie auch Corentin leise, dass er wieder werden würde, mehr aber nicht. Außerdem sah sie, dass er sich vor allem an Mariessa hielt, und das war auch gut so. Denn sie... würde bald nicht mehr da sein. Es wäre besser so. Die Worte die sie beim Gehen noch hörte, um eine Unterkunft für die beiden zu finden, schmerzten sie. So hatten sie Corentin also gefoltert. Ihr Herz stach weiter, ihr guter Freund... was musste er wegen ihr mitmachen. Schweigend machte sie sich auf den Weg durch die Straßen. Sie wusste den Weg zum Gasthaus noch, es war spät, so dass der Markt ziemlich leer war. Unbewaffnet und voll Gepäck, hatte sie wohl Glück nicht überfallen worden zu sein, aber sie nutzte auch keine wirklichen Gäschen, einfach weil sie sie nicht kannte. Als sie am Gasthaus aber ankam, erfurh sie dass es schon voll war und sie wusste nicht ob es noch eins gab. Was sollte sie tun? Ratlos stand sie einige Minuten vor dem Gasthaus, mit all den Sachen bepackt wie ein Esel, und doch war es ihr gleich – ihr Körper hatte sich genug erholt, während ihr Geist dafür litt.

Einen Ort kannte sie aber noch, wie ihr einfiel, und zu dem ging sie nun in der Not: Dem Haus der Wissenschaft. Lunatis war da, hörte sie trotz der späten Stunde an, und sie war erleichtert als diese ihren Freunden Zuflucht gewährte. Sie selbst war auch mit eingeladen und auf Nachhaken von Lunatis, sagte sie eigentlich schon viel zu viel, wieso sie im Grunde nicht wollte. Sie müsste gehen... denn ihre Freunde hatten das, was ihr im Kopf rumschoss, sicher vergessen. Dazu waren beide am Boden, denn auch Mariessa war am Weinen gewesen, als sie aus der Magierhalle ging. Sie erinnerte sich allerdings noch zu gut, weshalb sie nach ihrem ersten Aufenthalt in Morrowind noch lange geschwiegen hatte, sogar gegenüber Corentin und Mariessa. Die Warnung eines bösen Mannes, hatte sie davon abgehalten, denn wenn sie etwas sagen würde, was sie nicht sollte, so würden ihre Freunde sterben, so hieß es. Corentin hatte ihr versichert dass auch keine Magie dauernd um ihr rumschwirrte, die es hätte dem Mann verraten können, daraufhin hatte sie es zumindest ihren Freunden offenbart. Jetzt allerdings, wo sie dem Ordinator etwas gesagt hat, brauchte es dazu keine Magie mehr. Es mochte dauern bis es hier ankam, aber es würde geschehen, und das hieß, dass sie gehen muss. Gehen, ehe sie ihr folgen, gehen, ehe sie annahmen die beiden bedeuteten ihr etwas. Wenn sie sie suchen würden, würden sie vielelicht nicht nach ihren Freunden suchen. Sie sagte Lunatis nicht das Ganze Szenario in ihrem Kopf, nur dass ihre Freunde sicherer sein mögen wenn sie ging, weil sie etwas gesagt hatte was sie nicht durfte. Das war im Grunde schon zuviel und im Geiste schimpfte sie später mit sich dafür. Allerdings hatte sie auch kurz vor dem Weinen gestanden, war selbst angeschlagen, konnte es aber erfolgreich runtersgeschlucken. So ging sie aus dem Haus, lies ihre Sachen, und die ihrer Freunde, schon mal da, um ihre Freunde zu holen. Sie musste jetzt stark sein... und tun was nötig war. Sie musste... Erwachsen sein, kam nicht drumherum, denn ein Teil des Kindes in ihr, wenn nicht sogar der Rest, war erneut in Morrowind verstorben, etwas anderes als Erwachsen sein, oder sehr zügig werden, blieb ihr nicht mehr.

So ist sie nun hier, im Haus der Wissenschaft untergekommen, mit ihren Freunden. Ihr Blick wandert vom Sternenhimmel nach unten, als sie ihre Gedanken beendet. Da sieht sie trotz der Dunkelheit, beleuchtet von den Monden, eine Gestalt, und sie erkennt sie mit Schrecken wieder: Thumar. Sie springt auf, versucht Corentin zu wecken, auch Mariessa, beide schlafen tief und dann ist er schon da. Mit großen Augen stellt sie sich dennoch in den Weg, wird weggeschubbst und nach Schwertstreichen fliegen die abgesäbelten Hände, und die Zungen der beiden. Sie schreit auf und ihr Körper ruckt nach vorn.

Wungrane selbst sitzt noch am Fenster, ihre Nase sogar platt an der Scheibe, ihre Augen springen auf. Ihr Herz schlägt schneller, kein Laut ist ihr in der wachen Welt über die Lippen gekommen. Sie atmet kurz etwas tiefer ein und aus, ein paar mal. Ein Blick zu Corentin und Mariessa, beide noch da und unversehrt, gut. Sie würde bald gehen müssen, auch wenn es ihr schwer fiel. Sie will nicht wieder alleine sein... aber noch weniger will sie, dass den beiden etwas passiert, oder auch andere wegen ihr leiden müssen. Vielleicht war sie einfach nicht dafür geschaffen, in dieser Welt zu sein. Vielleicht gehörte sie einfach zurück in den Sumpf, stetig um ihr Überleben kämpfend, weg von allen anderen. Und wenn die bösen Leute sie dann finden würden... dann könnte sie hoffentlich nach Sovengarde zu ihren Eltern: sie würde es ihnen so schwer wie möglich machen, um das zu erreichen. Wungrane schließt die Augen wieder, aber schläft nicht. Der Alptraum von eben sitzt ihr noch in den Knochen, so wie der gesamte große aber reale Alptraum davor. Sie würde gehen, sobald Corentin halbwegs auf den Damm war, solange würde sie Mariessa helfen, damit diese sich auch nicht übernahm.
Nur was sollte sie wegen Lunatis unternehmen, die zuviel wusste? Wie sollte sich von ihren Freunden verabschieden, ohne dass diese sie aufhalten konnten? Sie weiß dass ihr beide würden helfen wollen, entweder nicht glauben würden, dass der böse Mann seinen Worte wirklich Taten folgen lässt, oder aber meinen würden, dass sie das zusammen hinbekommen würden. Vielleicht wäre es so... aber das Risiko ist ihr zu groß. Sie traut sich aber auch nicht sich deren Argumenten zu stellen. Was sollte sie also wegen Lunatis tun? Die dunkelsten Gedanken kamen ihr nicht, aber ein wesentlich einfacherer, wenngleich sie sich schämte für das notwendige Übel: sie würde lügen müssen, wegen Lunatis, und sie würde stehlen müssen, um sich zu verabschieden. Möge Julianos und ihre Freunde ihr vergeben.
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Elave (19.07.2017), Meavy (17.03.2018)

17

Samstag, 5. August 2017, 13:27

Stiller Abschied
(Teil 1: 05.08.2017)

Wungrane löst sich aus der Gebetspose, schaut in die abendliche Dämmerung hinaus, während der Wind ihren Kopf umweht. Wolken am Himmel, werden heute keinen Sternenhimmel, und kein Mondlicht zulassen. So ist es die nahende Dunkelheit, in die sie blickt, eine, sich leicht bewegend, die andere stetig wirkend: Himmel und Meer. Sie verschränkt die Arme auf der Brüstung und bettet ihr Kinn darauf, während sie aufrecht kniet. Wie konnte es nur soweit kommen?

Sie hatte ihren Plan nicht durchführen können, wie gedacht. Bruder Corentin schien doch schneller gesund als sie dachte, oder laut Mariessa, zumindest gesund genug um mit Vorsicht wieder weiterzureisen. Also konnte sie nicht genug Schreiben lernen, um einen Abschiedsbrief zu verfassen. Im ersten Moment hatte sie sich einfach nur geärgert, Frust, wieso man ihrem ohnehin für sie schweren Vorhaben noch so Steine in den Weg warf. Sie konnten es aber nicht wissen, vermutlich verstanden sie ihre Reaktion auch gerade nicht, oder dachten anderes darüber als wahr war. So beruhigte sie sich möglichst wieder, und ließ sich weiter nichts anmerken, so hoffte sie.

Die Nacht vor dem Aufbruch von Wegesruh hatte sie betend verbracht, ihre Knie schmerzten, sie nahm es aber schweigend hin, und als der Morgen graute stand sie auf und wollte gehen. Da sah sie aber die Baroness der Normanier. Sie würde mit ihr reden, auch wenn es sie Überwindung kostete. Vor der Kathedrale hatte sie sich wieder hingekniet und wollte anfangen, doch die Baroness wollte dass sie erst mal aufsteht, sie wäre kein Sklavenhalter. So tat sie dies und sprach über ihre Befürchtungen bezüglich der Drohung des Fremden, der sie einst von den Sklavenjägern zurück brachte, dass er seine Handelspartner ihre Freunde töten lassen würden, wenn sie etwas sagt – was sie dem Ordinator nun mal gesagt hatte. Die Baroness hatte ihr aber schließlich erklärt, dass solche Leute, die mächtig genug wären das nötige zu zahlen, gut genug abgesichert wären, damit es eben keine Rolle spielt, wenn jemand wie sie, da etwas ausplaudert, und Drohungen solcher Art, wohl meist nur der Einschüchterung dienen. Die Dame hätte da Erfahrungen aus ihrer Familie mit Mördern und ihrem Lohn, so hatte sie es verstanden. Wungrane konnte sich nach kurzem Schock, dass diese Frau mit solchen Leuten zu tun gehabt hatte, beherrschen. Die Baroness war doch so freundlich gewesen, hatte ihr alles erklärt, wollte auch an die Magiergilde Schreiben, zur Sicherheit, damit der Aufenthaltsort der Pilgergruppe geheim bleibt, so würde man zusätzlich ausschließen, dass tatsächlich jemand irgendwen ansetzte um ihren Freunden zu schaden, für den Fall der Fälle. Als sie an diesem Morgen aufbrachen, war Wungrane hoffnungsvoll, dass jetzt alles gut gehen würde. Die Baroness hatte ihr sogar eine große Axt geschenkt, etwas schwerer als ihre alte, die sie vermisst hatte – also könnte sie sich auch wehren, wenn etwas ist. Sie hatte bisher noch nicht die Kraft aufgebracht, sich eine neue zu machen, da sie der mit Thondaar gemachten Axt nicht gleich kommen würde, und sie wollte nichts schlechteres Neues machen, das erschien ihr falsch.

Den Ort den sie zur Unterbringung gewählt hatte, das Haus der Wissenschaft, war von ihr aber wohl die falsche Wahl gewesen. Dort waren zu viele Leute und sogar eine Dunmer, angeblich sogar eine Dienerin des Hauses Dres. Corentin war plötzlich noch härter als hart, wenn er etwas ernst nahm, hatte die Leute aufgeklärt, und dafür getadelt, wie sie so jemanden beherbergen konnte. Dabei hatte er sogar einfach ausgeplaudert, dass sie ein Opfer der Sklaverei gewesen war. Es sollte doch keiner wissen, wenn es nicht sein musste! Vor der Dunmer und den anderen Leuten dort, fühlte sie sich geradezu gedemütigt und entblößt: die Leute in einem Haus voll wissender Leute, konnten sich sicher denken was das hieß, was sie tun musste, wie sie zu sein hatte um zu überleben. Normalerweise störte sie wenig, wenn es um stolz ging, aber das... schmerzte bei diesen Fremden. Doch der Leiter war stur und sie gingen trotz Corentins Zustand, da das keine angemessene Unterbringung für ihn war, wo man einem Dunmer der mit Sklaverei zu tun hatte, einem Hilfsbedürftigen vorzog.

Wungrane machte sich aber auch danach noch große Sorgen um ihren Freund Corentin. Sicher, sie wusste dass es Zeit braucht das zu verdauen, was er erlebt hatte, es war bei ihr ja nicht anders gewesen, aber er war oft so distanziert und fremd. Manchmal sah sie, wie Corentin bei Mariessa etwas aufzutauen schien, nur so ein klein wenig, aber da war etwas. Er brauchte sie, irgendwie, so schien es ihr.
Sie selbst hingegen, half nicht. Das größte was sie ihrer Meinung nach getan hatte, war, ihn zur Kathedrale gebracht zu haben, als sie aus dem Haus der Wissenschaft gehen mussten, er krank war und das Stendarr Symbol von Mariessa gegen das was er dort bekommen hatte zu tauschen, mit einer kleinen Lüge... Mogelei, Mogelei war besser. Zwar fand sie das dunklere Stendarr Symbol auch schöner, aber vor allem hatte sie es nur lieber haben wollen, damit Mariessa nicht ganz so enttäuscht war, dass er schon eins hattes und Corentin eben ein Geschenk einer Freundin hatte, das ihm sicher mehr Kraft geben konnte... Bei Stendarr und Freundschaft in einem musste es so sein!
Bei ihrer Freundschaft hingegen, schien es wenig zu helfen. Sie hatte schon vor dem Weittereisen von Wegesruh aus bemerkt, dass sie störte, immer mehr. Da war etwas, wenn sie dazu kam, wie ein Erschrecken? Sie sah es nicht gut genug, aber irgendwie schien sich Corentins ganze Haltung zu ändern, wenn er mit Mariessa zusammen war und sie selbst dann hinzu trat. Sie war sich nicht sicher, wieso oder weshalb, aber sie hatte das Gefühl, dass sie störte und auf manches konnte sie sich verlassen, ihre Instinkte waren so schlecht nicht und langsam konnte sie es auch hier in der, wie die Leute sagten, "zivilisierten" Welt, manches deuten. Sie wollte für Bruder Corentin einfach nur das Beste, ebenso für Mariessa. So dachte sie eingehend nach....

Corentin hatte doch gesagt dass scheinbar einer der Sklavenjäger sie verraten hatte, deshalb die Sache mit den Ordinatoren begann, wenn sie nichts falsch verstanden hatte. Sie dachte es wäre ihre Schuld gewesen, andrerseits... war es das vielleicht? Ihre Reaktion als sie Serjo Marvroth sah... hatte sie vielleicht auch zu laut für diese Spitzohren geflüstert, das "sie da sind"? Hatte der Dunmer das schon als verrat gesehen und entsprechend reagiert? Sie würde es dem Kerl zutrauen... So oder so, bleibt es aber auch dabei, dass sie Corentin fast mit ihren Worten umgebracht hätte. Mit Worten, mit Trotz, gegenüber diesem Ordinator, als er Mariessa geschlagen hatte. Das rotiert immer mal wieder in ihrem Kopf und förderte die Schweigsamkeit. Nicht mehr unbedacht reden, möglichst nie wieder! Aber würde sie das schaffen? Sie weiß es nicht. Tatsächlich ist ihr nicht mehr nach so vielen Worten zumute, aber wenn sie etwas Lebensfreunde empfindet, schienen auch wieder mehr Worte zu kommen. Das machte es riskanter, ein Risiko, vor allem für ihre Freunde. Daneben, schien er mit Mariessa allein sowieso besser klarzukommen, es ihm vielleicht sogar leichter zu fallen. Also selbst wenn keine Sklavenjäger oder dessen Handelspartner sie verfolgen... muss sie gehen, damit ihre zwei Freunde ihre Ruhe haben, damit sich Corentin besser erholen kann, damit ihr verdammtes Mundwerk sie nicht gefährdet. Sie will es ihm so leicht wie möglich machen darüber hinwegzukommen, erst recht, falls es ihr Verschulden sein sollte. Verantwortung tragen... das tun Erwachsene doch... und sie kommt nicht drum herum es nun zu sein und zu tun.

Wungrane machte sich auf den Weg, auf die Suche nach den zweien... doch fand sie sie nicht. Lange hielt sie inne, grübelnd was sie tun sollte. Ein Blick fiel auf die Kapelle... und ihre Füße führten sie von allein dorthin. Drinnen sah sie einer der gläubigen Gottesdiener und dann fiel ihr ein, was sie vor dem Gespräch mit der Baroness als Alternative für einen selbst geschriebenen Abschiedsbrief erdacht hatte: sie lässt ihn sich schreiben, nur hatte sie nichts dafür zu geben. Sie bat den jüngeren Mann darum, der nicht besonders begeistert zu sein schien, ja sie flehte sogar... da lenkte er schließlich ein. Wenn es so um das Seelenheils dieser jungen Frau zu gehen schien, wollte er ihr den Gefallen tun. So redete sie, was in dem Brief stehen sollte und der Mann schien manches mal bei ihren Worten zu stocken, schaute sie an, als wolle er sagen: Willst du das wirklich? Bist du dir sicher? Aber sie erzählte weiter, was er schreiben sollte. War da Mitgefühl in seinen Augen? Es war ihr gerade nicht wichtig. Schweren Herzens, nahm sie fast schon zitternd die Stoffreste von ihren Unterarmen, und gab sie ihm mit. Sie hatte nichts anderes zu geben, es war ihr wertvollster Schatz, und ihre Freunde sollten wissen, wie viel sie ihr bedeuteten. Nach Einwilligung jenes Mannes, es an Corentin und Mariessa auszuhändigen, verließ sie schleunigst die Kapelle, eine Unruhe ergriff sie, den Schritt zu tun, um nicht wieder zu wanken. Der Mann verblieb mit folgenden Schreiben zurück:
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Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Deikan« (5. August 2017, 16:20)


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Elave (05.08.2017), Jassillia (06.08.2017), Meavy (17.03.2018)

18

Samstag, 5. August 2017, 13:39

Stiller Abschied
(Teil 2: 05.08.2017)

Zitat

Grüße, ihr beiden,

eigentlich wollte ich erst lernen um den Brief selbst zu schreiben, aber ich hatte zu wenig Zeit, tut mir Leid, aber so könnt ihr es sicher auch besser lesen.

Mir fällt es schwer Worte dafür zu finden. Ich bin darin nicht so gut wie ihr. Wo fang ich an? Ihr habt mir wieder gezeigt was Freundschaft ist und was es heißt nicht mehr allein zu sein. Das hat mich sehr gefreut. Ich habe viel von euch gelernt, sehr viel, wirklich.

Gerade die anfängliche Zeit in der Normanier war sehr hart für mich, aber dank dir, Corentin, wusste ich überhaupt erst was ich manchmal falsch gemacht hatte, und du und Mariessa, wart einfach immer für mich da, dafür kann ich euch nicht mehr als danken.

Als ich in der Normanir ankam, hielt ich mich für Erwachsen und war es nicht, als ich aus Morrowind zurückkehrte, wollte ich wieder Kind sein, nur um jetzt endlich begriffen zu haben, dass es nicht mehr geht. Ich kann nicht mehr zurück. Ich glaube das was das Kind sein ausmachte, ist bei meinem zweiten Besuch in Morrowind nicht wiederkehrend gegangen. Ich freue mich nicht, aber trauere auch nicht, es ist einfach so.

Wieso ich aber jetzt gehe? Noch dazu so? Es ist meine Schuld, ich kann es einfach nicht mehr. Ich glaube dass der rothaarige Dumer euch wegen mir verraten hat, weil ich zu aufällig war, oder überhaupt dabei war. Du hast deshalb soviel leiden müssen Freund Corentin, das tut mir im Herzen weh. Selbst wenn ich das nicht gewesen war, hätte ich dich beinah mit Worten und Trotz umgebracht, bei diesem Ordinator. Er wollte dich umbirngen lassen, nur weil ich nicht reden wollte, als er Mariessa wehgetan hatte. Das kann ich mir nicht verzeihen, vielleicht in der Zukunft? Ist dafür nicht dieser Spruch dass die Zeit alle Wunden heilt?

Dazu brauchst du Zeit mit Mariessa und Stendarr, viele schöne Zeit, und ich kann da nicht helfen. Ich weiß nicht mal ob ich sagen soll, dass Dunmer böse sind oder nicht, ich glaube die meisten sind es, aber vielleicht hat Mariessa auch recht und es gibt Ausnahmen. Ich habe versucht euch zu helfen und es tut mir Leid, dass ich nicht die Kraft dazu habe. Ich bin aber froh, dass ich es zumindest bis zur Kapelle des Heiligen Pelin geschafft habe, denn hier habe ich zumindest auch den Glauben und den Mut gefunden, um das zu tun was nötig ist: zu gehen.

Vielleicht hättet ihr etwas dagegen gesagt, dass ich es mir anders überlegt hätte, aber ich wäre nur eine Last gewesen und das will ich nicht mehr. Das ertrage ich nicht. Ich muss meinen Weg finden, ohne euch dabei zu schaden. Ich hoffe wir sehen uns wieder, früher oder später, vielleicht, wenn ich stark genug bin, um euch wirklich eine Hilfe zu sein und mein Charakter so stark ist, wie man es von einer Nord erwartet.

Ich möchte euch aber aus tiefsten Herzen danken, doch wisst ihr dass ich nichts von Wert habe, was das passend sagen würde. Daher, gebe ich euch meinen zwei einzigsten und wertvollsten Schätze. Für euch sicher kaum merh als Lumpen, aber seit ich sieben Jahre alt war, hüte ich sie. Sie waren von einem Hemd, dass mir meine Mutter gemacht hatte, früher passten diese Stücke an meinen Oberarm, glaubt ihr das? Mit der Zeit musste ich sie runternehmen, so tiefer tragen, so oft flicken und waschen, dass das satte grün von früher kaum noch zu erkennen ist. Dennoch gaben sie mir immer Halt, selbst in den schlimmsten Tagen, als ich schon früh den Tod zu sehen glaubte, als ich nahe dem verhungern war, von den falschen Pilzen und Kräutern mein Bauch mich zeriss, oder verletzt in einer Höhle lag. Ich kam immer wieder auf die Beine. Ich werde wohl nie ein heiliger Pelin sein, aber vielleicht kann ich euch so zumindest noch etwas helfen, euch zu erinnern immer weiterzumachen und glücklich zu sein, mit dem was da ist, und sei es nur, dass man noch lebt und die Natur um einen herum weiter atmet, das Leben weitergeht.

Passt gut aufeinander auf, ich hab euch wirklcih sehr gerne.
Lebt wohl und Stendarrs Segen,
Eure Wungrane *ihren Namen hat sie sogar selbst noch hinbekommen zu schreiben*


Sie ging nach einem langen nächtlichen Umhergehen zum Hafen in Immerfort, die Dämmerung setzte ein und dort begann man schon emsig das Tageswerk zu beginnen. Fracht die auf Schiffe verladen wurden, Arbeiter die hin und hergingen. Den nächst besten der dort kommandierend rumschrie, fragte sie nach einer Fahrt von hier fort, sie würde auch hart dafür arbeiten. Der Mann in edlerer Gewandung betrachtete sie und verwies auf ein anderes Schiff, dort hatte sie dann auch mehr Glück. Der Zielort... war ihr egal, sie fragte nicht danach, wollte es nicht mal wissen. Es war ihr gerade alles so egal. Sie musste dem Mann zwar zeigen, dass sie wirklich anpacken konnte, aber das hatte diesem dann auch gereicht, um sie mitzunehmen.

So konnte sie auch nicht lange nach Immerfort zurückblicken, als das Schiff den Hafen verließ, da sie nach ein paar Minuten auch schon los musste, ihre Arbeit verrichten.. Sie meinte ihre Freunde noch dort gesehen zu haben, doch mochte sie sich auch täuschen. Sie hatte ihre Mutter und ihren Vater früher auch oft geglaubt im Nebel zu sehen... wenn man sich etwas wünschte erschien es manchmal, aber dieses Traumwünschen hielt nie lange an. Möge Stendarr die beiden behüten und Bruder Corentin sich bald von dem erholen, was in Morrowind geschah. Sie würde weiter dafür beten, so auch für Mariessas Wohlergehen.

Den Tag über hatte sie hart gearbeitet, und sie hatte Nachts lange gebetet. Nun ist sie erschöpft. Ihre feuchte Augen blicken weiter in die stärker werdende Dunkelheit, doch weint sie keine Träne. Ein dumpfer pochender Schmerz, so wie der Schmerz ihres Körpers von der harten Arbeit... ist gerade besser als die Leere, die sich des Tages über weiter und weiter auszubreiten schien. Wohin sie wohl segeln würde? Sie erinnerte sich an die Worte der Baroness, als jene über Mörder redete und dass das Bündnis nicht umsonst den Namen "Dolsturzbündnis" trug. Wenn das wirklich deshalb so hieß... weiß sie wirklich nicht wieso es ihre Eltern dorthin gezogen hat. Einerseits will sie die Entscheidung ehren, bleiben wo sie geboren wurde, andrerseits, fühlt es sich so an als würde sie am liebsten weit fort von etwas, was scheinbar nur auf Mord und Totschlag basierend miteinander klar kam. Am besten würde sie sich von Kynarehts Wind nun einfach treiben lassen, die Arbeit lenkte gut ab, der Schmerz am Abend tat gut, vertrieb die Leere etwas und sie könnte doch sicher so lange bleiben, wenn sie es durchhielt, bis sie von Board gehen wollte? Sie würde fragen, aber der Gedanke, gefiehl ihr gerade... einfach nur weiterzusegeln und zu segeln und zu segeln mit dem Auf- und Ab der Wellen des Meeres. Ja, das könnte sie gerade glücklich machen, oder zumindest, sie aufmuntern, immerhin sollte sie auch ihre eigenen Worte im Brief befolgen. Jetzt allerdings, geht sie erst mal in iher Unterbringung und schließt die Augen, die Axt dicht neben sich, denn sicher, fühlte sie sich hier derzeit noch nicht.
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"Wenn die Winde des Wandels wehen, bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen."
-Chinesisches Sprichwort

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Elave (05.08.2017), Jassillia (06.08.2017), Meavy (17.03.2018)

19

Mittwoch, 9. August 2017, 16:04

Die Gekreuzten Klingen
(Teil 1: 09.08.2017)

Wungrane blickt verschlafen unter einer gepfleckten Hecke heraus in den Hof. Mauern in ihrem Sichtfeld, hohe Mauern. Aber so war es in Ordnung, sie musste nicht in den Mauern des großen Hauses schalfen, und tagsüber, schienen sie ihr nicht mehr so schlimm. Sie hatte die halbe Nacht an einem kleinen Schrein drinnen gebetet, und ist nun noch etwas verschlafen. Ist schon Mittag? Ihre Hand fühlt etwas über das Fell, welches sie bekommen hatte, als Jassila einverstanden war, dass sie weiter draußen schläft. Es ist schon etwas gemütlicher mit Fell... Sie schaut ein paar der emsigen Arbeitern nach, während ihre Gedanken zum Beginn dessen schweifen, was sie hergeführt hat:

Das Auf- und Ab der Meeres, war schön, aber es überwog weder diese komische Leere, die sie beim Tageswerk ergreifen wollte, noch die Blicke manches Seemannes. Inzwischen wusste sie, was solcherlei Blicke hießen, was sie wollten, und das machte sie innerlich unruhig und ängstlich, denn sie wollte das nicht. Nachts schlief sie daher nicht, war doch ihr Gefahrensinn zu aktiv, aber das machte ihr den Tag sehr schwer, bei dieser harten Arbeit. So ging sie schweren Herzens in Aldfelden von Board, da sie sich in Sturmhafen nicht genug auskannte, nahm sie lieber diesen bekannten Hafen in Glenumbra, natürlich, nach der Absprache mit dem Mann der sie mitgenommen hatte. Sie hatte nichts dafür bekommen, die Überfahrt selbst, so wie das was sie gegessen hatte, verschlangen wohl alles was sie hätte bekommen können. So Seereisen mussten teuer sein.

Sie ging von Aldfelden den Weg, als würde sie die Pilgerreise wiederholen, aber alleine war es hier noch schlimmer. So eilte sie nicht nur, sondern rannte über den Weg durch den Sumpf, gönnte sich nur zum zügigen Trinken kurze Pausen. So lag der heimatliche Sumpf, aber vor allem dieser spezielle Weg, schnell hinter ihr, und da war wieder die Straße. Allein ging sie sie aber nicht, sondern abseits der Wege, zumindest bis dahin, wo sie sich noch auskannte, denn ab da wo das nicht mehr der Fall war, hielt sie inne, legte sich eine Weile hin und lauschte der Natur.

Einige Augenblicke fragt sie sich, ob sie nicht einfach wieder hier bleiben sollte, draußen, ohne irgendwen. Es war doch fast sieben Jahre lang für sie in Ordnung gewesen, wieso sollte sie nicht dahin zurückkehren? Es mag einsam sein, aber man konnte der Natur lauschen und sich an ihr erfreuen, und dort hatten sie nur selten Gedanken beschwert. Wieso sollte sie also nicht? Während sie aber das Blätterrascheln durch den Wind hörte, stahl sich ein Name in ihren Geist: Corentin. Sie drehte sich auf die andere Seite und legte die Arme über ihr Gesicht. Er hatte ihr zuviel beigebracht! Man könnte in der Einsamkeit den Göttern nicht gut dienen, wie sollte man so zum Beispiel den Schwachen helfen? Sicher, es gab auch mal Tiere, die Hilfe gebrauchen konnten, aber andrerseits, war das der natürliche Kreislauf, sollte sie da wirklich etwas unterbrechen? Während sie andere Tiere wiederum aß? Und Mer oder Mensch würde sie damit dann immernoch nicht helfen, wenn sie sich von jenen fern hielt. Sie war es aber Stendarr und Corentin schuldig, etwas zu tun. Sie dreht sich so wieder auf die andere Seite. Nein, sie konnte sich nicht einfach abwenden und in der Wildnis bleiben, nicht mit dem was sie inzwischen wusste. Was sollte sie aber dann tun?

Langes Schweigen in ihrem Geist, Leere, etwas aufkeimende Verzweiflung... und wieder der Name: Corentin. Nach all dem was ihr Freund für sie getan hatte, konnte sie nicht mehr tun als zu beten, und zu gehen, um ihm zu helfen... das tat so weh. Wenn es dieses Schicksal gab, war es einfach grausam. Tief atmete sie durch und dachte an die Pilgerreise, wie schön es erst lief... und da kam ihr der Gedanke an diesen Streitarm Stendarrs. Diener Stendarrs.... Corentin hatte auf jeden Fall Jassila vertraut, er mochte sie wirklich, das hatte sie sehen können, trotz ihrer damaligen Enttäuschung: woher hätte sie auch wissen sollen, dass eine ältere Frau zu umarmen so anders für ihn war? Sie hatte erst nur gedacht er log tatsächlich mal, dass er Umarmungen insgesamt nicht mag, und in Wirklichkeit nur von ihr keine wollte. Aber er hatte sie eines besseren belehrt. Jassilia... Streitarm Stendarrs... sie legt sich auf den Rücken und schaut durch das Blätterdach zum Himmel. Vielleicht hat sie jetzt den Mut dafür? Und selbst wenn sie versagen würde, weil sie nicht gut genug kämpfen konnte.... vielleicht käme sie so dann wenigstens nach Sovengarde, zu ihren Eltern, und hätte Ruhe, Frieden. Der Gedanke entlockt ihr ein Lächeln, die Aussicht fand sie so schlecht nicht. Mit Schwung erhob sie sich und machtw sich auf den Weg, zum Weg, denn der Orden war in Gefilden die sie nicht so sehr kannte, also würde sie sich am Weg orientieren müssen, und den Ort damit aber auch finden, da hatte sie keine Zweifel.

Unterwegs verlor sie aber langsam wieder etwas des "frohen" Mutes. Würden die Leute überhaupt jemand wie sie wollen? Eine Pilgergruppe zu beherbergen war sicher anderes als "sowas" und Corentin war dabei gewesen, auch ein Stendarr Diener, eine der Ihren eben. Sicher sie wollte Stendarr dienen, aber konnte sie wirklich sowas wie "kämpfend" anbieten, wenn sie sich nicht sicher war, ob sie das wirklich zustande brachte? Nein, wohl nicht... sie konnte nur sagen was sie tun wollte: Stendarr zu dienen, aber noch nicht das "wie" beantworten. War das erst mal genug? Sie weiß es nicht, aber nach all dem was Stendarr und Corentin, aber auch Mariessa, für sie getan hatten, war es ihr gut genug um es zu versuchen. So kam sie schließlich vor jene Mauern aber irgendwas war anders, irgendwas Ungutes lag in der Luft, das konnte sie geradezu spüren. Ein Grund mehr misstrauisch zu sein, als die Wachen sagten, es gäbe nur einen alten Magier mit dem sie sprechen könnte. Ihr stellten sich die Nackenhaare auf, seit wann brachten Magier oder vor allem eben Wachen, je etwas Gutes? Das Lachen da oben auf der Mauer gefiel ihr nicht, aber... sie wollte jetzt nicht kehrt machen. Innerlich schluckte sie aber, sie bestätigte, dass sie mit dem Magier, Jassilas Mann wenigstens, sprechen würde.

So kehrte sie ein, wie schon ein mal, ignorierte aber erst mal, dass man wohl manches kaputt gegangen war oder ersetzt wurde und schlich auch etwas um die Ecke in den Hauptraum. Zumindest kein komischer Kerl der sie wieder des Diebstahls bezichtigen wollte und ihr unterschwellig drohte. So ging sie leicht umrundend um Ignace herum, dessen Namen sie auch später noch nicht kennen sollte. Sie unterhielten sich über den Dienst bei Stendarr und auch über sie. Ihre Augen drückten nicht mehr soviel aus? Ach so, weil sie jetzt Erwachsen war sicher, das Kind nicht mehr da war. Er wollte aber viel wissen: was geschen war, über Corentin, und da blockte sie etwas, sie kannte den Mann da auf dem Stuhl nur vom Sehen, auch wenn er sagte, man würde sich Sorgen machen, auch wenn er ehrlich schien, auch wenn er Jassilas Mann war... von dem Priester der Baroness hatte sie auch gedacht, dass er nett wäre, und man ihm vertrauen könnte. Weit gefehlt... Dann ließen sie das Thema aber zum Glück sein, es ging um das was sie tun könnte, aber ihr gefiehl weder, dass er an ihrer Angst vor Pferden "arbeiten" wollte, noch dass er wollte dass sie in seinem Zimmer schläft, statt draußen zu nächtigen. Das Gespräch ging auch über anderes, aber schließlich zog sich der Hausherr zurück und sie verblieb mit der Nord, Ascalia. Sie redeten noch etwas über Magie und über Wege, dann zog sie sich zurück. Sie selbst ging aber nach draußen ehe ihr jemand etwas anderes sagen könnte, und bete nach etwas Schlaf, ab Mitternacht bis zum Morgengrauen.
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Jassillia (09.08.2017), Meavy (17.03.2018)

20

Mittwoch, 9. August 2017, 16:11

Die Gekreuzten Klingen
(Teil 2: 09.08.2017)


An dem Tag lernte sie dann Zoe kennen, eine nordische Magierin. Die mit ihr auch darüber sprach was sie denn werden wollte. Eigentlich war nur Priester ausgeschlossen, da stand was bei der Aufzählung im Weg, von dem was Zoe ihr sagte. Was, wollte sie selbst jetzt nicht sagen, aber seltsamerweise schien Zoe das trotzdem zu wissen... oder wollte sie nur schlau tun? Egal, bevor sie dazu kam sich mit Holzhacken endlich mal nützlich zu machen, wollte die Ordensmeisterin sie sehen, geholt wurde sei dabei von einer jüngeren Frau, der Schwiegertochter von Jassila. So ging sie hin und jene Ordensmeisterin löcherte sie gleich mit Fragen über Corentin, der ihr wohl einen Brief geschrieben hatte, wo noch stand, dass sie und Mariessa bei ihm wären. Trotz ihrem Glauben dass es das richtige war, schmerzte es trotzdem, als Jassila zu dieser Zeile ein "offensichtlich nicht" von sich gab. Sie redeten noch etwas darüber, aber nein, Wungrane plauderte nicht einfach aus was Corentin ihr und Mariessa anvertraut hatte, nicht vor einer ganzen Runde von Leuten! Sie weiß wie unangenehm es ihr war, als er rumposaunt hatte, dass sie ein Opfer der Sklaverei gewesen war, das würde sie für ihn nicht wollen, auch wenn es ein andes Thema bei ihm war. Erst mal lies man die Sache aber auch fallen, stattdessen fragte Jassila sie ein paar Sachen zum Dienst Stendarrs, daneben redete man über die Jagd, Rüstung, über Hunde, Himmelsrand und allerlei mehr. Die Schwiegertochter der Ordensmeisterin – die hatte sich nicht vorgestellt, oder? - führte sie auch noch durch das Gebäude.

Wulfgar wäre jetzt wohl so etwas wie ihr Mentor, der von Jassila einen süßen Welpen bekommen hatte, dafür dass sein Hund wohl in diesem Kampf um das Anwesen gefallen war. Er schien nett, war zwar weder so wie Thondaar, noch wie Shovar, aber eben nett, und bei Nord, konnte sie sich bisher auch immer darauf verlassen, dass sie hielten was sie versprachen. Noch kein Nord hat ihr so übel mitgespielt wie die Bretonen es getan hatten, oder natürlich noch schlimmer, die Dunmer. Wenn sie wollte, würde er ihr sogar zeigen wie man den Mut finden konnte, zum Kämpfen. Etwas in ihr haderte, ob sie das wollte. Der schnellste Weg zu Sovengarde wäre es ja sicher... aber wenn sie von Skampen und Dremora hörte... bekam sie trotzdem Angst. Das war was anderes als ein Wildtier, oder einen Menschen zu töten, der ihr schaden wollte. Konnte sie sowas? In Gefahr bringen wollte sie auch diese Leute nicht, auch wenn Jassila gemeint hatte, dass jeder Lernende mal Ärger machen würde, und sie die Ausnahme wäre, wenn sie es bei ihr anders wäre. Gefährten kommen und gehen, hatte Wulfgar gesagt, aber man müsse sich an sie erinnern um sie zu ehren. Das hörte sich irgendwie nicht schön an, mit dem Kommen und Gehen. Und Heiler werden? Sie weiß nicht... zwar kannte sie noch ein wenig Kräuter von ihrer Mutter früher, hat in der Wildnis selbst noch ausprobiert gehabt was essbar war – und es manchmal bitter bereut – aber das war doch sicher viel Verantwortung, das auch noch anderen zu geben, je nachdem was sie hatten, das Richtige zu geben. Konnte sie das? Sie weiß es nicht... sie weiß gerade so verdammt wenig.

Schließlich waren nur noch sie und Jassila am Tisch. Also war jetzt der Zeitpunkt soweit, zumindest wenn diese versprach, dass diese nicht anderen darüber erzählte, was sie tat. Also erzählte sie, was sie von Morrowind und Corentin bei diesem "Ausflug" wusste. Nur weil sie eine Freundin von ihm war, sich Sorgen machte, und sie sicher besser beten konnte als sie, sagte sie es ihr. Es tat wieder weh und die Ordensmeisterin wollte sie wohl überzeugen, dass es nicht ihre Schuld war, aber das stimmte nicht. Sie selbst wollte davon aber auch nichts mehr hören, sie wollte beten. Oben bei dem kleinen Schrein, taten sie es dann auch, wobei Jassila zwei neue Kerzen, jeweils eine für Corentin und eine für Mariessa, anzündete und eine der bereits brennenden dazu stellte, für sie. Die Ordensmeisterin ließ sich nicht davon abbringen sie mit einzuschließen. Eine bewahrende Hand für sie, Hilfe mit ihrer selbst auferlegten Schuld ihren Weg zu finden. Naja... das geht wohl noch, aber Hauptsache Stendarr würde auf Mariessa und Corentin aufpassen, ihnen helfen, das war viel wichtiger. Als Jassila gegangen war, betete sie noch eine Weile weiter, jetzt wo sie das sogar an einem Schrein konnte, wo es sicher noch besser war, ließ sie sich das nicht engehen.

Wungrane steht auf und streckt sich etwas, reibt sich die Augen. Erst mal geht sie zur Wasserquelle sich kurz sauber machen, wenn kein Bach da war, musste es eben so gehen, aber sie fand es viel praktischer in eine Wasserquelle direkt zu gehen, wurden die Sachen da doch auch gleich wiedet etwas sauberer. Eine Sache, macht ihr jetzt aber noch besonders Gedanken, den Teil den Jassila aus dem Brief vorgelesen hatte, und der besagte, dass Corentin nach einer Pause dort in Immerfort, hier her zum Rat suchen käme. Jassila wird ihm geschrieben haben, dass sie hier ist, damit er sich keine Sorgen macht, so ihre Ansicht. Das heißt aber, das Verstecken wohl keine Möglichkeit ist. Sicher will sie die beiden wiedersehen, aber doch nicht jetzt schon... sie hat doch noch kaum was gelernt, und fühlt sich auch noch nicht stark genug, um Corentin wieder unter die Augen zu treten. Was sollte sie da bloß tun?
Erst mal, aufhören zu grübeln und ihre Arbeit zu machen. Sie hatte von Wulfgar den Auftag bekommen, sich einen Bogen zu holen, daneben sollte sie bei den Aufräumarbeiten helfen, und Holzhacken – aber mit dem Beil, nicht mit ihrer Axt – und .. ah genau, mit Wulfgar noch etwas für Hastulf, dem kleinen Welpen bauen. Bei dem Gedanken, lächelte sie, aber fing brav bei ersterem an: Sich einen Bogen besorgen und mit Aufräumenhelfen, Holzhacken und Wulfgar helfen verschob sie auf später.
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Jassillia (09.08.2017), Meavy (17.03.2018)