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Jassillia

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Gilde: Die gekreuzten Klingen

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Dienstag, 13. Februar 2018, 07:19



Stadtgeflüster in Wegesruh


Es war gegen Mittag, als die zwei Argonier endlich das nördliche Tor von Wegesruh passieren konnten. Es war nicht unüblich, dass man in der geschäftigen Stadt eine gewisse Zeit lang warten musste, bis man endlich ins Innere der Mauer kam, da sich Reisende, fahrende Händler, Jäger und allerlei anderes Volk durch die Tore schieben wollten. Am nahe gelegenen Brunnen hielten die Saxhleel an. Beide genossen sie ein paar Augenblicke die Sonne und das Plätschern des Wassers. Raaktaz wandte seine roten Augen zu seinem "Bruder", welcher den Blick erwiderte.

"Das tut gut", merkte der Argonier an. Er sprach in Jel, sodass sie keiner der hunderten von Passanten verstehen konnten. Andere Argonier waren gerade nicht zu sehen.
"Xhu, die Sonne ist immer gut", entgegnete Raak, dann nickte er zu dem großen Gasthaus hinter dem Brunnen, "Dort wirst du dich stärken können. Die Preise sind halbwegs akzeptabel. Ich gebe dir noch etwas Geld." Raak "winkte" sein Gegenüber mit zwei Finger unauffällig näher. Der Argonier machte einen Schritt vor und bekam ein paar Goldmünzen in die Hand gedrückt. "Mehr kann ich nicht für dich tun. Ab hier musst du alleine klar kommen, Pejoola."
"Danke. Das wird schon gehen. Lieber schlafe ich hier in der Gosse, als dass ich bei diesen...miesen Sklavenhaltern weiter hätte schuften müssen."

Raaktaz hob eine Lefze an, nickte dann jedoch ernst. Auch wenn er selber nie in einer solchen Situation war, so konnte er sich vorstellen, dass ein solches Schicksal die reinste Erniedrigung gewesen sein musste. Eingefangen im eigenen Land, verschleppt von Sklavenjägern über die halbe Welt, dazu verdammt, für irgendwelche Banditen zu arbeiten, obwohl es offiziell in den meisten Ländern Tamriels keine Sklaverei mehr gab. Offiziell.

"Wenn du nicht gekommen wärst..." Pejoola schüttelt den Kopf und zischelte leise, dass sich ein kleiner Junge in der Nähe zu ihm umwandte und dann schnell weg lief.
"Danke, dass du die Marschen verlassen hast, um einem Bruder zu helfen."
"Die Familie hält zusammen. Aber da sind noch mehr. Viel mehr."
"Wenn du Hilfe brauchst...? Meine Mittel sind nur gerade..."
Raak hob sachte eine Hand an: "Nicht nötig. Es wird schon gehen. Außerdem kann ich mir Hilfe holen, wenn ich welche brauche."
"Von diesen Rittern?" Pejoola schrägte das Haupt.
"Unter anderem. Von ihrem Schloss aus kann ich jeweils meine nächsten Schritte in Ruhe planen. Selbst diese Lederrüstung haben sie mir gegeben, ganz umsonst."
Pejoola lachte kurz auf. Es klang wie ein Fauchen. "Du alter Lump. Haben sie auch ein hübsches Saxhleel-Weibchen für dich?"
Raak hob nur eine Lefze an.
"Jaja, du mal wieder. Singt-mit-Winden hatte kurz vor meiner Entführung nach dir gefragt. Schreib ihr mal."
Raak blinzelte mit den Nickhäuten. "Mal sehen. Ich habe noch zu tun."
Pejoola nickte. "Nun gehst du zurück zu den Rittern?"
"Nicht ganz, ich muss hier noch etwas erledigen. Deshalb...du entschuldigst mich? Wir sollten auch nicht mehr zu lange beisammen stehen. Zu gefährlich."

Pejoola nickte. "Xhu. Ich mache mich auf. Danke noch einmal, Bruder. Du hast meine Schande gerächt und mir in Erinnerung gerufen, warum man dich Raak-Taz, Jagt-leise, nennt. Hoffentlich werde ich dich niemals erzürnen. Möge die Mutter der Nacht über dich wachen."
"Und über dich die Hist."

Pejoola nickte knapp. Dann setzte er sich in Bewegung und verschwand in der Menschenmenge. Raak blickte sich noch einen Moment um. Er bemerkte selber erst nach ein paar Atemzügen, dass seine Hand den Anhänger, welchen er vor einigen Tagen im Beisein der Gekreuzten Klingen gefunden hatte, umschloss. Er blinzelte mit den Nickhäuten und hob den Anhänger an, um ihn zu betrachten.

"Für mein kleines Mädchen."

Es war nicht das erste Mal, dass der Saxhleel den Anhänger und die Aufschrift betrachtete. Er konnte sich selber nicht erklären, warum ihn das kleine billige Ding so beschäftigte. War es verzaubert?, dachte er, mehr als Scherz gemeint. Aber wie ein Zauberkleinod ließ ihn die Sache nicht los. Er wollte herausfinden, was es damit auf sich hatte.

Er steckte den Anhänger wieder weg und ging los. Es war Zeit, ein bisschen Detektiv zu spielen.

Dort, wo Wahrheit und Mut miteinander verbunden werden, liegen die Geheimnisse der Gerechtigkeit.
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Deikan (13.02.2018)

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Donnerstag, 15. Februar 2018, 07:08

<Ein Brief trudelt mal wieder ein. Die Schrift ist sauber und gut leserlich.>

Ordensmeisterin Jassilia,

ich habe meine Aufgaben, die ich hatte, erledigt und mich in den letzten Tagen der Sache mit dem Anhänger gewidmet.

Ich konnte zunächst den Händler, der den Anhänger verkauft hat, ausfindig machen. Er konnte sich an den Käufer des Schmuckstücks erinnern. Es war ein Soldat, welcher die Kette für seine Tochter kaufte und selber mit der Gravur versah. Allerdings fiel er im Krieg.

Die Tochter lebt mit ihrer Mutter (ich möchte anmerken, dass sie sehr alt wirkt und vielleicht doch die Großmutter ist) in einem Gehöft mit einer Mühle - ein Tagesmarsch nördlich von Wegesruh. Also nicht all zu weit entfernt von dem Ort, an dem ich die Kette fand.

Ich habe das Gehöft aufgesucht. Es sieht alles heruntergekommen aus. Es ist nur die Mutter hier, ihr Name ist Anna Ledoux. Die Kommunikation mit ihr ist schwierig, da sie kaum sprechen kann und nichts mehr hört. Sie konnte mir aber verständlich machen, dass ihre Tochter seit ungefähr 30 Tagen verschwunden ist. In ihrem Haus ist ein Bild der Tochter. Sie ist nicht mehr ganz ein Schlüpfling und scheint, wie Ihr Menschen zu sagen pflegt, eine Jugendliche zu sein und hört auf den Namen Lucie.

Die Mutter kann und will sich nicht aus dem Haus bewegen. Ich werde bei ihr bleiben und so weit es geht versorgen. Vielleicht kann ich sie stärken, sodass ich mehr herausfinde. Wenn Ihr jemanden zu mir schicken könntet, wäre das allerdings auch hilfreich. Auf dem zweiten Papier findet Ihr eine Wegbeschreibung.

Raaktaz

<Tatsächlich ist auf der nächsten Seite eine detaillierte Wegbeschreibung, obwohl der Weg von Wegesruh aus weder weit noch kompliziert ist.>



In einen wärmenden Mantel gehüllt, stand er dort, schwer auf einen Stock gestützt und betrachtete die Auslegeware an wahrlich billigem Schmuck. Er wirkte wie viele, die an diesem Sundas den Markt aufsuchten. Er wirkte wie viele andere Reisende, die sich ein Andenken aus Wegesruh ergattern wollten.
Mit behandschuhten Fingern nahm er einige der Ketten auf und drehte und wendete die kleinen Anhänger, die noch auf eine Gravur warten sollten.
"Ich nehme alle", so schenkte er Liliane ein Lächeln.
"Alle?", noch hielt sie die Rose von Raak Taz in Händen und freute sich über ein solch seltenes Geschenk, gerade zu dieser noch kühlen Jahreszeit. Das Glück schien ihr an diesem Tage wahrlich hold zu sein.
"Alle, wenn Du mir einen guten Preis machst". Das klassische Gebaren eines Händlers, nicht mehr und nicht weniger.
Liliane, eine junge Frau von ungefähr 20 Sommern mit feuerroten Locken in guter Länge, die ihrem kranken Vater half, abseits von Herd und Stall, schien mit dieser Situation nun doch überfordert zu sein. Wie viel sollte man denn nun nehmen, für _alle_ ?
Schnell legte sie die Rose zur Seite und begann zu rechnen. Ein toller Tag, eine grandiose Belohnung für das lange Stehen zwischen Kathedrale und Wachheinheiten.
"Das macht...das macht, Augenblick, ich hab`s gleich!", lachte sie fröhlich und doch verlegen.
"Keine Sorge mein Kind, ich habe Zeit", er schmunzelte und schien so unbeteiligt, wie man nur sein konnte. Die umstehenden Händler schmunzelten ebenfalls. Sie mochten Liliane und freuten sich über ihr gutes Geschäft.
"So viel macht es!", ein Zettel wurde in seine Richtung gedreht. Der Fremde wog den Kopf hin und her.."Ein stolzer Preis, aber dafür bringst Du mir die Sachen zu meinem Pferd." er hob den Stock, auf den er sich stützte.
"Oh...klar, mach` ich!"
Hach, es war ja so einfach, mit Mitleid zu spielen..
"Ich passe in der Zeit auf Deinen Stand auf, geh ruhig, Liliane", so die angebotene Hilfe einer Händlerin, die neben ihr Backwaren und frisches Zuckerwerk anbot und dem Fremden freundlich zunickte, ehe sie aber ihre eigenen Kunden bedienen musste und frische Brötchen in einen Korb legte.
"Zu den Stallungen?", fragte die junge Frau.
"Zu den Stallungen", er zahlte den verlangten Preis und nickte der Bäckersfrau noch freundlich zu, ehe er Liliane für den Moment eindringlich musterte und wie sie sich zu den Kisten bückte. "Ich warte dann dort auf Dich."
"Ich beeile mich!", das Glück sprudelte förmlich aus ihr raus, so viel Geld und dann noch diese Rose.

Zurück blieben ein leerer Stand und eine Rose von Raak Taz.

Und das sollte auch so bleiben..
~~~

Auch Liliane sollte ein neues Zuhause finden, wie Lucie eines gefunden hatte. Ein Zuhause, wie sie es noch nie zuvor zu Gesicht bekommen hatte. So viele Mädchen und jeder stand etwas anderes ins Gesicht geschrieben.

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Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Jassillia« (15. Februar 2018, 07:16)


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Spiffypurse (15.02.2018)

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Montag, 19. Februar 2018, 06:52

Raak saß auf einem breiten und stabilen Ast eines mächtigen Baumes. Wäre es Sommer gewesen, hätte er sich in der Krone des Baumes verstecken können. Die triste Farbe der Rinde und der Äste vermengte sich jedoch ideal mit seinen grauen Ledersachen, sodass er höchstens für jene zu sehen war, die wussten, wohin sie ihren Augen wenden mussten.

Seit Raak aus Wegesruh wieder zurück auf das Gehöft der alten Ledoux gekommen war, hielt er sich immer nur kurz in dem Haus des alten Mütterchens auf. Sie unterhielten sich nur kurz und aßen meist nur etwas. Die meiste Zeit hielt sich der Argonier draußen auf und hielt Ausschau, ob jemand käme. Sowohl nach gebetene als auch ungebetenen Gästen.

Als er in Wegesruh war, um Proviant zu besorgen und den Brief an die Gekreuzten Klingen zu verschicken, kamen ihm Gerüchte zu Ohren. Dass die Tochter eines hiesigen Verkäufers von Billigschmuck verschwunden sei. Dass einer der letzten Personen, die man mit ihr gesehen hätte, ein Argonier gewesen wäre. Raak sah zu, dass er rasch aus der Stadt kam und die Straßen mied.

Seitdem war er hier auf dem Gehöft auf der Hut. Hier oben auf dem Baum hielt er seinen Bogen griffbereit. Er hatte sogar Vorkehrungen getroffen, die Tür zum Haus unten mit Gerümpel, das hier mehr als genug vorhanden war, zu verbarrikadieren und ein Feuerchen legen zu können, falls dort ungebetene Gäste hereinspazieren würden. Auch wenn die Lösung vielleicht schade um das Mütterchen wäre. Aber sie hat bereits mit dem Leben abgeschlossen, dachte er, Sie ist bereit für die Leere.

Nun saß er hier, behielt die Umgebung im Auge, und versuchte sich einen Reim auf das Ganze zu machen. Personen verschwinden schon einmal. Aber Raak glaubte nicht an Zufälle. Irgendwer hatte es in der Gegend auf junge Mädchen abgesehen. Und das gefiel ihm irgendwie nicht. Vielleicht lag es an dem das Schicksal seines Volkes, das seit so vielen Jahrhunderten verschleppt und versklavt worden ist, dass er eine Abneigung gegenüber solchen Entführungen hatte.

So oder so, Raak war neugierig. Auch wenn man in Wegesruh möglicherweise nun einen Argonier verdächtigte. Er hob eine Lefze an. Da will man einmal helfen, dachte er, und so danken es einem die Menschen.

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Deikan (19.02.2018)

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Sonntag, 4. März 2018, 12:14


Die Chroniken einer langen Reise


"Benennt einen Ort, den Ihr gerne einmal aufsuchen würdet und auch den Grund dazu."

Mit diesen Worten sollte eine alte Traditon der gerüsteten Reiter erneut ins Leben gerufen werden.
Natürlich gab es Nennungen, die nicht in die Tat umgesetzt werden konnten, doch schien mit der Zeit jeder mit der Auswahl der Möglichkeiten zufrieden. Es sollte laut Plan eine Reise über die Dauer vieler Monde werden, mit all ihren Gefahren und mit all ihren Schönheiten, die die verschiedenen Ländereien und Königreiche zu bieten hatten.

Das Vorhaben der Ordensmeisterin, ihre Reiter auf den Boden der Selbstversorgung zu holen, wurde erst kurz vor dem Aufbruch ausgesprochen und nachdem man erkannte hatte, dass wahrlich nur das Nötigste eingepackt worden war, stand man den Erklärungen zum Teil skeptisch und zum Teil auch mit Freuden des Miteinanders gegenüber.



"Wir werden jagen und wir werden schlachten, kein Gasthaus wird uns beherbergen, denn rein unsere selbst errichteten Lager. Wir werden voneinander lernen und nach Arbeit fragen. Wir werden helfen, wenn wir um Hilfe gebeten werden und wir werden von unseren Geschwistern lernen. Man wird zuhören und man wird selbst das Wort erheben. Wir werden das leben, wofür wir stehen, reiten und streiten, abseits schützender Mauern, fern eines warmen Lagers und abgeschottet alter Gewohnheiten und ..wir werden die Sterne des Himmels betrachten."
Eine Reise der Selbstfindung eines jeden einzelnen Reiters? Ein guter Zuhörer, der auch zwischen den Zeilen las, hätte den Verdacht dazu hegen können.

Die schweren Tore öffneten sich und unzählige Reiter und drei gezogene Karren verließen das Ordensgemäuer, verließen Kreuzgrat selbst und verließen ihr Zuhause. Das erste Ziel sollte Kluftspitze sein, genauer gesagt Schornhelm und während Raak Taz sich dem Verschwinden junger Frauen widmete und wichtige Informationsbeschaffung betrieb, der Kleriker Garimar für einige Zeit zurück zu seinen Glaubensbrüdern ging und Zoe Abendstern wie so oft ihre eigenen Wege einschlug, zog man Richtung erstem Lager und es wurde kalt, es regnete und alles war so ganz anders als in den heimeligen Gefilden.
Die Stimmung unter den Wachen, welche am Kluftspitzenpass postiert waren, konnte man gelinde gesagt als ablehnend bezeichnen. Kein Gruß wurde den Reitern zuteil, kein noch so knappes Kopfnicken mochte in ihre Richtung gehen. Die meisten gaben wohl vor, dass man die Reiter gar nicht erst sah, andere mochten ihnen schweigend nachblicken. Die Art der Blicke konnte schon fast an Dolche erinnern, die ihnen nachgeworfen wurden. Doch damit war es wohl noch nicht genug. Selbst die Wachen in Schornhelm selbst zeigten sich nicht ohne jedes Vorurteil. Zwar wahrte man hier den Respekt und grüßte oder beantwortete Fragen, so sie gestellt wurden, doch wirklich willkommen wirkten die Reiter nicht. Vielleicht zeigte sich eine der Nachwehen von damals, als man sich auf Vampirjagd begeben hatte und gleich zwei der Reiter am Pranger gelandet waren.



Im ersten Lager angekommen, galt es sich den müden Pferden zu widmen und sie zu versorgen. Feuerholz wurde gesucht und eine wärmende Mahlzeit hergerichtet. Dass es an diesem Abend dürre Kaninchen sein sollten, wie der Leib einiger Skeever, vergaß man recht schnell im wohligen Duft einer heißen Suppe, bereichert mit interessanten Gewürzen. Melisande und Eodaine gaben sich hier die größte Mühe die Reiter zu beköstigen und ja, es schmeckte wahrlich gut.



Es gab aber auch erste Verfehlungen, die in einem klärenden Gespräch mit der Novizin Fennar harsche Worte zu Tage brachten. Wenn die Ordensmeisterin eines nicht leiden konnte, waren es Lügen und das in den eigenen Reihen. Letztendlich aber hatte eine auffallende Empathie Alenaria aus dem Sumpf unschöner Verstrickungen gezogen.
Doch noch etwas geschah während des Abends. Die Magd Eodaine kam rufend zurück ins Lager, dass jemand sie beobachtet hätte. Doch merkwürdigerweise fehlte von der Person im Anschluss jede Spur. Selbst der Boden an dem Ort, an welchem sie gestanden hatte wirkte vollkommen unberührt.



Ein Tag, der sich nun vorerst dem Ende neigen sollte, jedoch konnte zumindest einer der aufzusuchenden Orte von der Liste gestrichen werden.

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Meavy (04.03.2018), Deikan (07.03.2018)

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Sonntag, 4. März 2018, 13:01



Im Kopf des Argonier


Noch bevor überhaupt aufgesattelt ist, hat man Dahl mit der Führung des Trosses überrumpelt. Über den Tag hinweg wurde klar sichtbar, dass er mit der Aufgabe recht überfordert war. Er hat zwar reichlich Erfahrung gesammelt, was seine Schatzsucherjahre angeht, aber in diesen hatte man wohl nur Kommando über knappe vier Mann, wenn überhaupt. Bei mehr Mannen gab er das Kommando gerne an sichtlich erfahrenere Personen ab. Nach einer doch langen Reise und dem Einlegen der ersten Rast wurde Dahl vom Ordenspaar zur Seite gebeten.
Keine Verurteilung, aber Hilfestellung erfährt er, auch wenn er sich dezent unwohl fühlt dabei.
Durchgreifen, eigenmächtig entscheiden und Verantwortung tragen wird ihm erklärt. Ohne Kommando bricht das Chaos aus.

Auch wenn sich Dahl der Worte bewusst ist, wird es noch lange Zeit dauern bis er dieses Können beherrscht. Als es dann zurück zu den anderen geht, setzt er Erklärtes direkt bei der Aufgabenverteilung ein. Diesmal fühlt es sich an, als hat er richtig gehandelt. Auch der Magus merkt nur einen Punkt an, war aber ansonsten wohl zufrieden.
Und wie ein Kind, das gerade etwas neues lernt, erzeugte das Eifer und Befriedigung, die wohl noch bis zum nächsten Tag anhielten. Gut so, denn es wurde schon bekannt gegeben, dass Dahl am nächsten Tag den ganzen Prozess wiederhohlt.
Der erste Abend der Reise verlief sonst gut. Die Nacht war kühl und neben ihm ruhte der Bidenhänder, jederzeit griffbereit im Zelt. Ein paar mal wachte er zwar auf, aber das brachte wohl der Gewohnheitswechsel mit sich. Als dann der nächste Tag anbrach, bekam der Tross Nachricht aus Wegesruh. Es war das Gesuch von Namir al-Rashid, den man vor einiger Zeit kennengelernt hatte.

Zitat

Hochgeschätzte Mitglieder des Ordens der Gekreuzten Klinge

Ich wende mich mit diesem Schreiben an Euch, um Euch um Unterstützung in einem Forschungsprojekt zu bitten. Diese Bitte mag Euch zunächst wohl ungewöhnlich erscheinen, und vielleicht denkt Ihr mit Unbehagen an unseren letzten Versuch der Zusammenarbeit, die -sehr zu meinem Bedauern- nicht wie erhofft zustande kam. Wenn Ihr meine kurze Erläuterung lest, werdet Ihr jedoch sicher verstehen, warum ich mich gerade an Euch wende.

Eine Gruppe von Soldaten, die der Burg Dämmerwacht nahe Rift angehören, hat mich darum gebeten, verschiedene Konstrukte und Fallen zu ersinnen, mit dessen Hilfe ihre Jagd auf Vampire von noch größerem Erfolg gekrönt ist. Kein rechtschaffener Mensch oder Mer würde sich der Bekämpfung einer der vier Abscheulichkeiten verwehren, weshalb ich den Auftrag selbstverständlich angenommen habe.

Mir schwebt bereits ein erstes Konstrukt vor, doch möchte ich Euch an dieser Stelle nicht unnötig mit wissenschaftlichen Ausführungen langweilen, sondern unmittelbar zu meinem Anliegen kommen. Was meine Arbeiten sehr unterstützen würde, wäre jegliches Wissen rund um Vampire, spezifisch die Fähigkeit einiger Vampir-Klans, sich vorübergehend unsichtbar zu machen, vergleichbar mit der Schattenmagie, die einige Schurken und Meuchelmörder anwenden. Die zeitweise Unterstützung eines Vertreters Eures Ordens wäre eine unschätzbare Hilfe für mich, doch auch Abschriften aller Art zu meiner wissenschaftlichen Arbeit sind mir bereits sehr willkommen.

Bitte lasst mich wissen, inwieweit Ihr bereit seid und die Möglichkeit habt, mich in meiner Arbeit zu unterstützen.

den Segen der Acht Euch und Eurem Orden
Namir al-Rashid


Nachdem die Ordensmeisterin diese Nachricht erläutert hatte, ging es auch schon los. Abbauen, aufsatteln und weiter.
Die Karten am voherigen Abend noch betrachtet, war er sich bei der Routenplanung sicher, dass sie Schornhelm zügig erreichen. Der Gebietswechsel sollte hoffentlich Wild mit sich bringen, da am Morgen des selbigen Tages man mit Fallen und der Pirsch wenig Erfolgt gehabt hatte. drei Hasen, immerhin.

Als sie dann vor den Mauern Schornhelms standen, wurde Dahl sein Denkfehler klar. Er hat die falsche Richtung eingeschlagen und der Tross endet vor massiven Treppen, nicht zu erklimmen mit den Wagen. Auch die Gegend herum stellt sich trotz einer Ruine als Schutz eher uneben dar. Man entschied sich für eine vorläufige Rast und dennoch für die Ruine. In dieser Zeit sollte Fennar das Grab ihrer Verwandschaft besuchen und der Rest erstmal abwarten. Tia, aber damit war der Argonier das Kommando los. Merklich gegenüber Melisande und Emelyne die ihn aufmuntern, nervt ihn sein Fehler dennoch. Hätte er doch nur nochmal auf die Karte geblickt. Geplant war nämlich, entweder an der Ost- oder Westseite zu lagern. Damit hätte man einen guten Weg durch die Stadt falls nötig und müsste nicht mühsam um die Stadt herum kreisen, wenn es weiter in den Norden geht.
Zu allem Überfluss hielt es ein Skeever auch noch für nötig, Dahl direkt ins Gesicht zu springen, während er am Holz sammeln war. Ohne Probleme gewinnt er die kleine Auseinandersetzung. Eo schnappte sich das tote Tier und verarbeitete es direkt weiter. Das gab ihm wohl doch neuen Eifer und so suchte er noch ein paar Skeever in der Gegend. Drei weitere brachte er zur Kochkünstlerin und half danach weiter, wo man ihn benötigte.



* * *

Vorerst schien es, dass das Gesuch in Sachen Vampire an den Stiefvater der Ordensmeisterin übertragen werden sollte, Aus welchen Gründen auch immer, änderte Jassillia ihre Meinung und ließ eine Antwort Richtung Wegesruh schicken.

Zitat

Obhut und Licht auf Euren Wegen, werter Namir,

es steht außer Frage, dass Hilfe, so sie von Nöten ist, gewährt wird.
Unbehagen mag nicht in mir wohnen, da ich persönlich nicht diesem Treffen beigewohnt habe, sondern meine geschätzte Mutter nebst ihrem Gemahl und Geleit. Vielleicht war es der Götter Wille, dass ich persönlich verhindert war.
Doch nun zu Eurem Anliegen.
Aus persönlicher Erfahrung heraus wäre mir ein Treffen weitaus lieber, als das Entsenden von schriftlich niedergebrachten Erfahrungen, welche in falsche Hände geraten könnte.
Da ich mit meinem Orden ohnehin zur Zeit auf Reisen bin und Wegesruh mit auf der geplanten Route liegt, wäre es mir eine Ehre, Euch persönlich aufzusuchen um Informationen auszutauschen; denn so, wie Ihr an unserem Wissen interessiert seid, ruht es in meiner Neugier, mehr über besagte Konstrukte zu erfahren. Zeit spielt hier keine Rolle.

In diesem Sinne erwarte ich Eure Worte, die Ihr bitte per Bote an das Ordensgemäuer in Kreuzgrat senden könnt. Es wird uns auf dem schnellsten Wege erreichen.

Mit werten Grüßen

Jassillia Muraille
- Ordensmeisterin der Gekreuzten Klingen -

* * *

Aus den Notizen der Adeptin Varnberg

Tag 1
- der erste Ritt kam mir schon lang vor
- langes Reiten tut am Ende am Popo weh
- hab mein erstes Zelt aufgebaut; hatte aber Hilfe; ist aber gar nicht so schwer!
- ich glaube, Melisande mag den Herrn Camas *ein Herzchen wurde dahinter gekritzelt*
- vor Alcaire lagern viele Leute; muss den Grund erfragen

Tag 2
- meine erste Nacht im Zelt; es war bitterkalt und ständig waren unheimliche Geräusche zu hören; hab kein Auge zu machen können
- ein Brief des Hauses der Wissenschaft erreicht uns; wir werden sie wohl leider nicht besuchen *ein trauriges Gesicht ist an der Stelle gemalt*
- wir haben Kluftspitze erreicht; das Land ist wirklich so gruselig, wie alle sagen; hier werde ich noch schlechter schlafen können
- wir lagern an den Ruinen, die wohl mal zu Schornhelm gehörten; Servan der Schmied kennt sich aus
- Schornhelm hat sich wohl über die Jahrhunderte "verschoben"; Ayleiden-Ruinen in der Nähe?
- muss in Erfahrung bringen, ob auch andere Städte sich "verschoben" haben

Tag 8
- es ist morgens; mir tut der Rücken weh; Hoffentlich gewöhn ich mich bald noch mehr ans Zelten
- sind in einem Tal namens Silberhuftal; der Ort ist wohl der Schönste in ganz Kluftspitze; das Land ist bisher total trostlos
- haben von Weitem das "Kastell Rabenwacht" gesehen; unheimlicher Ort
- die Geschichte dazu hat alle etwas bedrückt gemacht
- gestern Abend hat mir Dahl Tipps zum Zeichnen gegeben; ich hoffe, die Zeichnungen werden meine Notizen gut ergänzen
- mag Dahl Shina? Das wäre richtig knuffig! *mal wieder hat Emeylne hier ein paar Herzchen und ein Katzenpfötchen gezeichnet*
- die Ordensmeisterin will Gedichte von mir hören; ich habe sie doch immer nur für mich geschrieben; die anderen werden lachen!


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Mittwoch, 7. März 2018, 07:53


Raak & Rava

Es regnete, als Raaktaz die Hütte sah. Er bewegte sich trittsicher durch den Morast des Vettelfenns. Einer der wenigen Orte, die ihm als Argonier halbwegs in diesem fremden Land gefiel. Er sah sich um, schärfte all seine Sinne, konnte jedoch nichts hören. War vielen Menschen das Vettelfenn für sich schon unheimlich, so vermochte der Ort, an dem Raak sich nun befand, den meisten das Blut in den Adern gefrieren lassen. Der Ort war nicht nur totenstill, nein, es roch auch nach Tod. So näherte sich der Saxhleel auf leisen Sohlen der Hütte. Ravas Hütte.
Die alte Rava, wie sie von den Menschen der Umgebung genannt wurde, war eine alte Frau. Zumindest erschien sie den Menschen so, wenn sie denn jemand erblickte. Was sie genau war, das konnte niemand sagen. War sie eine der Vetteln? Eine Wyrdin? Oder war sie etwas anderes? Es hieß, sie sei so alt wie das Land selber. Schon ewig hier sesshaft. Vielleicht sogar der personifizierte Geist des Sumpfes. Alt, mächtig und gefährlich. Keiner näherte sich ihrem Heim, wenn er es nicht musste. Selbst die Vetteln mieden sie. Doch gab es in der Nähe kleine Holzidole. Sie stellten eine alte Frau mit zwei Raben auf den Schultern dar. An ihnen legten die abergläubischen Menschen der Umgebung kleine Opfer hin. Ja, man erhoffte sich Hilfe von der alten Rava. Doch ihre Hilfe hatte zuweilen einen hohen Preis und war zudem von den Launen der alten Dame abhängig. Geflüsterte Geschichten machten über Rava die Runde. Sie nehme Kinder als Lohn, um sie zu verspeisen. Sie würde Menschen in Raben verwandeln, welche dann ihre Augen und Ohren in ganz Hochfels seien. Ihr Haus hätte riesige Hühnerbeine und könne sich von Ort zu Ort bewegen. Sie hätte sogar Daedrafürsten ins Gesicht gelacht. Raak tat das meiste als Unfug ab. Aber eines war für ihn sicher: Sie war tatsächlich fähig und gefährlich.

Der Argonier öffnete die Tür und trat hinein. Einige Kerzen brannten in der Hütte und spendeten der Stube ein diffuses Licht. Niemand war zu sehen. Raaktaz schlüpfte durch die Tür und ließ den Blick schweifen. Die Stube war eine sonderbare Mischung. Man fragte sich, ob es sich hier eine schamanistische Wilde mit einigen gutbürgerlichen Möbeln schick gemacht hätte oder umgekehrt. Seltsame Konstrukte aus Ästlein, Puppen gleich, hingen von der Decke, ebenso Ketten aus Knochen. Daneben gab es fein geschnitzte Kommoden, ein Bett, das zum Reinspringen einlud und ein runder Tisch mit zwei geschmackvollen, alten Stühlen. Auf den Kommoden und dem Tisch waren Flaschen mit seltsam gefärbten Flüssigkeiten. Totenschädel lagen herum und überall waren Messer, Scheren und allerlei anderes scharfes Metallwerkzeug. Raak fiel ein Gemälde an der Wand auf. Er ging näher heran, um es zu betrachten. Ein stattliches Holzhaus inmitten einer idyllischen Berglandschaft war zu sehen. Es schien ein spätsommerlicher Abend zu sein. In dem Vorgarten des Hauses spielten Kinder und zwei Erwachsene verrichteten ihre Gartenarbeit.
Raak hörte ein Geräusch und wandte sich um. Nichts. Sein Blick ging zurück zu dem Bild. Er blinzelte mit den Nickhäuten. Die Figuren auf dem Bild, Junge wie Alte, hatten ihre Haltung verändert. Sie sahen den Betrachter direkt an, die Hände erhoben, die Gesichter schreiend, rufend, als wollten sie verzweifelt seine Aufmerksamkeit erhaschen.

"Hallo, Echsenmann", wurde Raak nun hinter seinem Rücken von einer krächzende, alte Stimme gegrüßt. Er drehte sich geschwind um. Da stand sie. Eine alte, bretonische Dame in einer schlichten Robe. Mit einem gebeugten Gang kam sie von der Tür näher zu ihm. Womöglich wäre ihre Gestalt kaum weiter in einer Stadt aufgefallen, wären ihre Augen nicht völlig weiß und blass gewesen. Trotz dieses Makels bewegte sie sich zielsicher durch die Stube, der "Blick" auf ihn gerichtet.
Er sah einen Moment noch einmal zum Bild. Die Figuren hatten wieder ihre ursprüngliche Position eingenommen - allerdings in winzigen Details verändert.

"Was führt dich zu mir, Raaktaz, stiller Jäger, Schuppe unter den Sternen des Schattens?" Rava stand nun direkt vor ihm.
"Was jemand schon braucht, wenn er dich aufsucht. Deine Hilfe."
"Und da platzt du einfach in Ravas Heim rein, als wäre es deins? Unhöflich, Echsenmann, sehr unhöflich." Sie legte den Kopf schief und betrachtete ihn aus ihren toten Augen. "Ich brauche deine Hilfe, deine Dienste", wiederholte er. "Was könnte einer wie du von mir wollen?"
"Eine Vision."

Rava hob das Kinn an und nickte schließlich mit einem teuflischem Grinsen. "Du weißt, was ich dafür brauche?"
Raak löste einen Beutel von seinem Gürtel. Er war am Boden dunkel und feucht. "Ich habe alles dabei." Rava nickte zum runden Tisch. Sie huschte regelrecht dorthin und ließ sich nieder. Mit einer Handgeste bedeutete sie dem Argonier, sich ihr gegenüber zu setzen. "Du weißt, dass ich einen Preis verlange, stiller Jäger."
"Ich weiß. Wie beim letzten Mal."
"Richtig. Aber diesmal gibt es keinen, den ich umgebracht haben will. Zumindest nicht von dir."
"Was verlangst du also?" Rava schaute ihn nachdenklich an. Eine ganze Weile schwieg sie. "Machen wir es spannend. Das ist der zweite Dienst für dich. Ich nenne dir den Preis erst, wenn du deine Vision erhalten hast." Die alte Dame lächelte böse.
"Das ist nicht die Art, wie ich sonst Geschäfte abschließe."
"Nein? Dann tut es mir leid. Nein, streng dich gar nicht erst an. Ich feilsche nicht. Nimm an, oder geh! Hier gelten meine Regeln, Echsenmann, keine anderen."

-1-

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Mittwoch, 7. März 2018, 07:55

-2-


Raaktaz blinzelte erneut mit den Nickhäuten. Kein gutes Angebot, wahrlich nicht. Was könnte sie haben wollen? Aber sie konnte helfen. Sehr sogar. Schon einmal war er bei ihr, vor einigen Jahren. Sie hatte eine Vision. Sie half ihm weiter. Und Rava verlangte nur, dass in einem Dorf der Umgebung die Frau eines Müllers beseitigt werden sollte. Nichts, was Raak nicht schon hundert Mal getan hätte.
"Also gut." Er nickte.
"Dann her mit den Sachen, Schätzchen."
Raak übergab ihr den Sack und kramte anschließend noch etwas hervor. In ein Papier gewickelt gab er ihr einen Kamm mit einigen roten Haarsträhnen. "Das ist das Haar einer Jugendlichen. Sie ist verschwunden. Ich will wissen, was mit ihr geschehen sein könnte."
"Aww...was interessiert sich eine Schuppe unter den Schattensternen für solcherlei Dinge? Warst du es selber und hast vergessen, was geschah?" Sie lachte.
Raak schüttelte den Kopf. Rava musterte ihn erneut still. "Du erinnerst dich, nicht wahr? An damals, als man dir sagte, dass fast alle aus deinem Clan von Sklavenjägern entführt worden waren. Stimmt's?"
Raaktaz hatte keine Ahnung, woher Rava das wusste. Er hatte erst einmal mit ihr gesprochen. Er antwortete nicht. Er sah sie einfach nur an.

"Oh, na dann, dann wollen wir mal." Rava griff nach dem Beutel, öffnete ihn und entnahm ihm zwei Augen. Menschliche Augen. "Blau...naja, ich mag lieber grün." Sie kicherte. "Wenigstens sind sie frisch. Kaum mehr als sechs Stunden, ja?"
Raak nickte.
"Gut gut. Gib her das Haar." Raak schob ihr den Kamm zu. Rava nahm ihn und betrachtete die Haare, die darin steckten.
"Nun gut. Du weißt ja...schau zu, und halt die Klappe."



Rava legte den Kamm beiseite und nahm ein Messer. Sie begann kräftiger zu atmen. Dann murmelte sie etwas Unverständliches, wurde aber nach und nach lauter, bis es ein ritueller Gesang war. Raaktaz verstand die Worte nicht. Es schien wohl eine alte ihm unbekannte Sprache zu sein. Nach einer Weile zitterte Rava. Sie hob beide Hände. Die Linke legte sich an ihre linken Augenlider, um sie zu öffnen. Sie setzte dann das Messer an und.. stach hinein. Dann wiederholte sie das Gleiche mit dem rechten Auge, bis ihre Augenhöhlen leer waren. Stumm beobachtete der Argonier das Geschehen.

Nach diesem blutigen Werk nahm Rava die "frischen" Augen, die ihr Raaktaz brachte, und setzte sie nacheinander in ihre Augenhöhlen ein. Singend hielt sie ihre Hände anschließend an die Augen gepresst. Ihr Oberkörper schaukelte allmählich wie in Trance vor und zurück. Nach einer Weile nahm sie die Hände weg. Die Augen saßen in ihren Höhlen, als wären es ihre. Ihr Gesang wurde immer lauter und krächzender, einem Raben gleich. Sie legte den Kopf in den Nacken und griff nach dem Kamm. Rava zog die Haare heraus und befingerte sie. Dann streckte sie ihre Zunge heraus und leckte an ihnen, ehe sie dann zu sprechen begann. In der Hütte ertönte ihre Stimme und eine tiefe, dunklere zeitgleich, als wäre noch ein Ungeheuer da, welches das Gesagte wiederholen würde.

"Ich sehe...einen Fluss...ich schwimme darin...nein, ich werde gezogen..." Rava schrie einmal auf. "Gelächter...Schmerzen...Schmerzen...unvorstellbare Schmerzen. Ich sehe nur unscharf...eine Axt. Gelächter. Vieh schreit...es blubbert ein Kessel...ich weiß nicht, wo ich bin ich...ich sehe Orte...viele Orte...reise ich?" Rava schrie erneut auf. "Der Kessel...etwas kocht...sie lachen und ich leide Schmerzen..." Rava ließ das Haar los und krallte sich mit ihren knorrigen Fingern im Tisch fest. "Er kommt...ein Messer...das Ende...das Ende...DAS MESSER!" Rava schrie erneut, als hätte man sie einem Vieh gleich abgeschlachtet. Dann erschlaffte die Alte und ließ den Kopf hängen.

Raaktaz wartete still ab, bis Rava wieder ihren Kopf hob. Sie öffnete die Augen. Sie sahen genauso leblos und tot aus wie vor dem Ritual, als wäre es nie geschehen. "Mehr sehe ich nicht. Zu viele einzelne Bilder. Das ist häufig der Fall, wenn jemand schwer gelitten hat."
Der Argonier nickte. "Ich danke dir."
"Nun der Preis." Rava sah Raak an, ehe sie dann böse lächelte. "Ich will, dass du mir das erste Mädchen, das du sehen wirst, entführst."
Raak blieb still. Er blinzelte nicht einmal mit den Nickhäuten. Doch wirkte er, als wolle er jeden Moment Rava anfallen. Es passierte nichts.
"Du weißt, was geschieht, wenn man mir meinen Lohn vorenthält?"
Raaktaz nickte.
"Gut. Dann verschwinde." Sie machte eine wegwerfende Bewegung. Raaktaz erhob sich und starrte Rava noch einen Moment an. Dann wandte er sich still um und verließ die Hütte.

Draußen hörte Raaktaz, der nun mit den scharfen Zähnen knirschte, wie Rava in ihrer Stube laut zu lachen begann..

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Montag, 12. März 2018, 06:59


Rache..

Raaktaz warf einen Blick zurück auf das Dorf, aus dem er eben kam. Das Dorf, von dem ihm die Ordensmeisterin erzählt hatte. Hier hatte sich vor ungefähr 20 Wintern Ähnliches ereignet wie das, was der Saxhleel momentan untersuchte. Mädchen verschwanden spurlos. Doch tauchten sie damals auf. In Kisten und Fässern aufgeschichtet. Und das halbe Dorf wusste Bescheid. Oder das Ganze?
Zwecks Nachforschungen kam der Argonier her. Im Schutze der abendlichen Schatten sah er sich ungesehen und lautlos um. Aber viel hatte er nicht mehr finden können. Zudem waren nur noch fünf Häuser bewohnt. Nach seinem Besuch nur noch vier.

Raak spuckte aus und tätschelte anschließend seinen Guar. "Dieser Ort widert mich an, Sang-Ten." Der Guar schüttelte darauf hin den Kopf und schnaubte, als wäre dies eine Bestätigung der Worte. Er hatte immer gedacht, dass die Dörfer und Städte der Weichhäute jenen seiner Heimat ähnlich wären. Dass man dort zusammen hielt. Ein Clan, in dem jeder seinen Beitrag zum Überleben leistete, in dem man sich half. Aber der Besuch dieses Ortes lehrte ihn wieder etwas anderes. Die Menschen waren sich selbst ihre größten Feinde. Sie "entführten" ihre eigenen Mädchen, um sich an ihnen zu vergehen. Und während der eine Teil sich vergnügte, schwieg der andere Teil.

Sie hätten nichts gewusst, beteuerte das alte Ehepaar, dass er in dessen Haus ausgefragt hatte. Aber schon der beschämte Blick des Alten auf seine Hände verriet, dass da etwas nicht stimmte. Zudem war die alte Dame fast schon erfreut zu hören, dass Raak nun ihren Mann beseitigen würde. Dass sie auch dran glauben musste, kam ihr dabei nicht in den Sinn.
"Die größte Illusion des Lebens ist Unschuld", hatte man ihm einmal gelehrt. Und es ist wahr. Immerhin war er der lebende Beweis dafür. Während aber für ihn jeder Tod eine heilige Angelegenheit war, war er für die Weichhäute dieses Ortes scheinbar nur eine Nebensächlichkeit, ein Nebenprodukt.

So gab Raaktaz schließlich einen Klapps auf Sang-Tens Hintern und dieser setzte sich in Bewegung. Er kannte die anderen vier letzten Bewohner nicht. Aber er verabscheute sie auch. Sie mussten weg, in die Leere. Er selbst konnte es nicht tun. Zu auffällig würde es sein. Aber er würde dafür sorgen, dass nichts mehr von diesem Ort bliebe, der weder die überlebenswichtige Gemeinschaft ehrte, noch die Heiligkeit - oder Unheiligkeit - des Todes.

und Wut..

Raak hat seinen Weg zurück zum Tross gefunden. Nafem blieb mit der kranken Emelyne zurück. Wohl hat auch Servan einige Bekannte angewiesen auf das Lager Acht zu geben. Gut mitgedacht. Auf dem Weg wurde dann auch schnell klar warum zu Fuß. Die Übergänge waren furchtbar erhalten und wohl auch nur provisorisch laut dem Schmied. So ging es etwas langsamer voran, aber besser sicher, als dass man baden geht.





Am Ziel angekommen packte Dahl die Muße. So viele Möglichkeiten für Motive, für wahrlich gute Bilder. Die Vielfalt und Schönheit der Ruinen im Licht schien endlos. Er wird die ganze Zeit nur am zeichnen sein... dachte er jedenfalls.



Dann... kam die Kunde die Raak mitbrachte. Der Fall der verschwundenen jungen Damen kam wieder zu Wort. Es gab etwas mehr Information... und eine Warnung. Die jungen Damen des Ordens sollten besser in Begleitung eines Mannes unterwegs sein, nicht alleine und auch nicht zu zweit.
Als die grausigen Details aufkamen, loderte wieder etwas auf in Dahl.
Es sind Dinge wie diese, wo der sonst so zuversichtliche Geist des Argoniers anfängt stark an den Leuten Tamriels zu zweifeln.
Wie? Wie kann ein Geist jemals zu solch Schandtaten fähig sein. Er kann es in keiner Weise nachvollziehen und will es auch nicht.
Es erfüllt ihn sogar mit Hass, sogar schon fast mehr als er den Daedra zukommen lässt. Verständlich wenn man bedenkt das so mancher Daedra neidisch wird, wenn man sieht, zu was ein solch kranker Geist fähig sein kann.

Diese... kennen wohl keine Gnade und sofern es Dahl betrifft... werden jene auch keine von ihm erhalten.

So hält der Argonier in der Nacht seine Wache gemeinsam mit Dendu und Melisande. Er selbst, den Bidenhänder vor sich, mit der Spitze im Sand, könnte man meinen, wartet er nur darauf, dass diese Bastarde sich zeigen sollen.

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Montag, 2. April 2018, 09:59




Die Reise geht weiter


Besprechung eines Briefes und seiner Antwort.


Julianos zum Gruße,

es gibt neue Fortschritte bei der Entwicklung des Monokels, wobei die bisherigen Kritikpunkte berücksichtigt wurden. Dank der Hilfe der Magiergilde ist es mir auch gelungen, eine Lösung zu finden, wie der Zauber mit arkaner Energie versorgt werden kann, ohne daß der Träger des Monokels Magie wirken muss. Leider bin ich für einige Tage in Dolchsturz, werde jedoch zu Beginn der nächsten Woche wieder in Wegesruh sein, wo ich Euch gerne die überarbeitete Version meines Monokels vorstellen möchte. Lasst mich wissen, wann Ihr erneut das Haus der Wissenschaft aufsuchen möchtet, und ich heisse Euch einmal mehr willkommen.

den Segen der Acht mit Euch
Namir al-Rashid


* * *

< Es mag einige Tage dauern, bis Namir eine Nachricht erhält. Vielleicht fällt auf, dass jene Antwort fernab einer gemütlichen Schreibstube verfasst wurde, denn das Pergament offenbart sich als leicht verschmutzt, wellig, die Worte mit einem Kohlestück zu Papier gebracht. Entfaltet wird er lesen können. >

Werter Namir al-Rashid,

es freut mich zu hören, dass Euer Vorhaben Fortschritte zu verzeichnen hat.
Obwohl ich ausgesprochen skeptisch bin, was dieses Einglas betrifft, wünsche ich Euch alles Gute und dass meine Zweifel gestraft werden. Letztendlich lernen wir alle noch etwas dazu.
Bis wir erneut Wegesruh erreichen, wird noch eine gewisse Zeit vergehen, da wir uns Richtung Wrothgar aufgemacht haben um dort etwas zu verweilen und die kämpferischen wie theologischen Werte meiner Reiter voranzutreiben und auszubauen.
Wie es Euch beliebt, seid Ihr natürlich eingeladen, mich schriftlich auf dem Laufenden zu halten. Sollte Eure Zeit es nicht zulassen, so werde ich mich in Geduld üben.

In diesem Sinne wünsche ich Euch weiterhin viel Erfolg.

Mögen die wachsamen Blicke der acht Herrlichkeiten Euch wohlgesonnen sein.

Jassillia Muraille
- Ordensmeisterin der Gekreuzten Klingen -


* * *



Erreichen der Schneegrenze, erste Flocken fallen vom Himmel


Das Lager ist erreicht.
Zeit, um Kräfte zu sammeln und sich an einer warmen Mahlzeit zu erfreuen, ehe weitere Zelte aufgebaut und Felle verteilt werden. Ein Lager, welches für die nächste Zeit Lehrstätte und Heim zugleich sein wird. Mittlerweile verweilt ein neuer Fremder mit Namen Remus in den Reihen der Reiter.
Ob er bleiben wird? Vielleicht.

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Montag, 2. April 2018, 10:15

Die kalten Tage der Lehren



Einweisung von Emelyne in den Stabkampf durch Fennar und das unter den wachsamen Blicken der Mentoren.


Vorsicht ist geboten, zeigt sich der Schnee zum Teil vereist.



Zwei Kämpfer, wie sie unterschiedlicher nicht sein können.


Nach Kampf und Gebet findet man sich am wärmenden Feuer ein.
Und wieder gibt es einen weiteren Esser in der Runde, überraschenderweise eine Bosmer, mit Namen Liniphia.

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Montag, 9. April 2018, 07:21



Zwei Kämpfer und ihre Gedanken


Kampf gegen die Ordensmeisterin. Mehr ein Handgemenge als etwas anderes..

Dahl wusste einfach nicht was er gegen den Schild von Jassillia tun sollte. Kein Durchdringen möglich und sie hielt ihn eisern fest.

<Es wurde ihr schnell bewusst, dass sie hier mit lang erlernter Technik nicht durchkommen würde.>

Letzentlich bekam er die Klinge der Ordensmeisterin zu greifen, und nach einem Schlagabtausch mit Schild und Schwertknauf, ließ sie den Hoffnungsbringer los. Er flog gegen einen Stein. Hauptsache weg damit, dachte er..



<Du verdammte Ratte, so ihre Gedanken. Das hätte einfach nicht geschehen dürfen. Die Wut auf sich selbst fraß sich in Gedanken und Muskeln. Sie hatte einen neuen Gegner in den eigenen Reihen gefunden und sie hasste es zu verlieren.>

Dann ging die Ordensmeisterin mit voller Kraft und beidhändig nur mit dem Schild auf den Argonier los. Verdammt hat sie Kraft für ihre Größe..
Nachdem Dahl es geschafft hatte das Schild einzuklemmen, zwischen seine Klinge und sich selbst, griff die Ordensmeisterin nach seiner Klinge, schlagartig. Er musste enorme Kraft aufwenden, um nicht die Klinge entrissen zu bekommen.

<Sie hatte keine Chance. Der Wunsch ihn von den Beinen zu reißen, manifestierte sich in ihren Gedanken. Wenn nicht heute, dann an einem anderen Tage.>

Mit diesem Kraftakt aber kam keiner nach vorne und die Ordensmeisterin gab auf.

Freude... zeigte sich aber anders. Weder Dahl noch Jassillia waren über diesen Ausgang erfreut. Ignace kochte wohl ebenso innerlich, dass Dahl mit der Klinge so respektlos umging. Zu allem Überfluss wurde er auch noch von Nafem zur Seite gebeten und ordentlich zur Rechenschaft gezogen für seine Leistung. Verständlich, wenn man bedenkt, dass der Alte ihm jahrelang Technik vor rohe Gewalt gelehrt hatte. Nafem war dezent enttäuscht und sehr strickt was das angeht.

Dahl war daher niedergeschlagen und gefüllt mit Wut auf sich selbst. Er war unzufrieden mit seiner Leistung und hatte sogar etwas Angst davor, dass dies noch ein Nachspiel haben wird. Jedoch äußerte sich die Ordensmeisterin vor dem Gebet noch einmal dazu. Es wich ihm etwas Angst von den Knochen... aber er blieb dennoch den Rest des Abends eher ruhig. Die Nacht verlief auch nur mit wenig Ruhe. So schnell wird er wohl nicht mehr gegen Jassillia antreten.

<Ich gebe Dir nur wenige Tage und dann werden wir erneut gegenüberstehen. Mit diesen Gedanken schenkte sie Dahl einen langen Blick und ja, auch ein Lächeln - einem Argonier, der oftmals einem Leibwächter glich und den sie in ihr Herz geschlossen hatte..>

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Montag, 9. April 2018, 07:35




<Die rothaarige Bosmer scheint ein kleines Büchlein zu besitzen. Am Abend setzt sie sich vor ihr Zelt und schlägt das Buch auf, um etwas hinein zu schreiben.>

Was für ein erfreulicher Tag. Normal schreibe ich nur wenige Sätze, aber heute muss ich einfach mehr schreiben.

Nach all den vergangenen Tagen, in denen ich nur skeptischen Leute begegnet bin, die kaum ein Wort über ihre Lippen brachten, tut es einfach gut eine Gruppe nun zu treffen, die nicht so zu sein scheint. Als ich nun, wie berichtet alleine gelassen wurde, beschloss ich mich etwas um die Feste herum umzuschauen. Ich hatte keine wirkliche Idee, was ich nun machen sollte und dachte viel darüber nach, als ich Geräusche vernahm.

Es klang wie ein Kampf und ich folgte, von Neugier getrieben, wie immer, dem Klang der Waffen. Ich weiß, meine Neugier bringt mich nicht selten in Schwierigkeiten. Da traf ich auf eine Anzahl an Leuten, die um zwei Kämpfer standen. Schnell bemerkte ich, dass es sich um einen Übungskampf handelte- Spannend!
Ich wollte still mit lauschen, doch blieb ich beim Näherkommen nicht unbemerkt und sogleich begann man mich geradewegs zu mustern und auszufragen – eine ungewohnte Situation. Es verwirrte und überforderte mich leicht. Schließlich war ich Wochen lang mit sprach-faulen Händlern unterwegs gewesen, die nur erwarteten das ich, einfache Bosmer, meine Arbeit erledige.
Ich bekam aber mit der Zeit, während ich erzählte, immer mehr Sicherheit. Oftmals musste ich das gleiche erzählen, was mir zugestoßen ist, aber mich störte das nicht wirklich. Es fühlte sich wirklich gut an mit diesen Leuten zu reden, die eine Ordensgruppe bildeten, wie ich erfuhr.
Keine guten Chancen also, dachte ich erst. Wieso sollten diese Leute auch eine Bosmer mitnehmen, die aus dem Nichts auftauchte, in einer Gegend, in der es wohl alles gibt außer Waldelfen? Zumindest bekam ich erstmal einen mehrtägigen Aufenthalt zugesichert – immerhin, doch was dann? Natürlich könnte ich mich auch alleine durchschlagen aber mit was für einem Risiko? Ich beschloss also ruhig zu bleiben. Nicht zu viel zu erwarten, um nicht zu stark enttäuscht zu werden, doch hegte ich weiter Hoffnung, dass diese Leute vielleicht doch noch ihre Zustimmung geben würden.
Ich baute mein Zelt also auf und erfuhr nebenbei sogar, von der jungen Magiergilden-Frau, wie man Himbeerbonbons machte. Das Wissen dieser Leute aus der Magiergilde, finde ich immer richtig aufregend und lausche da immer gerne mit.
Ansonsten war der Sternenhimmel klar und die Nacht ruhig. Mit Ungewissheit aber mit Hoffnung legte ich mich schlafen.

Heute gab es wieder ein Übungskampf. Ich finde es spannend zuzuschauen, wie diese Leute mit ihren Waffen umgehen können. Mit meinem einfachen Dolch könnte ich nie groß etwas ausrichten und mit einem Bogen in den Nahkampf – naja, ich weiß wie das wieder endet.
Erneut erzählte ich meine Geschichte anderen Mitgliedern der Gruppe, die mich während des Übungskampfes fragten. Mein Auftauchen scheint wirklich etwas besonderes für die Leute zu sein oder sie waren einfach sehr neugierig. Es ist ungewohnt aber ich mag es.
Schließlich nach langem hin und her, ging der Kampf vorüber und ich wollte, wie die anderen, zum Essen mich begeben. Es war mir zum Glück erlaubt, seitens der Gruppe aber auch von der Tradition her. Bewusst habe ich bisher fast nichts über den grünen Pakt erzählt. Erst vorsichtig erwähnte ich, dass ich immer noch diese Tradition nicht wirklich folgte, was zum Aufatmen der anderen sorgte. Natürlich, wie konnte ich auch glauben, dass die Leute es gut finden würden, wenn ich dem grünen Pakt ganz folgen würde. Ich könnte nicht einmal das verzehren, was es heute gab: Fischsuppe und die Pflanzen, die darin enthalten sind. Das sind diese Augenblicke, in denen ich froh bin nicht im Valenwald aufgewachsen zu sein.

Während dem Essen wurde ich erneut ausgefragt, doch diesmal ging es auch um meine Person. Natürlich, bisher erzählte ich ständig über mein Unglück, aber wer ich wirklich bin, wusste noch niemand. Zum Essen sei übrigens gesagt: Es war mehr und abwechslungsreicher, als die ganzen vergangenen Tage mit der Karawane – ach ja und lecker war es auch!

Das Gespräch wurde aber unterbrochen durch eine Pflicht, die die Anführerin der Gruppe erfüllen musste. Ein Gebet vor dem Essen – wieder etwas, bei dem ich auf keinen Fall einen falschen Eindruck machen wollte, also kniete ich mich wie die anderen auf den Boden und lauschte dem Gebet. Naja, fast alle knieten. Der Argonier wollte wohl irgendwie nicht.
So verging der restliche Tag, in dem ich redete und Suppe löffelte. Dabei lauschten die anderen teils interessiert, teils wohl weniger aufmerksam, was mich aber ebenfalls nicht wirklich störte.
Dann aber fiel die Entscheidung. Sie kam nicht sofort. Es wurde beraten und Schlüsse gezogen durch meinen erfragten Beitritt in die Gruppe zum mitreisen. Ich erwähnte erst nur vorsichtig diesen Wunsch. Gerade bei so einer Ordensgruppe wollte ich es nicht zu direkt fragen und wartete dann ab, bis ich schließlich wirklich die Bestätigung bekam. Ich durfte mitkommen, wenn ich mich nützlich machen würde. Natürlich werde ich das. Mir wäre nie in den Sinn gekommen, faul mich mitziehen zu lassen. Schließlich kann man auch was lernen auf der Reise und nun soll ich beim Kochen und jagen helfen. Ich finde diese Aufgabe gut wobei beim Kochen – das könnte alleine nicht einfach werden.
Wo es als Nächstes hingeht, wird sich zeigen.

Ich bin nur froh nun einen Anschluss gefunden zu haben und nun eine reale Chance sehe, dass es weiter geht und ich merke, ich schreibe zu viel. Sollte mich nun hinlegen.

* * *

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Mittwoch, 11. April 2018, 07:45



Liniphia und ihr Tagebuch


Heute habe ich beschlossenen mich etwas in der Umgebung umzuschauen. Wenn man schon hier ist und nun eine Gruppe hat, zu der man zurückkehren kann, finde ich es nicht falsch ein bisschen selber alles anzuschauen und die Umgebung auszukundschaften.
Ich verbrachte so meinen Tag und hatte tatsächlich auch mal wieder etwas mit meinem Bogen geschossen. Nicht dass ich Übung brauchen würde zugegeben, aber es fühlt sich für mich immer sehr natürlich, ja entspannend an. Ein oder zwei Pfeile verschießen, die am besten auch noch ganz bleiben, reichen dafür schon aus und ich fühle mich wohl.

So verging die Zeit, als ich dann am Abend zurückkehrte und mich zum Feuer begab. Dort kamen auch schon andere dazu. Erst waren die Magiergilden-Frau und der Magus da. Wir redeten darüber, dass unser nächstes Reiseziel anscheinen die Berge dieser Provinz sein werden. Im Gegensatz zu mir war die junge Frau alles andere als begeistert und ich kann es verstehen. Hier ist es wirklich kalt, wenn auch das Wetter schon besser geworden ist, doch sicherlich wird es auf den Bergen nichts anderes geben als Schnee. Nein Moment. Anscheinend werden wir auch Ork und Oger-Stätten vorfinden, aber ich meinte auch das Wetter eigentlich.
Doch das Gespräch nahm eine interessante Wendung. Anscheinend könnten wir hier sogar auf Überreste der Dwemer stoßen, die hier ihre Stätten haben. Ich war ziemlich aufgeregt und hörte aufmerksam zu, schließlich interessierte ich mich schon recht lange für das Thema, seit Nimi und ich diese Skizze entdeckt haben. Es war das erste Mal, dass ich mehr nun über die Dwemer erfuhr. Dass sie Anlagen hatten, die sich über den ganzen nördlichen Teil der Provinzen erstreckten und diese gefüllt waren mit Konstrukten und Fallen. Der Argonier, der später noch dazu kam, erzählte schaurige Geschichten von diesen Anlagen, aber ich gebe zu, es reizt mich ziemlich, trotzdem selber so eine Stätte mit eigenen Augen einmal sehen zu können.

Auch erfuhr ich endlich, um was es sich für ein Konstrukt auf der Skizze handelte. Das spinnenartige Konstrukt diente also als eine Art Wache und konnte sogar die Anlage und andere Konstrukte reparieren! Es ist so unglaublich, dass es solche Konstruktionen wirklich gibt, die anscheinend kein Leben in sich tragen und doch irgendwie selbstständig Dinge tun können. Ich muss es einfach irgendwann sehen und ich bekam sogar eine Aussicht darauf. Der Magus erzählte noch über die zukünftigen Reiseziele, die zwar nicht ganz sicher sind, aber er stellte in Aussicht, dass wir vielleicht sogar eine gesicherte, ungefährliche Dwemer-Ruine besichtigen könnten. Sollte wirklich so meine Neugier gestillt werden?
Es wird auf jeden Fall spannend. Ganz bestimmt! Doch noch gibt es aber andere Dinge, auf die ich mich lieber erst einmal konzentrieren sollte.

Es gab aber noch mehr Überraschungen an diesem Abend, als ich noch ein neues Gesicht kennen lernte. Eine Khajiit, die aber so anders war, als alle anderen, die ich aus Himmelswacht bisher kannte. Sie wirkte auf mich wie ein zu zahm geratenes Kätzchen und ich war ziemlich verunsichert erst, ja skeptisch würde ich sagen, als sie einfach so sich neben mich stellte und mich anstarrte. Ich beschloss zurück zu starren und wollte mal sehen, ob sie nicht doch irgendwann wegschaute, schließlich machen Katzen das auch.
Stattdessen fragte sie nach meinem Namen und sie sagte ihren, ehe sie mich wirklich einfach umarmte. Zugegeben mir fehlten in diesem Moment die Worte, weil bis auf Nimi, wird man als Bosmer eigentlich nicht umarmt. Es ist ewig her, als man mich so drückte und musste mich da erst mal daran wieder gewöhnen. Ich beobachtete sie noch eine Weile immer wieder und kam aber dann zum Entschluss, dass sie wohl wirklich einfach so ist wie sie ist, ohne Hintergedanken vielleicht. Ein bisschen fand ich das Angeschmiege an den Argonier aber dann doch witzig irgendwie. Ich frage mich was für eine Geschichte die beiden haben.

Interessant empfand ich aber auch das Gespräch zwischen dem Magus und der Magiergilden-Frau. Mir war das gar nicht so bewusst, aber es ist wahr, dass eine Durchreise durch Fraktionsgebiete normal nicht geduldet wird. Selbst diese Provinz grenzt an den Bündnis-Gebieten. Anderseits habe ich in dieser Gruppe nun Völker aller drei Fraktionen gesehen, die zusammenleben können, fern ab diesen Streitigkeiten und dem Krieg, der allgegenwärtig herrscht. Wenn ich so darüber nachdenke könnte unsere Gruppe hier ein Beispiel für ein Zusammenleben sein. Alle Völker hegen viele Vorurteile gegen über anderen Völkern und vor allem jene, die nicht den jeweiligen Fraktionen angehören. Ich selber als Bosmer habe viele Vorurteile anhören müssen. Sicher, sie mögen bei vielen berechtigt sein, aber das alle eines Volkes verdächtigt werden, finde ich falsch.
Ich empfand die meisten Altmer als eingebildet und arrogant aber ich weiß das nicht alle so sind. Argonier wirken auf mich immer sehr still und in sich gekehrt, aber heute konnte ich auch ein anderes Beispiel mal erleben. Genauso die Khajiit heute, die so ganz anderes ist als die, die ich bisher kennen gelernt hatte. Ich denke, dass ich auch weiter jedem neuen Gesicht mit einer neutralen Haltung gegenübertreten werde. Bisher schien es das Richtige gewesen zu sein, auch wenn andere das merkwürdig vielleicht finden, nur weil andere meines Volkes eine andere Einstellung dazu haben.

Diese Randnotiz war nun wieder länger als der Rand selbst. Ich muss meine Gedanken versuchen etwas zurückzuhalten, glaube ich.
Das letzte was an diesem Abend noch geschah, war, dass ich die Skizze auch nochmal rum zeigte. Inzwischen ist mir bewusst, dass sie wohl nichts Wertvolles oder Wichtiges war, aber sie bleibt für mich persönlich etwas Bedeutendes und verbindet mich zusätzlich zu meiner Schwester. Ich hoffe, es geht ihr gut und sie vermisst mich nicht zu sehr.

Ich werde nun mich hinlegen und vielleicht davor noch etwas den Sternenhimmel betrachten. Auch diese Nacht ist der Nachthimmel klar.

* * *

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Freitag, 13. April 2018, 06:56



Ein Orden und die Jäger der Burg Dämmerwacht

Einige Wochen waren vergangen, seit man sich in Wegesruh mit den Jägern der Burg Dämmerwacht zusammengesetzt und sie näher kennengelernt hatte. Jassillia erkannte eine eingeschworene Gemeinschaft, die offensichtlich in Sachen Problemen mit Abscheulichkeiten gewisse Parallelen zum Orden aufwies. War es in den eigenen Reihen eher die Jagd auf die Verdammtheit von Dremora und ihren Abarten, saß man hier der Erfahrung in Sachen Vampiren gegenüber. Irgendwie tat es ihr gut, Gleichgesinnte anzutreffen, die ihren Fokus auf weniger politische Angelegenheiten legten und, in ihrem Sinne, die wahrlichen Gefahren angingen.





Dass diese Truppe möglicherweise in ihrer Jagd in eine Falle gelockt werden sollte, konnte nach angenehmen Gesprächen recht schnell von beiden Gruppen bestätigt werden, wenn auch nur aufgrund von ersten Informationen und Vermutungen.
Man wollte in Verbindung bleiben und so trennten sich die Wege der Jäger.

Über Umwege erreichte dann am gestrigen Abend eine Nachricht die kalten Gefilde Orsiniums. Es waren ein Schreiben jener Jäger, nebst einer Karte, die zur Einsicht aller ausgelegt wurden. Für die Reiter stand es außer Frage, dass man zum gegebenen Zeitpunkt helfen würde. Nun aber hieß es erst einmal jenen Bericht zu lesen und auf der eigenen Reise weitere Informationen zu sammeln.

Das Feuer der Jagd war erneut erwacht..


Dort, wo Wahrheit und Mut miteinander verbunden werden, liegen die Geheimnisse der Gerechtigkeit.
Sie darf nicht gezügelt werden, denn sie leuchtet nicht auf in den Kriegsnebeln...

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Donnerstag, 19. April 2018, 07:23


Nachträglicher Tagebucheintrag von Liniphia


Die Provinz, in der wir uns immer noch befinden, bietet so tolle Landschaften. Ich ertappe mich Tag für Tag, wie ich manchmal einfach an dieser Klippe stehe, natürlich mit einem gesunden Abstand, und in das Tal hinab schaue, dann wieder diese riesen Berge. Es ist mehr, als man nur in Himmelswacht zu Gesicht bekommt und dann auch noch mit so einer tollen Gruppe unterwegs zu sein. Das ist wirklich Glück.





Inzwischen komme ich auch immer besser mit den anderen zurecht, kann mir die Namen merken, na gut, nur von einzelnen zugegeben und versuche immerzu meinen Beitrag zu leisten wo ich nur kann. Heute gab es auch wieder einen Übungskampf. Die Ordensmeistern gegen den Schmied. Wie immer, von Neugier getrieben, wollte ich unbedingt mir das Ganze wieder anschauen, was ich auch tat. Man tauschte sich mit den anderen Leuten aus, die mit schauten und konnte nebenbei das Spektakel mit ansehen. Erneut wurde ich auf meinen Bogen angesprochen und der Argonier Raak erkannte gleich, dass mein Bogen auch noch eine weitere Bedeutung hatte. Es stimmte tatsächlich. Der Bogen verbindet mich mit meiner Schwester. Ich sehe es noch heute vor mir, wie wir in der Natur umherliefen und versuchten, unseren eigenen Bogen zu bauen, wie unsere Eltern, aber erst, nach dem wir uns in unzähligen Büchern schlau gemacht hatten, gelang es uns endlich auch. Wie waren wir stolz, als wir unsere ersten selbstgebauten Pfeile verschossen. Ich erinnere mich wirklich gerne daran zurück.
Ich erfuhr aber auch, dass ich nicht die einzige bin, die einen Gegenstand wie eine Waffe mit Erinnerungen verband. Auch dem Argonier ging es ähnlich und erzählte von einem Messer, das er selbst geschnitzt hatte aus einem Zahn. Ich erinnere mich gerade nicht mehr an den Namen des Tieres, aber es muss eine seltene Kreatur aus seiner Heimat gewesen sein. Ich finde solche Geschichten richtig interessant. Man bekommt einen tieferen Eindruck der Person dadurch und ich schätze so etwas doch sehr irgendwie. Ich hoffe, dass ich im Lauf der Zeit noch mehr solche Geschichten hören werde.

Der Kampf wurde leider durch einen unschönen Moment unterbrochen, als es wohl Chaos gab mit dem Kerl, den wir mitgenommen haben. Einen Gaukler? Ich erinnere mich gerade nicht an die Worte, wie die anderen ihn nannten. Dieser Moment war zwar interessant, aber auch warnend zugleich. Ich habe bisher die Ordensmeisterin noch nie so mahnend und ja, ich denke zornig vernommen. Sie hatte aber auch allen Grund. Ich habe es wegen dem Kampf nicht gesehen, aber das Chaos ereignetet sich auch noch echt nahe an der Klippe. Ein Sturz hinunter wäre wohl der sichere Tod. Mich wunderte es also nicht einmal, dass alle recht aufgebracht waren und doch zeigte hier die Ordensmeisterin wirkliche Autorität und Strenge. Ich finde das richtig, auch wenn es irgendwie einschüchternd war. Ein Grund mehr für mich, wirklich keine Fehler zu machen. Ich möchte nicht von ihr mal so angegangen werden.



Schließlich wurde beschlossen, dass es nun weiter gehen sollte. Weiter nach Süden zu einem Grab anscheinend, das wir uns näher anschauen wollen. Spannend! Nun beginnt wohl die Erkundungsphase. Auf diese freute ich mich sehr. Das Lager abgebaut, begaben wir uns also auf den Weg, durch eine wunderschöne Landschaft. Erst jetzt mit der Ruhe, konnte ich mich mal ganz auf die Natur konzentrieren und es ist einfach wunderbar. Die Bäume das Gras. All diese Pflanzen, die unberührt vor sich hin wuchsen, waren unglaublich schön. Den anderen ging es anscheinend nicht anders.
Dann türmten sich auch die ersten Ruinen auf, die richtig groß waren. Nur wenn man den Kopf in den Nacken legte, konnte man wirklich alles erkennen von diesen einst beeindruckenden Bauten, von denen nur noch Geröll und einige Wände und so übrig geblieben sind. Ich kenne diesen Ort nicht wirklich, aber ich fragte mich schon die ganze Zeit nun, was hier mal existierte. Ich denke, ich werde mich da mal in der Gruppe umhören. Vielleicht den Magus oder Emelyne fragen, mal sehen. Ich konnte nicht viel weiter darüber nachdenken, denn im Gegensatz zu den anderen, hatte ich nun eine neue Aufgabe bekommen. Ich sollte ein bisschen mich in der Gegend umschauen, mit jemand aus der Gruppe. Irgendwie kam mir das schon bekannt vor, aber klar, ich erwähnte ja, dass ich bei den Karawanen immer gespäht hatte von daher...



Da fällt mir gerade noch ein: Ist mein Name so schwer zu merken? Ich dachte, dass ich Probleme hätte, mir Namen zu merken aber...Lilifee? Ich hatte erst gar nicht gemerkt, das ich damit gemeint war, als ich auf den Namen angesprochen wurde und…naja…vielleicht wird das nun mein Spitzname oder so. Ich hoffe irgendwie nicht.

Während also die anderen, das Lager aufbauten, begab ich mich mit der anderen Person auf die kleine Erkundungstour. Es tut mir wieder so leid, dass ich den Namen von der Frau, die ich begleiten soll, gerade wieder nicht weiß. Ich muss mir das wohl wirklich aufschreiben – was ich sogar nun kann, aber dazu komme ich gleich noch.
Bis auf die Natur selbst, war nicht viel zu hören. Die Landschaft ist einfach wunderbar, ich kann mich nur wiederholen. Es fühlt sich einfach gut an, als ob ich hier richtig wäre. Ja, es ist geradezu befreiend in manchen Momenten. Wir streiften durch die Gegend, doch ungewöhnliches ist mir nicht wirklich aufgefallen. Ihr anscheinend auch nicht also beschlossen wir noch mit Raak zusammen zu Fuß, diese fast zugewachsenen Treppenstufen hinauf zu gehen, um uns da etwas umzuschauen. Es ist ein ganz merkwürdiges Gefühl, wenn man all diese Ruinen erblickte, die schon lange verlassen und zugewachsen sind. Ich versuchte mir vorzustellen, wie diese Gegend mal belebt ausgesehen haben könnte. Leider recht schwierig sich das vorzustellen, wie ich leider feststellen musste. Bisher habe ich immer nur aus der Ferne, Ruinen von Burgen oder so gesehen, aber so richtig eine Besucht habe ich noch nie und vor allem noch kein Grab. Es gibt für alles ein erstes mal, sagte mir mal jemand in Himmelswacht.
Schließlich, nach dem wir nichts weiter Ungewöhnliches herausgefunden hatten und die Gegend sicher zu sein schien, gingen wir wieder zum aufgebauten Lager zurück. Ich meine damit, dass die anderen das Lager aufgebaut hatten. Ich hatte ja mein Zelt immer noch nicht aufgestellt aber gut, noch etwas anderes sollte mich davon abhalten und zwar der andere Argonier. Der kniete auf dem Boden und schien grob die Ruinen zu zeichnen oder einzelne Teile davon.
Das erinnerte mich daran, dass ich auch sehr gerne zeichnete. In Himmelswacht habe ich oft am Abend das erlebte gezeichnet oder bestimmte Dinge, die mir gefielen, aber seit der langen Reise, bis hier her hatte ich bis auf mein Tagebuch und den Stift nichts, um mal wieder was zu zeichnen.
Es war sehr nett, dass mir der Argonier, Papier und einen Kohlestift überließ. Das war wirklich mehr als genug und ich bedankte mich natürlich. Vielleicht auch mehr als nötig. Es wäre toll wenn ich mit ihm irgendwann mal auch was zeichnen könnte. Er schien das gut zu können und so könnte ich vielleicht sogar was noch von ihm lernen? Es würde mich freuend jedenfalls.
Der Rest des Abends verlief dann weiter ruhig. Es wurden Geschichten erzählt und Abend gegessen.

Ich selber habe nun endlich in der Nacht mein Zelt aufgebaut und sitze auch gerade davor während ich schreibe und ab und an zu den Sternen aufschauen. Ja, bisher war es die richtige Entscheidung mitzugehen und bin gespannt, wohin das alles noch führen wird.


- Ankunft beim Gorbash Clan -

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Dienstag, 1. Mai 2018, 11:23



Nachdem der dreitägige Aufenthalt und entsprechende Verhandlungen um Handel und Versorgung mit dem Gorbash Clan ihr Ende fanden und man sich zufrieden eines guten Miteinanders von seiner Festung entfernt hatte, wurde am folgenden Tage endlich Orsinium erreicht.



Die ersten zwei Tage verbrachte man mit dem Erzählen von Geschichten, der Auffrischung der Vorräte wie auch der Erkundung der so fremden Stadt. Unterkunft wurde im Gierwanst gefunden. Ein Besuch im dortigen Museum offenbarte Legenden und außerordentliche Artefakte.


- Imposant -


- Gewaltig -


- Wunderschön -

Doch auch dieser Aufenthalt neigte sich nach wenigen Tagen dem Ende.


Es war Zeit aufzubrechen und mit Wehmut im Herzen verließ man diese kalten und doch ehrlichen Gefilde.



Geschwätzige Zungen mancher Waschweiber behaupteten erneut, dass sich etwas in diesen Reihen tat, was vielleicht eines Tages außer Kontrolle geraten würde, denn auch wenn der Zug der Reiter immer mal wieder durch Abwege einer groben Himmelsrichtung unterbrochen wurde, wuchs die Anzahl der Gerüsteten und man schien den Weg Richtung Cyrodiil einzuschlagen, der Heimat der Ordensmeisterin.

Sollten sie sich doch weiter um Speck und Blutwurst kümmern.

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Samstag, 12. Mai 2018, 07:59



Gebet zum Kampf

Stendarr! Oh, Du mein heilig` Licht!

Entflammt aus tiefstem Glauben an Deine Herrlichkeit, rufe ich den Segen der Gerechtigkeit auf uns herab.

Die, die wandeln auf falschen Pfaden oder auch in finst`rem Tal.
Sie werden niemals erkennen, was wir wissen, denn die Gnade Deiner selbst steht uns bei,
von nun an und in alle Ewigkeit
Sie wird uns segnen, denn wir sind ihre Gläubigen.
Sie wird uns mit dem Zorn der Gerechtigkeit in die Schlacht führen und die Schädel unserer Feinde zerschmettern.
Und sie wird uns einschenken von der Erlösung unserer Feinde.
Mein Glaube ist mein Schild, Dein Segen meine Waffe.

Du hältst Deine schützende Hand über uns.
Wissend, dass es unsere Augen schärft und unsere Herzen festigt.
Die Ketzer sind viele,
doch diese Unreinen werden uns nicht an unserer gesegneten Aufgabe hindern und unser heiliges Recht bestreiten, Leben zu bewahren.

Die Zeit ist gekommen.

Verschont niemanden und weichet nicht zurück, seid stark im Glauben!
Für die Gläubigen, für die Unschuld und in ihrem Namen, lasset uns den Kampf zu den Unheiligen tragen,
denn wir sind der Schild des einzig wahren Glaubens!

Lass` Deine reinigenden Flammen uns umhüllen.
Lasse die Verderbnis Deinen reiten Atem spüren, auf dass sie verwehe, wie flüssiger Wachs in wehendem Wind.
Lasse von ihnen nur Asche und nichts als Asche zurück, sowahr Du bei uns sein bist.

Nun schwingen wir Deine schweigende Stimme, erlösend der Qual leblosem Dasein.
Lasse die brennenden Untoten unseren Weg in der dunkelsten Nacht erhellen.
Mögen geschundene Seelen durch Arkays Gesetze ihren endlichen und wahren Frieden finden!

In Deinem Namen reiten wir!

~ ~ ~

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58

Sonntag, 13. Mai 2018, 10:46



< Die letzten Stunden waren nicht nur mit Sorgen und Trauer erfüllt.
Das Wissen um die Werwölfe, welche sich Richtung Süden aufhielten und sie keinen Hehl daraus machten, die Reiter anzugreifen, ließen Gedanken auf das Wesentliche fokussieren. Späße, unnötiges Lächeln und zu viel gesprochene Worte blieben aus.
Jassillia zeigte auch kein Verständnis für manches witzige Miteinander, oftmals aus reinem Selbstschutz in die Welt hinaus getragen. Sie sprach sich aber auch nicht dagegen aus.
Jeder hatte nun eine Aufgabe erhalten, das gab ihr Zeit, sich mit einem Brief zu beschäftigen, der von Immerfort aus durch einen reitenden Boten an sie herangetragen wurde und während die Verletzten nun weiter versorgt wurden und man sich auf einen vielleicht bevorstehenden Kampf vorbereitete, ließ sie dem Boten eine Stärkung reichen.
So las sie jene Zeilen..>

Die Acht Göttlichen zum Gruße, Madame Muraille

Einmal mehr erweist sich die Zusammenarbeit mit dem Orden der Gekreuzten Klingen als Segen der Götter. Ich danke Euch vielmals für den Hinweis und das Zitieren der Legende vom Auge von Zthenganaz. Ganz abgesehen vom historischen Interesse, welches ich für die Legende hege (die mir übrigens bisher noch nicht bekannt war), ist der Text in der Tat eine äußerst hilfreiche Anregung für die Weiterentwicklung des Monokels. Und der Zeitpunkt Eures Schreibens könnte kaum günstiger sein, da in Kürze ohnehin Vertreter der Burg Dämmerwacht nach Wegesruh reisen werden.

Zugleich empfinde ich ein wenig Bedauern, denn wann immer sich unsere Pfade gekreuzt haben, war es stets der Orden, der mir eine helfende Hand reichen konnte, während ich bisher noch nicht die Gelegenheit dazu hatte, mich bei Euch und Euren Gefährten erkenntlich zu zeigen. Dankende Worte allein sind für Eure bisherige Unterstützung viel zu wenig, und Euch mit materiellen Gütern oder Münzen zu bezahlen, erscheint mir für einen Orden wie dem Euren fast schon eine Anmaßung und Beleidigung. Sollte sich also jemals eine Situation ergeben, bei der Ihr meine Unterstützung braucht, so zögert nicht einen Lidschlag lang, mich aufzusuchen. Ich werde Euch gerne und bereitwillig meine Hilfe anbieten, so es im Rahmen meiner Möglichkeiten und Fähigkeiten liegt,

mögen die Götter Euch auf Euren Pfaden leiten
Namir al-Rashid


< In ihrem Zelt nahm sie Kohlestift und Pergament zur Hand und verfasste eine Antwort. >

Werter Namir,

mit Freuden las ich Eure Zeilen und mit Hoffnung sehe ich auf Eure Arbeit, die der Vernichtung der Abscheulichkeiten dienen wird.
Entrichtet dem Zenturio und seinen Jägern meine besten Grüße und das Wissen, dass ich mich sehr auf ein Wiedersehen freue. Vielleicht können sie Euch eine Antwort auf meine Fragen bezüglich des gefundenen Kindes geben, so denn mein Schreiben die Burg überhaupt erreicht hat. Zur Zeit halten wir uns im Lager der Baandari in Bangkorai auf und werden in den nächsten Tagen weiter Richtung Süden ziehen.

Was mir aber nun viel wichtiger ist, ergibt sich aus Euren Worten bezüglich der Dankbarkeit.
Eure Worte sind mir Dank genug. Weder Gold noch große Taten mögen den Schatz der Freude strahlender erscheinen lassen, denn das Gefühl selbst, dass man helfen konnte.
Jemanden glücklich zu sehen, gibt das Hundertfache an Glück zurück, ohne dass man es erwarten darf. Es kehrt einfach zurück, so wie gerade in diesen Stunden und auch dieser Zeitpunkt hätte nicht besser sein können.
Wisst Ihr, das Leben gleicht den vier Jahreszeiten und den Gaben des ausgebrachten Samenkorn.
Im Frühling sät man Freude, Hoffnung und Hilfe. Im Sommer pflegt man jene Saat, auf dass sie gegen Sturm und Wind gewappnet ist. So sie die von Herzen gegebene Pflege überstanden hat, erntet man die Früchte, die den Samen des Weiterreichen in sich tragen um auch die eisigen Nächte des Winters zu überstehen.
Reicht das Samenkorn, den Kelch der Hilfe, einfach weiter, auf dass es sich in anderen Herzen mehre. Tut es niemals für Euch selbst, sondern nur für andere. Der Dank wird das Glück selbst sein, welches Euch eines Tages in der gleichen Weise aufsuchen wird.

So bedauert nicht, sondern erfreut Euch der Erkenntnis, dass Ihr mir ein Lächeln ins Gesicht gezaubert habt. Mir und meinen Reitern. Eines Tages wird gewiss der Zeitpunkt kommen, an dem ich mit einem Hilfegesuch an Euch herantreten werde. Man schafft es niemals alleine, denn nur gemeinsam.

In Hoffnung auf ein Wiedersehen, so fern der Tag vielleicht auch noch sein möge.

Jassillia Muraille


* * *

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59

Montag, 28. Mai 2018, 07:19



Der Kampf geht weiter

Gelbfangs Schädel, eine wahrlich hässliche Trophäe eines einstigen Anführers, abgerissen und mit aufgerissenem Maul, das weiße Fell blutverkrustet.
Dieser Sieg gebührte nicht den Recken, sondern den Wyrd, die dem Eindringling gnadenlos deutlich gemacht hatten, wer der Stärkere ist.
Nun galt es die beiden Blutsauger aufzuspüren und im besten Fall diese dreckige Dunmer, die sich in die Kämpfe der Abscheulichkeiten eingemischt hatte.
Mittlerweile musste man jedoch davon ausgehen, dass es sich nicht nur um eine einzelne Dunmer handelte, sondern um weitaus mehr, hatten sie Grabungen begonnen und das zum Teil an geschichtsträchtigen Orten der Siebten Legion.





Die Reiter verlassen das Lager der Baandari


Das war jedoch nicht das einzige Problem. Der Weg nach Kargstein wurde immer wieder durch Vorfälle unterbrochen, die Hilfe in Bezug zu den Jägern der Dämmerwacht verzögerte sich dadurch immens. Vorräte schmälerten sich und es wurde dringend Zeit für Nachschub zu sorgen. Die Menge an Reitern und Rossen zu versorgen, ein Unterfangen, welches koordiniert und finanziert werden musste. Es war dringend an der Zeit jagen zu gehen.

Zum Glück war man mittlerweile in der Garnison angelangt, Zeit um sich um die Verletzten zu kümmern, wie auch um Erinnerungskristalle, die Licht ins Dunkel bringen sollten, wollte man endlich wissen, was sich darin verborgen hielt. Hilfe erhielt man durch Söldner, ein Geschwisterpaar des kaiserlichen Volkes und einer Dunmer, der Frau des Söldner Viatus.

Dass Bruder Corentin wieder an ihrer Seite stand und besonders im Kampf gegen Vampire, bescherte Jassillia ein gutes Gefühl.



Ankunft in der Bangkorai-Garnison

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60

Montag, 4. Juni 2018, 07:27

Die dunkelste Stunde des Ordens




Zwei Gefallene, zwei Schwerstverletzte und zwei leichter Verletzte, das war das Resultat aus der Jagd gegen Vampire. 36 Stunden hatte man sich den Weg in eine alte Ruine freigekämpft, um einen bitteren Sieg zu erringen.
Dass man am Tag der Totenehrung keine Freudentränen weinte, erklärte sich in den Worten der Ordensmeisterin, inmitten der eigenen Reiter und jener unter der Leitung des Ordensmeister und Bruder Etienne. Ein Tag, der niemals in Vergessenheit geraten sollte..



Jassillia ließ den Blick über die Brüder, Schwestern und Anwesenden wandern, ehe er für den Moment ins Leere ging und sich zu Boden senkte. Gerüstet und bewaffnet verharrte sie, den rechten Arm in einer dunklen Lederschlinge, die Linke ruhte auf dem Heft ihrer Waffe. Die Anstrengung der letzten Nacht in Sachen Behandlung stand ihr noch deutlich ins Gesicht geschrieben und zeichneten sie Jahre älter. Mehrere Abzeichen, die man wahrlich nur selten zu Gesicht bekam, zierten den frisch angelegten Wams aus Brokat und Samt. Einige der Abzeichen mochten sich im Fundus der eigenen Reiter wiederfinden, andere wiederum sprachen die Sprache des Adels und alter, geschlagener Schlachten. Dann hob sie den Blick und man konnte das Gefühl erfahren, dass sie sich ein großes Stück weit von den eigenen Mannen entfernt hatte und näher zu den Rittern des Pelin-Ordens gerückt schien, wenn vielleicht auch nur im bildlichen Sinne.

Dass es keine Rede zum Kampf sein würde, erkannte man sofort an der ruhigen Weise und wie sie ihre Worte mit dunkler wie heiser-rauen Stimme begann.

~~~

Ich habe schon viele Gedenkfeiern für Gefallene erlebt und selbst gesprochen, doch an diesem Abend fällt es mir besonders schwer und nein, es hat nichts mit meiner Verletzung zu tun..

denn heute schäme ich mich.
Ich schäme mich für das, was ich gestern während meiner Versorgung vernehmen musste.
Ich erlebte Wölfe mit reißenden Fängen, die keine Scheu und keine Scham besitzen, sich zu zerfleischen und das mit dem Wissen um zwei gefallene Brüder und Verletzte, in den Reihen unter Bruder Etienne und in den eigenen Reihen.

Heute schäme ich mich.
Ich schäme mich für das, was ich versuche zu lehren und vorzuleben und dass es zu oft ignoriert, zerschlagen und mit Stiefeln in den Dreck getreten wird.

Heute schäme ich mich.
Ich schäme mich dafür, dass ich Wesen an Abscheulichkeiten in meinem Leben kennengelernt habe, die mehr Ehre und Respekt in ihrem Blut haben fließen lassen, als manch einer, der mein Wappen trägt.

Heute schäme ich mich.
Ich schäme mich dafür, dass besonders an diesem Ort des Blutvergießens der Glaube schlicht verraten wurde und ich schäme mich für all die Kälte und Kaltschnäuzigkeit, der ich begegnen muss.

Heute schäme ich mich.
Ich schäme mich für andere. Ich schäme mich für jene, die mir ins Gesicht lächeln und mir und den Brüdern und Schwestern im Abwenden den Dolch in den Rücken jagen und die Klinge mit Freuden mehrfach in der blutenden Wunde drehen und ich schäme mich für mich selbst, dass ich es zugelassen habe.

Heute schäme ich mich.
Ich schäme mich für meine getroffene Entscheidung, jenen Weg in die Ruine gewählt zu haben, jene Option, die mir Bruder Etienne mit bestem Wissen und Gewissen zur Wahl offen gelassen hatte und ich somit mindestens zwei seiner Männer in den Tod getrieben habe. Eine anderweitige Entscheidung hätte auch den Tod der eigenen Mannen zur Folge haben können.

Heute schäme ich mich.
Ich schäme mich dafür, dass diese Gewissheit auf Ignoranz trifft.



An diesem, dem heutigen Tage, erfüllen weder Stolz noch Freude mein Herz über den Sieg über Vampire und ihre leblosen Diener. Heute klebt Bitternis an meiner Zunge, unendliche Trauer ruht auf meinen Schultern. Die Erkenntnis um Lügen und Überheblichkeit wie Anmaßung um Kompetenz bezüglich des hierarchischen Standes wiegen in diesen Stunden schwerer, als die Trauer um die beiden Brüder Pascal und Silvain und ja, auch dafür schäme ich mich, doch genau jene Scham wird uns alle ab dem heutigen Tage begleiten und das in ewiglicher Erinnerung an die Gefallenen.

Sobald Servan sich von seinen Verletzungen erholt hat, wird er die Namen der beiden Brüder in die Ordensklingen, den Hoffnungsbringer und den Blutdürster einbringen.
Zwei Waffen, als Schragen gekreuzt, werden sie uns als Märtyrer begleiten lassen, getötet aus Gründen ihres Glaubens und ihrer Überzeugung. Getötet auf widerliche und abgrundtief böse Weise.

Ihren Tod werden die Klingen hundertfach rächen, so lange sie führend getragen werden und so lange ihre Träger leben, über unseren eigenen Tod hinaus. Den Schmerz darüber werden wir in die Welt hinaustragen und jeden Vampir diesen Schmerz spüren lassen.
Spüren werden aber auch jene meinen Zorn, die sich weiter als Reiter der gekreuzten Klingen schimpfen und diesem Zustand keine Ehre machen.

Die dunkelste Stunde des Ordens mag an diesem Abend erwacht sein und unter dem Banner der Scham und Entschuldigung stehen.
Für diese bittere Erkenntnis, die hier und heute geboren wurde, die ich selbst erkannt und doch totgeschwiegen habe, will ich den Brüdern noch in ihrem Tode meinen Dank und meine tiefste Entschuldigung aussprechen. Auch wenn ich sie nie wirklich kennenlernen durfte, fühle ich mich ihnen in dieser Stunde des Todes über die Maßen hinaus verbunden.
Und genau aus diesem Grunde heraus und in Erinnerung an Pascal und Silvain, in Erinnerung an meinen alten Freund und einstigen Knappen und späteren Vikar, Konstantin Grauschein-Moldan und im Gedenken an alle Gefallenen spreche ich nun erneut den Kodex des Hammers, der den Orden seit vielen, vielen Jahren begleitet.
Doch nur jene, die sich tief in ihrem Herzen dieser Bedeutung um diesen Kodex bewusst werden, werden ihn auch leben können. Alle anderen dürfen sich an diesem Abend aus den Reihen der Reiter verabschieden und ihrer Wege ziehen. Niemand soll im Angesicht Arkays, der in diesen Stunden den Gefallenen Heim und Obhut schenkt, Lüge und Falschheit sprechen.

< Teil eins >

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